Funktionsprinzip der Basisbremsanlage
Vorderradbremse |
Y42.00-0047-01
Hinterradbremse |
Y42.00-0048-01
Konstruktionsdetails
Die S-Nockenbremse wird hauptsächlich bei Nutzfahrzeugen wie LKW sowie Kipper- und Anhängefahrzeugen eingesetzt. Die Bremsbacken werden von einer Nockenwelle betätigt, an deren einem Ende sich ein S-Nockenprofil befindet. Auf der anderen Seite wird die Nockenwelle von der Gestängenachstellvorrichtung und dem Bremszylinder betätigt. Die S-Nockenwelle ist mit einem Halter an der Drehmomentplatte (auch als Bremsträgerplatte bezeichnet) mit einem Lagerträger montiert. Die von der automatischen Gestängenachstellvorrichtung gedrehte S-Nocke bewegt die Rollen auseinander, wodurch die Bremsbacken gespreizt und gegen die Bremstrommel gepresst werden. Die automatische Bremsnachstellung ist anhand der automatischen Gestängenachstellvorrichtung möglich, die das Lüftspiel zwischen Bremse und Bremstrommel bei Belagverschleiß kompensiert. Die Gestängenachstellvorrichtung ist am verzahnten Ende der Nockenwelle angebracht.
Die Basisbremsanlage beinhaltet zwei Bremsbacken mit Bremsenrückstellfedern und Drehzapfen (Anschlagseite) am anderen Ende der Bremsbacke. Die Bremsbacken werden mit der Rolle in Kontakt gehalten und Drehzapfen werden in die Stahlbuchsen über der Drehmomentplatte eingesetzt. Die Rollen können während der Drehung der Nockenwelle auf dem S-Nockenprofil rollen. Dadurch wird die Reibung gemindert und eine gleichmäßige Kraftübertragung von der Nockenwelle auf die Bremsbacke gewährleistet.
Zwischen der Bremsbacke und dem Ankerbolzen befindet sich eine Bremsbacken-Rückstellfeder, die an einem Bremsbackensteg in der Nähe der Nockenwelle angebracht ist. Zwei Bremsbacken-Rückzugfedern sind in einer Bohrung im Bremsbelagträger in der Nähe der Anschlagseite montiert. Zwei halbkreisförmige Abdeckungen an der Rückseite der Bremsenbaugruppe schützen die Bremsgeräte vor Staub.
Funktionsprinzip
Bei Betätigung des Bremspedals strömt Druckluft in den Bremszylinder, der wiederum die Gestängenachstellvorrichtung betätigt. Durch die Bewegung der Gestängenachstellvorrichtung wird die S-Nockenwelle betätigt und gedreht. Die Drehung der S-Nockenwelle bewegt die Rolle, wodurch die Bremsbacken gespreizt und gegen die Bremstrommel gepresst werden. Die Reibfläche der Bremsbacke tritt in Kontakt mit der Bremstrommel und verlangsamt bzw. stoppt schließlich die Drehung der Trommel.
Bei Freigabe des Bremspedals wird die Druckluft aus dem Bremszylinder abgelassen und die Gestängenachstellvorrichtung bewegt sich zurück. Hierdurch wird gewährleistet, dass die S-Nockenwelle sich in ihre Ausgangsstellung zurückdreht. Die Bremsbacken-Rückstellfeder zieht die Bremsbacken in ihre Ausgangsstellung zurück und sorgt so für ein ausreichendes Lüftspiel zwischen der Bremsbacke und der Bremstrommel.
Funktionsprinzip des Bremskreises
Schematischer Aufbau – Zweikreis-Druckluftbremsanlage |
A | Vorderachse |
B | Hinterachse |
1 | Druckluftkompressor |
2 | Metall |
3 | Drucklufttrockner mit Entlastungsventil |
4 | Vierkreis-Schutzventil |
5 | Druckbegrenzungsventil |
6 | Versorgungsmodul |
7 | Dosiereinheit |
8 | Zusatzbehälter |
9 | Zu Nebenaggregaten |
10 | Behälter BS4 |
11 | Rückschlagventil |
12 | 7,5 l Regenerationsbehälter |
13 | Feststellbremsventil |
14 | Doppelbremsventil |
15 | Hinterer Druckluftbehälter |
16 | Vorderer Druckluftbehälter |
17 | Gummischlauchleitung |
18 | Schnelllöseventil |
19 | Bremszylinder |
20 | ABS-Modulator |
21 | Automatische Gestängenachstellvorrichtung |
22 | Relaisventil |
23 | Federspeicherzylinder |
24 | Kupplungskopfventil |
25 | Kupplungskopf Steuerung |
Y42.00-0156-05
Anforderungen an die Druckluft-Bremsanlage
Basisbremsanlage wirksam und zuverlässig (pneumatisch) unterstützen
Möglichst wenig Motorleistung für die Beaufschlagung des Kreises verbrauchen
Ausfallsicherheit bei Notfällen und bei Versagen eines der Kreise gewährleisten
Wartungsfreundlichkeit
Beaufschlagungs- und Regelsystem
Der vom Motor angetriebene Druckluftkompressor wird vom Ansaugluftsystem mit sauberer Luft versorgt und verdichtet diese auf den erforderlichen Druck. Im Drucklufttrockner wird die Feuchtigkeit aus der Luft abgeschieden, in der Trocknerpatrone gesammelt und vom Regenerationsbehälter in die Umgebung abgegeben.
