gf0752s3001a

Zündsystem PMS Funktion

Typ gf · Thema 07.52 · Version 0111 · 2019-11-20

Gültig für: Motor 111 im Typ 638

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.52 Benzin-Einspritz- und Zündsystem PMS — Baureihe 638

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 111 ***

GF07.52-S-3001A

Zündsystem PMS Funktion

20.11.2019

Motor

111 im Typ 638

Aufgabe

1. Zündwinkel entsprechend den Eingangssignalen bestimmen, Zündspulen ansteuern und Zündfunken auslösen

Das Steuergerät PMS (A13) wertet für die Zündwinkelbestimmung im wesentlichen folgende Signale aus:

– Saugrohrdruck

– Abgleichkupplung

– Motordrehzahl

– Ansauglufttemperatur

– Kühlmitteltemperatur

und unterbricht im Moment des Zündzeitpunktes masseseitig den Primärstromkreis der Zündspule.

Der Zündwinkel kann mit dem Hand-Held-Tester (HHT) geprüft werden.

2. Zündwinkelanpassung

2.1 Leerlauf

Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung wird der Zündwinkel automatisch nach "früh" bzw. "spät" verstellt.

2.2 Schubabschaltung

Um beim Wiedereinsetzen der Verbrennung (Ansteuern der Kraftstoff-Einspritzventile) eine sprunghafte Drehmomentzunahme zu verhindern, wird der Zündwinkel kurzzeitig nach ”spät” verstellt.

2.3 Ansaugluft-/Kühlmitteltemperatur

Um die Klopfneigung bei erhöhten Ansaugluft- und Kühlmitteltemperaturen zu verhindern, wird der Zündwinkel bei Last in Abhängigkeit der Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur nach ”spät” verstellt.

Um einen ruhigen Motorrundlauf bei tiefen Ansaugluft- und Kühlmitteltemperaturen zu erreichen, wird der Zündwinkel nach ”früh” verstellt.

Die Werte der Zündwinkelverstellung von Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur addieren sich.

2.4 Antiruckelfunktion (nur mechanisches Getriebe)

Um das Aufschaukeln/Ruckelneigung beim Schaltvorgang zu verhindern, wird nach einem Lastwechsel der Zündwinkel kurzzeitig nach ”spät” verstellt.

3.0 Überwachung Primärspannungs- und Primärstromverlauf

Um den Katalysator bei Zündungsfehlern vor thermischer Überlastung zu schützen, werden folgende Größen ständig überwacht:

– Primärstrom der Zündspulen

– Primärspannung von Klemme 1 der Zündspulen

Als Fehler wird erkannt, wenn 50 Zündungen in Folge fehlerhaft sind.

Die Fehlererkennung wird gespeichert und gruppenweise werden die entsprechenden Kraftstoff-Einspritzventile nicht mehr angesteuert.

Sind 255 aufeinander folgende Zündungen fehlerfrei, werden die Kraftstoff-Einspritzventile wieder zugeschaltet.

4.0 Mehrere Zündfunken in Folge beim Starten auslösen (Mehrfunken-Zündung)

Um die Startwilligkeit des Motors zu erhöhen, wird zum Zündzeitpunkt mehrfach nacheinander gezündet.

Zündsystem PMS Funktion

Aufbau

1

Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten

A13

Steuergerät PMS

B73

Positionsgeber Kurbelwelle

E83

Zündkerze (Zylinder 1)

E84

Zündkerze (Zylinder 2)

E85

Zündkerze (Zylinder 3)

E86

Zündkerze (Zylinder 4)

R9

Zündspule (Zylinder 1+4)

R39

Zündspule (Zylinder 2+3)

e

Dauermagnet

S07.52-3014-06

Zündsystem PMS Funktion

Funktion
Am Signalverlauf des Positionsgebers Kurbelwelle (B73) erkennt das Steuergerät PMS (A13), welche Zündspule (Zündkreis) angesteuert werden muß. Durch den Dauermagnet (e) im Segment Mitnehmerscheibe/Schwungrad (b) wird im Positionsgeber Kurbelwelle (B73) ein zusätzlicher NegativImpuls erzeugt. Dieser dient zur Erkennung von Zylinder 2+3 für die Ansteuerung der Zündspule (R39); das Segment ohne Dauermagnet dient zur Erkennung von Zylinder 1+4 für die Ansteuerung der Zündspule (R9). Die Hochspannungsverteilung erfolgt ruhend (keine bewegten Bauteile).

a

Signal Positionsgeber Kurbelwelle

b

Segmente Mitnehmerscheibe/Schwungrad

c

Vorderkante Segment

d

Hinterkante Segment

e

Dauermagnet

f

Zünd-OT Zylinder 1

S07.52-3028-06

Zündsystem PMS Funktion

Aufbau

1

Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten

A13

Steuergerät PMS

B73

Positionsgeber Kurbelwelle

E83

Zündkerze (Zylinder 1)

E84

Zündkerze (Zylinder 2)

E85

Zündkerze (Zylinder 3)

E86

Zündkerze (Zylinder 4)

R9

Zündspule (Zylinder 1+4)

R39

Zündspule (Zylinder 2+3)

e

Dauermagnet

Symbol bei E83

Zündfunke (Verdichtungstakt)

Symbol bei E86

Zündfunke (Ausstoßtakt)

S07.52-3015-06

Zündsystem PMS Funktion

Funktion
Der Zündfunke springt gleichzeitig an den Zündkerzen von 2 Zylindern über, bei einem Zylinder im Verdichtungstakt, beim anderen Zylinder im Ausstoßtakt. Der im Verdichtungstakt ”überspringende” Zündfunke benötigt eine hohe Zündspannung, der im Ausstoßtakt ”überspringende” Zündfunke eine geringe Zündspannung.

a

Zündfunke im Verdichtungstakt

b

Zündfunke im Ausstoßtakt

c

Zündspannungsverlauf

A13

Steuergerät PMS

R9

Zündspule (Zylinder 1+4)

R39

Zündspule (Zylinder 2+3)

Zylinder 1

Zylinder 2

Zylinder 3

Zylinder 4

S07.52-3016-06

Zündsystem PMS Funktion

Einspritz-/Zünddiagramm

0°/2

Ansaugen

0°/4

Verdichten

0°/3

Arbeiten

0°/1

Ausstoßen

180°/2

Zündfunke (Verdichtungstakt)

180°/3

Zündfunke (Ausstoßtakt)

180°/4

Einspritzen (1. Teilmenge)

180°/1

Einspritzen (2. Teilmenge)

S07.52-3029-06

Zündspulen PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion

R9/R39

GF07.52-S-1005A

Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge PMS Funktion

GF07.52-S-4009A

Positionsgeber Kurbelwelle Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion

B73

GF15.00-S-3007A

Referenzierte Dokumente