gf4015p0001ca

Reifendruckkontrolle Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0102 · 2013-03-22

Gültig für: TYP 207.3/4 bis Modell-J. 2014 mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle (Premium)) Fa. Schrader

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 207 (Baumuster 3**, 4**)

GF40.15-P-0001CA

Reifendruckkontrolle Funktion

22.3.13

TYP

207.3/4

bis Modell-J. 2014

mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle (Premium))

Fa. Schrader

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Klemme 15 EIN

System Reifendruckkontrolle (RDK) funktionsfähig

Der Status der Klemme 15 wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Fahrwerk-CAN (CAN E) bereitgestellt.

Reifendruckkontrolle allgemein

Die RDK unterstützt den Fahrer bei der Überprüfung des Reifenluftdrucks und dient somit der aktiven Sicherheit.

Die RDK überwacht den Luftdruck in den einzelnen Reifen. Als Vergleichswert wird ein zuvor gespeicherter Solldruck für die Vorder- und Hinterräder herangezogen.

Bei einem relevanten Druckverlust erfolgt eine Warnmeldung ggf. mit Positionsangabe an den Fahrer. Der Messbereich des Reifendrucks erstreckt sich zwischen p = 0 bis 6,375 bar.

Das System RDK setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Funktionsablauf Warnmeldungen

Funktionsablauf manueller Neustart

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung (außer CODE 494 (USA-Ausführung))

Funktionsablauf automatischer Lernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle (N88)

Funktionsablauf Nachlauf

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Die RDK überwacht während der Fahrt kontinuierlich den Reifendruck aller rotierenden Räder.

Der Reifendrucksensor vorn links (A69/1), der Reifendrucksensor vorn rechts (A69/2), der Reifendrucksensor hinten links (A69/3) und der Reifendrucksensor hinten rechts (A69/4) senden während der Fahrt alle t = 60 s Datentelegramme an das Steuergerät Reifendruckkontrolle. In diesen Datentelegrammen sind der Druck, die Reifenlufttemperatur, der Rad-Identifier (Rad-ID) und Statusinformationen (Drehrichtung, Betriebsmodus usw.) enthalten. Die Daten werden über Funk dem Steuergerät Reifendruckkontrolle übermittelt.

Weitere Eingangsgrößen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle berücksichtigt bei der Warnlogik außerdem die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit. Die Außentemperatur wird vom Außentemperatursensor (B14) erfasst, vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) direkt eingelesen und über Innenraum-CAN (CAN B) an das Kombiinstrument (A1) gesendet.

Das Kombiinstrument sendet die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.

Auftretende Warn- oder Hinweismeldungen werden im Multifunktions-Display (A1p13) im Kombiinstrument angezeigt.

Funktionsablauf Warnmeldungen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle wertet die Datentelegramme der Reifendrucksensoren kontinuierlich aus.

Wird an einem Reifen ein relevanter Druckverlust erkannt, sendet das Steuergerät Reifendruckkontrolle die Anforderung zur Ausgabe einer Warnmeldung über Fahrwerk-CAN, das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn und den Innenraum-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument gibt eine Warnmeldung über das Multifunktions-Display aus und steuert die Warnleuchte Reifendruckkontrolle (A1e66) an.

Die Warnmeldungen setzen sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf weiche Warnung

Funktionsablauf harte Warnung

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Funktionsablauf weiche Warnung

Die weiche Warnung erfolgt erst unmittelbar nach Fahrtende (Klemme 15 AUS).

Durch Diffusion verlieren die Reifen im Laufe der Zeit Luft.

Als Komfortfunktion erhält der Fahrer deshalb rechtzeitig einen Hinweis auf die fällige Korrektur der Reifendrücke.

Die Warnschwelle ist wie folgt definiert:

– Druckverlust von p > 0,25 bar

Liegt während der Fahrt der Reifendruck mindestens eines Rades für einen Zeitraum von t = 12 min ununterbrochen unter der Warnschwelle, wird ein Warnsignal gesetzt, im Speicher vom Steuergerät Reifendruckkontrolle abgelegt und nach Fahrtende (Klemme 15 AUS) im Kombiinstrument angezeigt.

Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

– Befüllung auf Solldruck

– Erfolgreiche automatische Befüllerkennung, außer CODE 494 (USA-Ausführung)

– Manueller Neustart

Funktionsablauf harte Warnung

Die harte Warnung weist den Fahrer während der Fahrt auf einen deutlichen und sicherheitsrelevanten Druckverlust hin.

Warnschwelle:

– Druckverlust > 20 %

Sinkt der Reifendruck unter den durch die Warnschwelle festgelegten Wert, wird nach maximal t = 5 min eine Warnmeldung im Multifunktions-Display angezeigt und die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert.

In den nachfolgenden Zündungsläufen wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle weiterhin angesteuert, solange das Problem nicht behoben ist.

Wird der momentane Reifendruck auf den Solldruck erhöht oder ein manueller Neustart der RDK durchgeführt, so erlischt automatisch die Warnleuchte Reifendruckkontrolle und die Warnmeldung wird ebenfalls gelöscht.

