gf4247p0001ce

Adaptive Brake (ABR) Funktion

Typ gf · Thema 42.47 · Version 0103 · 2011-11-22

Gültig für: TYP 204.0 /2 (ausser 204.077 /277) ab Modell-J. 2009 /AEJ 08 TYP 204.0 /2 ab Modell-J. 2012 /AEJ 11 MOPF TYP 204.3 (ausser 204.377) TYP 204.9

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.47 Adaptive Brake (ABR) — Baureihe 204 (Baumuster 0**, 000, 001, 002, 003, 006, 007, 008, 022, 023, 025, 031, 041, 044, 045, 046, 047, 048, 049, 052, 054, 055, 056, 057, 065, 080, 081, 082, 084, 085, 087, 088, 089, 092, 2**, 200, 201, 202, 203, 207, 208, 222, 223, 225, 231, 241, 245, 246, 247, 248, 249, 252, 254, 256, 257, 282, 284, 289, 292, 302, 303, 331, 347, 348, 349, 357, 388, 9**)

GF42.47-P-0001CE

Adaptive Brake (ABR) Funktion

22.11.11

TYP 204.0 /2 (ausser 204.077 /277) ab Modell-J. 2009
/AEJ 08

TYP 204.0 /2 ab Modell-J. 2012
/AEJ 11 MOPF

TYP 204.3 (ausser 204.377)

TYP 204.9

Funktionsvoraussetzung allgemein

Motor läuft

Antriebsstrang bereit

Adaptive Brake (ABR) funktionsfähig

Adaptive Brake (ABR) allgemein

ABR unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.

Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:

– Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung (B24/15)

– Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1)

– Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2)

– Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3)

– Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4)

– Lenkwinkelsensor (N49)

– Schalter Bremslicht (S9/1)

-----------------------------------------------------------------------------------------

ABR kommt ab dem 1.3.2011 (Typ 204.0/2) bzw. ab dem 1.6.2011 (Typ 204.3) in 2 Varianten zum Einsatz:

– ABR Basis-System (außer Code (233) DISTRONIC PLUS)

– ABR Premium-System (bei Code (233) DISTRONIC PLUS)

Bis zum 28.2.2011 bzw. 31.5.2011 und ab dem 1.6.2011 (Typ 204.9) kommt nur das ABR Basis-System zum Einsatz.

Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ABR.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Elektronisches Stabilitäts Programm (Electronic-Stability-Program) (ESP)

Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)

Abgastest, Rollenmodus

Antiblockiersystem (ABS)

Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)

Brake Assist (BAS)

BAS PLUS (bei Code (233) DISTRONIC PLUS)

ESP®-Anhängerstabilisierung (Trailer Stability Assist (TSA)) (bei Code (550) Anhängevorrichtung)

Berganfahrhilfe

Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt (bei Typ 204.9 mit Code (430) Offroadpaket)

Funktionsablauf Offroadmodus (bei Typ 204.9 mit Code (430) Offroadpaket)

-----------------------------------------------------------------------------------------

Trockenbremsen

Vorfüllen abhängig von der Gaspedalbetätigung

Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Anfahrassistent (HOLD-Funktion)

Funktionsablauf PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE

ASR und ESP passiv schalten (Typ 204.9, Typ 204.0/2 bis 28.2.10)

ASR und ESP passiv schalten (Typ 204.3 ab 1.6.10, Typ 204.0/2 ab 1.3.10 )

Funktionsablauf Failed Boost (mit Code (B03) ECO Start-Stopp-Funktion)

Funktionsablauf Over Boost (mit Code (B03) ECO Start-Stopp-Funktion)

Funktionsablauf Stillstandskoordinator

Anzeige von Systemstörungen

-----------------------------------------------------------------------------------------

ESP

ESP verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht.

Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt.

Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.

Das Steuergerät ESP verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:

– Giergeschwindigkeit

– Lenkradwinkel

– Bremsdruck

– Motormoment

– Getriebeschaltstufe

– Querbeschleunigung

-----------------------------------------------------------------------------------------

Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand. Wenn der Fahrer zu diesem Zeitpunkt das Fahrpedal betätigt, wird zunächst das Antriebsmoment reduziert.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Ist dies nicht ausreichend oder wird das Fahrpedal nicht betätigt, wird die beginnende Instabilität durch folgende Bremseneingriffe an bis zu 3 Rädern verhindert:

– Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)

– Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)

– Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)

Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät ESP sendet über Fahrwerk-CAN (CAN E) ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor), welche die Motorleistung entsprechend reduzieren. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Hierzu sendet das Steuergerät ESP ein Signal über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Information über Antriebs-CAN (CAN C) an das Steuergerät Elektronische Getriebesteuerung (N15/3) (bei Getriebe 722.6) oder an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) (bei Getriebe 722.9) sendet. Das Steuergerät Elektronische Getriebesteuerung (bei Getriebe 722.6)

oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (bei Getriebe 722.9) unterdrückt den Schaltvorgang.

EBV

EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung.

EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Mit Hilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) ermittelt. Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motormoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.

Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät ESP für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Abgastest, Rollenmodus

ABR kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument (A1) das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1e41) und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (A1e17) im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Multifunktions-Display (A1p13) des Kombiinstruments angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über das Diagnose-Assistenz-System (DAS) aktiviert werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------

ABS

ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung aufrecht. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät ESP ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Bremszylinder so lange reduziert, bis sich das Rad wieder dreht.

ASR, ETS

ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät ESP erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Hierzu sendet das Steuergerät ESP über Fahrwerk-CAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welche die Motorleistung entsprechend reduzieren. Es wird ständig überprüft, ob z. B. in Folge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor (B37) vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.

BAS

BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um die maximal mögliche Verzögerung zu erzielen.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Das Steuergerät ESP wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.

BAS PLUS (bei Code (233) DISTRONIC PLUS)

BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung des vorausfahrenden Fahrzeugs den Bremsdruck.

ESP®-Anhängerstabilisierung (TSA) (bei Code (550) Anhängevorrichtung)

TSA erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Aktiviert wird die Funktion, wenn ein Anhänger durch das Steuergerät Anhängererkennung (N28/1) erkannt wird und ein Signal über den Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) gesendet wird.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn routet das Signal auf den Fahrwerk-CAN, über den das Signal vom Steuergerät ESP empfangen wird. Ein in Pendelschwingung geratenes Gespann wird durch den Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung erkannt. Das Steuergerät ESP empfängt diese Informationen über den Fahrdynamik-CAN (CAN H).

Am Anhänger oder an der Anhängevorrichtung wird keine Zusatzsensorik verwendet.

TSA stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Momentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern. Prinzipiell wird nur die Vorderachse stabilisiert. Wird eine stark negative Dämpfung erkannt, erfolgt zur Stabilisierung auch ein Verzögerungseingriff.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Erfolgen mehrere TSA-Eingriffe kurz hintereinander, wird der reine Stabilisierungseingriff unabhängig von der ermittelten Dämpfung verboten.

Somit wird verhindert, dass das Gespann ständig mit kritischer Geschwindigkeit fährt und kurz hintereinander folgende Eingriffe die Bremsanlage zu sehr belasten.

Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Berganfahrhilfe

Getriebe nicht in Stellung "N"

Fahrzeug nicht mit der Feststellbremse gesichert

Steigung bei Fahrzeugstillstand erkannt

Berganfahrhilfe

Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe während der Zeit des Wechsels der Betätigung vom Bremspedal zum Fahrpedal.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Funktion Berganfahrhilfe wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand über den Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe verursachen würde.

Dies wird über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät ESP gesendet.

Das Steuergerät ESP liest zudem den Schalter Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.

Der Status der Feststellbremse wird über den Kontrollschalter Feststellbremse (S12) erfasst. Der Schalterstatus des Kontrollschalters Feststellbremse wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn direkt eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät ESP gesendet.

Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem (A7/3) wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck in den Bremszylindern belassen.

Nach Lösen des Bremspedals wird der Bremsdruck in Abhängigkeit von Hangabtriebsmoment, Bremsmoment und Antriebsmoment moduliert.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Bei ausreichend großem Anfahrmoment wird die Funktion beendet und das Fahrzeug fährt an.

Betätigt der Fahrer jedoch das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in den Bremszylindern abgebaut.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt

v < 30 km/h

Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt

Die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt sorgt für zusätzliche Sicherheit in steilem Gelände.

Über das entsprechende Menu im Kombiinstrument kann die für die Funktion Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt relevante Setzgeschwindigkeit in einem Bereich von v = 4
bis 18 km/h in Schritten von 2 km/h eingestellt werden.

Das System wird über den Schalter Downhill Speed Regulation (N72/1s24) im Steuergerät Oberes-Bedien-Feld (N72/1) aktiviert.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Aktivierung wird durch eine Leuchtdiode im Schalter Downhill Speed Regulation angezeigt.

Es wird nun die entsprechend der Setzgeschwindigkeit (diese wird in der Multifunktionsanzeige des Kombiinstruments dargestellt) festgelegte Fahrgeschwindigkeit eingehalten.

Während der Bergabfahrt kann die Setzgeschwindigkeit über den TEMPOMAT-Hebel (S40/4) variiert werden.

Die Anforderung zur Aktivierung der Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt wird direkt vom Steuergerät Oberes-Bedien-Feld eingelesen.

Das Steuergerät Oberes-Bedien-Feld sendet das Signal auf den Innenraum-CAN. Das Kombiinstrument empfängt das Signal und sendet diese Information sowie die aktuelle Setzgeschwindigkeit auf dem Motorraum-CAN.

Das Steuergerät ESP empfängt die Signale und regelt die geforderte Geschwindigkeit durch Bremseingriffe und entsprechende Anforderungen an die Motor- und Getriebesteuerung.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Wird das Fahrzeug während der aktiven Funktion vom Fahrer über das Fahrpedal beschleunigt, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt passiv.

Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit bei nicht betätigtem Fahrpedal
v < 35 km/h, wird sie wieder aktiv auf die eingestellte Setzgeschwindigkeit geregelt.

Beschleunigt der Fahrer über das Fahrpedal das Fahrzeug während der aktiven Funktion über eine Geschwindigkeit von
v > 35 km/h, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt automatisch ab und die Leuchtdiode im Schalter Downhill Speed Regulation erlischt. Zusätzlich erscheint eine Meldung in der Multifunktionsanzeige des Kombiinstruments und es ertönt ein Warnton. Wird die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt über den Schalter Downhill Speed Regulation manuell abgeschaltet, erscheint ebenfalls eine Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments. Ein Warnton ertönt hierbei nicht.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Offroadmodus

Klemme 61 Ein

Fahrstufe "N" aktiv

v < 40 km/h

Funktionsablauf Offroadmodus

Die Teilfunktion Offroadbetrieb setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Akivierung Offroadmodus

Funktionsablauf Anpassung der Schwellenwerte

Funktionsablauf Motormomentenunterstützung

Funktionsablauf Aktivierung Offroadmodus

Der Offroadmodus wird über den Schalter Offroad-Programm (N72/1s25) im Steuergerät Oberes-Bedien-Feld aktiviert.

Die Aktvierung wird durch eine leuchtende Leuchtdiode im Schalter Offroad-Programm angezeigt. Zudem erscheint das Offroad-Symbol im Multifunktions-Display des Kombiinstruments.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Durch erneute Betätigung des Schalters Offroad-Programm wird der Offroadmodus deaktiviert. Die Leuchtdiode im Schalter Offroad-Programm erlischt und die Anzeige im Multifunktions-Display erlischt.

Funktionsablauf Anpassunng der Schwellenwerte

Durch Aktivierung des Offroadmodus:

– Werden die Schwellen für einen potenziellen ESP-Eingriff ausgeweitet, d. h. ein ESP-Eingriff erfolgt erst bei stärkerer Fahrzeugdynamik.

– Erhält ABS längere Blockierphasen. Es wird somit z. B. bei schlechter Wegstrecke ein Blockieren der Räder zugelassen, um den Bremsweg zu reduzieren (loser Untergrund unterstützt die Bremswirkung durch entsprechenden Materialaufbau vor den Vorderrädern).

– Wird während einer ASR-Regelung ein Untergrund mit niedrigem Reibwert erkannt. Die ASR-Aktivierungsschwellen werden in Abhängigkeit von der Reifencharakteristik variiert, um die Traktionseigenschaften zu verbessern.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die genannten Änderungen bzgl. ESP, ABS und ASR sind abhängig von der Geschwindigkeit.

So gleichen sich die Schwellenwerte ab einer Geschwindigkeit von ca. v = 50 km/h bei aktivem Offroadmodus denen des Onroadmodus an.

Die Schwellen erreichen wieder die Offroad-Werte bei erneuter Verzögerung unter eine Geschwindigkeit von ca. v = 50 km/h.

Funktionsablauf Motormomentenunterstützung

Ist bei aktiver Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt, aktiviertem Offroadmodus und geöffneten Sperren an mindestens einem Rad ein Bremsmoment nicht mehr absetzbar (Rad steht aufgrund von Entlastung), wird über das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm an den Rädern mit vorhandener Traktion aktiv Bremsdruck aufgebaut.

Die Motormomentenunterstützung ist bis zu einer Geschwindigkeit von v =18 km/h von niedrigerer Geschwindigkeit her kommend aktiv.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen

Kein Bremseingriff durch ein Regelsystem

Geschwindigkeit v > 30 km/h

Anzahl der Wischerläufe > 600

Der Status der Wischeranlage (WSA) wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät ESP gesendet.

Trockenbremsen

Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für t = 0,5 s mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Vorfüllen abhängig von der Gaspedalbetätigung

Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es kann eine Verkürzung des Bremsweges erreicht werden.

Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals, welcher aus der Gaspedalstellung gebildet wird. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Um die berechnete Auslöseschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.

Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. ESP-Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.

Anfahrassistent (HOLD-Funktion)

Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer beim Anfahren am Berg oder bei Wartezeiten im Verkehr. Durch zügiges Nachtreten auf das Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Der eingestellte Bremsdruck wird gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt.

Warnstrategie

Ist die HOLD-Funktion aktiviert und will der Fahrer das Fahrzeug verlassen, wird der Auszug des Senderschlüssels (A8/1) aus dem Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) gesperrt.

Über das Kombiinstrument wird eine akustische und optische Warnung ausgegeben.

Funktionsablauf PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE

Das PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Insassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Das PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE ist im Steuergerät ESP integriert. Erkennt das Steuergerät ESP eine der folgenden Situationen, wird das PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE aktiviert:

– Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)

– Starkes Übersteuern (ausbrechendes Fahrzeugheck in Verbindung mit starken ESP-Regeleingriffen)

– Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)

– Schnelle Lenkbewegungen bei hohen Geschwindigkeiten, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können

Das PRE-SAFE®-System, PRE-SENSE ist in einer separaten Funktionsbeschreibung beschrieben.

-----------------------------------------------------------------------------------------

ASR und ESP passiv schalten (Typ 204.9, Typ 204.0/2 bis 28.2.10)

Die ASR- und ESP-Funktionen können über die Taste ESP (S6/1s5) in der Schaltergruppe Instrumententafel (S6/1) passiv geschaltet werden. Die Schaltergruppe Instrumententafel wird über Instrumententafel-LIN (LIN 1) vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät ESP gesendet.

Ist das System passiv geschaltet, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem System angehoben.

ASR und ESP passiv schalten (Typ 204.3 ab 1.6.10, Typ 204.0/2 ab 1.3.10)

Die Funktionen ASR und ESP können im Fahrbetrieb mit der Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und der Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) über das Menü Assistenz und das Untermenü ESP des Kombiinstruments passiv geschaltet werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Die Bediensignale des Multifunktionslenkrads (MFL) erhält das Kombiinstrument über folgenden Weg:

– Lenkradelektronik (N135)

– Lenkungs-LIN (LIN E1)

– Mantelrohrmodul (N80)

– Fahrwerk-CAN

Das Kombiinstrument sendet dann die Anforderung "ESP_OFF" über den Fahrwerk-CAN an das Steuergerät ESP.

Wenn die Funktionen passiv geschaltet sind, leuchtet die Warnleuchte ESP im Kombiinstrument auf. Die Regelschwellen sind bei passiv geschalteten Funktionen ASR und ESP angehoben.

Das ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP immer aktiv.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Funktionsablauf Failed Boost (mit Code (B03) ECO Start-Stopp-Funktion)

Die Funktion Failed Boost dient der Sicherstellung eines ausreichend hohen Bremsdruckniveaus im System bei mangelnder Bremskraftverstärkung durch den Bremskraftverstärker BAS.

Wird bei einer Bremsung durch den Fahrer mittels des Bremsunterdrucksensors (B64/1) (mit Code (B03) ECO Start-Stopp-Funktion) erkannt, dass der Bremskraftverstärker BAS keine Fahrerunterstützung bietet, so stellt Failed Boost durch Ansteuerung der Hochdruck- und Rückförderpumpe (A7/3m1) die Fahrerunterstützung sicher. Es erfolgt eine hydraulische Verstärkung mit einem geeigneten Verstärkungsfaktor.

Funktionsablauf Over Boost (mit Code (B03) ECO Start-Stopp-Funktion)

Hat der Bremskraftverstärker die Grenze seiner pneumatischen Verstärkung erreicht, wird durch die Ansteuerung der Hochdruck- und Rückförderpumpe der Bremsdruck erhöht und so die gewohnte Bremskratfverstärkung ermöglicht.

-----------------------------------------------------------------------------------------

Der Funktionsablauf Failed Boost und der Funktionsablauf Over Boost unterscheiden sich in den Auslöseschwellen und in der hydraulischen Verstärkung.

Funktionsablauf Stillstandskoordinator

Der Stillstandskoordinator fordert bei aktivierten Assistenzsystemen, wie z. B. HOLD-Funktion, und einem unklaren Fahrerstatus die Überführung des Fahrzeuges in einen gesicherten Zustand an.

Der Fahrerstatus gilt als unklar, wenn die Fahrertür geöffnet und die Gurtzunge des Sicherheitsgurtes Fahrer nicht ins Gurtschloss gesteckt ist. Das Stecken der Gurtzunge ins Gurtschloss wird vom Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer (S68/3) erkannt. Das Steuergerät Sicherheits-Rückhalte-System (N2/10) liest den Status des Schalters Gurtschloss und Gurtwarnung, Fahrer direkt ein und sendet diesen über den Fahrwerk-CAN an das Steuergerät ESP.

Die Bedienbarkeit der Assistenzsysteme wird gesperrt.

Anzeige von Systemstörungen

Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:

– Kontrollleuchte Anti-Blockier-System

– Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm

– Meldungen im Multifunktions-Display

– Warnleuchte Bremsflüssigkeit und Feststellbremse (A1e7)

Bei Ausfall des Steuergeräts ESP steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.

Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand (S11) und des Kontrollschalters Feststellbremse wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über Innenraum-CAN (CAN B) an das Kombiinstrument gesendet.

Funktionsschema Elektrik Adaptive Brake (ABR)

PE42.47-P-2050-97FAB

Adaptive Brake (ABR) Anordnung der Bauteile

GF42.47-P-0001-02CE

Adaptive Brake (ABR) Blockschaltbild

GF42.47-P-0001-03CE

Übersicht Systembauteile Adaptive Brake (ABR) Bauteilbeschreibung

GF42.47-P-9998CE

Referenzierte Dokumente