GF42.45-P-0001C | Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Funktion | 11.5.99 |
TYP 163 bis 31.8.02 mit CODE (472a) Electronic-Stability-Program (ESP)
ASR V/ESP Antriebsmomentregelkreis
Electronic Stability Program (ESP) Funktion
ESP Bremsmomentregelkreis
ESP Regelfunktion
ESP Regelfunktion ABS
ESP Regelfunktion ASR
Steuergerät ESP
Hydraulikeinheit ESP
Bremsdruck-sensoren 1, 2 ESP
Lenkwinkel-sensor
Drehgeschwindig-keitssensor ESP
Querbeschleuni-gungssensor ESP
Schalter
ESP OFF
Drehzahl-geber Rad
Bremslicht-schalter
Relais Bremslicht-unterdrückung
Magnetventil BAS
Elektronische Bremskraftverteilung Funktion
Brake Assist (BAS) Funktion
Übersicht der Funktionsbeschreibung ESP
Das "Electronic-Stability-Program" (ESP) ist ein aktives Sicherheitssystem zur Verbesserung der Fahrzeug-Stabilität in allen Fahrsituationen.
Es arbeitet durch individuellen Bremseneingriff an einem oder mehreren Rädern der Vorder- oder Hinterachse. ESP stabilisiert das Fahrzeug bei Kurvenfahrt, beim Bremsen oder beim Rollen ohne Antrieb und hält es sicher in der Spur.
ESP ergänzt die bekannten Funktionen des Antiblockiersystems (ABS), der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und der Motor-Schleppmoment-Regelung (MSR).
Die Stabilitätsregelung ist mit ihrer Funktion den Regelsystemen ABS und ASR übergeordnet. Neben dem aktiven Bremseneingriff des ESP wird auch auf das Motor-Getriebe-Management Einfluß genommen.
Das Electronic-Stability-Program (ESP) beinhaltet folgende Systeme:
ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch Lenkbarkeit und Fahrstabilität bei der Verzögerung des Fahrzeugs aufrecht.
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ASR verhindert das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. Es bewirkt zusätzlich verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich.
MSR vermindert Bremsschlupf der Antriebsräder im Schubbetrieb und sorgt für Fahrstabilität.
ESP verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt in allen Situationen dafür, daß das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht (im Rahmen der physikalischen Grenzen). Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an einzelnen Rädern erzeugt.
Systemzusammenhänge
Zur Einstellung des Antriebsmoments wird die Motorelektronik (ME) herangezogen. Über dieses System wird eine Motorregelung von Drosselklappe und Zündzeitpunkt vorgenommen.
Zur Berechnung der ESP-Antriebsmoment-Regelung wird auch die Gangstufe von der Elektronischen-Getriebe-Steuerung (EGS) verwertet.
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In der ESP-Elektronik des Bremsregelkreises sind die Funktionen ABS und ASR und BAS enthalten.
In der Hydraulikeinheit ESP sind auch die ABS- und ASR-Grundkomponenten zusammengefaßt.
Im Motorsteuergerät ist die Funktion für das elektronische Fahrpedal (EFP) und für die Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat) enthalten.
Über CAN-Bus findet ein Datenaustausch zwischen dem Steuergerät ESP, dem Steuergerät BAS (integriert), dem Motorsteuergerät und ggf. dem Getriebesteuergerät statt.
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Vorteile ESP
Verbessert das Anfahr- und Beschleunigungsvermögen durch erhöhte Traktion; besonders vorteilhaft auf unterschiedlich griffiger Fahrbahn und in Kurven.
Erhöht die aktive fahrdynamische Sicherheit, da nur ein nicht durchdrehendes Rad optimalen Vortrieb ohne Verlust an Seitenführung ermöglicht.
Paßt das Motordrehmoment automatisch den jeweiligen Übertragungsmöglichkeiten der Räder auf die Fahrbahn an, wenn der Fahrer zuviel Gas gibt.
Verringert die Schleudergefahr unter allen Fahrbahnbedingungen durch automatische Stabilisierung beim Bremsen, beim Beschleunigen oder beim gleichmäßigen Dahinrollen.
Verbessert die Spurstabilität des Fahrzeugs bei Kurvenfahrt deutlich – bis in den Grenzbereich.
