gf4650p0001ca

Parameterlenkung (PML) Funktion

Typ gf · Thema 46.50 · Version 0101 · 2009-12-16

Gültig für: TYP 207.3 /4 mit CODE (213) Parameter-Lenkung

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 46 Lenkung › 46.50 Parameterlenkung (PML) — Baureihe 207 (Baumuster 3**, 4**)

GF46.50-P-0001CA

Parameterlenkung (PML) Funktion

16.12.09

TYP 207.3 /4 mit CODE (213) Parameter-Lenkung

Funktionsvoraussetzung

Status "Kl. 61 EIN"

Parameterlenkung (PML) allgemein

Die Drehbewegung des Lenkrades wird durch das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung in eine horizontale Bewegung umgesetzt.

Das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung hat eine variable Übersetzung.

Die Übersetzung steigt aus der Mitte nach rechts und links stetig an und erreicht bei einem Lenkradwinkel von = 90° den maximalen Wert.

Die Lenkunterstützung wird vom Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung selbst geregelt und erfolgt hydraulisch durch die über einen Riemen angetriebene Lenkhelfpumpe.

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Die aufzuwendende Handkraft am Lenkrad wird vom Fahrzeugstillstand bis zu einer Geschwindigkeit von v = 100 km/h nach einem vorgegebenen Kennfeld erhöht.

Zur Kühlung des Lenköles ist ein Ölkühler in Form einer Rohrschlange direkt vor dem Kondensator der Klimaanlage verbaut.

Die hydraulische Rückwirkung wird über das Magnetventil Parameterlenkung (Y10) dem jeweiligen Bedarf anpasst. Der Volumenstrom wird über das an der Lenkhelfpumpe verbaute Mengenregelventil Lenkhelfpumpe (Y10/1) bedarfsgerecht geregelt. Die elektronische Steuerung erfolgt vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (außer Code (233) DISTRONIC PLUS) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (mit Code (233) DISTRONIC PLUS).

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Die PML setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf PML Lenkeinschlag

Funktionsablauf elektrisch gesteuerte Rückwirkung PML

Funktionsablauf Zahnstangenlenkung Geradeausfahrt

Funktionsablauf PML Lenkeinschlag

Wird das Lenkrad gedreht, stützt sich das Antriebsritzel auf der Zahnstange ab. Der Drehschieber wird über den Drehstab gegen die ihn umschließende Steuerbuchse verdreht und verändert so die Stellung der Steuernuten zueinander. Der Druckölstrom gelangt nun in den Arbeitszylinder rechts (Linkseinschlag) oder in den Arbeitszylinder links (Rechtseinschlag) und bewirkt die Axialbewegung der Zahnstange nach rechts oder links. Das Öl wird aus dem jeweils drucklosen Arbeitszylinder verdrängt und fließt über die geöffneten Rücklaufnuten der Steuerbuchse in den Vorratsbehälter der Lenkhelfpumpe zurück.

Die Lenkkraftunterstützung wird in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit geregelt. Die Regelung erfolgt über das Magnetventil Parameterlenkung, welches vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code (233) DISTRONIC PLUS) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit Code (233) DISTRONIC PLUS) geschwindigkeitsabhängig angesteuert wird.

Dabei werden nachfolgend beschriebene Zustände unterschieden:

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit v = 0 km/h

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit 0 km/h < v 100 km/h

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit v > 100 km/h

Parameterlenkung (PML) Funktion

P46.20-2389-79

Dargestellt bei Linkseinschlag

10 Drehstab

11 Steuerbuchse

12 Drehschieber

13 Zahnstange

14 Antriebsritzel

A Druckbeaufschlagt

B Drucklos

C Geregelter Druck

Y10 Magnetventil Parameterlenkung

I Arbeitszylinder rechts

II Arbeitszylinder links

Parameterlenkung (PML) Funktion

P46.20-2014-76

Dargestellt bei Linkseinschlag und Fahrgeschwindigkeit v = 0 km/h

4 Rückwirkungskugeln

8 Konstantdrosselbohrung

9 Regelschieber

10 Drehstab

11 Steuerbuchse

12 Drehschieber

I Arbeitszylinder rechts

II Arbeitszylinder links

III Hochdruck von der Lenkhelfpumpe

IV Rücklauf zur Lenkhelfpumpe

A Druckbeaufschlagt

B Drucklos

Y10 Magnetventil Parameterlenkung

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit v = 0 km/h

Das Magnetventil Parameterlenkung wird maximal bestromt und dadurch gegen die Kraft der integrierten Druckfeder geschlossen. In den Rückwirkungsräumen sind die Druckverhältnisse identisch, da der Zufluss des Öls unterbunden ist. Auf die Rückwirkungskugeln wird keine Kraft ausgeübt, es entsteht kein zusätzliches Moment auf die Flächen des Drehschiebers.

Die Lenkung ist leichtgängig, da das vom Fahrer aufzubringende Lenkmoment, bestehend aus der Überwindung der Kraft des Drehstabs, sehr gering ist. Über die Konstantdrosselbohrung wird der Ölstrom nahezu drucklos zum Vorratsbehälter der Lenkhelfpumpe weitergeleitet.

Parameterlenkung (PML) Funktion

P46.20-2015-76

Dargestellt bei Linkseinschlag und Fahrgeschwindigkeit 0 km/h < v 100 km/h

4 Rückwirkungskugeln

8 Konstantdrosselbohrung

9 Regelschieber

10 Drehstab

11 Steuerbuchse

12 Drehschieber

I Arbeitszylinder rechts

II Arbeitszylinder links

III Hochdruck von der Lenkhelfpumpe

IV Rücklauf zur Lenkhelfpumpe

A Druckbeaufschlagt

B Drucklos

C Geregelter Druck

Y10 Magnetventil Parameterlenkung

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit 0 km/h < v 100 km/h

Mit zunehmender Geschwindigkeit nimmt die Bestromung des Magnetventils Parameterlenkung kontinuierlich ab, dieses wird durch die Kraft der integrierten Druckfeder geöffnet. Der geregelte Druck wird über den Regelschieber auf die Rückwirkungskugeln geleitet, wodurch die Druckbeaufschlagung auf die Flächen des Drehschiebers ansteigt.

Die Kraft auf den Drehstab wird dadurch weiter verstärkt und der Fahrer muss das Lenkrad mit höherem Lenkmoment betätigen. Die Konstantdrosselbohrung reduziert den geregelten Druck vom Magnetventil Parameterlenkung. Dieser wird dann anschließend als Rückstrom nahezu drucklos zum Vorratsbehälter der Lenkhelfpumpe weitergeleitet.

Parameterlenkung (PML) Funktion

P46.20-2017-76

Dargestellt bei Linkseinschlag und Fahrgeschwindigkeit v > 100 km/h

4 Rückwirkungskugeln

8 Konstantdrosselbohrung

9 Regelschieber

10 Drehstab

11 Steuerbuchse

12 Drehschieber

I Arbeitszylinder rechts

II Arbeitszylinder links

III Hochdruck von der Lenkhelfpumpe

IV Rücklauf zur Lenkhelfpumpe

A Druckbeaufschlagt

B Drucklos

C Geregelter Druck

Y10 Magnetventil Parameterlenkung

Funktion bei Fahrgeschwindigkeit v > 100 km/h

Das Magnetventil Parameterlenkung wird minimal bestromt. Dadurch wird über den Regelschieber der höchstmögliche Druck vom Magnetventil Parameterlenkung auf die Rückwirkungskugeln geleitet, wodurch die Druckbeaufschlagung auf die Flächen des Drehschiebers am höchsten ansteigt.

Die Konstantdrosselbohrung reduziert den geregelten Druck vom Magnetventil Parameterlenkung. Dieser wird anschließend als Rückstrom nahezu drucklos zum Vorratsbehälter der Lenkhelfpumpe weitergeleitet.

Funktionsablauf elektrisch gesteuerte Rückwirkung PML

Die elektronische Steuerung der PML ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code (233) DISTRONIC PLUS) oder im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit Code (233) DISTRONIC PLUS) integriert.

Entsprechend der jeweiligen Fahrgeschwindigkeit wird die Lenksensibilität des Lenkrads eingestellt. Mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit steigt die aufzuwendende Handkraft am Lenkrad (bis v = 100 km/h).

Der vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code (233) DISTRONIC PLUS) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit Code (233) DISTRONIC PLUS) ermittelten Fahrgeschwindigkeit ist in einem Kennfeld ein Sollstrom zugeordnet. Dieser wird dann im Magnetventil Parameterlenkung eingestellt und beeinflusst den Ölstrom (hydraulische Rückwirkung) innerhalb des Lenkgetriebes Zahnstangenlenkung und somit die am Lenkrad erforderliche Handkraft.

Die Ansteuerung des Magnetventils Parameterlenkung erfolgt getaktet. Die Stromregelung ergibt sich durch die Pulsweiten Modulation (PWM) dieser Taktung.

Parameterlenkung (PML) Funktion

P46.20-2390-79

10 Drehstab

11 Steuerbuchse

12 Drehschieber

13 Zahnstange

14 Antriebsritzel

A Druckbeaufschlagt

B Drucklos

Y10 Magnetventil Parameterlenkung

I Arbeitszylinder rechts

II Arbeitszylinder links

Funktionsablauf Zahnstangenlenkung Geradeausfahrt

Bei Geradeausfahrt (Lenkrad in Mittelstellung) ist der Drehschieber in Neutralstellung.

Die Steuernuten des Drehschiebers und der Steuerbuchse stehen so zueinander, dass der Ölstrom, gefördert von der Lenkhelfpumpe, über den Rücklauf direkt zum Vorratsbehälter zurückgeleitet wird. Die Arbeitszylinder sind somit drucklos.

Der Drehstab ist auf der einen Seite mit dem Drehschieber und auf der anderen Seite mit dem Antriebsritzel verstiftet.

Parameterlenkung (PML) Anordnung der Bauteile

GF46.50-P-0001-01CA

Funktionsschema Elektrik Parameterlenkung (PML)

PE46.50-P-2050-97EAA

Parameterlenkung (PML) Blockschaltbild

GF46.50-P-0001-02CA

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Bauteilbeschreibung

N30/4, N30/7

GF42.45-P-5119CA

Referenzierte Dokumente