P30.30-2691-79
A1 | Kombiinstrument | N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn | |
A1e52 | Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | |
A1h1 | Warnsummer | N49 | Lenkwinkelsensor | |
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | |
A90 | Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST | CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 | |
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | CAN E2 | Fahrwerk-CAN 2 | |
N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
COLLISION PREVENTION ASSIST im Steuergerät SAM vorn codiert
Keine Unter- oder Überspannung
COLLISION PREVENTION ASSIST im Menü "Assistenz" des Kombiinstruments eingeschaltet
Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit
Verschmutzungs- und Funktionsprüfung des Radarsensors in der Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST erfolgreich abgeschlossen
Fahrzeug nicht in Rückwärtsbewegung
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
COLLISION PREVENTION ASSIST allgemein
Der COLLISION PREVENTION ASSIST besteht aus einer Abstandswarnfunktion, die den Fahrer optisch und akustisch vor einer möglichen Kollision (z. B. Auffahrunfall) mit einem Hindernis oder mit einem vorausfahrenden Fahrzeug warnt. Die Ausgabe dieser Warnungen erfolgt in einem Geschwindigkeitsbereich von v = 7 km/h bis zur Fahrzeughöchstgeschwindigkeit. Die Steuerung erfolgt durch die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
In die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST sind folgende Baugruppen integriert:
Radarsensor
Steuergerät
Der COLLISION PREVENTION ASSIST beinhaltet zudem eine Gefahrenbremsfunktion. Diese unterstützt den Fahrer durch Berechnen des nötigen Bremsdruckes im hydraulischen Bremssystem, sodass im Falle einer Gefahrenbremsung, dieser sofort zur Verfügung steht. Des Weiteren wird bei einer ausbleibenden Reaktion des Fahrers auf die Warnmeldungen eine autonome Notbremsung eingeleitet. Somit kann eine mögliche Kollision vermieden oder die daraus resultierenden Folgen können zumindest reduziert werden.
Der COLLISION PREVENTION ASSIST unterstützt das Sicherheitssystem PRE-SAFE®.
Die folgende Darstellung zeigt den Erfassungsbereich des integrierten Radarsensors.
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Prinzipdarstellung Erfassungsbereich der Radarsensorik |
1 | Fahrzeug, ausgerüstet mit COLLISION PREVENTION ASSIST | A | Erfassungsbereich des integrierten Radarsensors (bis s = 80 m, bei einem Erfassungswinkel von ca. = 18° +/–8°) | |
2 | Vorausfahrendes Zielfahrzeug (Zielobjekt), erfasst durch die Radarsensorik |
Der COLLISION PREVENTION ASSIST umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Kollisionswarnung
Funktionsablauf Bremsunterstützung
Funktionsablauf Kollisionswarnung
Die Freigabe der Funktion COLLISION PREVENTION ASSIST erfolgt manuell über die Bedienebene im Kombiinstrument. Das Kombiinstrument sendet den entsprechenden Status über Fahrwerk-CAN 2, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST. Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST führt nach jedem Motorstart eine Verschmutzungs- und Funktionsprüfung durch.
Die Funktionsprüfung setzt ein Objekt im Erfassungsbereich des Radarsensors voraus, das von der Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST als Referenzwert verwendet wird. Wenn Fehlfunktionen festgestellt werden oder wenn keine Funktionsprüfung möglich ist, kann die Funktion COLLISION PREVENTION ASSIST nicht aktiviert werden.
Neben den Daten des Radarsensors wertet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST folgende Einflussfaktoren aus:
Fahrtrichtung und Fahrzeuggeschwindigkeit
Lenkwinkel
Fahrtrichtung und Fahrzeuggeschwindigkeit:
Die Fahrtrichtung wird über die Raddrehrichtung der Räder definiert. Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen berechnet. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die entsprechenden Informationen über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
Lenkwinkel:
Der Lenkwinkelsensor erfasst den Lenkwinkel. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Daten des Lenkwinkelsensors direkt ein und sendet Informationen zum Lenkwinkel über Fahrwerk-CAN 1 an die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST.
Statische Abstandswarnung (ohne CODE 494 (USA-Ausführung)):
Die Ausgabe der statischen Abstandswarnung erfolgt rein optisch.
Wenn im fließenden Verkehr der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug t = 0,8 s unterschreitet und für t > 3 s in diesem kritischen Abstand verblieben wird (z. B. bei einer Geschwindigkeit von v = 100 km/h, Abstand ca. s = 22,2 m), sendet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument steuert daraufhin die Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST an.
Kollisionskritische Abstandswarnung:
Die Ausgabe der kollisionskritischen Abstandswarnung erfolgt optisch und akustisch.
Bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit von v > 7 km/h sendet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument, das daraufhin die Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST ansteuert. Zusätzlich steuert das Kombiinstrument den Warnsummer (Intervallton) direkt an.
Die Warnausgabe kann nicht quittiert werden. Die Rücknahme der Warnung erfolgt erst, wenn sich die Situation entschärft hat.
Vor stehenden Hindernissen wird nur im Geschwindigkeitsbereich v 7 bis 72 km/h rechtzeitig gewarnt.
Systemgrenzen:
Die kollisionskritische Abstandswarnfunktion reagiert nicht:
Auf Personen oder Tiere
Auf entgegenkommende Fahrzeuge
Aufauf Querverkehr
iIn Kurven
Anzeigen im Kombiinstrument bei aktiver Abstandswarnfunktion und aktuell anliegender Warnung |
A1e52 | Warnleuchte COLLISION PREVENTION ASSIST |
B | Bereitschaftsanzeige Abstandswarnung |
P30.30-2408-71
Funktionsablauf Bremsunterstützung
Reagiert der Fahrer in einer kritischen Situation mit einer Gefahrenbremsung, berechnet die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST die nötige Bremsunterstützung, um ggf. eine Kollision abzuwenden oder zumindest deren Folgen zu mildern. Die Bremsunterstützung steht in einem Geschwindigkeitsbereich von v 7 km/h bis v 250 km/h zur Verfügung.
Die Gefahrenbremsung definiert sich über die Betätigungsgeschwindigkeit und die Betätigungsstärke, mit der das Bremspedal getreten wird.
Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST nutzt hierzu ebenfalls die Daten des Radarsensors und berechnet unter Berücksichtigung des Abstands und der Annäherungsgeschwindigkeit zum Hindernis die notwendige Bremsunterstützung. Die Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST sendet hierzu die entsprechenden Anforderungen über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, das den hydraulischen Bremsdruck über die Hydraulikeinheit Traktionssystem steuert. Parallel hierzu wertet die in das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm implementierte Funktion PRE-SAFE® das aktuell angeforderte Bremsmoment aus und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein.
Entfällt die Betätigung bzw. nimmt die Intensität der Betätigung des Bremspedals durch den Fahrer ab, wird die Bremsunterstützung auf die Fahrerbremsung reduziert und der Brems-Assistent deaktiviert. Betätigt der Fahrer das Fahrpedal, wird der Brems-Assistent ebenfalls deaktiviert.
Detaillierte Informationen zum Thema Bremsunterstützung sind der separaten Teilfunktion "BAS PLUS Funktion" zu entnehmen.
Wenn eine Kollision unausweichlich ist, werden zusätzlich zum Bremseingriff Maßnahmen für den Insassenschutz ergriffen. Detaillierte Informationen zum Thema Insassenschutz sind der Funktionsbeschreibung PRE-SAFE® zu entnehmen.
Referenzierte Dokumente
- gf5400p9998cam Übersicht Systembauteile Fahrerassistenzsysteme