P40.15-2650-77
1 | Reifendrucksensor | 2 | Steuergerät Reifendruckkontrolle |
Anordnung
Das Steuergerät Reifendruckkontrolle befindet sich am äußeren Unterboden, nahe dem Fahrer- oder Beifahrersitz des Fahrzeugs.
Übersicht
Dieses Dokument enthält Informationen zu:
Anordnung
Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Reifendruckkontrolle
Reifendrucksensoren
Leckerkennung (schneller Druckverlust)
Automatische Befüllerkennung
Automatischer Einlernvorgang für die Reifendrucksensoren des Steuergeräts Reifendruckkontrolle
Überwachung der Reifentemperatur
Nachlauf
Batteriestatus
Diagnose
Allgemeines
Die Reifendruckkontrolle überwacht den Luftdruck der einzelnen Reifen durch den Vergleich des gemessenen Drucks mit einem vorher gespeicherten Referenzdruck.
Funktionsvoraussetzungen
Zündung EIN (Klemme 15)
Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 bis 20 km/h oder eine Reifendruckveränderung > 10 kPa
Reifendrucksensoren vorhanden und betriebsbereit
Reifendruckkontrolle
Bei der Reifendruckkontrolle wird der Druck der Vorder- und Hinterräder durch einen Vergleich mit gespeicherten Solldruckwerten überwacht. Bei einem relevanten Druckverlust erfolgt eine Warnmeldung, ggf. mit Positionsangabe, an den Fahrer. Die Art der Warnung ist je nach Höhe des Druckverlusts unterschiedlich. Für die Warnlogik bei Druckverlust werden auch Temperatureffekte kompensiert.
Reifendrucksensoren
Die Reifendrucksensoren werden mit einem Reifenventil aus Metall an der Felgeninnenseite jedes Reifens verschraubt.
Die vier Reifendrucksensoren senden während der Fahrt, bei einer Geschwindigkeit > 20 km/h, alle 30 s Funkbotschaften an das Steuergerät Reifendruckkontrolle. Diese Funkbotschaften enthalten den Druck, die Reifenlufttemperatur, die individuelle Seriennummer und Statusinformationen. Nach Fahrtbeginn erfolgt in den ersten 10 Minuten die automatische Ermittlung der Sensorpositionen. Dazu wird die Korrelation der ABS-Radimpulszähler mit den Signalen der Reifendrucksensoren ausgewertet. Das Steuergerät Reifendruckkontrolle berücksichtigt bei der Warnlogik außerdem die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit.
Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt bei folgenden Ereignissen:
Befüllung auf Solldruck
Erfolgreiche automatische Befüllerkennung
Manueller Neustart
Warnmeldung | Weiche Warnung (Reifendruck korrigieren) | Harte Warnung (Reifen überprüfen) | schneller Druckverlust (Achtung Reifendefekt) |
Druckverlust | > 14 % | > 20 % | 20 kPa/min |
Die Warnschwelle der weichen Warnung ist wie folgt definiert:
Druckverlust > 14 % für t = 8 min
Druckverlust > 14 % für t = 18 min (USA-Ausführung)
Leckerkennung (schneller Druckverlust)
Wenn in einem Zeitabschnitt ein fortschreitender Druckverlust vorliegt, wird von einem Reifendefekt ausgegangen. In diesem Fall wird eine Warnung ausgelöst, noch bevor das Auslösekriterium für die harte Warnung erreicht ist. Die Warnung erfolgt spätestens 120 s nach Beginn eines Druckverlusts von 20 kPa/min und wird im Kombiinstrument als Warnmeldung "Achtung Reifendefekt" angezeigt.
Bei Neueinschalten der Zündung nach einer Leckerkennung erscheint die Warnmeldung "Reifendruckkontrolle" im Kombiinstrument. Wenn nach Fahrtbeginn der jeweilige Druck wieder dem Referenzwert entspricht, erlischt die Warnmeldung "Reifendruckkontrolle".
Zusammen mit einer Reifendruck-Warnmeldung leuchtet die gelbe Reifendruck-Warnlampe im Kombiinstrument auf. Sie leuchtet auch beim nächsten Zündungszyklus, bis die Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt ist.
