gf8295p0004fg

Notrufsystem Funktion

Typ gf · Thema 82.95 · Version 0105 · 2019-10-25

Gültig für: Typ 213 mit Code 351 (eCall Notrufsystem)

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 82 Elektrische Anlage, Aufbau › 82.95 Notrufsysteme — Baureihe 213

GF82.95-P-0004FG

Notrufsystem Funktion

25.10.2019

Typ

213

mit Code 351 (eCall Notrufsystem)

Notrufsystem Funktion

P82.95-A004-79

Dargestellt Typ 213 ab 01.06.2018

A1

Kombiinstrument

N72/5

Unteres Bedienfeld rechts

A2/23

Antenne GPS

N72/5s1

Taste Lautstärkeregelung

A2/140

Antenne Notrufsystem 1

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

A2/141

Antenne Notrufsystem 2 (mit Code 362 (HERMES LTE))

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

A26/17

Headunit

N112/9

Steuergerät HERMES

A40/8

Audio/COMAND Display

N135

Lenkradelektronik

A40/9

Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only))

S163/2

Tastengruppe Multifunktionslenkrad Headunit

A105

Touchpad (mit Code 446 (Touchpad only) oder Code 448 (Touchpad))

S163/2s15

Schalter Telefongesprächsannahme und -ende

B25/20

Mikrofon Freisprecheinrichtung Fahrer

S163/2s16

Schalter Lautstärkenanpassung

H4/27

Lautsprecher Instrumententafel Mitte (mit Code 810 (Sound-System))

CAN A

Telematik-CAN

H4/78

Mitteltonlautsprecher Instrumententafel Mitte (mit Code 811 (Advanced Sound-System))

CAN B

Innenraum-CAN

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

CAN D

Diagnose-CAN

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

N40/2

Steuergerät Verstärker Midline Soundsystem (AMG Fahrzeuge außer Code 810 (Sound-System) und außer Code 811 (Advanced Sound-System))

CAN LR

Lenkrad-CAN

N40/3

Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit Code 810 (Sound-System))

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

N40/7

Steuergerät Verstärker Advanced Soundsystem (mit Code 811 (Advanced Sound-System))

MOST

Media Oriented System Transport

N49

Lenkradwinkelsensor

LIN A3

UBF-LIN

N62/4

Steuergerät Mercedes-Benz Intelligent Drive (mit Code 23P (Fahrassistenz­Paket) oder Code P20 (Fahrassistenz-Paket Plus))

LIN E2

Sitzbelegungs-LIN

N70

Steuergerät Dachbedieneinheit

HSVL

High-Speed-Video-Link

N70s11

Taste SOS

Notrufsystem Funktion

P82.95-3250-79

Dargestellt Typ 213 bis 31.05.2018

A1

Kombiinstrument

N72/4s7

Taste Lautstärkeregelung (bei Schaltgetriebe)

A2/23

Antenne GPS

N72/5

Unteres Bedienfeld rechts

A2/140

Antenne Notrufsystem 1

N72/5s1

Taste Lautstärkeregelung (bei Automatikgetriebe)

A2/141

Antenne Notrufsystem 2 (mit Code 362 (HERMES LTE))

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

A26/17

Headunit

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

A40/8

Audio/COMAND Display

N112/9

Steuergerät HERMES

A40/9

Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only))

N135

Lenkradelektronik

A105

Touchpad (mit Code 446 (Touchpad only) oder Code 448 (Touchpad))

S163/1

Tastengruppe Multifunktionslenkrad Kombiinstrument

B25/20

Mikrofon Freisprecheinrichtung Fahrer

CAN A

Telematik-CAN

H4/27

Lautsprecher Instrumententafel Mitte (mit Code 810 (Sound-System))

CAN B

Innenraum-CAN

H4/78

Mitteltonlautsprecher Instrumententafel Mitte (mit Code 811 (Advanced Sound-System))

CAN D

Diagnose-CAN

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

N40/3

Steuergerät Verstärker Soundsystem (mit Code 810 (Sound-System))

MOST

Media Oriented System Transport

N40/7

Steuergerät Verstärker Advanced Soundsystem (mit Code 811 (Advanced Sound-System))

LIN A3

UBF-LIN

N49

Lenkradwinkelsensor

LIN E1

Lenkungs-LIN

N70

Steuergerät Dachbedieneinheit

LIN E2

Sitzbelegungs-LIN

N70s11

Taste SOS

HSVL

High-Speed-Video-Link

N72/4

Unteres Bedienfeld links

Typ 213
mit Code 351 (eCall Notrufsystem)
mit Code 446 (Touchpad only)
Typ 213
mit Code 351 (eCall Notrufsystem)
mit Code 448 (Touchpad)
Hinweise zum Touchpad
Das Touchpad wird in zwei Varianten verbaut.
Variante1 (mit Code 448 (Touchpad)): Das Touchpad wird zusammen mit der Audio/COMAND Bedieneinheit verbaut. Das Touchpad ist lediglich am Telematik-CAN angeschlossen.
Variante 2 (mit Code 446 (Touchpad only)): Das Touchpad ist anstelle der Audio/COMAND Bedieneinheit verbaut. In diesem Fall sind das Steuergerät Oberes Bedienfeld (N72/1), das Untere Bedienfeld links und das Untere Bedienfeld rechts über UBF-LIN an das Touchpad angeschlossen. Das Touchpad ist ebenfalls am Telematik-CAN angeschlossen.

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Klemme 30 Ein

Transportmodus nicht aktiv

Das Kommunikationsmodul des Steuergeräts HERMES ist mit der Rufnummer des entsprechenden Diensteanbieters konfiguriert.

Notrufsystem allgemein

Das Notrufsystem ermöglicht das Auslösen eines manuellen oder automatischen Notrufs. Der Notruf wird von der Mercedes-Benz Dienstzentrale entgegengenommen. Der Nutzer wird in der Sprache angesprochen, die in den Systemeinstellungen der Headunit ausgewählt ist. Bei Bedarf verständigt die Mercedes-Benz Dienstzentrale die lokalen Rettungsdienste. Wenn die Mercedes-Benz Dienstzentrale nicht besetzt ist, wird der Notruf automatisch an die lokalen Rettungsdienste 112 weitergeleitet.

Erhält das Steuergerät HERMES über Diagnose-CAN die Botschaft "Klemme 15" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss, überprüft es die Funktionsbereitschaft des Notrufsystems. Nach erfolgreicher Überprüfung ist das Notrufsystem betriebsbereit und auf dem Audio/COMAND Display wird "SOS ready" angezeigt. Folgende Sachverhalte werden geprüft:

Empfang des zyklischen Bereitschaftssignals ("Lebenszeichen") vom Steuergerät Supplemental Restraint System

Verbindung für Stummschalten der Audioquellen

Verbindung zum Mikrofon Freisprecheinrichtung Fahrer, von der Headunit

Antenne Notrufsystem 1

Antenne Notrufsystem 2 (mit Code 362 (HERMES LTE))

Verbindung zur Antenne GPS

Bei einem Fehler erscheint je nach Fehlerart eine Fehlermeldung auf dem Audio/COMAND Display und der Fehler wird im Fehlerspeicher des Steuergeräts HERMES abgelegt. Wenn nach dem Ausschalten der Zündung das Steuergerät Supplemental Restraint System in den Schlafmodus geht, sendet es kein Bereitschaftssignal mehr und es wird "SOS not ready" angezeigt.

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Die Funktion Notrufsystem umfasst folgenden Teilfunktionen:

Statusanzeige Notrufsystem

Standortbestimmung

Manueller oder automatischer Notruf

Statusanzeige Notrufsystem

Der Status des Notrufsystems wird auf folgende Arten angezeigt:

Statusanzeige auf dem Audio/COMAND Display

Statusanzeige durch Leuchtdiode

Statusanzeige im Kombiinstrument

Statusanzeige auf dem Audio/COMAND Display

Der Status des Notrufsystems wird in folgenden Fällen durch eine Textmeldung auf dem Audio/COMAND Display angezeigt:

Notrufsystem betriebsbereit oder nicht betriebsbereit ("SOS ready" oder "SOS not ready" im Telefonmenü)

Notruf ausgelöst ("activating" (Rufaufbau), "sending data" (Übermittlung des Datentelegramms), "connected" (Sprachverbindung hergestellt))

Notruf an die lokalen Rettungsdienste 112 weitergeleitet (es werden zusätzlich die Adresse (mit Code 531 (COMAND APS)) und die Koordinaten der Fahrzeugposition angezeigt)

Rufaufbau mehrmals gescheitert ("MB Notruf Rufaufbau erfolglos. Bitte wählen Sie 112 am Mobiltelefon.")

Bei einem aktiven Notruf werden darüber hinaus auf dem Audio/COMAND Display rechts oben ein Telefonsymbol, ein Notrufsymbol und die Feldstärke des Steuergeräts HERMES angezeigt.

Das Steuergerät HERMES sendet die Informationen zur Anzeige über Diagnose-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an die Headunit.

Die Headunit sendet eine Einschaltaufforderung über Telematik-CAN an das Audio/COMAND Display, bereitet die Darstellung auf und sendet die Bilddaten über die HSVL-Leitung an das Audio/COMAND Display.

Manche Textmeldungen auf dem Audio/COMAND Display können mit der Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only)) oder dem Touchpad (mit Code 446 (Touchpad only) oder Code 448 (Touchpad)) bestätigt werden. Die Audio/COMAND Bedieneinheit oder das Touchpad sendet die Signale über Telematik-CAN, Headunit, Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Statusanzeige durch Leuchtdiode

Die Leuchtdiode der Taste SOS dient der Anzeige folgender Status:

Aktiver Dienst, Leuchtdiode blinkt

Selbstdiagnose des Notrufsystems, Leuchtdioden leuchten für ca. 5 s

Fehler im Notrufsystem, Leuchtdioden leuchten permanent

Diagnose

Das Steuergerät HERMES sendet die Anforderung zum Einschalten der Leuchtdiode über Diagnose-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Dachbedieneinheit. Das Steuergerät Dachbedieneinheit steuert die Leuchtdiode in der Taste SOS an.

Statusanzeige im Kombiinstrument

Wenn das Steuergerät HERMES ausfällt, wird im Kombiinstrument die Meldung "SOS ohne Funktion" angezeigt. Das Steuergerät HERMES sendet hierfür fortlaufend den Systemstatus über Diagnose-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument.

Standortbestimmung

Bei Fahrzeugen mit Code 355 (Vorrüstung für Navigationsnachrüstung) oder mit Code 531 (COMAND APS) übernimmt das Steuergerät HERMES die Signale der Standortbestimmung von der Headunit. Die Headunit sendet die Signale der Standortbestimmung über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Ab 01.06.2019 führt das Steuergerät HERMES zusätzlich eine eigene Standortbestimmung durch. Dadurch kann das Steuergerät HERMES einen Ausfall der Signale von der Headunit sofort ausgleichen.

Bei Fahrzeugen außer Code 355 (Vorrüstung für Navigationsnachrüstung) und außer Code 531 (COMAND APS) wird die Standortbestimmung vom Steuergerät HERMES durchgeführt.

Zur Standortbestimmung verwendet das Steuergerät HERMES das Globale Navigationssystem (GPS). GPS steht weltweit zur Verfügung. Die GPS-Ortung ist nach einem Fahrzeugtransport (z. B. Zug-, Fähr- und Abschleppfahrten) unersetzlich. Eine GPS-Neuortung (nach Unterbrechung des Satellitenempfangs) kann mehrere Minuten dauern. Parallel zur GPS-Standortbestimmung führt das Steuergerät HERMES permanent eine Basis-Standortbestimmung durch, die es ermöglicht, den Standort des Fahrzeugs auch bei Ausfall des GPS-Empfangs zu bestimmen.

Die Funktion Standortbestimmung setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

GPS-Standortbestimmung

Basis-Standortbestimmung

GPS-Standortbestimmung

Bei Fahrzeugen mit Code 355 (Vorrüstung für Navigationsnachrüstung) oder mit Code 531 (COMAND APS) empfängt die Headunit die GPS-Signale von der Antenne GPS.

Bei Fahrzeugen außer Code 355 (Vorrüstung für Navigationsnachrüstung) und außer Code 531 (COMAND APS) empfängt das Steuergerät HERMES die GPS-Signale von der Antenne GPS.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Basis-Standortbestimmung

Klemme 15 Ein

Basis-Standortbestimmung

Zur Basis-Standortbestimmung benötigt das Steuergerät HERMES folgende Signale:

Raddrehzahl- und Gierratensignale vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Signal des Lenkradwinkelsensors

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Raddrehzahl- und Gierratensignale über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Signale des Lenkradwinkelsensors über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Das Steuergerät HERMES berechnet aus den Daten die momentane Fahrzeugposition (Längengrad, Breitengrad und Fahrtrichtung).

Rückwärtsrollen bei "Klemme 15 AUS" (Zündung ausgeschaltet) oder ein Transport des Fahrzeugs verfälschen die Basis-Standortbestimmung. Die Abweichung wird bei Empfang von GPS-Daten in beiden Fällen automatisch korrigiert.

Manueller oder automatischer Notruf

In einer Notsituation kann ein Kundenbetreuer der Mercedes-Benz Dienstzentrale sich mithilfe der vom Steuergerät HERMES erhaltenen Daten (Sprachverbindung und Datentelegramm) einen Überblick über den Zustand im Inneren des Fahrzeugs verschaffen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten. Ein Notruf kann manuell oder automatisch ausgelöst werden. Ziel dieser Notrufe sind folgende Punkte:

Automatische Alarmierung der Rettungsdienste nach Unfall

Alarmierung der Rettungsdienste auf Knopfdruck (eigene Notsituation, beobachteter Unfall)

Verkürzen der Rettungszeiten durch schnelle Notmeldung mit Angabe des exakten Einsatzorts

Der automatische Notruf hat Vorrang vor einem manuell ausgelösten Notruf. Wird während eines manuellen Notrufs ein automatischer Notruf ausgelöst, so wird der manuelle Notruf abgebrochen. Wird während eines automatischen Notrufs ein manueller Notruf ausgelöst, so wird dieser ignoriert. Allerdings wird – unter Beibehaltung der bestehenden Verbindung – ein Datentelegramm mit aktualisierten Positionsdaten an die Mercedes-Benz Dienstzentrale versendet.

Die Funktion "Manueller oder automatischer Notruf" setzt sich aus den folgenden Teilfunktionen zusammen:

Auslösen eines automatischen Notrufs

Auslösen eines manuellen Notrufs

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Auslösen eines automatischen Notrufs

Klemme 15 Ein

Auslösen eines automatischen Notrufs

Bei einem Unfall mit Auslösen der Rückhaltesysteme (nicht des Systems PRE-SAFE®) wird sofort ein automatischer Notruf (E-Call) abgesetzt. Dabei spielt die Schwere des erkannten Unfalls keine Rolle.

Das Steuergerät HERMES erhält die Crash-Informationen über den Sitzbelegungs-LIN als digitales Crash-Signal vom Steuergerät Supplemental Restraint System.

Zusätzlich (redundant) sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System die Crash-Informationen, einschließlich Crash-Level, über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet auf demselben Weg wie die Crash-Informationen zyklisch (z. B. alle 500 ms) ein Bereitschaftssignal. Damit überwacht das Steuergerät HERMES die Kommunikation mit dem Steuergerät Supplemental Restraint System und die ordnungsgemäße Funktion der Crash-Erkennung.

Wenn der Aktive Nothalt­Assistent (mit Code 23P (Fahrassistenz­Paket) oder Code P20 (Fahrassistenz-Paket Plus)) das Fahrzeug bis zum Stillstand bremst, sendet das Steuergerät Mercedes­Benz Intelligent Drive die Anforderung eines automatischen Notrufs über Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Auslösen eines manuellen Notrufs

Kein automatischer Notruf ist aktiv.

Auslösen eines manuellen Notrufs

Durch Betätigen der Taste SOS wird der manuelle Notruf ausgelöst. Die Taste Notrufsystem ist mit einer Sicherungsklappe abgedeckt. Durch Antippen der Sicherungsklappe wird diese entriegelt und öffnet sich mithilfe eines Federmechanismus selbstständig.

Das Steuergerät Dachbedieneinheit sendet den Status der Taste SOS über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Dienstzentrale

Nach dem Auslösen des Notrufs baut das Steuergerät HERMES über die Antenne Notrufsystem 1 bzw. Antenne Notrufsystem 2 (mit Code 362 (HERMES LTE)) eine Sprachverbindung zur Mercedes-Benz Dienstzentrale auf.

Typ 213
mit Code 351 (eCall Notrufsystem)
mit Code 362 (HERMES - Kommunikationsmodul LTE)
Um ein Sende- und Empfangs-Diversity zu erhalten, werden für den Verbindungsaufbau die Antenne Notrufsystem 1 und die Antenne Notrufsystem 2 verwendet.

Der Status des Verbindungsaufbaus wird durch folgende Meldungen auf dem Audio/COMAND Display angezeigt:

"activating" (Rufaufbau)

"sending data" (Übermittlung der Notrufdaten (Datentelegramm))

"connected" (Sprachverbindung hergestellt)

Der Aufbau einer Sprachverbindung zur Mercedes-Benz Dienstzentrale wird nach mehreren erfolglosen Anwahlversuchen abgebrochen und es wird folgende Meldung auf dem Audio/COMAND Display angezeigt: "MB Notruf Rufaufbau erfolglos. Bitte wählen Sie 112 am Mobiltelefon."

Um ein versehentliches Beenden des automatischen Notrufs zu vermeiden, ist bei Fahrzeugen ab 01.06.2018 während des Verbindungsaufbaus der Schalter Telefongesprächsannahme und -ende an der Tastengruppe Multifunktionslenkrad Headunit vorübergehend in seiner Funktion blockiert.

Typ 213
bis Modell-J. 2019
mit Code 351 (eCall Notrufsystem)
Um ein versehentliches Beenden des automatischen Notrufs zu vermeiden, ist die Taste Telefongesprächsannahme und -ende (S163/2s3) am Multifunktionslenkrad während des Verbindungsaufbaus vorübergehend in ihrer Funktion blockiert.

Beim Verbindungsaufbau werden Audioquellen stummgeschaltet (Lautlosfunktion) und bestehende Telefonverbindungen unterbrochen.

Bei Fahrzeugen außer AMG ab 01.06.2018, außer Code 810 (Sound-System) und außer Code 811 (Advanced Sound-System) sendet das Steuergerät HERMES das Signal für die Lautlosfunktion an die Headunit.

Bei AMG Fahrzeugen außer Code 810 (Sound-System) und außer Code 811 (Advanced Sound-System) ab 01.06.2018 sendet das Steuergerät HERMES das Signal für die Lautlosfunktion an das Steuergerät Verstärker Midline Soundsystem.

Bei Fahrzeugen mit Code 810 (Sound-System) sendet das Steuergerät HERMES das Signal für die Lautlosfunktion an das Steuergerät Verstärker Soundsystem.

Bei Fahrzeugen mit Code 811 (Advanced Sound-System) sendet das Steuergerät HERMES das Signal für die Lautlosfunktion an das Steuergerät Verstärker Advanced Soundsystem.

Sobald eine Verbindung zur Mercedes-Benz Dienstzentrale besteht, sendet das Steuergerät HERMES automatisch ein Datentelegramm an die Dienstzentrale. Das Datentelegramm übermittelt folgende Daten:

Zeitstempel

GPS-Position des Fahrzeugs

Sprache

Fahrzeug-Identifizierungsnummer

Status MB Contact (EIN oder AUS)

Positionshistorie (Zurückverfolgung der Fahrzeugpositionen bis in eine Entfernung von wenigen 100 m vom aktuellen Standort)

Anzahl der Fahrzeuginsassen (geschätzt)

Nach der Übermittlung eines Datentelegramms an die Mercedes-Benz Dienstzentrale kann der Nutzer über die Sprachverbindung mit einem Kundenbetreuer sprechen. Die Mercedes-Benz Dienstzentrale führt das Gespräch möglichst in der Sprache, die in den Systemeinstellungen der Headunit ausgewählt und im Datentelegramm übermittelt wurde. Für die Spracheingabe wird das Mikrofon Freisprecheinrichtung Fahrer verwendet, welches fahrerseitig in der Dachinnenverkleidung verbaut ist. Die Freisprecheinrichtung steht für die Dauer des Notrufs nicht für Telefongespräche zur Verfügung.

Das Steuergerät HERMES erhält die ausgehenden Sprachsignale vom Mikrofon Freisprecheinrichtung Fahrer über die Headunit.

Das Steuergerät HERMES gibt die eingehenden Sprachsignale über den Lautsprecher Instrumententafel Mitte (außer Code 811 (Advanced Sound-System)) aus oder über den Mitteltonlautsprecher Instrumententafel Mitte (mit Code 811 (Advanced Sound-System)).

Die Lautstärke der Sprachausgabe kann mit folgenden Bedienelementen eingestellt werden:

Tastengruppe Multifunktionslenkrad Headunit (ab 01.06.2018)

Die Lenkradelektronik liest die Bediensignale des Schalters Lautstärkenanpassung direkt ein. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest diese über Lenkrad-CAN ein und sendet sie über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet die Bediensignale der Tastengruppen Multifunktionslenkrad über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Tastengruppe Multifunktionslenkrad Kombiinstrument (bis 31.05.2018)

Die Lenkradelektronik liest die Bediensignale direkt ein. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest diese über Lenkungs-LIN ein und sendet sie über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet die Bediensignale der Tastengruppen Multifunktionslenkrad über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Taste Lautstärkeregelung im jeweiligen unteren Bedienfeld

Das jeweilige untere Bedienfeld sendet die Bediensignale über UBF-LIN, Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only)) oder Touchpad (mit Code 446 (Touchpad only)) und Telematik-CAN an die Headunit. Die Headunit sendet die Bediensignale über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN an das Steuergerät HERMES.

Bei einem manuellen oder automatischen Notruf kann die Dienstzentrale bei Bedarf Kartendaten zum Fahrzeug übertragen. Die Daten werden dem Navigationsmodul der Headunit zur Verfügung gestellt.

Funktionsschema Elektrik Manueller oder automatischer Notruf Funktion

PE82.95-P-2066-97DBA

Übersicht Systembauteile Telematik

GF82.85-P-9999FG

Referenzierte Dokumente