gf1400p3000mrt

Abgasreinigung Funktion

Typ gf · Thema 14.00 · Version 0106 · 2019-04-01

Gültig für: Motor 256.9 im Typ 213, 222, 238, 257, 290

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 14 Auspuffkrümmer, Motorbremse, Abgasreinigungsanlage › 14.00 Allgemeines — Baureihe 213 · Baureihe 222 · Baureihe 238 · Baureihe 257 · Baureihe 290

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 256 9**

GF14.00-P-3000MRT

Abgasreinigung Funktion

01.04.2019

Motor

256.9 im Typ 213, 222, 238, 257, 290

Funktionsvoraussetzung allgemein

Motor läuft

Das Steuergerät ME (N3/10) erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle (B70). Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.

Abgasreinigung

Die Abgasreinigung reduziert die schädlichen Bestandteile der vom Motor ausgestoßenen Verbrennungsgase und ­rückstände.

Hierbei handelt es sich um:

Stickoxide (NOx)

Kohlenwasserstoff (HC)

Kohlenmonoxid (CO)

Rußpartikel

Die Reduzierung der schädlichen Bestandteile wird durch Reduktion und Oxidation im Dreiwegekatalysator, Filtration im Ottopartikelfilter und eine kontrollierte Abgasrückführung erreicht.

Der Ottopartikelfilter wird unter folgenden Bedingungen verbaut:

Typ 238 mit Code 472 (Ottopartikelfilter)

Typ 213, 222, 238, 257, 290 mit Code 598 (Ottopartikelfilter (OPF) mit Sensorik), Typ 213, 238, 257, 290 mit Code 961 (Abgasanlage mit OPF Generation 2.0)

Abgasreinigung im Dreiwegekatalysator

Beim Dreiwegekatalysator ist die Betriebstemperatur entscheidend. Eine nennenswerte Schadstoffumwandlung setzt erst ab einer Betriebstemperatur von ca. 250 °C ein.

Ideale Betriebsbedingungen für hohe Umwandlungsraten und eine lange Lebensdauer herrschen im Temperaturbereich von ca. 400 bis 800 °C.

Um diese Temperatur schnell zu erreichen, werden bei einem Kaltstart (Kühlmitteltemperatur < 50 °C) die Schaltpunkte für maximal 60 s angehoben. Die Schaltpunktanhebung ist jedoch nur bis zu einer Geschwindigkeit von 53 km/h aktiv.

Ein Hochschalten der Gänge erfolgt dadurch erst bei höheren Motordrehzahlen.

Das Steuergerät ME sendet die Schaltpunktanhebung abhängig von der Kühlmitteltemperatur und der Raddrehzahl über Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) (Typ 213, 222, 238) oder an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) (Typ 257, 290).

Das Steuergerät ME liest die Signale des Kühlmitteltemperatur-Sensors (B11/4) direkt ein.

Die Raddrehzahl wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME gesendet.

Die chemische Umwandlung (Konvertierung) geschieht im Dreiwegekatalysator bei λ = 1.

Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid (CO) in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff (HC) in Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt.

Durch Reduktion werden die Stickoxide (NOx) in Stickstoff (N2) und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt.

Die Funktion des Dreiwegekatalysators wird, sobald die Betriebstemperatur erreicht und die Lambdaregelung frei gegeben ist, vom Steuergerät ME überwacht.

Das Steuergerät ME liest dazu die Signale der folgenden Bauteile ein:

Sensorelement Lambdasonde nach Katalysator (G3/1b1) (Stickoxid­ und Sauerstoffkonzentration nach dem Dreiwegekatalysator)

Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator (G3/2b1) (Stickoxid­ und Sauerstoffkonzentration vor dem Dreiwegekatalysator)

Hallsensor Kurbelwelle (Motordrehzahl)

Das Steuergerät ME bewertet die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Dreiwegekatalysators und damit dessen Alterung.

Sobald dem Dreiwegekatalysator mehr Sauerstoff zur Verfügung steht, als er für die Oxidation des Kohlenmonoxids (CO) benötigt, wird dieser gespeichert.
Wenn der im Abgas vorhandene Sauerstoff nicht für die Oxidation des Kohlenmonoxids (CO) ausreicht, wird der gespeicherte Sauerstoff ganz oder teilweise abgebaut. Dieser Vorgang bewirkt in Verbindung mit der hohen Sauerstoffspeicherfähigkeit des Dreiwegekatalysators einen fast vollständigen Ausgleich der Schwankungen der Sauerstoffkonzentration vor dem Dreiwegekatalysator. Die Sauerstoffspeicherfähigkeit und damit die Funktion des Dreiwegekatalysator lässt sich anhand der Lambdasondensignale vor und nach dem Dreiwegekatalysator bewerten. Bei einem voll funktionstüchtigen Dreiwegekatalysator werden vor dem Dreiwegekatalysator hohe Werte und Änderungen gemessen. Das Lambdasondensignal nach dem Dreiwegekatalysator ist dagegen nahezu konstant. Mit fortschreitendender Alterung verringert sich die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Dreiwegekatalysators und damit die Fähigkeit Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (HC) umzuwandeln. Dies hat zur Folge, dass das Lambdasondensignal nach dem Dreiwegekatalysator dem Lambdasondensignal vor dem Dreiwegekatalysator immer ähnlicher wird.

Die Lambdasondensignale vor und nach dem Dreiwegekatalysator werden verglichen. Sind beide Signale annähernd gleich, ist der Dreiwegekatalysator nicht mehr funktionsbereit. Es werden mehrere Messungen im unteren Teillastbereich bei vorgegebenen Drehzahlen durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen.

Bei einem erkannten Defekt wird eine Fehlermeldung im Kombiinstrument (A1) ausgegeben. Das Steuergerät ME sendet die Anforderung zur Anzeige der Fehlermeldung über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Kombiinstrument.

Im Fehlerspeicher des Steuergeräts ME werden erkannte Fehler abgelegt. Diese können mit dem Diagnosesystem ausgelesen und gelöscht werden.

Abgasreinigung im Ottopartikelfilter (Typ 238 mit Code 472 (Ottopartikelfilter) oder Typ 213, 222, 238, 257, 290 mit Code 598 (Ottopartikelfilter (OPF) mit Sensorik), Typ 213, 238, 257, 290 mit Code 961 (Abgasanlage mit OPF Generation 2.0))

Der Ottopartikelfilter nimmt die ausgestoßenen Rußpartikel auf und regeneriert sich unter bestimmten Fahrbedingungen selbst.

Die Regeneration (der Rußabbrand) des Ottopartikelfilters geschieht bei konventioneller Fahrweise vorwiegend im Schubbetrieb. Sobald im Ottopartikelfilter genügend Sauerstoff zur Verfügung steht, kommt es zum Abbrand des Rußes.

Bei Fahrzeugen mit Code 598 (Ottopartikelfilter (OPF) mit Sensorik) oder Code 961 (Abgasanlage mit OPF Generation 2.0) werden die Abgastemperatur und der Rußgehalt der Ottopartikelfilter permanent überwacht.

Die Abgastemperatur wird vom Temperatursensor vor Ottopartikelfilter (B163/4) erfasst. Der Rußgehalt wird über den Differenzdrucksensor Ottopartikelfilter (B163/3) bestimmt. Das Steuergerät ME liest die Sensorsignale direkt ein und wertet diese aus. Wenn die gemessenen Werte bestimmte Grenzen überschreiten, leitet das Steuergerät ME entsprechende Eingriffe in die Motorsteuerung ein und fordert eine Warnmeldung im Kombiinstrument an.

Reduzierung der Schadstoffe durch Abgasrückführung

Durch die Abgasrückführung in den Brennraum wird die Entstehung von Stickoxiden (NOx) gesenkt.

Dies geschieht durch die Verlangsamung der Verbrennung. Dadurch werden Temperaturspitzen vermieden, die die Entstehung von Stickoxiden (NOx) begünstigen.

Die Abgasrückführung trägt zudem zu einer Reduzierung der Ladungswechselverluste bei und reduziert so auch den Kraftstoffverbrauch im Teillastbereich.

Das Steuergerät ME bestimmt durch Ansteuern des Stellmagnets Einlassnockenwelle (Y49/1) und des Stellmagnets Auslassnockenwelle (Y49/2) die Ventilüberschneidung. Damit wird die interne Abgasrückführung in gewissen Grenzen geregelt.

Funktionsschema Elektrik Abgasreinigung

Motor 256.9 im Typ 213, 238

PE14.00-P-2051-97DBA

Motor 256.9 im Typ 222

PE14.00-P-2051-97SEM

Motor 256.9 im Typ 257

PE14.00-P-2051-97XBB

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

GF07.70-P-9998MRT

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