Vernetzung
Bei Fahrzeugen ab Modelljahr 2016 gibt es zwei Varianten des Fahrwerk-CAN (CAN E).
Variante 1:
Beinhaltet das Fahrzeug keinen der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist nach wie vor nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.
Variante 2:
Beinhaltet das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind ein Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1) und ein Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) vorhanden:
CODE 218 (Rückfahrkamera)
CODE 234 (Totwinkel-Assistent)
CODE 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)
CODE 475 (Reifendruckkontrolle)
CODE 476 (Spurhalte-Assistent)
CODE 513 (Verkehrszeichen-Assistent)
CODE 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)
CODE 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)
CODE 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)
CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))
CODE 622 (Intelligent Light System)
CODE 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)
CODE 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)
Im folgenden Text wird jeweils zwischen Variante 1 und Variante 2 unterschieden. Fahrzeuge bis Modelljahr 2016 sind der Variante 1 zuzuordnen.
A1 | Kombiinstrument |
A1p13 | Multifunktions-Display |
A8/1 | Senderschlüssel |
A79/3 | Elektrische Maschine (Typ 242.890) |
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) (bei Motor 651 am Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) und Antriebs-CAN (CAN C) und bei Motor 607 am Antriebsstrang-CAN (CAN T) angebunden) |
N3/10 | Steuergerät ME (Benzinmotor) |
N26/5 | Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung (Getriebe 711) |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
N93/8 | Steuergerät Antriebsstrang Gateway (Typ 242.890) |
N127 | Steuergerät Antriebsstrang (Motor 607 oder Typ 242.890) |
N147/2 | Steuergerät Leistungselektronik (Typ 242.890) |
Y3/14n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe (Getriebe 724) |
CAN B | Innenraum-CAN |
CAN C | Antriebs-CAN |
CAN E | Fahrwerk-CAN (Variante 1) |
CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) |
CAN EL | Elektroantriebs-CAN (Typ 242.890) |
CAN T | Antriebsstrang-CAN (Motor 607) |
CAN V | Fahrzeug-CAN (Typ 242.890) |
A | Motor 607 |
B | Typ 242.890 |
P80.57-2284-76
Stellungen des Senderschlüssels im Steuergerät elektronisches Zündschloss |
A8/1 | Senderschlüssel |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
P80.57-2127-01
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 30 Ein
Gültiger Senderschlüssel in das Steuergerät elektronisches Zündschloss gesteckt
Fahrberechtigungssystem Stufe 4 (FBS 4) allgemein
Das FBS 4 ermöglicht das Einschalten der Zündung und das Starten des Motors oder der elektrischen Maschine (Typ 242.890). Das FBS 4 ist ein Verbund von Steuergeräten, die jeweils eigenständig die Berechnung des Fahrberechtigungscodes durchführen und abgleichen. Bei gültigem Abgleich erfolgt die Freigabe.
Am FBS 4 sind folgende Steuergeräte maßgeblich beteiligt:
Steuergerät elektronisches Zündschloss
Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung (Getriebe 711)
Steuergerät ME (Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (Dieselmotor)
Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe (Getriebe 724)
Steuergerät Antriebsstrang (Motor 607 oder Typ 242.890)
Steuergerät Antriebsstrang Gateway (Typ 242.890)
Steuergerät Leistungselektronik (Typ 242.890)
Elektrische Maschine (Typ 242.890)
Das FBS 4 umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15C (Senderschlüssel in Stellung "A" (Senderschlüssel steckt))
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15R (Senderschlüssel in Stellung "B" (Radiostellung))
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15 (Senderschlüssel in Stellung "C" (Zündung Ein))
Funktionsablauf Schalten der Klemme 50 (Senderschlüssel in Stellung "D" (Motor starten))
Funktionsablauf Deaktivieren der Klemmen
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15C (Senderschlüssel in Stellung "A" (Senderschlüssel steckt))
Beim Einstecken des Senderschlüssels in das Steuergerät elektronisches Zündschloss schaltet dieses die induktive Energieübertragung (Spannungsversorgung des Senderschlüssels) ein. Der Senderschlüssel und das Steuergerät elektronisches Zündschloss tauschen verschlüsselte Daten über Infrarot zur Identifikation des Senderschlüssels miteinander aus.
Der Code zur Identifikation wird im Dialog zwischen dem Senderschlüssel und dem Steuergerät elektronisches Zündschloss nach dem so genannten Hash-Verfahren berechnet.
Das Hash-Verfahren ist eine Einwegeverschlüsselung, mit der verhindert wird, dass das Fahrzeug mit einem ungültigen Senderschlüssel gestartet werden kann. Bei diesem Verfahren wird aus einer Zahlenkombination eine neue Zahlenkombination berechnet. Bereits berechnete Zahlenkombinationen können durch erneute Berechnungen nicht noch einmal entstehen.
Nach Kommunikationsende schaltet das Steuergerät elektronisches Zündschloss die Energieübertragung zum Senderschlüssel ab.
Nach Identifikation des Senderschlüssels erfolgen u. a.:
Wecken des Innenraum-CAN, des Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), des Antriebs-CAN, des Antriebsstrang-CAN (Motor 607), des Fahrzeug-CAN (Typ 242.890) und des Elektroantriebs-CAN (Typ 242.890)
Ausgabe der Klemme 15C
Entriegelung der Lenkungsverriegelung durch das Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet das Signal "Anfrage Fahrtberechtigung" über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) an das Steuergerät CDI (Motor 651) oder das Steuergerät ME (Benzinmotor) und über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät CDI (Motor 651) oder Steuergerät ME und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe.
Bei Motor 607 sendet das Steuergerät elektronisches Zündschloss das Signal "Anfrage Fahrtberechtigung" über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang und Antriebsstrang-CAN an das Steuergerät CDI.
Bei Typ 242.890 sendet das Steuergerät elektronisches Zündschloss das Signal "Anfrage Fahrtberechtigung" über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang, Fahrzeug-CAN, Steuergerät Antriebsstrang Gateway, Elektroantriebs-CAN, Steuergerät Leistungselektronik und eine direkte Leitung an die elektrische Maschine.
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet das Signal "Anfrage Fahrtberechtigung" direkt an das Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung (Getriebe 711).
Die Prüfung, die Freigabe und die anschließende Rückmeldung erfolgt von jedem Steuergerät separat. Der Signalfluss zum Steuergerät elektronisches Zündschloss erfolgt in umgekehrter Richtung.
Bei entladener Batterie des Senderschlüssels kann das Fahrzeug dennoch gestartet werden.
Die Tasten des Senderschlüssels sind nicht aktiv, solange er im Steuergerät elektronisches Zündschloss steckt.
Wenn ein ungültiger Senderschlüssel identifiziert wurde, wird im Multifunktions-Display des Kombiinstruments eine Meldung ausgegeben. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet die Anforderung zur Anzeige dieser Meldung über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument.
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15R (Senderschlüssel in Stellung "B" (Radiostellung))
Durch Drehen des Senderschlüssels in die Stellung "B" erfolgt die Ausgabe der Klemme 15R. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15R über Innenraum-CAN, Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Antriebs-CAN, Antriebsstrang-CAN (Motor 607), Fahrzeug-CAN (Typ 242.890) und Elektroantriebs-CAN (Typ 242.890).
Der Klemmenstatus Klemme 15R wird auch über Telematik-CAN (CAN A), Diagnose-CAN (CAN D), Frontbereich-CAN (CAN G) und Antriebssensor-CAN (CAN I) gesendet.
Die Lenkungsverriegelung (Getriebe 711) wird vom Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung gesichert. Solange die Lenkungsverriegelung nicht entriegelt ist, kann keine Klemme geschaltet werden. Der Senderschlüssel kann ab Stellung "B" nicht mehr abgezogen werden.
Das Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung (Getriebe 711) hat zwei Versorgungsleitungen, eine vom Steuergerät SAM (N10) und eine vom Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10). Die Elektrische Lenkungs-Verriegelung kann den Verriegelungsbolzen in Richtung Verriegeln nur verfahren, wenn beide Versorgungsleitungen aktiv sind. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss muss die Aktivschaltung der jeweiligen Leitung anfordern. Hierfür müssen die Radimpulszähler = 0 (für das Steuergerät Supplemental Restraint System) oder die Klemme 15C Aus (für das Steuergerät SAM) sein.
Funktionsablauf Schalten der Klemme 15 (Senderschlüssel in Stellung "C" (Zündung Ein))
Durch Drehen des Senderschlüssels in die Stellung "C" erfolgt die Ausgabe der Klemme 15. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Innenraum-CAN, Antriebs-CAN, Antriebsstrang-CAN (Motor 607), Fahrzeug-CAN (Typ 242.890) und Elektroantriebs-CAN (Typ 242.890). Stromintensive Verbraucher werden mit Klemme 15X versorgt.
Parallel dazu erfolgt eine verschlüsselte FBS 4-Anfrage an das Steuergerät elektronisches Zündschloss.
Funktionsablauf Schalten der Klemme 50 (Senderschlüssel in Stellung "D" (Motor starten))
Durch Drehen des Senderschlüssels in die Stellung "D" erfolgt die Ausgabe der Klemme 50. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Innenraum-CAN, Antriebs-CAN, Antriebsstrang-CAN (Motor 607), Fahrzeug-CAN (Typ 242.890) und Elektroantriebs-CAN (Typ 242.890).
Die Klemme 15X wird so lange vom Innenraum-CAN und vom Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) genommen, bis die Ausgabe der Klemme 50 beendet wird.
Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor
Das Steuergerät CDI (Motor 651) oder das Steuergerät ME (Benzinmotor) empfängt den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) und steuert den Starter (M1) an. Der Motor wird gestartet.
Bei Motor 607 empfängt das Steuergerät CDI den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang und Antriebsstrang-CAN und steuert den Starter an. Der Motor wird gestartet.
Elektrofahrzeug (Typ 242.890)
Das Steuergerät Leistungselektronik empfängt den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2), Steuergerät Antriebsstrang, Fahrzeug-CAN, Steuergerät Antriebsstrang Gateway, Elektroantriebs-CAN und steuert die elektrische Maschine an.
Beim Abschalten der Klemme 15X werden elektrische Verbraucher abgeschaltet, um den Motorstart zu erleichtern. Der Senderschlüssel wird nach dem Loslassen automatisch wieder in Stellung "C" zurückgedreht.
Funktionsablauf Deaktivieren der Klemmen
Das Zurückdrehen des Senderschlüssels nach links bewirkt das Abstellen des Motors. Vom Steuergerät elektronisches Zündschloss werden hierbei folgende Funktionen realisiert:
Senderschlüssel in Stellung "B"
Signale Klemme 15 und Klemme 15X ausschalten
Senderschlüssel in Stellung "A"
Klemme 15R Aus
Senderschlüssel kann abgezogen werden, Lenkungsverriegelung wird vom Steuergerät Elektrische Lenkungs-Verriegelung verriegelt
Bei gestecktem Senderschlüssel bleibt Klemme 15C aktiv. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss kann beim Wiederstart, ohne dass der Senderschlüssel abgezogen wird, eine neue Abfrage zur Identifikation des Senderschlüssels anfordern.
TYP 117, 156, 176, 242, 246 mit GETRIEBE 724
ab Modell-J. 2015
Ist die Kommunikation gestört oder das Steuergerät elektronisches Zündschloss defekt, erfolgt die Ansteuerung über den Not-Pfad. Dafür wird die Bordnetzspannung vom Steuergerät elektronisches Zündschloss auf den Not-Pfad geschaltet. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss fordert außerdem die "Parkstellung" an.
Referenzierte Dokumente
- gf8000p9999kn Übersicht Systembauteile Diebstahlschutz und Verriegelung