GF07.10-D-1020HD | On-Board-Diagnose Funktion | 22.6.11 |
MOTOR 651.955 /956 /957 im TYP 906
MOTOR 651.940 im TYP 639.6 /70
mit CODE (XZ1) Modellgeneration 1
mit CODE (MZ0) BlueEFFICIENCY
Funktionsvoraussetzung
Kl. 87M EIN
Allgemein
Die On-Board-Diagnose (OBD), mit entsprechenden Anpassungen für den europäischen Markt, ist im Steuergerät CDI (N3/28) integriert und überwacht ständig alle abgasrelevanten Komponenten und Systeme des Fahrzeugs.
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Die OBD hat folgende Aufgaben:
– Abgasrelevante Bauteile und Systeme während der Fahrt überwachen
– Fehlfunktionen feststellen und speichern
– Fehlfunktionen durch die Kontrollleuchte EOBD (A1e17) anzeigen
– Ermittelte Fehler über eine einheitliche Schnittstelle (Diagnosesteckdose 16-polig (X11)) an ein Diagnosegerät (z. B. Diagnose-Assistenz-System (DAS)) übertragen
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Durch die OBD werden folgende Ziele verfolgt:
– Dauerhaft niedrige Abgasemissionen gewährleisten
– Gefährdete Bauteile (wie z. B. Katalysatoren) vor Fehlzündungen schützen
Folgende Bauteile und Systeme werden unter anderem überwacht:
– Ansaugluftpfad
– Kraftstoffsystem
– Glühanlage
– Abgasrückführung (AGR)
– Laufruheregelung
– Lambdasonde (B85/2), Signal und Heizung
– Dieselpartikelfilter (DPF)
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Funktionsablauf
Die OBD wird in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Fehlererkennung
Funktionsablauf Prüfverfahren
Funktionsablauf Zyklische Überwachung
Funktionsablauf Kontinuierliche Überwachung
Funktionsablauf Bereitschaftscode (Readiness-Code)
Funktionsablauf Fehlerspeicherung
Funktionsablauf Vermeidung von Folgefehlern
Funktionsablauf Speicherung der Fehlerumgebungsdaten
Funktionsablauf Fehleranzeige
Funktionsablauf Fehlerspeicher auslesen
Funktionsablauf Fehlerlöschung
Funktionsablauf Fehlererkennung
Das Steuergerät CDI überprüft sich selbst und seine Ein- und Ausgangssignale auf Plausibilität und erkennt mögliche Störungen.
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Die Störungen und deren Speicherung werden wie folgt unterschieden:
– Permanente Störung (ständig vorhanden)
– Sporadische Störung (z. B. Wackelkontakt, der während einer Fahrt aufgetreten ist)
Folgende Störungen werden in Häufigkeit und Dauer erkannt:
– Signale über oder unter Grenzwert (z. B. Kurzschluss, Leitungsunterbrechung, defekter Sensor)
– Unlogische Kombination verschiedener Signale
– Regelkreis an der unteren oder oberen Grenze des Regelungsintervalls
– Störungen in den Wirkungsketten (fehlerhafte Prüfabläufe, z. B. bei der Laufruheregelung)
– Störungsmeldungen über die Control Area Network (CAN)-Datenbusse
Funktionsablauf Prüfverfahren
Beim Prüfverfahren wird unterschieden in Komponentenprüfung und Wirkungskettenprüfung.
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Komponentenprüfung
Die Komponentenprüfung ist die direkte Prüfung eines Bauteils. Sie umfasst:
– Überwachung der Spannungsversorgung und Stromkreise
– Abgleich der Sensorsignale mit anderen Sensorsignalen und gespeicherten Vergleichswerten
Dabei kann es folgende 3 Testergebnisse geben:
– Signal vorhanden (Prüfung bestanden)
– Signal nicht vorhanden (Störung)
– Signal vorhanden, aber unplausibel (Störung)
Wirkungskettenprüfung
Die Wirkungskettenprüfung ist die indirekte Prüfung der Auswirkung einer gesteuerten Veränderung. Dabei werden einzelne Bauteile und Systeme überprüft, die nicht über eine Komponentenprüfung geprüft werden können.
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Die Wirkungskette ist ein gesteuerter Ablauf von Ursache und Wirkung. Das Steuergerät CDI steuert ein oder mehrere Bauteile an (Ursache) und wertet die daraus resultierenden Sensorsignale aus (Wirkung). Dabei vergleicht das Steuergerät CDI die Sensorsignale mit gespeicherten Vergleichswerten und erkennt so die störungsfreie oder nicht störungsfreie Funktion von Bauteilen und Systemen.
Über Wirkungskettenprüfungen werden überwacht:
– Laufruheregelung
– AGR
– Heizung der Lambdasonden
Funktionsablauf Zyklische Überwachung
Zyklische Überwachung erfolgt bei Komponenten und Systemen, die nicht ständig aktiv sind. Die Regenerierung erfolgt z. B. nur bei Fahrbetrieb im Teillastbereich und kann damit auch nur in dieser Betriebsphase überwacht werden.
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Folgende Komponenten und Systeme werden zyklisch überwacht:
– Kraftstoffsystem
– AGR
– Laufruheregelung
– Lambdasonde
– Lambdasondenheizung
Funktionsablauf Kontinuierliche Überwachung
Kontinuierliche Überwachung bedeutet eine ständige Überwachung von "Kl. 15 EIN" bis "Kl. 15 AUS".
