gf0710p1012ogs

Wärmemanagement Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0101 · 2015-01-14

Gültig für: MOTOR 642.8 im TYP 222

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 222

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 642 8**

GF07.10-P-1012OGS

Wärmemanagement Funktion

14.1.15

MOTOR

642.8 im TYP 222

Funktionsvoraussetzungen Wärmemanagement allgemein

Klemme 87 (Motormanagement EIN)

Motor läuft

Wärmemanagement allgemein

Mit dem vom Steuergerät CDI (N3/9) gesteuerten Wärmemanagement werden die Kühlmitteltemperatur, die Abgastemperatur und der Kraftstoffdruck des Motors geregelt. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

Schnelleres Erreichen der optimalen Betriebstemperatur

Reduzierung der Abgasemissionen

Kraftstoffersparnis (bis zu ca. 4 %)

Verbesserter Heizungskomfort

Bauteilschutz bei hoher Motorlast

Die Steuerung des Wärmemanagements ist abhängig von folgenden Signalen:

Motoröltemperatur-Sensor (B1)

Heißfilm-Luftmassenmesser links (B2/6), Motorlast

Ansauglufttemperatur-Sensor links (B2/6b1)

Heißfilm-Luftmassenmesser rechts (B2/7), Motorlast

Ansauglufttemperatur-Sensor rechts (B2/7b1)

Ladedrucksensor (B5/1), Motorlast

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Temperatursensor Ladeluft (B17/8)

Temperatursensor vor Dieselpartikelfilter (B19/9)

Differenzdrucksensor DPF (B28/8)

Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalbetätigung (wie schnell und wie weit Fahrertyp ruhig oder sportlich)

Kraftstofftemperatur-Sensor (B50)

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Steuergerät SAM vorn (N10/6), Außentemperatur über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C1)

Steuergerät Klimatisierung (N22/1), Status Klimaanlage über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Raddrehzahl über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) (mit CODE 427 (7G-TRONIC)) oder (mit CODE 421 (9G-TRONIC)), Fahrstufe über Antriebs-CAN

Wärmemanagement Funktionsablauf

Das Wärmemanagement ist in den folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Nachstartphase

Funktionsablauf Kühlmittelthermostat

Funktionsablauf Heizbrennverfahren

Funktionsablauf Kraftstoffvorwärmung

Funktionsablauf Kraftstoffbehälterschutz

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Funktionsablauf Kühlerjalousie

Funktionsablauf Ladeluftkühlung

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Funktionsablauf Nachstartphase

In der Nachstartphase kann durch Abschalten der Kühlmittelpumpe mithilfe des Umschaltventils Kühlmittelpumpe (Y133) die Kühlmittelzirkulation unterbrochen werden.

Das Umschaltventil Kühlmittelpumpe wird hierbei durch eine nach Masseanschluss schaltende Endstufe im Steuergerät CDI angesteuert und steuert über Unterdruck einen Bypass in der Kühlmittelpumpe. Der Motor wird hierbei schneller aufgewärmt und die Abgasemissionen werden reduziert.

Die Kühlmittelpumpe wird beim Kaltstart für maximal 300 s abgeschaltet, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Die im Steuergerät CDI gespeicherten Grenzwerte für die Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur bei Motorstart sowie für die eingespritzte Kraftstoffgesamtmenge ab Motorstart sind noch nicht erreicht.

Vom Steuergerät Klimatisierung wird kein "Heizen" angefordert.

Motordrehzahl oder Einspritzmenge hat einen festgelegten Grenzwert nicht überschritten.

Sind die Bedingungen zur Abschaltung der Kühlmittelpumpe nicht mehr erfüllt bzw. ist die maximale Abschaltzeit von 300 s erreicht, beendet das Steuergerät CDI die Ansteuerung des Umschaltventils Kühlmittelpumpe.

Über den Belüftungsanschluss wird das Umschaltventil Kühlmittelpumpe belüftet und der Bypass in der Kühlmittelpumpe wieder geschlossen. Die Kühlmittelpumpe ist somit eingeschaltet und die Kühlmittelzirkulation ist wieder gewährleistet. Ist die Kühlmittelpumpe einmal aktiviert worden, so bleibt sie in dem gesamten Zündungszyklus aktiv.

Funktionsablauf Kühlmittelthermostat

Der Zweitellerthermostat nimmt folgende Stellungen ein:

Stellung Kurzschlussbetrieb; T < 87 °C; Kühlmittelströmung nur im Motor, die Fahrgastraumheizung kann durchströmt werden

Stellung Mischbetrieb; 87 °C < T < 102 °C; der Zweitellerthermostat öffnet, die Kühlerdurchströmung beginnt

Stellung Kühlerbetrieb; T > 102 °C; der Zweitellerthermostat ist geöffnet, volle Kühlerdurchströmung

Durch die Regelung der Kühlmitteltemperatur des Motors ergeben sich folgende Vorteile:

Schnelleres Erreichen der Betriebstemperatur

Reduzierung der Emissionen

Verbesserter Heizkomfort

Bauteilschutz bei Motorhochlast

Wärmemanagement Funktion

Schematische Darstellung

67

Kühlmittelthermostat

A

Stellung Kurzschlussbetrieb

B

Stellung Mischbetrieb

C

Stellung Kühlerbetrieb

K

Zum Kühler

M

Vom Motor

W

Zur Kühlmittelpumpe

P20.10-2196-04

Funktionsablauf Heizbrennverfahren

Beim Heizbrennverfahren wird motorseitig durch eine neue Verbrennungsstrategie mehr Wärme in das Kühlmittel eingebracht.

Folgende Funktionsbedingungen müssen gleichzeitig gegeben sein:

Fahrpedalstellung vom Fahrpedalsensor liegt unter 80 % (Teillast)

Kein Regenerationsbetrieb des Dieselpartikelfilters (DPF)

Mindestens 90 % Heizleistung werden vom Steuergerät Klimatisierung angefordert

Außentemperatur unter 7 °C (es erfolgt eine erneute Zuschaltung bei 4 °C vom Steuergerät SAM vorn)

Kühlmitteltemperatur vom Kühlmitteltemperatur-Sensor liegt unter 82 °C (es erfolgt eine erneute Zuschaltung bei 74 °C)

Während des Heizbrennverfahrens wird durch 2 Voreinspritzungen durch die Kraftstoffinjektoren (Y76) mit deutlich erhöhter Kraftstoffmenge und einer späten Haupteinspritzung eine erhöhte Abgastemperatur erzeugt. In Kombination mit der Abgasrückführung (AGR) wird dabei motorintern mehr Wärme an das Kühlmittel abgegeben, was zum schnelleren Erreichen der optimalen Betriebstemperatur und einer verbesserten Erwärmung des Fahrzeuginnenraums führt. Dazu wird das Abgasrückführstellglied (Y27/9) vom Steuergerät CDI angesteuert.

Das Steuergerät CDI regelt, stabilisiert und erhöht die Leerlaufdrehzahl in Abhängigkeit von Betriebsbedingungen und Motorbelastungen, wenn das Fahrpedal nicht betätigt ist.

Funktionsablauf Kraftstoffvorwärmung

Die Kraftstoffvorwärmung wird erzielt durch folgende Regelstrategien:

Druckregelventil (Y74)- Regelung

2-Regler-Konzept-Regelung

Mengenregelventil (Y94)- Regelung

Druckregelventil-Regelung

Der Kraftstoffdruck wird durch das Druckregelventil beim Startvorgang und zur Kraftstoffaufwärmung geregelt. Das Mengenregelventil ist gesteuert geöffnet.

Die Druckregelventil-Regelung erfolgt unter einer der folgenden Bedingungen:

Bis zu 30 s nach dem Motorstart im Leerlauf

Bis zu einer Kraftstofftemperatur von 20 °C

Durch die Druckregelventil-Regelung wird der kalte Kraftstoff schnell erwärmt, indem der Kraftstoff mit hohem Druck durch einen geringen Spalt im Druckregelventil strömt.

2-Regler-Konzept-Regelung

Der Kraftstoffdruck wird im Leerlauf und im Schubbetrieb durch das Druckregelventil und das Mengenregelventil gemeinsam geregelt.

Mengenregelventil-Regelung

Die Regelung des Kraftstoffdrucks über das Mengenregelventil erfolgt ab 30 s nach dem Motorstart und ab einer Kraftstofftemperatur von 20 °C.

Bei der 2-Regler-Konzept-Regelung und bei der Mengenregelventil-Regelung wird der Kraftstoff weniger stark erwärmt als bei der Druckregelventil-Regelung.

Funktionsablauf Kraftstoffbehälterschutz

Durch Erhöhung des Kraftstoffdrucks über die Hochdruckpumpe von 4,5 bar auf bis zu 1800 bar erhöht sich auch die Temperatur des Kraftstoffs.

Um den Kraftstoffbehälter vor Überhitzung zu schützen, liest das Steuergerät CDI die Werte des Kraftstofftemperatur-Sensors ein und überwacht dadurch die Temperatur des zur Hochdruckpumpe geförderten Kraftstoffs. Steigt die Temperatur des zur Hochdruckpumpe geförderten Kraftstoffs auf über 90 °C, reduziert das Steuergerät CDI die Einspritzmenge und den Kraftstoffdruck durch das Druckregelventil

Dadurch wird weniger Kraftstoff komprimiert.

Das Steuergerät CDI steuert über das Mengenregelventil den überflüssigen Kraftstoff in den Kraftstoffbehälter zurück.

Sinkt die Temperatur des zur Hochdruckpumpe geförderten Kraftstoffs unter 90 °C, wird die Schutzfunktion durch das Steuergerät CDI deaktiviert.

