gf0100p9900a

Verbrennungsmotor Mechanik Grundfunktion

Typ gf · Thema 01.00 · Version 0101 · 2020-03-06

Gültig für: Motor alle (PKW)

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 01 Motor vollständig, Motorentlüftung, Zylinderkopf, Zylinderkurbelgehäuse › 01.00 Allgemeines — Baureihe 900 (Baumuster 9**) · Baureihe 902 (Baumuster 9**) · Baureihe 904 (Baumuster 918, 919, 924, 925, 938, 943, 957) · Baureihe 906 (Baumuster 917, 918, 924, 953)

EinPAS 15 Motor › 15.15 Verbrennungsmotor komplett/Motorgehäuse/Kurbeltrieb › 15.15.1 Grundinformation — Baureihe 900 (Baumuster 9**) · Baureihe 902 (Baumuster 9**) · Baureihe 904 (Baumuster 918, 919, 924, 925, 938, 943, 957) · Baureihe 906 (Baumuster 917, 918, 924, 953)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 139 ***, 254 ***, 256 ***, 272 ***, 276 ***, 282 ***, 457 9**, 541 9**, 542 9**, 608 ***, 700 4**, 700 420, 700 421, 700 422, 700 423, 715 3**, 715 5**, 722 6**, 722 9**, 724 ***, 724 0**, 724 033, 724 044, 724 045, 724 1**, 724 103, 724 114, 724 115, 724 120, 725 ***, 725 0**, 725 035, 725 037, 725 038, 725 085, 725 1**, 739 390, 739 391, 739 395, 739 396, 739 397, 739 398, 739 399, 740 698, 743 3**, 743 4**, 743 498, 746 971, 924 9**, 924 910, 925 9**, 926 9**

GF01.00-P-9900A

Verbrennungsmotor Mechanik Grundfunktion

06.03.2020

Motor

alle (PKW)

Übersicht

Dieses Dokument enthält Informationen zu:

Allgemeines

Funktion

Allgemeines

Der Verbrennungsmotor als Hubkolbenmotor zeichnet sich durch eine Arbeitsweise mit oszillierender Kolbenbewegung und innerer, zyklischer Verbrennung aus. Durch das mechanische Zusammenwirken verschiedener Baugruppen verdichtet der Hubkolbenmotor das Kraftstoff-Luft-Gemisch und gibt den Verbrennungsdruck als Drehmoment an die Kurbelwelle weiter.

Verbrennungsmotor Mechanik Grundfunktion

Beispielhafte Darstellung Kurbeltrieb M139

1

Kurbelgehäuse

2

Ölwanne

3

Ölwannenunterteil

4

Steuergehäuse

5

Ausgleichswelle

6

Zwischenrad

7

Kurbelwelle

8

Pleuel

9

Kolben

10.1

Ölabstreifring

10.2

Minutenringring

10.3

Kompressionsring

A

Zylinderlauffläche (NANOSLIDE®-Beschichtung)

P01.00-A042-76

Funktion

Kurbelgehäuse

Die Kurbelgehäuse der aktuellen Mercedes Diesel- und Benzinmotoren sind aus Aluminium hergestellt. Die Zylinderlaufflächen sind durch das Verfahren der NANOSLIDE®-Beschichtung bei vielen Motorbaumustern direkt auf die Innenflächen des Kurbelgehäuses aufgetragen. Bei den Motorbaumustern M260 und M264 sowie bei M270, M274 und M278 sind Zylinderlaufbuchsen aus Grauguss verbaut.

Als zentrales Bauteil des Motorgehäuses, das sich in der Regel aus den Komponenten Kurbelgehäuse, Ölwanne und Steuergehäuse zusammensetzt, erfüllt das Kurbelgehäuse wichtige Aufgaben. Beispielsweise die Aufnahme wechselwirkender Kräfte aus Verbrennungsprozessen und oszillierenden Kolbenbewegungen sowie von hohen thermischen Beanspruchungen. Mechanisch ist das Kurbelgehäuse Träger vieler Motorkomponenten an den Außenwandungen, im Innenbereich u. a. Aufnahme des gesamten Kurbeltriebs. Wesentliche Komponenten des Kurbeltriebs sind:

Ausgleichswelle mit Lageschalen

Zwischenräder

Kurbelwelle mit oberen und unteren Lageschalen

Pleuel mit Lagerschalen

Kolbenbolzen

Kolben

Kolbenringe

Die tribologische Auslegungen der Zylinderlaufflächen und des gesamten Kurbeltriebs sind elementar für die Reduzierung von Reibungsverlusten und für die Robustheit des Motors. Der direkt auf den Kolben wirkende Verbrennungsdruck erzeugt eine Linearbewegung. Die daraus resultierende Kraft wirkt über die Pleuel auf die Kurbelwelle, sodass ein Drehmoment entsteht.

Die Kolben sind mit ihren Kolbenringen hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt. Die Geometrie und die Oberflächenbeschaffenheit der Kolben haben wesentlichen Einfluss auf die Gemischbildung und die Verbrennung. Er ist zudem für die Wärmeabfuhr aus dem Brennraum an das Öl und Kühlmittel verantwortlich. Die Kolbenringe sind hinsichtlich ihrer Funktionen in unterschiedlichen Geometrien ausgeführt. Der unterste Ring, der Ölabstreifring, streift Motoröl von der Zylinderlauffläche ab und dosiert dabei den Ölfilm, auf dem die oberen Kolbenringe während des Hubs gleiten. Der Minutenring, in der der mittleren Kolbennut angeordnet, steuert den Ölfilm, sowohl für hinreichend gute tribologische Bedingungen, als auch in seiner Schichtdicke. Diese muss sehr dünn sein, damit der Ölverlust durch Abdampfen gering ist. Zudem dichtet der Minutenring gegen Verbrennungsgase ab und beeinflusst durch Wechselwirkung mit der Bewegung des untersten Rings das Blowby-Verhalten des Motors. Der Rechteckring bzw. der Kompressionsring dichtet den Brennraum zum Kurbelgehäuse ab und leitet die Verbrennungswärme zur gekühlten Zylinderlauffläche hin ab. Durch die mechanisch Vorspannung dieses Kolbenrings ist die Abdichtung beim Motorstart sichergestellt und das Ringflattern bei hohen Motordrehzahlen vermieden.

Der Kurbeltrieb ist im Kurbelgehäuse untergebracht. Das Kurbelgehäuse hat im Wesentlichen folgende Aufgaben:

Lagerung der Kurbelwelle und der Ausgleichswelle

Lagerung bei verbauter Ausgleichswelle

Kraft übertragende Verbindung zwischen Zylinderkopf und Antriebsstrang

Aufnahme der Zylinderlaufflächen bzw. der Zylinderlaufbuchsen

Integrierte Kanalstrukturen zur Kühlung, Schmierung, Entlüftung

Aufnahme der Nebenaggregate

Das Kurbelgehäuse hat weitere Befestigungsstellen für Anbaukomponenten und bildet einen öl- und wasserdichten Triebwerks- und Kühlmittelraum.

Verbrennungsmotor Mechanik Grundfunktion

Ventiltrieb
Der Ventiltrieb legt den Zeitpunkt und die Dauer des Ansaugens der Frischluft und den Zeitpunkt und die Dauer des Ausstoßens der verbrannten Gase fest. Der Ventiltrieb und die dazugehörigen Komponenten sind Hauptbestandteile des Zylinderkopfs.
Der Ventiltrieb beschreibt den Ladungswechsel eines Verbrennungsmotors. Der Zylinderkopf hat folgende Aufgaben:

Aufnahme der Zylinderdruckkräfte

Kühlung brennraumnaher Bereiche

Schmierung des Ventiltriebs

Abschluss des Brennraums nach oben hin

Aufnahme der Zündkerzen bzw. EinspritzdüsenDer Ventiltrieb setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Komponenten zusammen:

Ein- und Auslassventile

Ventilfedern

Schlepphebel

Ein- und Auslassnockenwelle

Zylinderkopf

Steuerkette (oder Zahnriemen)Die Steuerung der Nockenwelle und der Ein- bzw. Auslassventile erfolgt über die Steuerkette durch die Kurbelwelle. Die Nocken der Nockenwelle öffnen über Übertragungsorgane, z. B. Schlepphebel, gegen die Federkraft der Ventilfedern die Ein- und Auslassventile. Die Federkraft der Ventilfedern schließt die Ventile wieder. Ein Arbeitsspiel erstreckt sich über vier Takte, also zwei Kurbelwellenumdrehungen. Das Öffnen und Schließen der Ventile erfolgt dabei nur jeweils einmal, mit nur einer Umdrehung der Nockenwelle. Die Nockenwelle läuft mit der halben Motordrehzahl der Kurbelwelle.
Das Drehzahlverhältnis zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle beträgt 2 : 1.
Riementrieb
Der Riementrieb hat die Aufgabe die Drehbewegung der Kurbelwelle auf Nebenaggregate, wie z. B. den Generator, die Wasserpumpe und Kältemittelkompressor zu übertragen und diese anzutreiben.
Der Riementrieb umfasst im Wesentlichen folgende Komponenten:

Keilrippenriemen

Riemenspanner

UmlenkrollenMotorschmierung
Die Motorschmierung dient dazu, alle zu schmierenden und zu kühlenden Stellen im Motor, wie z. B. Kolben, Lagerschalen, Schlepphebel mit Schmieröl zu versorgen. Dabei variiert der Öldruck in Abhängigkeit zur Motordrehzahl.
Die Motorschmierung umfasst im Wesentlichen folgende Komponenten:

Ölpumpe

Ölwanne

Ventil Ölpumpe

Ölsensor

Ölfiltermodul

Motorölwärmetauscher Die Motorschmierung hat folgende Aufgaben:

Schmieren, zur Verminderung von Energieverlust und Verschleiß durch verursachende Reibung zwischen den aufeinander gleitenden Bauteilen.

Kühlen, zum Schutz der Motorenteile, da diese die Wärme nicht direkt an die Kühlmittel oder an die Kühlluft abgeben können.

Abdichten, zur Feinabdichtung zwischen aufeinander gleitenden Bauteilen (z. B. Kolbenring gegen Zylinderwand).

Reinigen, zur Abführung bzw. zur Bindung von Abrieb, Ablagerungen und Verbrennungsrückständen im Motoröl.

Vor Korrosion schützen.

Motorgeräusche dämpfen, da der Schmierfilm geräusch- und schwingungsdämpfend wirkt.

Beispielhafte Darstellung Ventiltrieb M139

7

Kurbelwelle

11

Steuerkette

12

Kettengleitschiene mit hydraulischem Kettenspanner

13

Auslassnockenwelle

14

Einlassnockenwelle

15

Ventilfedern

16

Einlassventile

17

Auslassventile

18

Zündkerzen

P01.00-A043-76

Weitere Grundfunktionen

Kurbelgehäuse Grundfunktion

GF01.40-P-1000A

Ventiltrieb Grundfunktion

GF05.30-P-1000A

Riementrieb Grundfunktion

GF13.21-P-1001A

Motorschmierung Grundfunktion

GF18.00-P-1003A

Referenzierte Dokumente