Das in den Drucklufttrockner integrierte Entlastungsventil hält den erforderlichen Luftdruck aufrecht und regelt diesen aufgrund des aktuellen Systemdrucks.
Die entfeuchtete, trockene Luft strömt daraufhin zum Druckluftbehälter der Hinterradbremse, zum Druckluftbehälter der Vorderradbremse, zum Zusatzbehälter und zum Feststellbremsventil, um die Feststellbremse an den Hinterrädern zu lösen, indem die Federspeicherzylinder betätigt werden. Die Druckluft aus dem vorderen und hinteren Druckluftbehälter strömt zum Doppelbremsventil, in dem der Luftdruck aufrechterhalten und für die Bremsung bereitgehalten wird.
Betriebsbremskreis
Bei Betätigung des Bremspedals wird der Stößel des Doppelbremsventils betätigt, wodurch die Druckanschlüsse 21 und 22 geöffnet werden, die über ein Relaisventil mit den hinteren Federspeicherzylindern und den vorderen Bremszylindern verbunden sind. Das Relaisventil leitet Druckluft vom hinteren Druckluftbehälter zum Serviceanschluss 11 der Federspeicherzylinder.
Die Membran im Federspeicherzylinder wölbt sich aufgrund des Luftdrucks und überträgt die Kraft auf die Stößelstange. Durch die Bewegung der Stößelstange wird die S-Nocke über die Gestängenachstellvorrichtung betätigt. Die Drehung der S-Nocke spreizt die Bremsbacken und presst sie gegen die rotierende Bremstrommel, um das Fahrzeug anzuhalten.
Gleichzeitig strömt Druckluft vom Doppelbremsventil in die Bremszylinder, um die Vorderradbremsen über einen ABS-Modulator zu betätigen.
Zum Lösen der Bremsen wird die Luft aus den Federzylindern und Bremszylindern schnell abgelassen.
A | Doppelbremsventil |
B | Relaisventil |
C | ABS-Modulator |
D | Hinterachse |
E | Schnelllöseventil |
F | Federspeicherzylinder |
G | Automatische Gestängenachstellvorrichtung |
Y42.00-0157-05
Feststellbremskreis (nur an Hinterrädern)
Wenn sich das Fahrzeug in Bewegung befindet, liegt kontinuierlich Luftdruck an der Membran des Federraums der Feststellbremse gegen die Federkraft an.
Feststellbremse – Betätigen
Zum Betätigen der Feststellbremse wird das stufenlose Handsteuerungsventil in die Position „ON“ gebracht. Dadurch wird Druckluft aus dem Feststellbremskreis abgelassen. Daraufhin dehnt sich die Feder der Feststellbremse aus, bewegt die Stößelstange und betätigt die S-Nocke. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Bremsbacken die Hinterradbremstrommeln anhalten.
Feststellbremse – Lösen
Wenn der Fahrer das Fahrzeug bewegen möchte und dazu das Feststellbremsventil löst, strömt Druckluft vom Systemschutzventil über das Feststellbremsventil zu den Federspeicherzylindern, um der Federkraft der Federspeicherzylinder entgegenzuwirken und die Bremsen zu lösen.
1 | Gelenkgabel |
2 | Bremszylinder |
3 | Feststellbremsfeder |
4 | Rückstellfeder |
5 | Federraum |
Y42.00-0050-01
Regenerationszyklus
Der Regenerationszyklus wird automatisch durchgeführt. Dabei strömt die Druckluft aus dem Regenerationsbehälter zurück, um das Kondenswasser und die Verunreinigungen aus dem Drucklufttrockner zu entfernen, wenn der Systemdruck 6 bar überschreitet.
Zusatz-Druckluftbehälter
Der Zusatz-Druckluftbehälter ist mit dem Anschluss 24 des Vierkreis-Systemschutzventils verbunden. Für den Betrieb von Nebenaggregaten und Systemen, u. a. die Motorbremse, die Lenksäulen-Neigungseinstellung, das Ausgleichsgetriebesperre-Magnetventil, der Kupplungsverstärker und der Nebenabtrieb (sofern vorhanden), wird Druckluft aus dem Zusatz-Druckluftbehälter verwendet.