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Wird während der Fahrt ein fortschreitender Druckverlust in einem bestimmten Zeitabschnitt (Gradient) festgestellt, muss von einem Reifendefekt ausgegangen werden. In diesem Fall wird eine Warnung ausgelöst, noch bevor das Auslösekriterium für die harte Warnung erreicht ist. Die Warnung erfolgt in der Regel spätestens t = 120 s nach Beginn eines Druckverlustes von p = 0,2 bar/min und wird im Multifunktions-Display im Kombiinstrument als Warnmeldung "Achtung Reifendefekt" angezeigt.

Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt bei einem der folgenden Ereignisse:

– Befüllung auf Solldruck

– Erfolgreiche automatische Befüllerkennung (außer CODE 494 (USA-Ausführung))

– Manueller Neustart

Bei Zündungsneustart nach einer Leck-Warnung wird zunächst die Warnleuchte Reifendruckkontrolle im Kombiinstrument angesteuert. Wenn nach Fahrtbeginn die Drücke wieder dem Sollwert entsprechen, erlischt die Warnleuchte Reifendruckkontrolle.

Funktionsablauf manueller Neustart

Mit dem Neustart des Systems RDK werden die vom Fahrer eingestellten Reifendrücke vom Steuergerät Reifendruckkontrolle als neue Sollwerte übernommen.

Über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) kann im Kombiinstrument das Menü "Service/Reifendruck" aufgerufen, darin geblättert und das System neu gestartet werden.

Die Signale werden von der Lenkradelektronik (N135) über Lenkungs-LIN (LIN E1) an das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) gesendet. Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Signale über den Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument. Anhand der Druckwerte zum Zeitpunkt des Neustarts werden die Druckschwellen für Warnungen festgelegt. Es erfolgt die sofortige Bedienrückmeldung über das Kombiinstrument.

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle filtert die neuen Druckwerte für t = 5 min ab Fahrtbeginn und prüft sie auf Plausibilität. Danach wird der jeweils mittlere Druckwert jeder Achse als neuer Sollwert für die Drucküberwachung abgespeichert.

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung (außer CODE 494 (USA-Ausführung))

Eine automatische Befüllerkennung erfolgt, wenn bei Fahrtbeginn an mindestens 2 Rädern eine Druckänderung von mehr als p = 0,2 bar erkannt wurde. Zum Vergleich werden temperaturkompensierte und gefilterte Druckwerte herangezogen und mit den Werten der letzten Fahrt verglichen.

Nach ca. t = 5 min Fahrt und erfolgreicher Plausibilitätsprüfung werden die neuen Reifendrücke automatisch als Sollwerte übernommen. Eine Druckdifferenz zwischen dem rechten und linken Rad von > 0,5 bar gilt als unplausibel.

Funktionsablauf automatischer Lernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle

Nach einer längeren Parkzeit von t > 19 min wird nach Fahrtbeginn die automatische Erkennung und Lokalisierung der Reifendrucksensoren gestartet. Ein neuer Reifendrucksensor ist nach maximal t = 10 min Fahrt automatisch angelernt. Die Seitenlokalisierung erfolgt durch Auswerten der Drehrichtung, basierend auf rechts-links-Informationen der Reifendrucksensoren.

Bei der Achszuordnung werden die näher am Empfänger liegenden Hinterräder stärker empfangen als die weiter entfernten Vorderräder. Der Empfangspegel der Reifendrucksensoren der Hinterachse ist stärker als der an der Vorderachse. Der Empfänger ist im Steuergerät Reifendruckkontrolle integriert.

Wird das Steuergerät Reifendruckkontrolle erneuert, ist es erforderlich, mit Hilfe von Xentry Diagnostics die geführte Routine "Inbetriebnahme" durchzuführen.

Ist es notwendig, Reifendrucksensoren anzulernen, kann der Anlernvorgang mit Xentry Diagnostics im Menü "Steuergerätanpassung", Untermenü "Radelektronik Identifikationsnummer schreiben" erfolgen.

Durch die geführte manuelle Reifendruckabsenkung werden die Reifendrucksensoren nacheinander durch Luftablassen dazu veranlasst, ein Datenprotokoll zu senden, aus dem der entsprechende Rad-Identifier ausgelesen werden kann.

Wird das Triggertool verwendet, müssen nacheinander die einzelnen Reifendrucksensoren angetriggert werden, damit das entsprechende Datentelegramm gesendet wird, aus dem der notwendige Rad-ID ausgelesen werden kann.

Funktionsvoraussetzungen Nachlauf

Klemme 15 AUS

Funktionsablauf Nachlauf

Nach dem Ausschalten der Zündung ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle noch für t = 19 min aktiv und kann Signale von den Reifendrucksensoren über Funk empfangen. Der Fahrwerk-CAN geht im Nachlauf in den Sleep-Modus.

Funktionsschema Elektrik Reifendruckkontrolle (RDK)

PE40.15-P-2050-97EAA

Reifendruckkontrolle (RDK) Anordnung der Bauteile

GF40.15-P-0001-06CA

Reifendruckkontrolle (RDK) Blockschaltbild

GF40.15-P-0001-07CA

Reifendruckkontrolle (RDK) Meldungen

GF40.15-P-0001-08CA

Referenzierte Dokumente