TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 608 (Adaptiver Fernlicht-Assistent) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 615 (Leuchteinheit Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integriertem Kurvenlicht) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 616 (Leuchteinheit Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integriertem Kurvenlicht asymetrisch) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr)) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 622 (Intelligent Light System (Rechtsverkehr)) |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Keine Über- oder Unterspannung (Betriebsspannungsbereich U 7 17,5 V)
Transportmodus nicht aktiv (ab 1.6.12)
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt
Abblendlicht Ein
Funktion "Intell. Light System:" im Menü Einstell.", "Licht" im Kombiinstrument (A1) aktiviert
Detaillierte Informationen zum Betriebszustand Transportmodus sind in der separaten Funktionsbeschreibung "Energiemanagement Funktion" enthalten.
Das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt sendet das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) und über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN (CAN G) an das Steuergerät Xenon-Licht links (E1n1) an der Leuchteinheit vorn links (E1) und an das Steuergerät Xenon-Licht rechts (E2n1) an der Leuchteinheit vorn rechts (E2).
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung (S1) bei Typ 207.3 bis 31.5.10 über Instrumententafel-LIN (LIN 1) und bei Typ 207.3 ab 1.6.10, Typ 207.4 direkt (spannungscodiert) bzw. den Status des Regen-/Lichtsensors (B38/2) über Wischer/Innenspiegel-LIN (LIN 2) ein. Anschließend gibt das Steuergerät SAM vorn die Anforderung "Abblendlicht Ein" über ein Spannungssignal direkt an die Steuergeräte Xenon-Licht aus.
Die Auswahl und das Ein- oder Ausschalten der Funktion erfolgt manuell über die Bedienebene im Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet den entsprechenden Status über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM vorn und über Innenraum-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht.
Zusatzfunktionen Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Zusatzfunktionen Fahrlichtansteuerung ermöglichen eine optimale Fahrbahnausleuchtung bei unterschiedlichen Fahrsituationen und Witterungsverhältnissen.
Dies erfolgt durch Erhöhung der Lichtleistung, gezieltes Ansteuern zusätzlicher Lichtquellen und verschiedener Aktoren in den Leuchteinheiten vorn. Während der Ansteuerung der Zusatzfunktionen Fahrlichtansteuerung ist die Fahrlichtansteuerung aktiv, die in einem separaten Dokument beschrieben ist.
Die Zusatzfunktionen Fahrlichtansteuerung umfassen folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abbiegelicht
Funktionsablauf dynamisches Kurvenlicht
Funktionsablauf aktive Lichtverteilung (bei Code (621) Intelligent Light System (Linksverkehr) oder Code (622) Intelligent Light System (Rechtsverkehr) und Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abbiegelicht
Richtungsblinken aktiv und Fahrzeuggeschwindigkeit v < 40 km/h (ohne Code (494) USA-Ausführung) oder
v < 60 km/h (bei Code (494) USA-Ausführung) oder
Lenkwinkel erkannt und Fahrzeuggeschwindigkeit v < 70 km/h
Kurvenradius r 80 m
Funktionsablauf Abbiegelicht
Das Abbiegelicht verbessert die Ausleuchtung des kurveninneren Fahrbahnrandes.
Die direkten Eingangsgrößen der Abbiegelichtansteuerung sind der Lenkwinkel, erfasst vom Lenkwinkelsensor (N49), und die Funktion Richtungsblinken, definiert durch die Schalterstellung des Kombischalters (S4), denn sie beschreiben den Richtungswunsch des Fahrers.
Die Fahrzeuggeschwindigkeit beeinflusst das Ansteuerverhalten der Abbiegelichtansteuerung. Bei langsamer Fahrt ist ein niedriger Einschaltpunkt nötig, damit die Abbiegelichtansteuerung im Stadtverkehr frühzeitig aktiviert wird.
Schematische Darstellung Lichtverteilung bei aktiver Abbiegelichtansteuerung |
A | Lichtkegel Abblendlicht |
B | Lichtkegel Abbiegelicht |
P82.10-6708-75
Die Daten des Lenkwinkelsensors und die Schalterstellung des Kombischalters liest das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN.
Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen errechnet. Hierfür sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts- Programm (N30/4) (ohne Code (233) DISTRONIC PLUS) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (bei Code (233) DISTRONIC PLUS) entsprechende Daten über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument errechnet die anzuzeigende Fahrzeuggeschwindigkeit und sendet diese über Innenraum-CAN und über Fahrwerk-CAN.
Das Steuergerät SAM vorn sendet alle relevanten Informationen über Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht, die diese auswerten.
Anschließend steuert das Steuergerät Xenon-Licht links ggf. das Abbiegelicht links (E1e9) oder das Steuergerät Xenon-Licht rechts ggf. das Abbiegelicht rechts (E2e9) an.
Es wird grundsätzlich nur ein Abbiegelicht angesteuert, bei Vorwärtsfahrt das kurveninnere und bei Rückwärtsfahrt das kurvenäußere. Durch den schnellen Wechsel des Lenkradeinschlages oder der Anforderung Richtungsblinken können kurzzeitig beide Abbiegelichter aufleuchten. Das An- und Ausschalten des entsprechenden Abbiegelichts erfolgt gedimmt.
Die Anforderung durch die Funktion Richtungsblinken hat unterhalb einer Fahrzeuggeschwindigkeit von v = 40 km/h gegenüber der Anforderung durch das Erkennen des Lenkwinkels eine höhere Priorität, um bei eingeschlagenem Lenkrad und entgegengesetzter Abbiegerichtung die Ausleuchtung des kurveninneren Fahrbahnrandes zu gewährleisten (Situation Kreisverkehr). Bei eingelegtem Rückwärtsgang werden nur die Daten des Lenkwinkelsensors ausgewertet.
Der Status "Rückwärtsgang eingelegt" wird wie folgt definiert.
Fahrzeuge mit Getriebe 711, 716:
Das Einlegen des Rückwärtsgangs wird über den Status des Schalters Rückfahrleuchte (S16/2) definiert, der vom Steuergerät SAM vorn direkt eingelesen wird.
Fahrzeuge mit Getriebe 722:
Die Anforderung "Fahrstufe R einlegen" wird durch die entsprechende Wählhebelstellung definiert.
Das Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (N15/5) sendet die Wählhebelstellung über Antriebs-CAN (CAN C), Steuergerät CDI oder Steuergerät ME und Fahrwerk-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Im Steuergerät SAM vorn sind zwei Mikroprozessoren verbaut, einer zur Steuerung der Grundfunktionen, z. B. der Außenbeleuchtung, und der Zweite zur Steuerung der Zentralgateway-Funktionen. Beide Prozessoren kommunizieren intern über Innenraum-CAN miteinander. Der Mikroprozessor zur Steuerung der Zentralgateway- Funktionen generiert aus der eingehenden Information das von der Getriebevariante unabhängige Signal "Rückwärtsgang eingelegt" und sendet dieses über Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht.
Bei gleichzeitiger Anforderung der Funktion Abbiegelicht durch den erkannten Lenkwinkel und die Funktion Richtungsblinken wird die Ansteuerempfindlichkeit herabgesetzt. Das entsprechende Abbiegelicht wird schon bei einem Kurvenradius von r 500 m angesteuert.
Bei plötzlichem Entfallen der Funktionsanforderung bleibt das entsprechende Abbiegelicht für eine Haltezeit von ca. t = 2 s eingeschaltet und wird dann innerhalb von t = 2 s gedimmt ausgeschaltet.
Durch schnellen Wechsel des Lenkradeinschlages oder der Anforderung Richtungsblinken können kurzzeitig beide Abbiegelichter aufleuchten.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen dynamisches Kurvenlicht
Fahrzeug in Vorwärtsbewegung
Funktion "Erweitertes Nebellicht" deaktiviert
Funktionsablauf dynamisches Kurvenlicht
Das dynamische Kurvenlicht verbessert die Fahrbahnausleuchtung bei Kurvenfahrt. Hierfür wird der Abblendlichtkegel horizontal in Richtung Kurvenmittelpunkt geschwenkt. Als Basis dient ein konventioneller Bi-Xenon- Scheinwerfer, dessen Scheinwerfereinsatz schwenkbar in einem Halterahmen gelagert ist. Beim Einlenken in eine Kurve wird der kurveninnere Scheinwerfereinsatz bis zu α = 15°, der kurvenäußere Scheinwerfereinsatz bis zu α = 7,5° geschwenkt.
Schematische Darstellung Lichtverteilung bei aktiver Funktion dynamisches Kurvenlicht |
A | Lichtkegel Abblendlicht |
C | Lichtkegel dynamisches Kurvenlicht |
P82.10-6709-75
Die Funktion dynamische Kurvenlichtansteuerung ist abhängig von folgenden Steuergrößen:
Lenkwinkel
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gierverhalten des Fahrzeugs
Die direkte Eingangsgröße ist der Lenkwinkel. Die Fahrzeuggeschwindigkeit beeinflusst das Regelverhalten des Systems (Übersetzung Lenkwinkel zu Schwenkwinkel).
Bei niedriger Fahrzeuggeschwindigkeit ist eine kleinere Übersetzung notwendig, damit das Lichtbild z. B. im Stadtverkehr nicht zu nervös wirkt.
Bei mittleren Fahrzeuggeschwindigkeiten erfolgen direkte Reaktionen auf relativ kleine Lenkwinkeländerungen und bei höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten werden diese Reaktionen wieder stärker gedämpft. Um die natürlichen Pendelbewegungen des Fahrzeugs bei Geradeausfahrt auszugleichen, ist ein Bereich mit geringerer Empfindlichkeit und stärkerer Dämpfung vorgesehen (ca. 6° Lenkwinkel).
Den vom Lenkwinkelsensor erfassten Lenkradeinschlag sendet das Steuergerät Mantelrohrmodul, Informationen zur Eigenbewegung des Fahrzeugs das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Fahrzeuggeschwindigkeit das Kombiinstrument über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich- CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht.
Das Gierverhalten des Fahrzeugs wird vom Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung (B24/15) erfasst. Dieser sendet entsprechende Informationen über Fahrdynamik-CAN (CAN H) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Die Steuergeräte Xenon-Licht werten alle relevanten Informationen aus. Anschließend steuert das Steuergerät Xenon-Licht links den Stellmotor aktives Kurvenlicht links (E1m2) über Scheinwerfer-LIN links (LIN G1) und das Steuergerät Xenon-Licht rechts den Stellmotor aktives Kurvenlicht rechts (E2m2) über Scheinwerfer-LIN rechts (LIN G2) an.
Bei defekter Kurvenlichtansteuerung werden die Scheinwerfereinsätze, wenn möglich, in Mittellage geschwenkt.
Bei Ausfall eines Stellmotors aktives Kurvenlicht wird durch Ansteuerung des Stellmotors Lichtverteilung links (E1m3) oder des Stellmotors Lichtverteilung rechts (E2m3) der ansteigende Teil der Hell-Dunkel-Grenze abgedeckt und dadurch die Blendwirkung für den Gegenverkehr herabgesetzt.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung aktive Lichtverteilung (bei Code (621) Intelligent Light System (Linksverkehr) oder Code (622) Intelligent Light System (Rechtsverkehr) und Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Fahrzeug in Vorwärtsbewegung
Funktionsablauf aktive Lichtverteilung (bei Code (621) Intelligent Light System (Linksverkehr) oder Code (622) Intelligent Light System (Rechtsverkehr) und Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Die aktive Lichtverteilung umfasst folgende Unterfunktionen:
Funktionsablauf Autobahnlicht
Funktionsablauf erweitertes Nebellicht
Funktionsablauf adaptives Fernlicht (bei Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Die Funktionsabläufe sind jeweils beispielhaft am Linkslenker-Fahrzeug beschrieben.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Autobahnlicht
Funktion Erweitertes Nebellicht nicht aktiv
Kurvenradius r 800 m
Funktionsablauf Autobahnlicht
Das Autobahnlicht verbessert die Ausleuchtung der Fahrbahn durch das Erhöhen der Reichweite des Abblendlichts, ohne den vorausfahrenden Verkehr zu blenden. Realisiert wird diese Funktion durch vertikales Auslenken des Lichtkegels und Erhöhen der Lichtleistung. Das Autobahnlicht wird bei autobahn- bzw. schnellstraßentypischen Fahrzeuggeschwindigkeiten aktiviert.
Bei Regen wird die Funktion Autobahnlicht deaktiviert.
Die Regenerkennung erfolgt durch die Auswertung des Scheibenwischersignals (Scheibenwischer außerhalb Parkposition). Wenn sich der Scheibenwischer weniger als t = 600 ms in der Park-Position befindet, wird dies als Dauerwischen gewertet. Regen wird erkannt, wenn die Funktion Dauerwischen für t > 2 min aktiv ist. Das Steuergerät SAM vorn steuert die Wischeranlage.
Schematische Darstellung Lichtverteilung bei aktiver Funktion Autobahnlicht |
A | Lichtkegel Abblendlicht |
D | Lichtkegel Autobahnlicht |
P82.10-6710-75
Die Funktion Autobahnlicht ist abhängig von folgenden Steuergrößen:
Lenkwinkel
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gierverhalten des Fahrzeugs
Den vom Lenkwinkelsensor erfassten Lenkradeinschlag sendet das Steuergerät Mantelrohrmodul, Informationen zur Eigenbewegung des Fahrzeugs das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Fahrzeuggeschwindigkeit das Kombiinstrument über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich- CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht gesendet.
Die Steuergeräte Xenon-Licht werten alle relevanten Informationen aus.
Ab einer Fahrzeuggeschwindigkeit von v = 90 km/h und einem Kurvenradius von r > 800 m für mehr als s = 2,5 km Fahrstrecke wird die Lichtleistung der Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät links (E1e10) und der Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät rechts (E2e10) vom entsprechenden Steuergerät Xenon-Licht linear bis auf P = 38 W erhöht.
Zusätzlich steuert das Steuergerät Xenon-Licht links ab einer Fahrzeuggeschwindigkeit von v = 110 km/h und einem Kurvenradius von r > 800 m für mehr als s = 1 km Fahrstrecke den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) an. Der Scheinwerfereinsatz der Leuchteinheit vorn links wird angehoben. Dadurch wird die Reichweite des Abblendlichts erhöht. Die maximale Anhebung wird bei v = 130 km/h erreicht.
Fällt die Fahrzeuggeschwindigkeit auf unter v = 80 km/h ab, wird die Funktion Autobahnlicht deaktiviert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung erweitertes Nebellicht
Nebelschlusslichtansteuerung aktiv
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung (bei Typ 207.3 bis 31.5.10) oder der Taste Nebelschlusslicht (S1s10) (bei Typ 207.3 ab 1.6.10, Typ 207.4) ein und sendet den Status der Nebelschlusslichtansteuerung über Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht.
Funktionsablauf erweitertes Nebellicht
Das erweiterte Nebellicht verbessert die Ausleuchtung der Fahrbahnränder und verringert die Eigenblendung. Es wird bei stadtverkehrs- und landstraßentypischen Fahrzeuggeschwindigkeiten aktiviert. Der Lichtkegel der Xenon-Lampe in der fahrbahninneren Leuchteinheit vorn wird bei Fahrzeuggeschwindigkeiten unterhalb von v = 70 km/h abgesenkt und nach außen gelenkt.
Schematische Darstellung Lichtverteilung bei aktiver Funktion Erweitertes Nebellicht |
A | Lichtkegel Abblendlicht |
E | Lichtkegel erweitertes Nebellicht |
P82.10-6711-75
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Xenon-Licht links.
Das Steuergerät Xenon-Licht links wertet alle relevanten Informationen aus und steuert den Stellmotor Lichtverteilung links und den Stellmotor aktives Kurvenlicht links an. Der Scheinwerfereinsatz der Leuchteinheit vorn links wird um α = 8° nach außen geschwenkt und der nach rechts ansteigende Teil der Hell-Dunkel-Grenze abgedeckt. Die Eigenblendung wird reduziert und die seitliche Fahrbahnausleuchtung verbessert.
Bei aktiver Funktion erweitertes Nebellicht wird die Funktion dynamisches Kurvenlicht deaktiviert.
Wird während des aktiven erweiterten Nebellichts die Funktion Fernlicht angefordert, bleibt die Position des Scheinwerfereinsatzes erhalten.
Der Scheinwerfer Tagfahrlicht links (E1/3) und der Scheinwerfer Tagfahrlicht rechts (E2/3) werden wegen der möglichen Eigenblendung abgeschaltet.
Unter folgenden Bedingungen wird die Funktion erweitertes Nebellicht deaktiviert:
Ausfall einer Leuchteinheit (Abblendlicht)
Fehlfunktionen des Stellmotors Lichtverteilung links oder des Stellmotors aktives Kurvenlicht links
Bei der Prüfung und der Einstellung der Leuchteinheiten vorn darf die Funktion Erweitertes Nebellicht nicht aktiv sein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen adaptives Fernlicht (bei Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Funktion über das Kombiinstrument aktiviert
Kombischalter in Stellung "Fernlicht"
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "A"
Fahrzeuggeschwindigkeit v > 40 km/h
Multifunktionskamera (A40/11) meldet Dunkelheit erkannt
Funktionsablauf adaptives Fernlicht (bei Code (608) Adaptiver Fernlicht-Assistent)
Die Funktion Adaptives Fernlicht ist eine Assistenzfunktion. Die Leuchtweite des Fahrlichtes wird durch das Ansteuern verschiedener Aktoren in den Leuchteinheiten vorn auf die Entfernung des nächsten vorausfahrenden oder entgegenkommenden Verkehrsteilnehmers angepasst. Wenn kein Verkehrsteilnehmer wahrgenommen wird, aktiviert die Funktion Adaptives Fernlicht automatisch das Fernlicht.
A | Lichtkegel Abblendlicht (ca. s = 65 m) |
F | Lichtkegel Abblendlicht bei Optischer Leuchtweitenregulierung (maximal s = 300 m) |
G | Lichtkegel Automatisches Fernlicht |
P82.10-6712-74
Die Auswahl und das Ein- und Ausschalten der Funktion erfolgt über die Bedienebene im Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet den entsprechenden Status über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Schalterstellung des Kombischalters über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung ein.
Nach dem Auswerten aller Funktionsvoraussetzungen sendet das Steuergerät SAM vorn die Freigabe der Funktion adaptives Fernlicht über Fahrwerk-CAN an die Multifunktionskamera.
Die aktivierte Funktion adaptives Fernlicht wird durch ein Symbol im Multifunktions-Display (A1p13) des Kombiinstruments angezeigt. Zusätzlich steuert das Kombiinstrument die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) an. Hierfür sendet das Steuergerät SAM vorn den Status "Fernlicht Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument.
Zur Umsetzung der Funktion Adaptives Fernlicht wertet die Multifunktionskamera zusätzlich unter anderem noch folgende Informationen aus:
Lenkwinkel und Lenkwinkelgeschwindigkeit
Fahrzeuggeschwindigkeit (Raddrehzahlsignale)
Gierverhalten (Eigenbewegung) des Fahrzeugs
Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Daten des Lenkwinkelsensors und das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet Informationen zu den Raddrehzahlen als Indikatoren der Fahrzeuggeschwindigkeit und Informationen zum Gierverhalten des Fahrzeugs über Fahrwerk-CAN an die Multifunktionskamera.
Die Verkehrs- und Umgebungssituation vor dem Fahrzeug wird von der Multifunktionskamera ermittelt und entsprechend ausgewertet.
Durch das Ansteuern der in den Leuchteinheiten vorn verbauten Aktoren wird eine optimale Ausleuchtung der Fahrbahn gewährleistet, ohne dadurch andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
Die Multifunktionskamera unterscheidet aufgrund von Helligkeit, Form, Struktur, ggf. Farbe und Bewegung der erfassten Objekte, ob es sich dabei um vorausfahrende oder entgegenkommende Verkehrsteilnehmer, Straßenlampen, Schilder oder andere Teile der Infrastruktur handelt. Das in die Multifunktionskamera integrierte Bilderkennungsmodul beurteilt die Entfernungen zu den anderen Verkehrsteilnehmern, wertet die Außenhelligkeit der Fahrzeugumgebung aus und erkennt extreme Witterungsverhältnisse (z. B. dichter Nebel, starker Schneefall) sowie Tunneldurchfahrten.
Folgende Funktionszustände werden unterschieden:
Optische Leuchtweitenregulierung
Automatisches Fernlicht
Optische Leuchtweitenregulierung:
Die Multifunktionskamera sendet, abhängig von der Entfernung des Fahrzeugs zu anderen Verkehrsteilnehmern und der Straßengeometrie (Höhenunterschiede, Winkel), die Anforderung "Optische Leuchtweitenregulierung" über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht. Das Steuergerät Xenon-Licht links steuert daraufhin den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links über Scheinwerfer-LIN links und das Steuergerät Xenon-Licht rechts den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) über Scheinwerfer-LIN rechts an. Die Scheinwerfereinsätze der Leuchteinheiten vorn werden entsprechend angehoben. Die Fahrbahn wird besser ausgeleuchtet, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Der Lichtkegel des Xenon-Lichts variiert zwischen s = 65 m (Standardausleuchtung) und s = 300 m. Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit unter v = 40 km/h absinkt, wird die Optische Leuchtweitenregulierung deaktiviert.
Automatisches Fernlicht:
Die vollständige Freigabe der Lichtkegel der Xenon-Lampen erfolgt erst oberhalb einer Fahrzeuggeschwindigkeit von v = 55 km/h, wenn kein anderer Verkehrsteilnehmer erkannt wird. Hierfür steuern die Steuergeräte Xenon-Licht zusätzlich die Stellmotoren Lichtverteilung über Scheinwerfer-LIN an. Die Walzen, die die Lichtkegel der Xenon-Lampen teilweise abdecken, werden weggedreht und somit wird der gesamte Lichtstrahl zur Ausleuchtung der Fahrbahn freigegeben. Die Anforderung hierfür sendet die Multifunktionskamera über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht. Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit unter v = 45 km/h absinkt, wird das Automatische Fernlicht deaktiviert. Die Aktivierungs- bzw. Deaktivierungsgeschwindigkeit des Automatischen Fernlichts wird adaptiv von der Multifunktionskamera gesteuert.
Auf Straßen mit regelmäßig angeordneten Straßenlaternen wird das Automatische Fernlicht deaktiviert.
Sobald das Automatische Fernlicht aktiviert wird, leuchtet die Kontrollleuchte Fernlicht im Kombiinstrument auf.
Grenzen des adaptiven Fernlichts:
In engen Kurven kann die Multifunktionskamera aufgrund des Erfassungswinkels ( = 35°) entgegenkommende Fahrzeuge nicht oder nur sehr spät erkennen. Das Automatische Fernlicht wird lenkwinkelabhängig deaktiviert.
Auf Straßen mit baulicher Trennung (z. B. Leitplanken auf Autobahnen) sind die Scheinwerfer der entgegenkommenden Fahrzeuge häufig verdeckt. Diese Fahrzeuge werden von der Multifunktionskamera nicht erkannt. Das Automatische Fernlicht wird nicht abgeschaltet.
Aufgrund der Geometrie der baulichen Trennung und der Anordnung der Scheinwerfer bei PKW werden die Fahrer entgegenkommender PKW nicht geblendet. LKW-Fahrer werden jedoch aufgrund der hohen Sitzposition geblendet. Die Positionslampen an LKW reichen zur Erkennung nicht aus.
Bei Kuppenüberfahrten werden entgegenkommende Fahrzeuge erst spät erkannt und somit das Automatische Fernlicht auch später abgeschaltet. In einer solchen Situation wird der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs aber auch durch das Abblendlicht geblendet.
Lange sichtbare und langsam heller werdende Lichter (z. B. bei Teilverdeckung der Scheinwerfer durch Bäume) erschweren die Erkennung entgegenkommender Fahrzeuge.
Bei plötzlich auftretenden hellen Lichtern (z. B. Straßenlaternen, Ampeln, Hofbeleuchtungen) wird das Automatische Fernlicht deaktiviert.
Manche Reflektoren können nicht eindeutig von Verkehrsteilnehmern (z. B. Motorradfahrer) unterschieden werden. Wegen der bestehenden Gefahr, andere Verkehrsteilnehmer blenden zu können, wird das Automatische Fernlicht deaktiviert.
Referenzierte Dokumente
- gf8210p9998ca Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung
- gf8210p9998cam Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung