07.3-105 Tastverhältnis prüfen
Vorausgegangene Arbeiten: | Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten: |
Klimaanlage bzw. Klimatisierungs- automatik |
|
Wählhebel | in Stellung "P". |
Prüfgeräte | anschließen. Lambda-Regelungstester (012), |
Absaugeinrichtung (014) | am Auspuffendrohr aufstellen. |
Regulierung | auf Leichtgängigkeit und Zustand prüfen. |
Zündzeitpunkt | prüfen (siehe Tabelle). |
Motoröltemperatur | ca. 80 °C. |
Leerlaufdrehzahl | prüfen (siehe Tabelle). |
Lambda-Regelung | prüfen (siehe Tabelle). Ein eventuelles Nachregulieren darf nur beim Erneuern eines Bauteils der Einspritzanlage bzw. bei einer Motorreparatur erfolgen. |
Motordurchlauf prüfen | dazu sämtliche Zusatzaggregate einschalten. |
Leerlaufdrehzahl, Lambda-Regelung
Motor | Modelljahr | Leerlaufdrehzahl | Leerlaufdrehzahl | Lambda-Regelung |
102.961 (2.3) | 1983/1984 | 72050 | 25-31% | 2,1-4,8 Volt 1) |
102.983 | 1986-1989 | 90050 | 35-45% | 5010% |
102.985 | 1985/1986 | 72050 | 25-31% | 2,1-4,8 Volt 1) |
102.985 | 1987/1988 2) | 75050 | 36-50% | 5010% |
102.985 | 1991 2) | 700-800 | 58050mA 3) | 5010% |
1) Einstellen. Kupplung O2-Sonde trennen. Steuerwert (Volt) ablesen. Anzeige darf nicht pendeln. Kupplung O2-Sonde
zusammenstecken - Anzeige pendelt. Prüfwert darf nicht mehr als 0,8 Volt vom Steuerwert abweichen.
2) Kalifornien 1988 und ab 1991 mit Fehlerspeicher: Anzeigeleuchte "CHECK ENGINE" darf nicht leuchten. Zuerst
Steuergerät KE (N3) auf Ausgabe Tastverhältnis umschalten.
3) Strommessung am Leerlaufsteller mit Multimeter (frühestens 28 Sekunden nach dem Start, Heizdrehzahl).
Zündzeitpunkt TSZ
Motor | Modelljahr | Kraftstoffart | Zündverteiler Bosch-Nr. | Einstellwert 1) punktes in °KW vor OT1° mit Unterdruck im Leerlauf | Prüfwert Verstellung in °KW vor OT ohne Unterdruck bei 3500/min |
102.961 (2.3) | 1983/1984 | unverbleit | 0 237 002 094 | 5 | 19-25 |
102.961 | 1985/1986 | 0 237 002 098 | 22-26 | ||
1) Werden normalverdichtete Motoren mit Kraftstoff unter 98 ROZ (min. 88 MOZ) oder niederverdichtete Motoren unter 92 ROZ (min. 82 MOZ) betrieben, so ist der Zündzeitpunkt in Richtung "spät" zu verstellen und der Oktanzahl des verwendeten Kraftstoffes anzupassen. Als Anhaltswert für die Verstellung gilt: pro 1 ROZ ist der Zündzeitpunkt um 1-2° KW zurückzustellen. Die max. Zurücknahme darf 6° KW nicht überschreiten.
Leistungseinbuße und erhöhter Kraftstoffverbrauch sind die Folge. Außerdem darf der Motor nicht voll belastet werden.
Sobald Kraftstoff in der vorgeschriebenen Oktanzahl zur Verfügung steht, ist wieder volle Frühzündung einzustellen.
Zündzeitpunkt EZL
Motor | Modelljahr | Zündschaltgerät | Abgleichstecker | Motor- drehzahl 1/min | Zündzeit- | Zündzeit- punkt |
102.983 | 1986/1987 | 004 545 57 32 | Einzelabgleich- stecker 750 W | 4000 | 18-22 1) | 29-33 1) |
Leerlauf | 14-18 | 14-18 | ||||
102.985 | 1987/1988 | 005 545 30 32 | 3200 | 25-29 | 39-43 | |
Leerlauf | 8-12 | 8-12 | ||||
102.985 | 1989 | 007 545 47 32 2)3) | 3200 | 23-27 | 39-43 | |
Leerlauf | 8-12 | 8-12 | ||||
102.985 | ab 1991 | 010 545 59 32 010 545 60 32 | Einzelabgleich- stecker 1,3 kW Getriebe) tisches Getriebe) | 3200 | 22-26 4) | 39-43 4) |
Leerlauf | 8-12 | 8-12 | ||||
1) Stecker Ansaugluft-Temperaturfühler abgezogen.
