gf0710s1004c

Einspritzregelung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0103 · 2015-07-24

Gültig für: Motor 607 im Typ 415

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 415

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 607 ***

GF07.10-S-1004C

Einspritzregelung Funktion

24.7.15

Motor

607 im Typ 415

Funktionsvoraussetzung Einspritzregelung allgemein

Motor läuft

Einspritzregelung allgemein

Der Motor erhält vom Steuergerät CDI (N3/9) die jeweils benötigte Kraftstoffmenge zugeteilt.

Das Steuergerät CDI (N3/9) berechnet die Kraftstoffmenge kennfeldabhängig auf Basis der Signale folgender Sensoren:

Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5)

Ansauglufttemperatur-Sensor (B2/5b1)

Kraftstoffdruck-Sensor (B4/6)

Ladedrucksensor (B5/1)

Hallsensor Nockenwelle (B6/1)

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Drucksensor und Ladelufttemperatur-Sensor (B17)

Drucksensor vor Drosselklappe (B5/13) (mit Code MB6 (Fahrzeug schadstoffarm Euro 6 Gr. 1))

Temperatursensor vor Dieselpartikelfilter (B19/9)

Temperatursensor vor Abgasturbolader (B19/11)

Differenzdrucksensor DPF (B28/8)

Fahrpedalsensor (B37)

Kraftstoff-Temperatursensor (B50)

Hallsensor Kurbelwelle (B70)

Lambdasonde vor Katalysator (G3/2)

Einspritzregelung Funktionsablauf

Die Einspritzregelung ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Raildruckregelung

Funktionsablauf Voreinspritzung

Funktionsablauf Haupteinspritzung

Funktionsablauf Nacheinspritzung

Funktionsablauf Einspritzmengenkorrektur

Funktionsablauf Raildruckregelung

Das Steuergerät CDI (N3/9) regelt den Kraftstoffdruck durch das Mengenregelventil (Y94).

Nach dem Abstellen des Motors herrscht im Hochdruckregelkreis ein Restdruck. Der Kraftstoff-Hochdruckkreislauf darf aus Sicherheitsgründen erst nach erfolgtem Druckabbau über das Steuergerät CDI (N3/9) geöffnet werden.

Funktionsablauf Voreinspritzung

Ziel der Voreinspritzung ist es, das Verbrennungsgeräusch und die Abgasemission zu reduzieren. Dies wird dadurch erreicht, dass vor der eigentlichen Haupteinspritzung eine Voreinspritzung stattfindet und dadurch die Verbrennung weicher abläuft.

Der Ansteuerbeginn der Kraftstoffinjektoren (Y76) bei der Voreinspritzung wird vom Steuergerät CDI (N3/9) lastabhängig berechnet.

Die Voreinspritzung wird vom Steuergerät CDI (N3/9) unterdrückt, wenn einer der folgenden Zustände vorliegt:

Der Zeitpunkt der Voreinspritzung ist überschritten

Die erfasste Motordrehzahl ist zu hoch

Die angeforderte Last ist außerhalb des Kennfeldes für die Voreinspritzung

Der Motor wird abgestellt

Funktionsablauf Haupteinspritzung

Die Haupteinspritzung erfolgt im Anschluss an die Voreinspritzung und dient der Leistungs- und Drehmomenterzeugung. Die Haupteinspritzung wird durch den Ansteuerbeginn (Einspritzzeitpunkt) und die Ansteuerdauer (Einspritzdauer) gesteuert.

Die Haupteinspritzung wird vom Steuergerät CDI (N3/9) unterdrückt, wenn einer der folgenden Zustände vorliegt:

Volllasteinspritzmengenbegrenzung ist aktiv

Die Kraftstofftemperaturgrenze ist überschritten

Der Kraftstoffdruck ist zu gering

Der Motor befindet sich im Schubbetrieb

Ein externer Eingriff in die Mengenregelung liegt vor

Der Motor wird abgestellt

Funktionsablauf Nacheinspritzung

Die Nacheinspritzung dient dazu, die Abgastemperatur zu erhöhen, sowie den Umwandlungsprozess der Abgasbestandteile im Oxidationskatalysator und die Regeneration des Dieselpartikelfilters (DPF) zu unterstützen. Dazu wird der Beladungszustand des Dieselpartikelfilters (DPF) mithilfe des Differenzdrucksensors DPF (B28/8) erfasst. Durch Anhebung der Motorlast wird die Menge der Nacheinspritzung ausreichend erhöht, um die Abgastemperatur zu steigern und den Regenerationsvorgang des Dieselpartikelfilters (DPF) auszulösen. Die Rußpartikel im Abgas werden nachträglich verbrannt.

Die Nacheinspritzung wird vom Steuergerät CDI (N3/9) unterdrückt, wenn einer der folgenden Zustände vorliegt:

Die erfasste Motordrehzahl ist zu hoch

Die berechnete Nacheinspritzmenge ist zu gering

Die Haupteinspritzmenge ist zu gering

Der Kraftstoffdruck in der Rail ist zu gering

Der Motor wird abgestellt

Informationen zur Teilfunktion "Regeneration Dieselpartikelfilter" ist in der Funktionsbeschreibung "Abgasreinigung Funktion" dokumentiert.

Funktionsablauf Einspritzmengenkorrektur

Die Einspritzmengenkorrektur unterteilt sich in 2 Teilbereiche:

Nullmengenkalibrierung

Haupteinspritzmengenkorrektur

Nullmengenkalibrierung

Aufgrund der möglichen Reibung beim Öffnen und Schließen der Kraftstoffinjektoren (Y76) ergibt sich über die Laufzeit eine geänderte Einspritzmenge. Diese geänderte Einspritzmenge kann durch eine Anpassung der Ansteuerdauer (Nullmengenkalibrierung) korrigiert werden.

Während des normalen Motorbetriebs oder im Schubbetrieb wird in definierten Zeitabständen zylinderselektiv eine Piloteinspritzmenge kalibriert. Diese Ansteuerdauer entspricht einer definierten Einspritzmenge. Die Differenz zwischen der neuen und der nominalen Ansteuerdauer wird zur Einspritzmengenkorrektur genutzt.

Haupteinspritzmengenkorrektur

Bei dieser Funktion wird die Haupteinspritzmenge mithilfe der Lambdasonde vor Katalysator (G3/2) korrigiert. Dabei wird die Einspritzmenge so lange verändert, bis der im Steuergerät CDI (N3/9) hinterlegte Lambda-Sollwert erreicht wird.

Damit sich die Emissionswerte durch Toleranzen von Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5) und Kraftstoffinjektoren (Y76) nicht verschlechtern, verändert das Steuergerät CDI (N3/9) die Abgasrückführungsrate (AGR-Rate). Über die Lambdasonde vor Katalysator (G3/2) wird der Restsauerstoffgehalt überwacht.

Inhaltsverzeichnis Funktionsbeschreibung Common-Rail Diesel Injection (CDI)

GF07.16-S-0999C

Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)

GF07.16-S-9997C

Referenzierte Dokumente