gf2810d0002tsc

Verteilergetriebe (VG) Funktion

Typ gf · Thema 28.10 · Version 0100 · 2020-03-02

Gültig für: Typ 907 mit Code ZG1 (Allrad, zuschaltbar) außer Code ZG3 (Allrad zuschaltbar mit Getriebeuntersetzung)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 28 Verteilergetriebe › 28.10 Getriebe vollständig — Baureihe 907

GF28.10-D-0002TSC

Verteilergetriebe (VG) Funktion

02.03.2020

Typ

907

mit Code ZG1 (Allrad, zuschaltbar)

außer Code ZG3 (Allrad zuschaltbar mit Getriebeuntersetzung)

Allgemeines

Bei Fahrzeugen mit Code ZG1 (Allrad, zuschaltbar) kommt ein zuschaltbarer Allradantrieb mit einem Planetenradsatz (im Verteilergetriebe) und 2 offene Ausgleichsgetriebe (in der Hinter- und in der Vorderachse) zum Einsatz. Die Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse ist bei zugeschaltetem Allradantrieb durch den Planetenradsatz fest vorgegeben und beträgt 33 % zur Vorderachse und 67 % zur Hinterachse.

Das Besondere ist der Verzicht auf mechanische Längs- und Querdifferenzialsperren. Stattdessen arbeitet der Allradantrieb mit dem elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP®) zusammen, das speziell auf den Allradantrieb abgestimmt ist.

Das ESP® schaltet sich automatisch ein, wenn eines oder mehrere Räder auf rutschigem Untergrund durchzudrehen beginnen. In diesen Fällen bremst es selektiv das durchdrehende Rad oder die durchdrehenden Räder ab bzw. beeinflusst das Motordrehmoment. Dadurch erhöht sich gleichzeitig das Antriebsmoment an den Rädern, die noch ausreichend Fahrbahnhaftung haben. Der automatische Bremseingriff mittels ESP® kann die Wirkung von bis zu 3 Ausgleichsgetriebesperren simulieren.

Durch den zuschaltbaren Allradantrieb kann die Anzahl der angetriebenen Räder und somit die Bodenhaftung erhöht werden. Dadurch wird der Schlupf verringert und die Antriebskraft auf alle Räder verteilt. Durch die verteilte Antriebskraft ergeben sich eine höhere Traktion und höhere Seitenführungskräfte an den Rädern.

Funktionsvoraussetzungen für die erfolgreiche Zuschaltung des Allradantriebs

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

Kl. 15 EIN

Fahrzeuggeschwindigkeit unter 14 km/h; ab 14 km/h muss die Zuschaltung abgeschlossen sein.

Einschaltsignal der Taste Allrad-Zuschaltung (S76/11)

ESP® regelt nicht.

Motordrehmoment liegt unter festgelegtem Grenzwert.

Zuschaltung des Allradantriebs Funktion

Während der Zuschaltung blinkt die Leuchtdiode (LED) in der Taste Allrad-Zuschaltung und die Kontrollleuchten für das ESP® sowie die Antriebsschlupfregelung (ASR) leuchten im Display auf.

Ist der Allradantrieb erfolgreich zugeschaltet, leuchtet die LED in der Taste Allrad-Zuschaltung permanent und die Kontrollleuchten im Display für das ESP® sowie ASR gehen aus.

Ist die Zuschaltung des Allradantriebs nicht möglich, blinkt die LED in der Taste Allrad-Zuschaltung 3­mal.

Während der Allradzuschaltung sind ASR und das ESP® nicht verfügbar. Das ABS steht zur Verfügung.

Bei "Kl. 15 AUS" wird der Allradantrieb abgeschaltet.

Ist aufgrund der Zahnradstellung im Verteilergetriebe eine sofortige Zuschaltung des Allradantriebs nicht möglich, wird durch die Drehfeder im Schneckengetriebe des Stellmotors Verteilergetriebe (M46/2), durch die Schaltwalze und die entsprechende Schaltgabel die jeweilige Schiebemuffe vorgespannt. Somit kann die Zuschaltung des Allradantriebs bei der nächsten Zahnraddrehung erfolgen.

Mögliche Fehler des Systems Allradantrieb werden im Steuergerät ESP® (N30/4) abgelegt und können dort mithilfe von XENTRY Diagnosis ausgelesen werden.

Verteilergetriebe (VG) Kraftfluss

GF28.10-D-0002-05TSC

Übersicht Systembauteile Verteilergetriebe (VG)

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Referenzierte Dokumente