2) Diese Zündschaltgeräte können auch in Fahrzeuge vor 1988 eingebaut werden. Dabei ändern sich die Zündzeitpunktwerte entsprechend der Tabelle.
3) Zündzeitpunkt bei 80 °C Kühlmitteltemperatur prüfen. Dazu den Stecker Temperaturfühler B11/2 abziehen und mit Widerstandsdekade 320 W zwischen Leitung grün/schwarz und Masse Motor eingeben.
4) Zur Prüfung die Stecker Temperaturfühler-Ansaugluft und Temperaturfühler-Kühlmittel abziehen. Zündzeitpunkt bei
80° C Kühlmitteltemperatur prüfen. Dazu mit Widerstandsdekade 320 W zwischen Buchse 1 am 4poligen Stecker und Masse Motor eingeben.
Hinweis
Zündschaltgerät mit Zündkennfeld für mechanisches und automatisches Getriebe (Aktivierung über unterschiedliche
EZL-Abgleichstecker), Kochschutzkorrektur (max. 5° KW), Ansaugluftkorrektur (max. 7° KW) und Sicherheitsspätverstellung (6° KW) bei Leitungsunterbrechung zum EZL-Abgleichstecker.
Sonderwerkzeuge
Lambda-
Regelungs-
tester
Handelsübliche Prüfgeräte
Motortester (Drehzahl, Schließwinkel, Zündwinkel) | z. B. Firma Bosch, MOT 001.03 Sun, Hermann |
Zwillingsdose | z. B. Firma Hermann, ECD 53 |
Werkzeug zur Selbstanfertigung
Einschlagdorn für Stahleingriffsicherung
Hinweis
Die Einstellvorrichtung (2) für die Kraftstoff-Luft-Gemischeinstellung ist gegen unberechtigtes Verstellen mit einer Stahl-Eingriffsicherung (1) gesichert.
Diese Eingriffsicherung wird im Werk nach der Einstellung des Kraftstoff-Luft-Gemisches mit einem Spezialwerkzeug eingeschlagen und darf in den Werkstätten nicht entfernt werden.
Nur beim Erneuern eines Bauteils der Einspritzanlage (z. B. Kraftstoffmengenteiler) bzw. bei einer Motorreparatur darf die Kraftstoff-Luft-Gemischeinstellung korrigiert werden.
Dabei muß die Einstellvorrichtung (2) erneuert werden.
1 Stahl-Eingriffsicherung
2 Einstellvorrichtung
3 Sechskant
4 Gemischregulierschraube
Die Lambda-Regelung darf nicht bei zu heißem Motor, z. B. sofort nach scharfer Fahrt oder nach einer Leistungsmessung auf dem Leistungsprüfstand, geprüft werden.
1 Klimaanlage bzw. Klimatisierungsautomatik ausschalten. Wählhebel in Stellung "P" bringen.
2 Prüfgeräte anschließen:
Ölfernthermometer (018) 124 589 07 21 00
Lambda-Regelungstester (012)
Zwillingsdose (031)
Motortester (026)
Triggerzange (011)
3 Absaugeinrichtung (014) am Auspuffrohr aufstellen.
4 Regulierung auf Leichtgängigkeit und Zustand prüfen.
5 Zündzeitpunkt prüfen (siehe Tabelle).
6 Motor auf ca. 80 °C Öltemperatur bringen.
7 Leerlaufdrehzahl prüfen (siehe Tabelle).
Hinweis
Bei abweichender Leerlaufdrehzahl elektronische Leerlaufdrehzahlregelung prüfen (07.3-112).
8 Lambda-Regelung prüfen (siehe Tabelle).
Hinweis
Während der Messung muß der angezeigte Wert pendeln. Wird ein konstanter Wert angezeigt, liegt ein Fehler an der Lambda-Regelung vor,
z. B. O2-Sonde defekt. Fehlersuchlaufplan siehe "Elektrische Bauteile der KE-Einspritzanlage prüfen" (07.3-121).
a) Tastverhältnismessung mit Lambda-Regelungstester an Diagnosedose.
Motor 102.983
Motor 102.985 ab 1987
Prüfwert: 5010%
Lambda-Regelungstester Fa. Bosch Taste
100% IR drücken.
Kalifornien 1988 und ab 1991 Motor 102.985 mit Fehlerspeicher:
Das Steuergerät KE muß auf Ausgabe Tastverhältnis mit dem Impulszähler oder dem Tastschalter (nur Kalifornien) an der Prüfkupplung für Diagnose X92 bzw. X11/4 umgeschaltet werden (siehe auch 07.3-121, Abschnitt F).
Kalifornien-Ausführungen:
Tastschalter (2, Pfeil) an Prüfkupplung (X92 bzw. X11/4) zwischen 2 und 4 Sekunden betätigen.
Leuchtdiode (4) blinkt einmal (kein gespeicherter Fehler im System).
Tastschalter (2) erneut zwischen 2 und 4 Sekunden betätigen, Steuergerät KE wird auf Ausgabe Tastverhältnis umgeschaltet. Leuchtdiode leuchtet ständig.
Voraussetzung:
Anzeigeleuchte "CHECK ENGINE" leuchtet nicht.
b) Spannungsmessung mit Multimeter oder Lambdaregelungstester (Stellung 12 Volt) an Buchse 3 der Diagnosedose gegen Masse.
Motor 102.961 (2.3) 1983/1984
Motor 102.985 bis 1986
Prüfwert: 2,1-4,8 Volt
Sämtliche Verbraucher ausschalten.
Steckverbindung Signal O2-Sonde (G3/2x2) trennen. Steuerwert (z. B. 3,3 Volt) ablesen. Anzeige darf nicht pendeln.
Steckverbindung Signal O2-Sonde (G3/2x2) zusammenstecken - Anzeige pendelt. Prüfwert darf nicht mehr als 0,8 Volt vom Steuerwert abweichen. Abweichung >0,8 Volt, Steuerwert einstellen.
9 Lambda-Regelung einstellen.
Ist nach Durchführung einer Motorreparatur oder Auswechseln eines Teiles der KE-Einspritzanlage eine Einstellung des Tastverhältnisses erforderlich, ist wie folgt vorzugehen:
Luftfilter abnehmen.
Abreißschrauben (Pfeil) in der Mitte ankörnen und mit einem 2,5 mm Spiralbohrer ca. 6-8 mm tief anbohren.
Schrauben nicht durchbohren, da durch die Metallspäne ein Motorschaden entstehen kann. Metallspäne mit Lappen gründlich entfernen.
Mit Linksdrallbohrer Abreißschrauben herausdrehen.
Neuen Reparatursatz, Teil-Nr. 102 070 01 74, einbauen. Dabei Schrauben festziehen bis Abreißkopf abbricht.
Luftfilter aufsetzen.
Motor starten.
Mit dem Schraubendreher (1) durch die Aus-
sparung im Luftfilteroberteil auf die Einstell-
vorrichtung (2) drücken.
Entgegen der Federkraft die Einstellvorrichtung
mit dem Schraubendreher nach unten drücken,
etwas drehen, bis der Sechskant (3) in die Ge-
mischregulierschraube (61) einrastet.
Nach links drehen = magerer - Tastverhältnis
bzw. Span-
nung steigt
Nach rechts drehen = fetter - Tastverhältnis
bzw. Span-
nung fällt
Nach jeder Verstellung kurz Gas geben und
Lambda-Regelung prüfen, eventuell nachstellen.
Motor abstellen.
Luftfilter abnehmen.
Stahl-Eingriffsicherung (1) mit selbstangefertigtem Einschlagdorn mit der angefrästen Seite soweit einschlagen, daß die Oberfläche der Eingriffsicherung mit der Unterkante vom Konus der Einstellvorrichtung (2) bündig ist oder etwas tiefer steht.
1 Stahl-Eingriffsicherung
2 Einstellvorrichtung
3 Sechskant
4 Gemischregulierschraube
Hinweis
Seit Januar 1989 ist die Stahl-Eingriffsicherung (1) als Stahlkugel (B) ausgeführt. Bisher Stahlzylinder (A).
Serieneinsatz: 12/88
Typ | Fahrzeug-Ident-End-Nr. |
124 T-Limousine | F 096787 |
124 Limousine | A 933300 |
124 Coupé | A 934867 |
201 | F 574637 |
Luftfilter montieren.
Motordurchlauf prüfen. Dazu Wählhebel in Fahrstellung einlegen, Klimaanlage/Klimatisierungsautomatik einschalten, Servolenkung voll einschlagen, dabei muß der Motor durchlaufen. Eventuell elektronische Leerlaufdrehzahlregelung prüfen (07.3-112).
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