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Das Steuergerät Antriebsstrang (N127) steuert den Lüftermotor (M4/7) an. Dabei wird die Lüfterdrehzahl stufenlos über den Antriebsstrang-LIN (LIN C3) vom Steuergerät Antriebsstrang vorgegeben.

Bei Störung in der Signalleitung (Frequenzausfall) vom Steuergerät Antriebsstrang schaltet der Lüftermotor selbstständig auf maximale Drehzahl (Lüfternotlauf).

Das Steuergerät Klimatisierung überträgt auf dem Innenraum-CAN und Fahrwerk-FlexRay den Status der Klimaanlage zum Steuergerät Antriebsstrang inklusive einer Lüfteranforderung. Empfängt das Steuergerät Antriebsstrang keine gültige Lüfteranforderung vom Steuergerät Klimatisierung, wird der Lüftermotor mit maximaler Drehzahl angesteuert.

Lüfternachlauf

Der Lüftermotor läuft bei "Zündung AUS" bis zu 5 min nach, wenn die Kühlmitteltemperatur, die Temperatur des Steuergeräts CDI oder ein aus Motorlast, Kühlmitteltemperatur, Fahrzeuggeschwindigkeit und Außentemperatur berechnetes Wärmeeintragsintegral (gemittelt über die letzten 6 min) vorgegebene Schwellwerte überschritten haben.

Fällt dabei die Batteriespannung zu sehr ab, wird der Lüfternachlauf unterdrückt.

Der Lüfternachlauf wird durch "Zündung EIN" nicht abgebrochen. Beim Starten des Motors im Lüfternachlauf wird die Lüfterregelung des Normalbetriebs so lange unterdrückt, bis der Lüfternachlauf abgeschlossen ist.

Funktionsablauf Kühlerjalousie

Die Kühlerjalousie wird geschlossen, um den Kraftstoffverbrauch (durch einen geringeren Luftwiderstand) zu senken. Zusätzlich wird das Auskühlen des Motorraums reduziert und das Außengeräusch des Motors gedämpft. Der Stellmotor Kühlerjalousie (M87) wird vom Steuergerät Antriebsstrang nach dem Motorstart über den Antriebsstrang-LIN angesteuert. Damit wird die Kühlerjalousie über ein Gestänge geschlossen. Beim Erreichen einer Kühlmitteltemperatur von 106 °C wird die Kühlerjalousie geöffnet und bei 94 °C wieder geschlossen.

Weitere Öffnungsbedingungen sind:

Anforderung für Lüfternachlauf

Anforderung zur Grundbelüftung der Klimaanlage

Ladelufttemperatur über Schwellwert

Anforderung zur Absenkung der Kühlmitteltemperatur zum Bauteilschutz

Funktionsablauf Ladeluftkühlung

Der wassergekühlte Ladeluftkühler ist an den Niedertemperatur-Kreislauf mit dem Niedertemperaturkühler und der Umwälzpumpe 1 Niedertemperatur-Kreislauf (M43/6) angeschlossen.

Wenn die Ladelufttemperatur > 35 °C beträgt, wird vom Steuergerät CDI die Umwälzpumpe 1 Niedertemperatur-Kreislauf über Motor-CAN (CAN C), Steuergerät Antriebsstrang und über Antriebsstrang-LIN angesteuert.

Sinkt die Ladelufttemperatur unter 25 °C ab, wird die Umwälzpumpe 1 Niedertemperatur-Kreislauf wieder abgeschaltet.

Die Ladelufttemperatur wird im Ladeluftverteiler vom Temperatursensor Ladeluft erfasst und dem Steuergerät CDI mit einem Spannungssignal mitgeteilt.

Den Verschlussdeckel am Niedertemperatur-Kreislauf nur bei erhöhter Ladelufttemperatur (Leistungsmangel) oder bei kaltem Motor öffnen. Das Kühlmittel muss bis an den Verschlussdeckel reichen.

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Der Überhitzungsschutz schützt bei thermischer Überlastung vor Motorschäden. Bei einer Kühlmitteltemperatur über 106 °C wird entsprechend den im Steuergerät CDI abgelegten Kennfeldern die Einspritzmenge reduziert. Die Reduzierung erfolgt in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur und der Öltemperatur. Dazu liest das Steuergerät CDI die Signale des Kühlmitteltemperatur-Sensors, des Motoröltemperatur-Sensors und des Temperatursensors vor Abgasturbolader (B19/11) (Abgasturboladerschutz) ein.

Nach Auswertung der Eingangssignale regelt das Steuergerät CDI über das Mengenregelventil und das Druckregelventil den Kraftstoffdruck in den Rails und über die Ansteuerung der Kraftstoffinjektoren die Einspritzdauer.

Bei zu hoher Motoröl- oder Kühlmitteltemperatur wird eine Warnmeldung im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dazu sendet das Steuergerät CDI ein entsprechendes Signal über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) zum Kombiinstrument.

Funktionsschema Elektrik Wärmemanagement

PE07.10-P-2712-97SEB

Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)

GF07.16-P-9997OGS

Referenzierte Dokumente