15.03.07 | Das Dokument wurde bis zu diesem Datum aktualisiert |
1. Zündwinkel entsprechend den Eingangssignale bestimmen, Zündspulen ansteuern und Zündfunken auslösen
Das Steuergerät PMS (N3/6) wertet für die Zündwinkelbestimmung im wesentlichen folgende Signale aus:
Saugrohrdruck (Drucksensor Steuergerät PMS (N3/6))
Abgleichkupplung PMS (R16/7)
Positionsgeber Kurbelwelle (L5)
Temperaturfühler Ansaugluft (B17)
Temperaturfühler Kühlmittel (B11/3)
und unterbricht im Moment des Zündzeitpunktes masseseitig den Primärstromkreis der Zündspule.
Der Zündwinkel kann zur Zeit nur mit dem Hand-Held-Tester (HHT) geprüft werden.
2. Zündwinkelanpassung
Katalysator-Aufheizung (Warmlauf)
Um den Katalysator schneller auf Betriebstemperatur zu bringen, wird der Zündwinkel für ca. 30 Sekunden kontinuierlich nach "Spät" verstellt, wenn:
Kühlmitteltemperatur beim Start >15 °C und <40 °C
Wählhebelstellung P oder N
Gleichzeitig wird die Leerlaufdrehzahl durch die Leerlaufdrehzahlregelung auf 1150100/min erhöht.
Leerlauf
Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung kann der Zündwinkel bis zu 8° KW nach "Spät" bzw. "Früh" verstellt werden.
Der Eingriff durch die Zündwinkelveränderung reagiert schneller, als durch die Verstellung der Drosselklappe (Leerlaufregelung).
Schubabschaltung
Um beim Wiedereinsetzen der Verbrennung (Ansteuern der Kraftstoff-Einspritzventile) eine sprunghafte Drehmomentzunahme zu verhindern, wird der Zündwinkel kurzzeitig nach "Spät" verstellt.
Ansaugluft-/Kühlmitteltemperatur
Um die Klopfneigung bei erhöhten Ansaug- und Kühlmitteltemperaturen zu verhindern, wird der Zündwinkel bei Last in Abhängigkeit der Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur nach "Spät" verstellt.
Zündwinkelverstellung nach "Spät" erfolgt:
Ansauglufttemperatur >35 °C
Kühlmitteltemperatur >105 °C
Die Werte der Zündwinkelverstellung nach "Spät" von Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur addieren sich.
Antiruckelfunktion (nur MG)
Um das Aufschaukeln/Ruckelneigung im 1. Gang zu verhindern, wird nach einem Lastwechsel der Zündwinkel kurzzeitig nach "Spät" verstellt.
3. Überwachung Primärspannungs- und Primärstromverlauf
Um den Katalysator bei Zündungsfehlern vor thermischer Überlastung zu schützen, werden ständig überwacht:
Primärstrom der Zündspulen
Primärspannung von Klemme 1 der Zündspulen
Bei einer Fehlererkennung werden diese gespeichert und gruppenweise die entsprechenden Kraftstoff-Einspritzventile (Y62) nicht mehr angesteuert.
Als Fehler wird erkannt, wenn 50 Zündungen in Folge nicht in Ordnung sind.
Sind 255 aufeinander folgende Zündungen in Ordnung, werden die Kraftstoff-Einspritzventile (Y62) unter folgenden Bedingungen wieder zugeschaltet:
Schiebebetrieb (Schubabschaltung)
Motordrehzahl war >2500/min
4. Mehrere Zündfunken in Folge bei Start auslösen
(Mehrfunken-Zündung)
Um die Startwilligkeit des Motors zu erhöhen, wird im Zündzeitpunkt mehrfach nacheinander gezündet.
Funktion ist aktiv:
bis maximal 10° KW nach OT
Motordrehzahl <600/min
| Zylinder 1 |
| Zylinder 2 |
| Zylinder 3 |
| Zylinder 4 |
12 | Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten |
e | Dauermagnet |
L5 | Positionsgeber Kurbelwelle |
N3/6 | Steuergerät PMS |
R4 | Zündkerze |
T1/1 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
T1/2 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
P07.52-0005-06
Am Signalverlauf des Positionsgebers Kurbelwelle (L5) erkennt das Steuergerät PMS (N3/6), welche Zündspule (Zündkreis) angesteuert werden muß. Durch den Dauermagnet (e) im Segment Mitnehmerscheibe/Schwungrad (b) wird im Positionsgeber Kurbelwelle (L5) ein zusätzlicher Negativ-Impuls erzeugt. Dieser dient zur Erkennung von Zylinder 2+3 für die Ansteuerung der Zündspule (T1/2); Segment ohne Dauermagnet für die Ansteuerung der Zündspule (T1/1) (Zylinder 1+4). Die Hochspannungsverteilung erfolgt ruhend (keine bewegten Bauteile).
a | Signal Positionsgeber Kurbelwelle |
b | Segmente Schwungrad |
c | Vorderkante Segment |
d | Hinterkante Segment |
e | Dauermagnet |
f | Zünd-OT Zylinder 1 |
P15.00-0007-06
| Zylinder 1 |
| Zylinder 2 |
| Zylinder 3 |
| Zylinder 4 |
12 | Mitnehmerscheibe/Schwungrad mit Segmenten |
e | Dauermagnet |
L5 | Positionsgeber Kurbelwelle |
N3/6 | Steuergerät PMS |
R4 | Zündkerze |
T1/1 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
T1/2 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
Zündfunke (Ausstoßtakt) | |
Zündfunke (Verdichtungstakt) |
P07.52-0008-06
Der Zündfunke springt gleichzeitig an den Zündkerzen von 2 Zylindern über, bei einem Zylinder im Verdichtungstakt, beim anderen Zylinder im Ausstoßtakt. Der im Verdichtungstakt "überspringende" Zündfunke benötigt eine hohe Zündspannung, der im Ausstoßtakt "überspringende" Zündfunke eine geringe Zündspannung.
| Zylinder 1 |
| Zylinder 2 |
| Zylinder 3 |
| Zylinder 4 |
a | Zündfunke im Verdichtungstakt |
b | Zündfunke im Ausstoßstakt |
c | Zündspannungsverlauf |
N3/6 | Steuergerät PMS |
T1/1 | Zündspule (Zylinder 1+4) |
T1/2 | Zündspule (Zylinder 2+3) |
P07.52-0009-06
Einspritz-/Zünddiagramm |
Ansaugen | |
Verdichten | |
Arbeiten | |
Ausstoßen | |
Zündfunke (Verdichtungstakt) | |
Zündfunke (Ausstoßtakt) | |
Einspritzen (1. Teilmenge) | |
Einspritzen (2. Teilmenge) |
P07.52-0010-06
Abgleichkupplung PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau | |||
Zündspulen PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion | |||
Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge PMS Funktion | |||
Kühlmitteltemperaturfühler Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion | |||
Ansauglufttemperaturfühler Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion | |||
Positionsgeber Kurbelwelle Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion |
Referenzierte Dokumente
- gf0752p1002a Abgleichkupplung PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau
- gf0752p1005a Zündspulen PMS Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf0752p4009a Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge PMS Funktion
- gf1500p3005a Kühlmitteltemperaturfühler Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf1500p3006a Ansauglufttemperaturfühler Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf1500p3007a Positionsgeber Kurbelwelle Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion