ah6000p002701ff

Hinweise zum Austausch von Karosserieteilen

Typ ah · Thema 60.00 · Version 0103 · 2019-01-04

Gültig für: Typ 450.3/4, 451.3/4, 452.3/4, 454.0

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 60 Aufbau Allgemeines › 60.00 Allgemeines — Baureihe 450 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 451 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 452 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 454 (Baumuster 0**)

EinPAS 35 Karosserie/Rahmen/Anbauteile › 35.20 Fahrerhaus/Karosserie › 35.20.1 Grundinformation — Baureihe 450 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 451 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 452 (Baumuster 3**, 4**) · Baureihe 454 (Baumuster 0**)

AH60.00-P-0027-01FF

Hinweise zum Austausch von Karosserieteilen

Typ

450.3/4, 451.3/4, 452.3/4, 454.0

Beim Austausch von Karosserieteilen sind unbedingt folgende Maßnahmen zu beachten:

Anzahl und Lage der vorhandenen Schweißpunkte prüfen, fehlende Schweißpunkte herstellen.

Schweißpunkte am Neuteil mit dem Altteil vergleichen.

Zum Herstellen von mehrlagigen Blechverbindungen soll das Widerstandspunktschweißverfahren angewandt werden, wenn das Punktschweißgerät die entsprechende Schweißleistung (schweißbare Blechstärke und Mehrlagigkeit) besitzt.

Ist dies nicht der Fall, so müssen die entsprechenden Schweißpunkte vorgebohrt, angesenkt und mit Lochschweißungen geschweißt werden.

Die in einigen Karosseriehohlräumen, zur Geräuschdämmung, eingesetzten Schaumteile sind vor Ausbeul-, Schweiß- und Verzinnarbeiten zu entfernen. Es kann durch Hitzeeinwirkung zu starker Qualm- oder Brandentwicklung kommen.

Unsachgemäße Karosseriearbeiten beeinflussen die Festigkeit und gefährden die Sicherheit. Daher ist ein Austausch von Karosserieteilen maßgenau und sorgfältig vorzunehmen und im Anschluss dauerhaft zu konservieren.

Bei jedem Ersatz von geschweißten Karosserieteilen sind die Schweißstellen zu entgraten, metallisch blank zu machen, vor dem Schweißen mit Zinkstaubfarbe zu behandeln, abzudichten und zu konservieren. Das jeweils zur Verwendung kommende Schweißverfahren kann der jeweiligen Reparaturanleitung entnommen werden.

Bei Abschnittsreparaturen sind die jeweiligen Trennstellen den entsprechenden Reparaturanleitungen zu entnehmen und unbedingt einzuhalten.

Trennstellen dürfen weder geschwächt noch gestärkt werden.

Das Ersetzen eines Karosserieteiles umfasst das Heraustrennen des Teiles, die Vorbereitung der Neuteile (Auspacken, Zuschneiden, Reinigen der Anlageflächen), das Einpassen und Einschweißen oder Einschrauben sowie das Glätten und Reinigen des Schweißbereiches, außerdem das Beseitigen von Unebenheiten und das Nachbearbeiten der Konturen mit empfohlenen Materialien (mit Winkelschleifer bis Körnung 90 oder Schwingschleifer bis Körnung 100).

Bei Richtarbeiten nicht in direkter Linie vor die Zugkette stellen, wenn Richtkräfte am Rahmen oder an der Karosserie eingeleitet worden sind.

Zugketten mit Fangseilen oder Ketten gegen Wegschnellen sichern.

Da die Karosserie zum Teil aus hochfesten Stählen hergestellt ist, können zum Rückverformen erhebliche Rückverformungskräfte notwendig sein. Es muss beachtet werden, dass hochfeste Stähle stärker zurückfedern als herkömmliche Stähle.

Es ist empfehlenswert die Karosserie durch zusätzliche Universalverankerungen an der Richtbank zu befestigen, um die zum Teil erheblichen Rückverformungskräfte besser verteilen zu können.

Vor dem Einschweißen von Karosserieteilen ist auf jeden Fall sicherzustellen, dass Batterie (Masseleitung) und Steuergeräte dekontaktiert wurden (Minuspol der Batterie muss abgedeckt sein). Sollen Schweißarbeiten in unmittelbarer Nähe von SeDrive Unit und Generator durchgeführt werden, sind auch diese Bauteile zu dekontaktieren.

Vor Schweißarbeiten oder anderen funkenerzeugenden Arbeiten im Bereich der Fahrzeugbatterie diese grundsätzlich ausbauen und an geschützter Stelle aufbewahren.

Es ist sicherzustellen, dass vor dem Dekontaktieren der Batterie die Codes für eventuelle Diebstahlsicherungen (Radio usw.) bekannt sind. Weiterhin ist vor dem Abklemmen der Batterie der Fehlerspeicher auszulesen, um vorhandene Fehler nicht zu löschen.

Schweißarbeiten an Trägern (z.B. Längsträger, Querträger) nur mit Richtbank ausführen. Das Einschweißen der Träger ist ohne Richtbank nicht maßgenau möglich. Eventuelle Abweichungen und Toleranzen lassen sich durch Einstellen der Achsgeometrie nicht mehr beseitigen.

Die Stirnwand ist mit PUR Kleber an der Karosserie verklebt. Die Stirnwand kann mit handelsüblichem Werkzeug (Draht oder Schneidmesser) entfernt werden.

Gas-Schmelzschweißverfahren (autogen Schweißen) ist an der gesamten Karosserie nicht zulässig. Grundsätzlich sollten nur Widerstandspunktschweißverfahren und MAG-Schweißverfahren durchgeführt werden.

Beim Ausbeulen und beim Austausch von Karosserieteilen können kleinere Unebenheiten und Beulen an der Karosserie zurück bleiben. Diese können durch Spachtelmasse oder durch Verzinnen behoben werden. Es wird das Schwemmzinnverfahren empfohlen, da die Eigenschaften von Zinn ähnlich denen von Stahl oder Stahlblech sind. Zinn wirkt ebenfalls der Korossionsbildung vor.

Nach Schweißarbeiten bzw. einem Feuerbrand wird empfohlen die Nahtabdichtung mit überlackierbarer Dichtmasse zu erneuern, da der Kleber durch Hitze beschädigt wird.

Nach dem Lackieren sind die von der Reparatur betroffenen Bereiche mit den entsprechenden Korrosionsschutzmaßnahmen (z.B. Wachs, Hohlraumversiegelung, Unterbodenschutz etc.) zu behandeln.