Verkürzt den Bremsweg in Kurven oder auf Fahrbahnen mit glatter Oberfläche.
Eine blinkende Warnleuchte im Tachometer signalisiert dem Fahrer ESP-Regelbetrieb und informiert darüber, daß er sich mit seinem Fahrzeug der fahrphysikalischen Grenze genähert hat.
Über einen Schalter ESP OFF kann eine ESP- oder ASR-Abschaltung erfolgen, die durch die ständig aufleuchtende Warnleuchte im Tachometer erkannt wird. Bei Tiefschnee oder aufgelegten Schneeketten kann dadurch eine bessere Traktion (Fräswirkung) erzielt werden.
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Funktionenübersicht
Grundsätzlich wollen alle Kräfte, die auf ein Fahrzeug von außen einwirken, das Fahrzeug um den Schwerpunkt drehen, gleichgültig ob es einseitig wirkende Brems- oder Antriebskräfte oder Seitenkräfte sind.
Das Electronic-Stability-Program (ESP) erfaßt das Fahrzeugverhalten und regelt zur Korrektur gezielt die Bremskräfte der einzelnen Räder.
P42.45-0204-02
P42.45-0203-02
Beispiel A: Untersteuerndes Fahrzeug (in Linkskurve)
Das Fahrzeug schiebt über die Vorderräder nach außen.
Es erfolgt ein genau berechneter Bremseneingriff am linken Hinterrad.
Beispiel B: Übersteuerndes Fahrzeug (in Linkskurve)
Das Fahrzeug bricht mit dem Heck aus.
Es erfolgt ein genau berechneter Bremseneingriff am rechten Vorderrad.
a gewünschte Fahrtrichtung
b gebremstes Rad
c erzeugtes Korrekturmoment des Fahrzeugs
d untersteuernde Fahrzeugbewegung
e übersteuernde Fahrzeugbewegung
ESP regelt:
bei Kurvenfahrt (Fahrzeug unter- oder übersteuert)
bei Geradeausfahrt (Fahrzeug weicht wegen ungleichen Straßenverhältnissen vom Kurs ab)
Um diese äußerst präzisen Regeleingriffe vornehmen zu können, ist eine gegenüber der ASR erweiterte Sensorik erforderlich.
Man unterscheidet:
1.) Sensoren, die den Fahrerwunsch erkennen
Lenkwinkelsensor
Fahrpedalstellung (Drosselklappenstellglied)
2.) Sensoren, die das tatsächliche Fahrzeugverhalten messen
Drehgeschwindigkeitsensor ESP
Querbeschleunigungssensor
Bremsdrucksensor ESP
Raddrehzahlgeber
Im Steuergerät ESP (N47-5) werden die Raddrehzahlen, der Lenkwinkel, die Fahrzeugdrehgeschwindigkeit, die Querbeschleunigung und der Bremsdruck erfaßt und verarbeitet.
Das Steuergerät ESP (N47-5) ist über einen CAN-Datenbus mit den Steuergeräten des Motor-Getriebemanagement verbunden. Diese digitale Leitungsverbindung ermöglicht einen schnellen
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Datenaustausch zwischen den Steuergeräten ESP, ME und EGS.
Das Steuergerät ESP (N47-5) wird ständig mit den aktuellen Daten über Motordrehmoment, Fahrpedalstellung und Getriebeübersetzung versorgt.
Über den Drehgeschwindigkeits- und Querbeschleunigungssensor werden die Kräfte erkannt, die das Fahrzeug um den Schwerpunkt drehen wollen.
Durch die aufgeführte Werterfassung lassen sich die Längs- und Querkräfte an den Rädern berechnen.
Überschreiten diese Werte bestimmte Regelschwellen, so werden über das Steuergerät ESP (N47-5) die entsprechenden Magnetventile, sowie die Hochdruck-/Rückförderpumpe in der Hydraulikeinheit angesteuert um einen definierten Bremsdruck an einem oder mehreren Rädern einzuregeln.
Gleichzeitig werden über den CAN-Datenbus Befehle an die Steuergeräte ME und EGS weitergeleitet. Zur Antriebsmomentenreduzierung werden berechnete Werte für Drosselklappenstellung und Zündzeitpunkt vorgegeben, sowie ggf. eine Rückschaltung verhindert.
Der gezielte und genau dosierte Eingriff vollzieht sich innerhalb weniger Sekundenbruchteile.
Aktiver Bremseneingriff und die Antriebsmomentreduzierung von ESP sorgen für die optimale Fahrzeugstabilität.
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Dabei laufen folgende Vorgänge ab:
ESP-Bremsmomentregelkreis
ABS-Regelung
Neigt z. B. ein Rad zum Blockieren, so wird der Bremsdruck in dieser Radbremse geregelt. Die Regelung in der Hydraulikeinheit ESP (A7/3) erfolgt über die Magnetventile durch die Regelphasen Druckaufbau, Druckhalten und Druckabbau.
ESP-Bremsmomentregelkreis
ASR-Regelung
Zum Abbremsen des durchdrehenden Rades wird über ein Drucksystem in der Hydraulikeinheit der Bremsdruck in den entsprechenden Bremssattel geleitet (Druckaufbau).
Dadurch kann das andere Rad optimale Antriebskraft übertragen (Sperrdifferentialwirkung).
Über Magnetventile in der Hydraulikeinheit ESP (A7/3) wird das Bremsmoment durch Druckaufbau, Druckhalten, Druckabbau geregelt.
ESP-Antriebsmomentregelkreis
ASR-Regelung
Um ein zu großes Antriebsmoment abzubauen und dadurch optimale Traktion zu erzielen, erfolgt über den CAN-Datenbus zwischen den Steuergeräten ESP und ME eine Antriebsmomentreduzierung.
Die Drosselklappenstellung wird vom Stellglied entgegen der vom Fahrer vorgegebenen Fahrpedalstellung reduziert und der
Zündzeitpunkt zurückgenommen.
Im Steuergerät ESP wird ständig geprüft, ob z. B. infolge plötzlich verbesserter Fahrbahngriffigkeit die Regelfunktionen aufgehoben werden können, um so früh wie möglich das vom Fahrer über das Fahrpedal vorgegebene Antriebsmoment wieder zuzulassen.
ESP-Antriebsmomentregelkreis
MSR-Regelung
Tritt bei Gasrücknahme ein Bremsschlupf an den Antriebsrädern auf, so wird dies ebenfalls im Steuergerät ESP erkannt. Das Signal wird über den CAN-Datenbus an das Steuergerät ME gemeldet. Mit dieser Information wird durch definiertes Öffnen der Drosselklappe der Bremsschlupf reduziert und dadurch die Seitenführung des Fahrzeuges erhöht. Dieser Vorgang erfolgt ohne Fahrerinformation (Warnleuchte ESP).
ESP-Brems- und Antriebsmomentregelkreis
ESP-Regelung
Wird ein Über- oder Untersteuern erkannt, so wird über das Steuergerät ESP und die Hydraulikeinheit ein berechneter Bremseneingriff an Vorder- oder Hinterachse ausgeführt. Dieser Bremseneingriff wirkt gezielt dem ungewünschten Fahrverhalten entgegen.
Durch ein Signal über den CAN-Datenbus zum Steuergerät ME wird die bedarfsgerechte Antriebsmoment-Reduzierung durch Motormoment-Rücknahme erreicht.
Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Fahrerinformationen | |||
Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Anordnung der Elektronikbauteile | |||
ETS/ESP Anordnung der Hydraulik-Bauteile | |||
ETS/ESP Hinweise für Abschleppen, Prüf- und Reparaturarbeiten | |||
ESP Bremsmomentregelkreis Funktion | |||
ASR Antriebsmomentregelkreis Funktion |
Referenzierte Dokumente
- gf4235p000105a Elektronisches Traktions-System (ETS) Hinweise für Abschleppen, Prüf- und Reparaturarbeiten
- gf4235p000106a Elektronisches Traktions-System (ETS) Anordnung der Hydraulik-Bauteile
- gf4240p2100a ASR Antriebsmomentregelkreis Funktion
- gf4245p000103f Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Anordnung der Elektrikbauteile
- gf4245p000104h Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Fahrerinformationen
- gf4245p2000e ESP Bremsmomentregelkreis Funktion