GF49.10-P-2010MOR | Dreiwege-Katalysator Bauteilbeschreibung | 13.11.08 |
MOTOR 275.9 im TYP 230.4 ab Modell-J. 2009
/AEJ 08 MOPF
P14.00-2058-12
Ansicht Abgasanlage vorn
158 Stirnwandkatalysator
G3/3 O2-Sonde links, vor KAT
G3/4 O2-Sonde rechts, vor KAT
G3/5 O2-Sonde links, nach KAT
G3/6 O2-Sonde rechts, nach KAT
Anordnung
Es sind jeweils zwei Katalysatoreinsätze in die motornahen Stirnwandkatalysatoren eingesetzt.
Aufgabe
Verringerung der Abgasemissionen:
– Stickoxide (NOX)
– Kohlenwasserstoff (HC)
– Kohlenmonoxid (CO)
P49.10-2419-76
Aufbau
Schematische Darstellung
1 Keramischer Monolith
2 Drahtgeflecht (Einbettung)
3 Doppelwandiges Gehäuse (Isolierung)
4 Trägerschicht (Washcoat) mit Beschichtung aus Edelmetall
Keramische Monolithen sind Keramikkörper, die von mehreren tausend kleinen Kanälen durchzogen sind. Diese werden vom Abgas durchströmt. Die Keramik besteht aus hochtemperaturfestem Magnesium-Aluminium-Silikat.
Der auf Spannungen äußerst empfindlich reagierende Monolith ist in ein elastisches Drahtgeflecht aus hochlegierten Stahldrähten gebettet und in einem doppelwandigen Edelstahlgehäuse befestigt.
Keramische Monolithen benötigen eine Trägerschicht (Washcoat) aus Aluminiumoxid (Al2O3), die die wirksame Fläche des Katalysators um ca. den Faktor 7000 vergrößert.
Die auf die Trägerschicht aufgebrachte wirksame katalytische Schicht aus Edelmetall besteht bei Dreiwege-Katalysatoren aus Platin, Rhodium und Palladium.
Platin und Palladium beschleunigen die Oxidation von Kohlenwasserstoff (HC) und Kohlenmonoxid (CO). Rhodium hilft bei der Reduktion der Stickoxide (NOX).
P49.10-2420-76
Funktion
Schematische Darstellung
A Abgas ungereinigt
B Abgas gereinigt
F Fettes Gemisch
M Mageres Gemisch
λ Lambda (Kraftstoff-Luftverhältnis)
CO Kohlenmonoxid
CO2 Kohlendioxid
HC Kohlenwasserstoff
H2O Wasser
N2 Stickstoff
NOX Stickoxide
Die Abgase durchströmen den Katalysator und kommen dabei mit den Edelmetallen Platin, Rhodium und Palladium in Kontakt.
Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid (CO) in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff (HC) in Wasser (H2O)+
Kohlendioxid (CO2) umgewandelt.
Durch Reduktion werden die Stickoxide (NOX) in Stickstoff (N2)
+Kohlendioxid (CO2) umgewandelt.
Entscheidend für die Schadstoffumwandlung (Konvertierung) der Schadstoffe ist der Restsauerstoffgehalt im Abgas. Die beste Schadstoffumwandlung wird bei λ=1 erreicht.
Betriebsbedingungen
Beim Katalysator ist die Betriebstemperatur entscheidend. Eine nennenswerte Schadstoffumwandlung setzt erst ab einer Betriebstemperatur von ca. 250 °C ein.
Ideale Betriebsbedingungen für hohe Umsetzungsraten und eine lange Lebensdauer herrschen im Temperaturbereich von
ca. 400 bis 800 °C.
Eine Temperatur >850 °C, wie sie bei Verbrennungsaussetzern entstehen kann, führt zur thermischen Zerstörung des Katalysators (Schmelzen des Monolithen).
Aufgrund der Eigenschaft drei Schadstoffkomponenten gleichzeitig zu verringern, wird die Bezeichnung "Dreiwege-Katalysator" verwendet.