Folgende Komponenten und Systeme werden kontinuierlich überwacht:
– Ansaugluftpfad
– Glühanlage
– DPF
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Funktionsablauf Bereitschaftscode (Readiness-Code)
Um beim Auslesen des Fehlerspeichers eine Aussage über die Störungsfreiheit zyklisch überwachter Komponenten und Systeme treffen zu können, muss für diese eine Prüfbereitschaft bestehen.
Die Prüfbereitschaft einer Komponente bzw. eines Systems wird durch den Readiness-Code dargestellt. Durch den Readiness-Code wird erkannt, ob Prüfungen zur Störungserkennung mindestens einmal abgelaufen sind und somit die Komponente bzw. das System aktiv ist. Die Prüfbereitschaft wird mindestens einmal pro Fahrzyklus ermittelt und bei gegebener Prüfbereitschaft der Readiness-Code gesetzt. Um den Readiness-Code zu setzen, reicht es, wenn das Fahrzeug mindestens einmal alle zu einem System gehörenden Komponenten überprüft hat.
Das Prüfungsergebnis zum Setzen des Readiness-Codes ist unbedeutend. Das heißt, er wird auch gesetzt, wenn eine Störung des Systems oder einer Komponente festgestellt wird.
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Der Readiness-Code wird für folgende Komponenten und Systeme gesetzt, wenn deren Prüfung erfolgt ist:
– Kraftstoffsystem
– Abgasrückführung
– Laufruheregelung
– Lambdasonde
Ist die Prüfbereitschaft einzelner Systeme oder Komponenten nicht gegeben, kann diese mit dem Diagnosegerät hergestellt werden. Dazu wird der Wirkungskettenablauf über einen Menüpunkt der Diagnosesoftware manuell gestartet.
Beim Löschen der Fehlercodes werden alle Readiness-Codes automatisch zurückgesetzt.
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Funktionsablauf Fehlerspeicherung
Abgasrelevante Störungen aus dem aktuellen und dem vorangegangenen Fahrzyklus, die gerade ermittelt werden, werden bis zu ihrer Bestätigung (Auftreten in 2 Fahrzyklen hintereinander) in Form eines Fehlercodes in der OBD zwischengespeichert.
Tritt eine festgestellte Störung in 2 Fahrzyklen hintereinander auf, wird der Fehlercode nach Beenden des 2. Fahrzyklus im Fehlerspeicher des Steuergeräts CDI gespeichert.
Ein Fahrzyklus besteht aus Motorstart, Fahrzeugfahrt und Motorabstellen, wobei ein Anstieg der Kühlmitteltemperatur um mindestens 22 °C auf mindestens 70 °C erfolgen muss.
Funktionsablauf Vermeidung von Folgefehlern
Ist ein fehlerhaftes Signal erkannt und gespeichert, werden sämtliche Prüfungen abgebrochen, bei denen dieses Signal als Vergleichsgröße benötigt wird (so genannte Querverriegelung). Damit wird das Speichern von Folgefehlern verhindert.
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Funktionsablauf Speicherung der Fehlerumgebungsdaten
Zusätzlich zur aufgetretenen Störung werden die Betriebsparameter bzw. -bedingungen, die so genannten Fehlerumgebungsdaten, gespeichert.
Tritt die Störung ein 2. Mal auf, werden auch diese Fehlerumgebungsdaten gespeichert. Tritt die Störung weiterhin auf, werden die zuletzt gespeicherten Fehlerumgebungsdaten aktualisiert. Es können also die Fehlerumgebungsdaten vom ersten und letzten Auftreten einer Störung ausgelesen werden.
Folgende Fehlerumgebungsdaten sind z. B.:
– Fahrzeuggeschwindigkeit
– Motordrehzahl
– Kühlmitteltemperatur
– Ansauglufttemperatur
– Ladelufttemperatur
– Ladeluftdruck
– Versorgungsspannung
– Motorlastzustand
– Adaptionswert der Einspritzregelung
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Funktionsablauf Fehleranzeige
Die Kontrollleuchte EOBD im Kombiinstrument (A1) wird vom Steuergerät CDI über den Innenraum-CAN (CAN B) angesteuert.
Tritt eine Störung in 2 Fahrzyklen hintereinander auf, leuchtet die Kontrollleuchte EOBD auf.
Bei katalysatorschädigenden Zündaussetzern blinkt die Kontrollleuchte EOBD so lange, wie die Zündaussetzer auftreten, und leuchtet danach permanent im gesamten (restlichen) Fahrzyklus.
Die Fehleranzeige über die Kontrollleuchte EOBD erlischt selbstständig nach 3 aufeinander folgenden störungsfreien Fahrzyklen.
Funktionsablauf Fehlerspeicher auslesen
Abgespeicherte Fehlercodes und deren Fehlerumgebungsdaten sowie die Readiness-Codes können mit einem handelsüblichen Diagnosegerät oder dem DAS bei "Kl. 15 EIN" oder bei "Kl. 61 EIN" über die Diagnosesteckdose 16-polig ausgelesen werden.
Funktionsablauf Fehlerlöschung
Gespeicherte Störungen werden erst nach 40 aufeinander folgenden störungsfreien Fahrzyklen selbstständig aus dem Fehlerspeicher gelöscht. Sie können aber auch nach einer Reparatur mit einem handelsüblichen Diagnosegerät oder dem DAS gelöscht werden.
Referenzierte Dokumente
- gf0716d6000hd Steuergerät CDI Bauteilbeschreibung