Zündsystem allgemein
Jeder Zylinder verfügt über eine direkt gesteckte Zündspule. Das Steuergerät ME liest für das Zündsystem die folgenden Signale ein:
Klopfsignal
Klopfsensor 1 (A16/1)
Klopfsensor 2 (A16/2)
Einlassnockenwellen-Stellung
Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15)
Auslassnockenwellen-Stellung
Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16)
Kühlmitteltemperatur
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)
Motorlast
Druck- und Temperatursensor nach Abgasturbolader (B28/17)
Motordrehzahl und Kurbelwellenstellung
Hallsensor Kurbelwelle (B70)
Zusätzlich werden die Anforderungen der Funktion Drehmomentkoordination berücksichtigt.
Bei folgenden Teilfunktionen erfolgt eine Zündwinkelanpassung in Richtung "spät" oder "früh":
Leerlaufdrehzahlregelung
Schubabschaltung
Getriebeüberlastschutz
Klopfregelung
Drehmomentkoordination
Das Steuergerät ME gibt über die Ansteuerleitung (Klemme 4) das Signal für die Schließzeit des jeweiligen Betriebspunkts an folgende Bauteile:
Zündspule Zylinder 1 (T1/1)
Zündspule Zylinder 2 (T1/2)
Zündspule Zylinder 3 (T1/3)
Zündspule Zylinder 4 (T1/4)
Zündspule Zylinder 5 (T1/5)
Zündspule Zylinder 6 (T1/6)
Die jeweilige Zündspule unterbricht nach Ablauf der Schließzeit den Primärstromkreis. Von der Zündspule gelangt die Zündspannung zu der Zündkerze und verursacht den Funkenüberschlag im Luftspalt zwischen der Mittel- und der Masseelektrode.
Die Zündwinkelbestimmung erfolgt kennfeldabhängig entsprechend den Eingangssignalen vom Steuergerät ME.
Betriebsart der Zündspule
Einzelfunkenzündung
Die Zündspule wird in der Regel bei betriebswarmem Motor einmal pro Zündvorgang geladen und ein Zündfunke wird erzeugt. Um das Gemisch auch im Kaltstart sicher zu entzünden, werden Zündspulen mit hohen Energien verwendet, die eine lange Funkenbrenndauer ermöglichen.
Es gibt auch die Möglichkeit, mehrere Funken pro Zündvorgang zu verwenden statt nur einem. Diese Betriebsart wird Mehrfunkenzündung genannt.
Mehrfunkenzündung
Im Gegensatz zur Einzelfunkenzündung werden bei der Mehrfunkenzündung mehrere Funken benutzt. Dabei werden nicht mehrere Einzelfunken hintereinander erzeugt, sondern die Zündspule wird zwischenzeitlich nachgeladen, um wieder genug Energie für die Funken bereitzustellen. Eine Mehrfunkenzündung beginnt wie eine Einzelfunkenzündung. Die Zündspule wird anfänglich bis zu einem gewünschten Zielprimärstrom aufgeladen. Zum Zündzeitpunkt wird der Ladestrom unterbrochen, wodurch der Zündfunke entsteht. Die Zündspule wird im Mehrfunkenzündungsbetrieb aber nicht vollständig entladen.
Der fließende Sekundärstrom, der direkt vom Ladezustand der Zündspule abhängt, wird in der Zündspule gemessen. Fällt er unter die Sekundärstromschwelle, schaltet die Spulenelektronik die Leistungsendstufe wieder leitend, wodurch der Ladestrom wieder fließt.
Die Höhe des fließenden Primärstroms wird ebenfalls überwacht. Wird die Primärstromschwelle erreicht, schließt die Leistungsendstufe den Primärstromkreis und es kommt wieder zur Hochspannungserzeugung. Dadurch wird ein weiterer Funke erzeugt. Nach gleichem Schema werden auch die folgenden Funken erzeugt.
Diagnose:
Die Zündwinkel können nur mit dem Diagnosetester geprüft werden.
Idealer Primär- und Sekundärstromverlauf einer Mehrfunkenzündung |
A | Schließzeit |
B | Funkendauer |
C | Nachladeschwelle |
D | Entladeschwelle |
E | Zündzeitpunkt |
V | Versorgungsspannung |
i1 | Primärstrom |
i2 | Sekundärstrom |
P15.10-2401-76
Zündfolge |
1 | Zylinder 1 |
2 | Zylinder 2 |
3 | Zylinder 3 |
4 | Zylinder 4 |
5 | Zylinder 5 |
6 | Zylinder 6 |
Pfeil | Fahrtrichtung |
P01.00-3677-01
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mrt Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung