Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm |
a | Start |
b | Abregelbeginn Nachstartanreicherung |
c | Beginn Warmlaufanreicherung |
t | Zeit |
t1 | Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s) |
t2 | Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur) |
t3 | Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur) |
A | Anreicherungsrate |
P07.61-2691-01
Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein
Klemme 87M (Motormanagement EIN)
Motor läuft
Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein
Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert.
Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:
Funktionsablauf Startanreicherung
Funktionsablauf Nachstartanreicherung
Funktionsablauf Warmlaufanreicherung
Funktionsablauf Startanreicherung
Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.
Die Berechnung der Einspritzdauer für die Startanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Signale:
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur
Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
Spannung Bordnetzbatterie (G1) über "Klemme 30"
Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), "Klemme 50-Signal" über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1)
Abstellzeit des Motors
Das Steuergerät ME verlängert beim Erhalten des "Klemme 50-Signals" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über den Fahrwerk-CAN 1 die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76).
Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird.
Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.
Die Einspritzdauer ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzdauer.
Unter ca. 7 V Batteriespannung ist kein Motorstart möglich.
Funktionsablauf Nachstartanreicherung
Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft.
Der an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.
Die Berechnung der Einspritzdauer für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:
Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur beim Start
Verbrennungszyklen nach Start
Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4), Fahrstufe über Antriebs-CAN (CAN C)
Korrekturprogrammierung mit XENTRY Diagnostics
Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt.
Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.
Funktionsablauf Warmlaufanreicherung
Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Der an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen.
Die Berechnung der Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Signale:
Hallsensoren Einlassnockenwelle links und rechts (B6/4, B6/5), Einlass-Nockenwellenstellungen
Hallsensoren Auslassnockenwelle links und rechts (B6/6, B6/7), Auslass-Nockenwellenstellungen
Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur
Ansaugluft-Temperatursensor (B17), Ansauglufttemperatur
Ansauglufttemperatur-Sensor Saugrohr (B17/1), Ansauglufttemperatur
Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast
Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl
Korrekturprogrammierung mit XENTRY Diagnostics
Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.
Die Zündwinkel der Zündspulen (T1) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.
Die Stellmagnete Einlassnockenwelle links und rechts (Y49/4, Y49/5) und die Stellmagnete Auslassnockenwelle links und rechts (Y49/6, Y49/7) bestimmen durch die Ventilüberschneidung die Abgasrückführrate. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.
Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig.
Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend.
Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mng Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung