gf2600p0003ff

Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Funktion

Typ gf · Thema 26.00 · Version 0101 · 2009-01-15

Gültig für: GETRIEBE 717.474 /475 im TYP 454.0

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 26 Mechanisches Getriebe › 26.00 Allgemeines — Baureihe 454 (Baumuster 0**)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 717 474, 717 475

GF26.00-P-0003FF

Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Funktion

15.1.09

GETRIEBE 717.474 /475 im TYP 454.0

Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Funktion

P26.00-2105-78

1 Schaltgabel Schaltmuffe 5/6

2 Schaltgabel Schieberad Rückwärtsgang

3 Schaltgabel Schaltmuffe 1/3

8 Eingangswelle

M17/3 Getriebemotor 1

M17/4 Getriebemotor 2

4 Schaltgabel Schaltmuffe 2/4

5 Hauptwelle

6 Schaltwalze 1/3, 5/6

7 Schaltwalze 2/4, R

Das Automatisierte Schaltgetriebe baut auf einem "normalen" Schaltgetriebe auf. Die Schaltvorgänge werden durch 2 Schaltwalzen durchgeführt, die vom Getriebemotor 1 und Getriebemotor 2 verstellt werden. Die aktuelle Stellung wird von integrierten Inkrementalgebern und vom Geber Gangposition (B43) erfasst. Die notwendigen Kupplungsvorgänge werden durch den Kupplungsmotor (M18) durchgeführt.

Die Bedienung erfolgt über das Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (N15/5).

Die komplette Steuerung der Schalt- und Kupplungsvorgänge erfolgt vom Steuergerät Motorelektronik (N3/10) bei Benzinmotor oder vom Steuergerät EDG (N3/9) bei Dieselmotor.

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Der aktuell eingelegte Gang, sowie die Schaltempfehlung wird im Kombiinstrument (A1) angezeigt.

Es sind nachfolgende Schaltfunktionen möglich:

"softip-Modus"
Die Gänge können manuell angewählt werden und es wird ggf. eine der momentanen Situation entsprechende Schaltempfehlung ausgegeben

"softouch-Modus"
Die Gänge werden automatisch in Abhängigkeit der momentanen Situation geschaltet.

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Motorstart

Zum Starten des Motors muss sich der Schalthebel in Stellung "N" befinden:

Zündung einschalten,

Fußbremse betätigen und

Schalthebel in Stellung "N" bringen

Erst dann erteilt das Steuergerät Motorelektronik oder das Steuergerät EDG eine Startfreigabe des Motors.

Auswahl der Schaltfunktion

Durch kurzes Antippen des Schalthebels in Stellung "A" kann zwischen den beiden Schaltfunktionen gewechselt werden.

"softip-Modus"

Im "softip-Modus" bestimmt der Fahrer den Gangwechsel.

Schalthebel nach vorn "+": Einen Gang hochschalten

Schalthebel nach hinten "–": Einen Gang zurückschalten

Der jeweils aktuell eingelegte Gang wird im Display des Kombiinstruments angezeigt.

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Wenn das Steuergerät Motorelektronik oder das Steuergerät EDG feststellt, dass bei der aktuellen Motordrehzahl, Last, Fahrpedalstellung und Fahrgeschwindigkeit ein anderer Gang besser wäre, schlägt es im Display einen Gangwechsel vor:

Pfeil nach oben: Einen Gang hochschalten

Pfeil nach unten: Einen Gang zurückschalten

Die Schaltempfehlungen orientieren sich an einer verbrauchsorientierten Fahrweise.

Zwangshoch-/ Zwangsrückschaltung

Auch im "softip-Modus" können automatische Schaltvorgänge erfolgen:

Hochschalten kurz vor Erreichen der Maximaldrehzahl des Motors

Zurückschalten beim Annähern an die Leerlaufdrehzahl des Motors

Zurückschalten bei Kickdown

Einlegen des ersten Gangs bei Fahrzeugstillstand (Kupplung geöffnet)

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"softouch-Modus"

Im "softouch-Modus" bestimmt das Steuergerät Motorelektronik oder das Steuergerät EDG den Gangwechsel. Die Schaltvorgänge laufen automatisch entsprechend der momentanen Last (Fahrpedalstellung) und Fahrgeschwindigkeit ab.

Die Ganganzeige im Display zeigt bei allen Vorwärtsgängen "A" (Automatik) an.

Eine Schaltung wird dann ausgeführt, wenn der momentane Arbeitspunkt (Last, Fahrgeschwindigkeit) in einem Kennfeld einen anderen Gang als günstiger ergibt. Entsprechend wird eine Hochschaltung oder eine Rückschaltung ausgeführt.

Bei sämtlichen Schaltvorgängen werden folgende Punkte berücksichtigt:
Hoch- und Rückschaltungen werden nicht beim gleichen Arbeitspunkt ausgelöst, um Pendelschaltungen im Grenzbereich zu vermeiden.

Bei Rückschaltungen werden auch Mehrfachschaltungen (z. B. von 5 auf 3) durchgeführt.

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Manuelle Hoch- und Rückschaltungen beenden den "softouch-Modus"

Einlegen des Rückwärtsgangs oder der Neutralstellung beendet den "softouch-Modus" nicht

Funktion Kickdown

Um eine automatische Rückschaltung auszulösen, muss das Fahrpedal ganz durchgetreten werden (Überwindung des Druckpunktes).

Folgende Vorgänge werden ausgelöst:

Rückschaltung um ein oder zwei Gänge

Anschließendes Hochschalten erst kurz vor Erreichen der Maximaldrehzahl des Motors

Schnellere Kupplungsvorgänge

Die Funktion Kickdown ist im "softip-Modus" und "softouch-Modus" verfügbar.

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Kriechfunktion

Die Kriechfunktion ermöglicht das langsame Fahren, z. B. beim Einparken oder im Stau.

Funktionsvoraussetzung

Vorwärts- oder Rückwärtsgang eingelegt

Fahrpedal nicht betätigt (Motor im Leerlauf)

Funktion

Beim Loslassen der Betriebsbremse wird die Kupplung im schlupfenden oder im geschlossen Bereich betrieben. Das Fahrzeug rollt dadurch mit geringer Geschwindigkeit.

Durch Betätigen von Betriebsbremse, Feststellbremse, Fahrpedal oder an Steigungen > ca. 5 % wird die Funktion abgebrochen.

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Abstellen des Fahrzeuges

Zum sicheren Abstellen des Fahrzeuges muss die Betriebsbremse betätigt und der Rückwärtsgang eingelegt werden. Anschließend die Feststellbremse betätigen und den Zündschlüssel abziehen.

In diesem Fall ist der Rückwärtsgang eingelegt und die Kupplung geschlossen.

Beim Abstellen des Motors in Neutralstellung ist kein Gang eingelegt. Das Fahrzeug kann geschoben oder abgeschleppt werden.

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Schaltvorgang

Die beiden Schaltwalzen sind den Gängen zugeordnet:
Schaltwalze 1/3, 5/6: Gang 1, 3, 5 und 6

Schaltwalze 2/4, R: Gang 2, 4 und Rückwärtsgang

Durch entsprechendes Verdrehen der Schaltwalzen werden die in den Nuten laufenden Gleitsteine nach links oder rechts ausgelenkt. Dadurch werden wiederum über die Schaltgabeln die entsprechenden Schaltmuffen verschoben und somit die Gänge geschalten.

Durch die Zuordnung der Gangräder 1 und 3 und der Gangräder 2 und 4 zu je einer Schaltmuffe ist für Schaltungen zwischen den unteren fünf Gängen stets die Ansteuerung beider Schaltwalzen erforderlich:

Schaltung vom 1. in den 2. Gang:
Schaltwalze 1/3, 5/6 legt 1. Gang aus, Schaltwalze 2/4, R legt 2. Gang ein.

Schaltung vom 2. in den 3. Gang:
Schaltwalze 2/4, R legt 2. Gang aus, Schaltwalze 1/3, 5/6 legt 3. Gang ein.

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Schaltung vom 3. in den 4. Gang:
Schaltwalze 1/3, 5/6 legt 3. Gang aus, Schaltwalze 2/4, R legt 4. Gang ein.

Schaltung vom 4. in den 5. Gang:
Schaltwalze 2/4, R legt 4. Gang aus, Schaltwalze 1/3, 5/6 legt 5. Gang ein.

Die Rückschaltungen finden entsprechend statt.

Überschneidung

Da für das Auslegen eines Gangs und Einlegen des nächsten Gangs verschiedene Schaltwalzen benutzt werden, kann die Schaltung überschneidend erfolgen:

Während der bisherige Gang ausgelegt wird, wird der neue Gang bis an die Synchronisierung vorgefahren.

Wenn die Schaltmuffe den bisherigen Gang getrennt hat, wird der neue Gang synchronisiert und eingelegt.

Die Überschneidung verkürzt deutlich die Zeit des Gangwechsels, sie ist kürzer als die eines Gangwechsels mit nur einer Schaltwalze.

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Getriebetemperatur

Die Öltemperatur beeinflusst die Viskosität des Getriebeöls und damit den Ablauf der Schaltvorgänge. Da die Getriebesteuerung die Öltemperatur bei der Ansteuerung der Stellmotoren berücksichtigt, wird eine gleich bleibende Schaltqualität erzielt.

Die Temperatur des Getriebes wird rechnerisch ermittelt.

Aus der Drehzahl der Wellen sowie dem übertragenen Drehmoment wird die Reibung berechnet, die im Getriebe in Wärme umgesetzt wird.

Aus der Umgebungstemperatur und der Fahrgeschwindigkeit wird die Abkühlung durch den Fahrtwind ermittelt.

Beide Einflüsse ergeben die Entwicklung der Getriebetemperatur.

Nach längerer Standzeit wird die Umgebungstemperatur für die Getriebetemperatur übernommen.

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Fehlerreaktionen

Die Abläufe im Getriebe werden anhand der Ansteuersignale und der Sensorsignale überwacht. Treten dabei Ereignisse auf, die vom normalen Ablauf abweichen, werden diese aufgezeichnet und im Steuergerät Motorelektronik oder Steuergerät EDG gespeichert. Gespeicherte Ereignisse können auch wieder gelöscht werden, wenn sie in mehreren aufeinander folgenden Fahrten nicht mehr auftreten.

Es gibt drei Klassen von Ereignissen:

Ereignis wird gespeichert, es sind jedoch keine Auswirkungen auf den Fahrbetrieb bemerkbar. Die Kontrollleuchte leuchtet nicht auf. Solche Ereignisaufzeichnungen dienen lediglich der Ursachenanalyse.

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Bei wesentlichen Fehlern leuchtet die Kontrollleuchte auf:
Die Fahrt ist nur geringfügig beeinträchtigt. Die Einschränkungen werden oftmals vom Fahrer nicht bemerkt. So werden z. B. Überschneidungen und Gangsprünge nicht mehr durchgeführt. Die Dauer der Schaltvorgänge verlängert sich.

Bei gravierenden Fehlern leuchtet ebenfalls die Kontrollleuchte auf. Das Getriebe geht in den Notlauf.

Folgende Reaktionen sind möglich:
– Es werden keine weiteren Schaltungen mehr vorgenommen, der eingelegte Gang wird beibehalten

– Nach dem Anhalten und Neustart werden nur noch der Rückwärtsgang und der 1. Gang angesteuert, die Motorleistung und die Motordrehzahl sind begrenzt

– Nach dem Anhalten und Neustart wird kein Gang mehr eingelegt

Initialisierung

Bei Kl. 15 Ein wird die gespeicherte Stellung der Inkrementalgeber mit der Stellung des Potentiometers verglichen. Wird eine Abweichung festgestellt, so werden die Schaltwalzen von Anfang bis Ende der Schaltnuten verstellt und somit die Inkrementalgeber und das Potentiometer neu kalibriert.

Die Initialisierung muss mittels STAR DIAGNOSIS nach folgenden Tätigkeiten durchgeführt werden:

Aus-, Einbau oder Erneuern des Getriebes

Aus-, Einbau oder Erneuern des Gebers Gangposition (B43)

Aus-, Einbau oder Erneuern eines oder beider Getriebemotoren

Erneuern des Steuergeräts Motorelektronik oder Steuergeräts EDG

Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Schalthebelstellungen

GF26.00-P-0003-01FF

Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Kraftflußverlauf

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Automatisiertes Schaltgetriebe (Automated Manual Transmission) Schaltstellungen

GF26.00-P-0003-04FF

Inkrementalgeber Bauteilbeschreibung

GF26.19-P-1001FF

Schalteinrichtung Bauteilbeschreibung

GF26.60-P-1000FF

Borg-Warner Synchronisation Bauteilbeschreibung

GF26.60-P-1001FF

Geber Gangposition Bauteilbeschreibung

B43

GF26.19-P-1002FF

Drehzahlgeber Getriebe Bauteilbeschreibung

L2

GF26.19-P-1003FF

Getriebemotor Schaltwalzenantrieb Bauteilbeschreibung

M17/3, M17/4

GF26.19-P-1005FF

Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul Bauteilbeschreibung

N15/5

GF26.19-P-1004FF

Referenzierte Dokumente