gf0710p1012ora

Wärmemanagement Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0104 · 2016-03-09

Gültig für: Motor 607 im Typ 117, 156, 176, 246

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 117 · Baureihe 156 · Baureihe 176 · Baureihe 246

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 607 ***

GF07.10-P-1012ORA

Wärmemanagement Funktion

09.03.2016

Motor

607 im Typ 117, 156, 176, 246

Bei Fahrzeugen bis Modell-J. 2016 ist unabhängig von der Ausstattung nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden. Bei Fahrzeugen ab Modell-J. 2016 sind je nach Ausstattung zwei Fahrwerk-CAN-Varianten vorhanden.
Variante 1
Hat das Fahrzeug keine der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist wie bis Modell-J. 2016 nur ein Fahrwerk-CAN (CAN E)vorhanden.
Variante 2
Hat das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind zwei Fahrwerk-CANs (Fahrwerk-CAN 1, Fahrwerk-CAN 2) (CAN E1, CAN E2) vorhanden:
Code 218 (Rückfahrkamera)
Code 234 (Totwinkel-Assistent)
Code 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)
Code 475 (Reifendruckkontrolle)
Code 476 (Spurhalte-Assistent)
Code 513 (Geschwindigkeitslimit-Assistent)
Code 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)
Code 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)
Code 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)
Code 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))
Code 622 (Intelligent Light System)
Code 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)
Code 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)

Funktionsvoraussetzungen Wärmemanagement allgemein

Klemme 87M EIN (Motormanagement EIN)

Motor läuft.

Wärmemanagement allgemein

Mit dem vom Steuergerät CDI (N3/9) gesteuerten Wärmemanagement werden die Kühlmitteltemperatur, die Abgastemperatur und der Kraftstoffdruck des Motors geregelt. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

Schnelleres Erreichen der optimalen Betriebstemperatur

Reduzierung der Abgasemissionen

Kraftstoffersparnis (bis zu ca. 4 %)

Verbesserter Heizungskomfort

Die Steuerung des Wärmemanagements ist abhängig von folgenden Signalen:

Heißfilm-Luftmassensensor (B2/5), Motorlast

Ansauglufttemperatur-Sensor (B2/5b1)

Druck- und Temperatursensor Ladeluft (B4/32), Motorlast

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Differenzdrucksensor DPF (B28/8)

Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalbetätigung (wie schnell und wie weit Fahrertyp ruhig oder sportlich)

Kraftstoff-Temperatursensor (B50)

Positionssensor Kurbelwelle (L5), Motordrehzahl

Temperatursensor im Steuergerät CDI

Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Außentemperatur über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) an das Steuergerät Antriebsstrang (N127) und über Antriebsstrang-CAN (CAN T) an das Steuergerät CDI

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe (Y3/14n4) (bei Code 429 (7G-DCT)), Fahrstufe über Antriebs-CAN (CAN C), Steuergerät Antriebsstrang und über Antriebsstrang-CAN an das Steuergerät CDI

Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik (N22/7), Status Klimaanlage über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2)

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Raddrehzahl über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) zum Steuergerät Antriebsstrang und Antriebsstrang-CAN zum Steuergerät CDI

Steuergerät Zuheizer Regeneration DPF (N33/2) (mit Code 928 (Abgasnorm EU5)), Ansteuerung der Heizelemente 1 bis 4 Zuheizer Regeneration DPF (R22/1r1 bis R22/1r4) im Kühlmittelkreislauf

Wärmemanagement Funktionsablauf

Das Wärmemanagement ist in den folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Nachstartphase

Funktionsablauf Zuheizung (mit Code 928 (Abgasnorm EU5))

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Funktionsablauf Kühlerjalousie

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Funktionsablauf Nachstartphase

In der Nachstartphase wird durch die Regelung des Thermostats eine schnellere Aufwärmung des Motors und dadurch eine Reduzierung der Abgasemissionen erreicht.

Im Kühlmittelkreislauf wird ein Dehnstoffthermostat zur Regelung der Kühlmitteltemperatur verwendet. Der Thermostat nimmt drei Stellungen ein:

Stellung geschlossen; Kühlmitteltemperatur (T) < 83 °C: Kühlmittelströmung nur im Motor, die Heizung kann durchströmt werden.

Stellung Mischbetrieb: 83 °C < T < 93 °C; Thermostat öffnet, die Kühlerdurchströmung beginnt.

Stellung Kühlerbetrieb: T > 93 °C; Thermostat ist geöffnet, es erfolgt eine volle Kühlerdurchströmung.

Das Steuergerät Zuheizer Regeneration DPF (mit Code 928 (Abgasnorm EU5)) steuert die Heizelemente 1 bis 4 Zuheizer Regeneration DPF an, die sich im Kühlmittelkreislauf befinden, dadurch wird eine Motorlastanhebung durch den Generator (G2) erreicht und zusätzlich Wärme in den Kühlmittelkreislauf eingebracht.

Durch die Regelung der Kühlmitteltemperatur des Motors ergeben sich folgende Vorteile:

Schnelleres Erreichen der Betriebstemperatur

Reduzierung der Emissionen

Verbesserter Heizkomfort

Das Steuergerät Zuheizer Regeneration DPF übernimmt Aufgaben der Dieselpartikelfilter-Regeneration.

Funktionsablauf Zuheizung (mit Code 928 (Abgasnorm EU5))

Bei der Zuheizfunktion wird durch den Zuheizer Regeneration DPF (R22/1) Wärme in das Kühlmittel eingebracht, um den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.

Folgende Funktionsbedingungen müssen gleichzeitig gegeben sein:

Fahrpedalstellung vom Fahrpedalsensor liegt unter 80 % (Teillast).

Mindestens 90 % Heizleistung werden vom Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik bzw. Steuergerät CDI angefordert.

Außentemperatur liegt unter 7 °C.

Kühlmitteltemperatur vom Kühlmitteltemperatur-Sensor liegt unter 82 °C (es erfolgt eine erneute Zuschaltung bei 74 °C).

Durch das Steuergerät Zuheizer Regeneration DPF werden die Heizelemente im Kühlmittelkreislauf angesteuert. Dadurch wird eine Motorlastanhebung durch den Generator erreicht und zusätzlich Wärme in den Kühlmittelkreislauf eingebracht. Die Lastanhebung verhindert auch das Hochdrehen des Motors im Leerlauf während einer Dieselpartikelfilter-Regeneration.

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Das Steuergerät Antriebsstrang steuert den Lüftermotor (M4/7) über ein pulsweitenmoduliertes Signal an. Dabei wird die Lüftersolldrehzahl vom Steuergerät CDI vorgegeben und über den Antriebsstrang-CAN an das Steuergerät Antriebsstrang übermittelt.

Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt 10 bis 90 %.

Dabei bedeuten z. B.:

0 %: Lüftermotor "AUS"

10 %: Lüftermotor "EIN", minimale Drehzahl

90 %: Lüftermotor "EIN", maximale Drehzahl

Bei Störung in der Signalleitung (Frequenzausfall) vom Steuergerät Antriebsstrang schaltet der Lüftermotor selbstständig auf maximale Drehzahl (Lüfternotlauf).

Seinen Status überträgt der Lüftermotor als Massesignal über die Ansteuerleitung an das Steuergerät Antriebsstrang.

Das Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik überträgt auf dem Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) den Status der Klimaanlage zum Steuergerät CDI.

Lüfternachlauf

Der Lüftermotor läuft bei "Zündung AUS" bis zu 5  min nach, wenn die Kühlmitteltemperatur oder die Motoröltemperatur (Berechnung aus Temperaturmodell) vorgegebene Höchstwerte überschritten haben.

Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt beim Lüfternachlauf maximal 40  %. Fällt dabei die Batteriespannung zu sehr ab, wird der Lüfternachlauf unterdrückt.

Funktionsablauf Kühlerjalousie

Die Kühlerjalousie wird geschlossen, um den Kraftstoffverbrauch (durch einen geringeren Luftwiderstand) zu senken. Zusätzlich wird das Auskühlen des Motorraums reduziert und das Außengeräusch des Motors gedämpft.

Der Stellmotor Kühlerjalousie (M87) wird vom Steuergerät Antriebsstrang nach dem Motorstart über den Antriebs-LIN (LIN C1) angesteuert.

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Der Überhitzungsschutz schützt bei thermischer Überlastung vor Motorschäden. Bei einer Kühlmitteltemperatur über 106 °C wird entsprechend den im Steuergerät CDI abgelegten Kennfeldern die Einspritzmenge reduziert. Die Reduzierung erfolgt in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur.

Dazu liest das Steuergerät CDI die Werte des Kühlmitteltemperatur-Sensors ein.

Nach Auswertung der Eingangssignale regelt das Steuergerät CDI über das Mengenregelventil (Y94) den Kraftstoffdruck in der Rail und über die Ansteuerung der Kraftstoffinjektoren (Y76) die Einspritzdauer und vermindert die Einspritzmenge.

Bei zu hoher Motoröl- oder Kühlmitteltemperatur wird eine Warnmeldung im Multifunktions-Display (A1p13) vom Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dazu sendet das Steuergerät CDI ein entsprechendes Signal über Antriebsstrang-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und weiter Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), das Steuergerät Elektronisches Zündschloss, den Fahrwerk-CAN 2 zum Kombiinstrument.

Wärmemanagement Funktion

P20.00-2450-79

Kühlmittelkreislauf, schematisch dargestellt

1

Motorkühler

6

Heizungswärmetauscher

A

Niedertemperatur-Kreislauf

2

Abgasrückführkühler

7

Kühlmittelpumpe

B

Hochtemperatur-Kühlkreislauf

3

Motoröl - Kühlmittel Wärmetauscher

8

Drossel

C

Entlüftung Kühlmittelkreislauf

4

Kühlmittel-Ausgleichsbehälter

M13/5

Umwälzpumpe Kühlmittel (bei Code 581 (Komfort-Klimatisierungsautomatik) und Code 228 (Standheizung))

5

Thermostat

R22/1

Zuheizer Regeneration DPF (mit Code 928 (Abgasnorm EU5))

Funktionsschema Elektrik Wärmemanagement

PE07.10-P-2712-97IAB

Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)

GF07.16-P-9997ORA

Referenzierte Dokumente