gf4231p0001b

Brake Assist (BAS) Funktion

Typ gf · Thema 42.31 · Version 0100 · 2003-06-16

Gültig für: TYP 168 ab 1.3.01

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.31 Brake Assist (BAS) — Baureihe 168

GF42.31-P-0001B

Brake Assist (BAS) Funktion

16.8.00

TYP 168 ab 1.3.01

Brake Assist (BAS) Funktion

P42.31-0210-11

a Unzureichende Bremsung

b Zögerliche Bremsung

c BAS-Bremsung

Untersuchungen mit Normalfahrern im Fahrsimulator und auf der Teststrecke haben gezeigt, daß die meisten Fahrer in Notbremssituationen, vor allem in der Anfangsphase der Bremsung, das Bremspedal zwar schnell, aber nicht stark genug betätigen.

Man unterscheidet:

Zögerliche Bremsung - der Fahrer bringt in der Anfangsphase zu wenig Pedalkraft auf und steigert sie zu langsam.

Unzureichende Bremsung - der Fahrer bringt während der gesamten Bremsung zu wenig Pedalkraft auf.

Um diese Situationen zu verbessern, wurde der Brake Assist (Bremsassistent) entwickelt.

Aufgabe

Der ”Brake Assist” BAS (Bremsassistent) ist ein aktives Sicherheitssystem. Er wird aktiv, wenn der Fahrer in einer Notsituation sehr schnell bremst. Anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal betätigt wird, erkennt das System, ob eine Notbremssituation vorliegt. Ist dies der Fall, wird die Hochdruck- und Rückförderpumpe in der Hydraulikeinheit ESP aktiviert und dadurch die volle Bremskraft ereicht.

Löst der Fahrer die Bremse, so wird dies erkannt und die Hochddruckpumpe wieder ausgeschaltet.

Vorteile

Mindert durch optimale Bremsverzögerung das Unfallrisiko in Gefahrensituationen und unterstützt dadurch den Fahrer erheblich.

Verkürzt bei zögerlicher oder unzureichender Bremsung den Bremsweg wesentlich.

Funktionsübersicht

Der hydraulische Bremsassistent (BAS) ist vollständig in das Electronic Stability Program (ESP) integriert. Die Elektronik befindet sich im Steuergerät ESP. Zur Druckerzeugung verwendet man eine modifizierte Hochdruck- und Rückförderpumpe in der Hydraulikeinheit ESP. Zur Optimierung der Ansaugleistung werden Ansaugleitungen mit erweitertem Querschnitt und ein durchflußoptimierter Hauptbremszylinder verwendet.

Nach dem Motorstart findet eine Fahrzeugidentifikation und eine Selbstkontrolle des Systems statt.

Der BAS ist funktionsbereit, wenn kein Fehler vorliegt und das Fahrzeug nach dem Anfahren eine Geschwindigkeit von 10 km/h überschreitet. Eine Zuschaltung des BAS ist herab bis zu einer Geschwindigkeit von 3 km/h möglich.

Beim ESP mit hydraulischem BAS ist die Basisausführung durch einen 2. Bremsdrucksensor erweitert.

Mit Hilfe der Geschwindigkeit des Druckanstieges in den Bremsdrucksensoren errechnet das Steuergerät die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals

Im Steuergerät ESP (N47-5) wird die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals und die Fahrzeuggeschwindigkeit erfaßt. Ist die Pedalgeschwindigkeit größer als der für die jeweilige Fahrzeuggeschwindigkeit vorgegebene Schwellwert, wird die Hochdruck- und Rückförderpumpe in der Hydraulikeinheit ESP angesteuert und somit die volle Bremskraft erreicht.

Bei einem Defekt kommt der BAS nicht zum Einsatz (Anzeige durch Kontrolleuchte im Kombiinstrument). Die normale Funktion der Bremse wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Brake Assist (BAS) Fahrerinformationen

GF42.31-P-0001-01C

Bremsung BAS Funktion

GF42.31-P-2000B

Referenzierte Dokumente