Aufgabe
1. Zündwinkel entsprechend den Eingangssignalen bestimmen, Zündspulen ansteuern und Zündfunken auslösen
Das Steuergerät PMS (A13) wertet für die Zündwinkelbestimmung im wesentlichen folgende Signale aus:
– Saugrohrdruck
– Abgleichkupplung
– Motordrehzahl
– Ansauglufttemperatur
– Kühlmitteltemperatur
und unterbricht im Moment des Zündzeitpunktes masseseitig den Primärstromkreis der Zündspule.
Der Zündwinkel kann mit dem Hand-Held-Tester (HHT) geprüft werden.
2. Zündwinkelanpassung
2.1 Leerlauf
Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung wird der Zündwinkel automatisch nach "früh" bzw. "spät" verstellt.
2.2 Schubabschaltung
Um beim Wiedereinsetzen der Verbrennung (Ansteuern der Kraftstoff-Einspritzventile) eine sprunghafte Drehmomentzunahme zu verhindern, wird der Zündwinkel kurzzeitig nach ”spät” verstellt.
2.3 Ansaugluft-/Kühlmitteltemperatur
Um die Klopfneigung bei erhöhten Ansaugluft- und Kühlmitteltemperaturen zu verhindern, wird der Zündwinkel bei Last in Abhängigkeit der Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur nach ”spät” verstellt.
Um einen ruhigen Motorrundlauf bei tiefen Ansaugluft- und Kühlmitteltemperaturen zu erreichen, wird der Zündwinkel nach ”früh” verstellt.
Die Werte der Zündwinkelverstellung von Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur addieren sich.
2.4 Antiruckelfunktion (nur mechanisches Getriebe)
Um das Aufschaukeln/Ruckelneigung beim Schaltvorgang zu verhindern, wird nach einem Lastwechsel der Zündwinkel kurzzeitig nach ”spät” verstellt.
3.0 Überwachung Primärspannungs- und Primärstromverlauf
Um den Katalysator bei Zündungsfehlern vor thermischer Überlastung zu schützen, werden folgende Größen ständig überwacht:
– Primärstrom der Zündspulen
– Primärspannung von Klemme 1 der Zündspulen
Als Fehler wird erkannt, wenn 50 Zündungen in Folge fehlerhaft sind.
Die Fehlererkennung wird gespeichert und gruppenweise werden die entsprechenden Kraftstoff-Einspritzventile nicht mehr angesteuert.
Sind 255 aufeinander folgende Zündungen fehlerfrei, werden die Kraftstoff-Einspritzventile wieder zugeschaltet.
4.0 Mehrere Zündfunken in Folge beim Starten auslösen (Mehrfunken-Zündung)
Um die Startwilligkeit des Motors zu erhöhen, wird zum Zündzeitpunkt mehrfach nacheinander gezündet.
Aufbau
1 | Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten |
A13 | Steuergerät PMS |
B73 | Positionsgeber Kurbelwelle |
E83 | Zündkerze (Zylinder 1) |
E84 | Zündkerze (Zylinder 2) |
E85 | Zündkerze (Zylinder 3) |
E86 | Zündkerze (Zylinder 4) |
R9 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
R39 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
e | Dauermagnet |
S07.52-3014-06
Funktion
Am Signalverlauf des Positionsgebers Kurbelwelle (B73) erkennt das Steuergerät PMS (A13), welche Zündspule (Zündkreis) angesteuert werden muß. Durch den Dauermagnet (e) im Segment Mitnehmerscheibe/Schwungrad (b) wird im Positionsgeber Kurbelwelle (B73) ein zusätzlicher NegativImpuls erzeugt. Dieser dient zur Erkennung von Zylinder 2+3 für die Ansteuerung der Zündspule (R39); das Segment ohne Dauermagnet dient zur Erkennung von Zylinder 1+4 für die Ansteuerung der Zündspule (R9). Die Hochspannungsverteilung erfolgt ruhend (keine bewegten Bauteile).
a | Signal Positionsgeber Kurbelwelle |
b | Segmente Mitnehmerscheibe/Schwungrad |
c | Vorderkante Segment |
d | Hinterkante Segment |
e | Dauermagnet |
f | Zünd-OT Zylinder 1 |
S07.52-3028-06
Aufbau |
1 | Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten |
A13 | Steuergerät PMS |
B73 | Positionsgeber Kurbelwelle |
E83 | Zündkerze (Zylinder 1) |
E84 | Zündkerze (Zylinder 2) |
E85 | Zündkerze (Zylinder 3) |
E86 | Zündkerze (Zylinder 4) |
R9 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
R39 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
e | Dauermagnet |
Symbol bei E83 | Zündfunke (Verdichtungstakt) |
Symbol bei E86 | Zündfunke (Ausstoßtakt) |
S07.52-3015-06
Funktion
Der Zündfunke springt gleichzeitig an den Zündkerzen von 2 Zylindern über, bei einem Zylinder im Verdichtungstakt, beim anderen Zylinder im Ausstoßtakt. Der im Verdichtungstakt ”überspringende” Zündfunke benötigt eine hohe Zündspannung, der im Ausstoßtakt ”überspringende” Zündfunke eine geringe Zündspannung.
a | Zündfunke im Verdichtungstakt |
b | Zündfunke im Ausstoßtakt |
c | Zündspannungsverlauf |
A13 | Steuergerät PMS |
R9 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
R39 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
| Zylinder 1 |
| Zylinder 2 |
| Zylinder 3 |
| Zylinder 4 |
S07.52-3016-06
Einspritz-/Zünddiagramm |
0°/2 | Ansaugen |
0°/4 | Verdichten |
0°/3 | Arbeiten |
0°/1 | Ausstoßen |
180°/2 | Zündfunke (Verdichtungstakt) |
180°/3 | Zündfunke (Ausstoßtakt) |
180°/4 | Einspritzen (1. Teilmenge) |
180°/1 | Einspritzen (2. Teilmenge) |
S07.52-3029-06
Referenzierte Dokumente
- gf0752s1005a Zündspulen PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf0752s4009a Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge PMS Funktion
- gf1500s3007a Positionsgeber Kurbelwelle Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion