Funktionsvoraussetzung allgemein
Klemme 15 Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Kombiinstrument (A1).
Betriebszustände anzeigen allgemein
Die Anzeige der Betriebszustände dient der permanenten Information des Fahrers über die aktuellen Betriebszustände des Fahrzeugs.
Die Funktion Betriebszustände anzeigen umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Anzeige der Geschwindigkeit
Funktionsablauf Anzeige der Motordrehzahl
Funktionsablauf Anzeige der Kühlmitteltemperatur
Funktionsablauf Anzeige der Wegstrecke
Funktionsablauf Anzeige der Kraftstoffmenge
Funktionsablauf Gang- und Fahrprogrammanzeige (Getriebe 722, 724, 725)
Funktionsablauf Anzeige "ECO"
Funktionsablauf Anzeige Transportmodus
Funktionsablauf Anzeige der Geschwindigkeit
Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus der Raddrehzahl errechnet.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) sendet Informationen zur Raddrehzahl über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument errechnet die Fahrzeuggeschwindigkeit, gleicht diese mit der intern abgelegten Tachokennlinie ab und steuert den Tachometer (A1p8) über einen Schrittmotor entsprechend an.
Funktionsablauf Anzeige der Motordrehzahl
Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) sendet Informationen zur Motordrehzahl über Motor-CAN (CAN C), Steuergerät Antriebsstrang (N127), Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument empfängt die Motordrehzahl und steuert den Drehzahlmesser (A1p5) über einen Schrittmotor entsprechend an.
Typ 205, 253
mit Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)
Die Motordrehzahl wird nicht permanent angezeigt.
Funktionsablauf Anzeige der Kühlmitteltemperatur
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zur Kühlmitteltemperatur über Motor-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument empfängt diese und steuert die Kühlmitteltemperaturanzeige (A1p1) (Anzeige mit 12 Segmenten) entsprechend an.
Die Kühlmitteltemperaturanzeige wird über eine Korrekturkennlinie angesteuert. Diese Korrekturkennlinie definiert folgende vier Temperaturbereiche, in denen die Kühlmitteltemperaturanzeige unterschiedlich angesteuert wird:
T = 0 bis 80 °C: Die tatsächliche Kühlmitteltemperatur wird angezeigt. Die Anzeige erfolgt aber erst ab T 40 °C.
T = 80 bis 115 °C: Die Kühlmitteltemperaturanzeige zeigt konstant einen Wert von T = 90 °C an.
T = 115 bis 120 °C: Die Kühlmitteltemperaturanzeige zeigt konstant einen Wert von T = 95 °C an.
T = 120 bis 130 °C (Beginn roter Warnbereich): Die Kühlmitteltemperaturanzeige zeigt die tatsächliche Kühlmitteltemperatur an.
Bei Kühlmitteltemperaturen von T > 130 °C steuert das Kombiinstrument zusätzlich die Warnleuchte Kühlmitteltemperatur (A1e54) an. Im Multifunktionsdisplay (A1p13) des Kombiinstruments erscheint eine entsprechende Warnung. Wenn das Kombiinstrument keinen Wert für die Kühlmitteltemperatur empfängt, steuert es die Warnleuchte Kühlmitteltemperatur an. Die Kühlmitteltemperaturanzeige wird dann nicht angesteuert.
Funktionsablauf Anzeige der Wegstrecke
Das Kombiinstrument errechnet die zurückgelegte Wegstrecke aus der Raddrehzahl unter Berücksichtigung des Reifenumfangs.
Die Codierung der Reifengröße erfolgt über Diagnosetester.
Die Gesamtwegstrecke wird im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments angezeigt. Der maximal angezeigte Zählerstand der Gesamtwegstrecke beträgt 9.999.999. Danach erfolgt ein Überlauf zurück auf "0". Der tatsächliche Kilometerstand wird jedoch intern im Kombiinstrument weitergezählt.
Die Tageswegstrecke wird im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments angezeigt. Der maximal angezeigte Zählerstand der Tageswegstrecke beträgt 9999,9. Wenn dieser Wert erreicht ist, erfolgt ein Überlauf zurück auf "0". Die Gesamtwegstrecke wird kontinuierlich im nichtflüchtigen Speicher des Kombiinstruments abgelegt. Der aktuelle Stand der Tageswegstrecke wird ebenfalls im nichtflüchtigen Speicher des Kombiinstruments abgelegt.
Dieser Speicher gewährleistet auch bei abgeklemmter Bordnetzbatterie (G1) den Erhalt des Zählerstands für mindestens fünf Jahre.
Funktionsablauf Anzeige der Kraftstoffmenge
Der Füllstand des Kraftstoffbehälters wird vom Füllstandssensor Kraftstoffbehälter Kraftstoffanzeige, links (B4/1) und vom Füllstandssensor Kraftstoffbehälter Kraftstoffanzeige, rechts (B4/2) erfasst.
Das Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118) liest die Signale der Füllstandssensoren Kraftstoffbehälter direkt ein und sendet Informationen zum Füllstand des Kraftstoffbehälters über Antriebs-CAN (CAN C1), Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument empfängt den Füllstand des Kraftstoffbehälters, wertet diesen aus und steuert die Kraftstoffanzeige (A1p2) (Anzeige mit 12 Segmenten) entsprechend an.
Wenn der Reservebereich (ca. 12,5 % des maximalen Tankvolumens) erreicht ist, steuert das Kombiinstrument die Warnleuchte Kraftstoffreserve (A1e4) an. Im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments erscheint eine entsprechende Meldung.
Der Reservebereich wird durch den Vergleich des gemessenen Füllstands mit der gespeicherten Tankkennlinie definiert. Wenn der Reservebereich auf ca. 50 % abgesunken ist, wird im Menü Reichweite anstatt der Wegstreckenangabe ein Tankstellensymbol in Form einer Zapfsäule abgebildet.
Anzeigeverhalten der Kraftstoffanzeige:
Nach dem Einschalten der Klemme 15 wird der aktuelle Füllstand angezeigt.
Nach dem Motorstart wird der Anzeigewert für t = 4 s alle t = 0,8 s aktualisiert, um einen Wert bei Bordnetzspannung zu erhalten. Nach dieser Zeit oder sobald das Fahrzeug fährt, wird die Anzeige über eine Dämpfung aktualisiert.
Nach dem Abschalten der Klemme 15 wird die Kraftstoffanzeige ausgeschaltet.
Durch den Vergleich der Änderung des Füllstands des Kraftstoffbehälters mit dem errechneten Durchschnittsverbrauch wird das Festsitzen der Füllstandssensoren Kraftstoffbehälter erkannt. Wenn der Füllstand über eine bestimmte Strecke schneller abnimmt, als es durch den Durchschnittsverbrauch technisch möglich ist, wird ein defekter Füllstandssensor Kraftstoffbehälter erkannt. Im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments erscheint eine entsprechende Meldung.
Funktionsablauf Gang- und Fahrprogrammanzeige (Getriebe 722, 724, 725)
Die Gang- und Fahrprogramminformationen werden im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments angezeigt. Informationen zur Gang- und Fahrprogrammanzeige sendet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument.
Funktionsablauf Anzeige "ECO"
Die ECO Start-Stopp-Funktion wird nach jedem Zündungswechsel automatisch aktiviert und kann über das Touchpad (A105) (bei Code 446 (Touchpad only)) bzw. die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) (außer Code 446 (Touchpad only)) deaktiviert und wieder aktiviert werden.
Das Touchpad (bei Code 446 (Touchpad only)) bzw. die Audio/COMAND Bedieneinheit (außer Code 446 (Touchpad only)) sendet die getätigte Auswahl über Telematik-CAN (CAN A), Headunit (A26/17), Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Motor-CAN an das Steuergerät CDI oder an das Steuergerät ME. Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME prüft alle Funktionsvoraussetzungen und sendet den Status der ECO Start-Stopp-Funktion über Motor-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Betriebsbereitschaft der ECO Start-Stopp-Funktion wird dem Fahrer im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments durch das Symbol "ECO" angezeigt.
Wenn das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME bei Fahrzeugen mit Getriebe 716 im Fahrbetrieb anhand der aktuellen Parameter feststellt, dass ein automatisches Stoppen des Motors möglich ist, jedoch keine Neutralstellung eingelegt ist, wird die Schaltempfehlung " N" im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments ausgegeben.
Funktionsablauf Anzeige Transportmodus
Der Transportmodus wird im Produktionswerk am Ende des Produktionsprozesses aktiviert und versetzt das gesamte Fahrzeug in einen definierten Sonderzustand (z. B. begrenzte Fahrgeschwindigkeit oder eingeschränkte Außenlichtfunktionen).
Der Transportmodus bleibt auf dem Weg vom Produktionswerk zu den Händlern und Niederlassungen weltweit bis zur so genannten Ablieferkontrolle und der anschließenden Übergabe an den Endkunden aktiv.
Bei aktiviertem Transportmodus wird im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments die Meldung "Transportmodus" und der Ladezustand der Bordnetzbatterie 40-stufig in Form eines Balkendiagramms angezeigt.
Referenzierte Dokumente
- gf5430p9996rf Übersicht Systembauteile Kombiinstrument (KI) Bauteilbeschreibung