Automatische Befüllerkennung
Eine automatische Befüllerkennung erfolgt, wenn bei Fahrtbeginn an mindestens zwei Rädern eine Druckänderung von mehr als 20 kPa erkannt wurde. Zum Vergleich werden temperaturkompensierte und gefilterte Druckwerte herangezogen und mit den Werten der letzten Fahrt verglichen. Nach ca. 2 min Fahrt und erfolgreicher Plausibilitätsprüfung werden die neuen Reifendrücke automatisch als Referenzwerte übernommen. Eine Druckdifferenz zwischen dem rechten und linken Rad von über 17 % gilt als unplausibel.
Automatischer Einlernvorgang für die Reifendrucksensoren des Steuergeräts Reifendruckkontrolle
Wird die Zündung ausgeschaltet, ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle für weitere 19 min aktiv und empfängt ggf. Signale von den Reifendrucksensoren über Funk. Nach einer Parkzeit von mehr als 19 min startet nach Fahrtbeginn die automatische Erkennung und Lokalisierung der Reifendrucksensoren. Ein neuer Reifendrucksensor ist nach maximal 9 min Fahrtzeit automatisch eingelernt. Wurde das Steuergerät Reifendruckkontrolle erneuert, ist es erforderlich, mithilfe von XENTRY Diagnosis COM Kit die geführte Routine "Inbetriebnahme" durchzuführen.
Überwachung der Reifentemperatur
Die Reifendrucksensoren überwachen die Reifentemperatur als auch den Reifendruck. Die Temperaturwarnung erfolgt ausschließlich bei hohen Geschwindigkeiten, in der Regel erst > 180 km/h. Eine farbliche Markierung der betroffenen Reifen erscheint je nach Belastung in gelb oder rot im Kombiinstrument.
Reifen bei Temperaturen nahe dem Grenzwert werden in Gelb dargestellt. Reifen, die den Grenzwert überschreiten, werden in Rot dargestellt und eine Warnmeldung erscheint.
Erlischt die Warnmeldung "Reifen überhitzt" über einen Zeitraum von 2 min nicht, erscheint eine Aufforderung zur Reduktion der Geschwindigkeit und ein Warnton ertönt. Sobald die Geschwindigkeit auf unter 100 km/h reduziert wird, erlischt diese Meldung und die Anzeige der Reifentemperaturen erscheint.
Nachlauf
Wird die Zündung ausgeschaltet, ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle für weitere 19 min aktiv und empfängt ggf. Signale von den Reifendrucksensoren über Funk. Die Vernetzungsschnittstelle geht während des Nachlaufs in den Sleepmodus.
Batteriestatus
Die Reifendrucksensoren senden mit jeder Funkbotschaft einen Batteriestatus in 10 %-Schritten und geben somit die verbleibende Restlebensdauer an. Der Reifendrucksensor berücksichtigt hierbei den Energieverbrauch bei der Druck-, Temperatur- und Bewegungserkennung, sowie die Selbstentladung der Batterie.
Wenn das Steuergerät Reifendruckkontrolle von mindestens einem Reifendrucksensor wiederholt einen niedrigen Batteriestatus empfängt, erfolgt ein Fehlereintrag.
Diagnose
Um Reifendrucksensoren einzulernen, muss der Einlernvorgang mit XENTRY Diagnosis COM Kit im Menü "Steuergeräteanpassung", Untermenü "Radelektronik Identifikationsnummer schreiben" erfolgen.
Durch die geführte manuelle Reifendruckabsenkung werden die Reifendrucksensoren nacheinander durch Luftablassen dazu veranlasst, ein Datenprotokoll zu senden. Das Steuergerät Reifendruckkontrolle kann daraufhin die individuellen Seriennummern der Sensoren speichern und der richtigen Radposition zuordnen. Um die Daten auslesen zu können, müssen mindestens 30 kPa Luft abgelassen werden.
Anstelle der Druckabsenkung kann ein Triggertool (MB3000) verwendet werden. Das Triggertool veranlasst die Reifendrucksensoren zum Senden eines Datenprotokolls.