gf1400p3000mi

Abgasreinigung Funktion

Typ gf · Thema 14.00 · Version 0103 · 2012-12-04

Gültig für: MOTOR 272.9 (außer 272.982) im TYP 204.0/2 ab Modell-J. 2009 MOTOR 272.9 (außer 272.983) im TYP 212 MOTOR 272.9 (außer 272.984) im TYP 207 MOTOR 272.9 im TYP 204.9 MOTOR 273.9 im TYP 207, 212'

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 14 Auspuffkrümmer, Motorbremse, Abgasreinigungsanlage › 14.00 Allgemeines — Baureihe 204 (Baumuster 0**, 2**, 9**) · Baureihe 207 · Baureihe 212

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 272 9**, 272 911, 272 920, 272 921, 272 922, 272 923, 272 924, 272 939, 272 940, 272 941, 272 942, 272 943, 272 944, 272 945, 272 946, 272 947, 272 948, 272 949, 272 952, 272 960, 272 961, 272 963, 272 964, 272 965, 272 966, 272 967, 272 968, 272 969, 272 970, 272 971, 272 972, 272 973, 272 974, 272 975, 272 977, 272 978, 272 979, 272 980, 272 982, 272 983, 272 984, 272 985, 272 988, 272 991, 273 9**

GF14.00-P-3000MI

Abgasreinigung Funktion

04.12.2012

MOTOR

272.9 (außer 272.982) im TYP 204.0/2

ab Modell-J. 2009

MOTOR

272.9 (außer 272.983) im TYP 212

MOTOR

272.9 (außer 272.984) im TYP 207

MOTOR

272.9 im TYP 204.9

MOTOR

273.9 im TYP 207, 212

Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein

Klemme 87M EIN (Motorsteuerung EIN)

Motor läuft

Abgasreinigung allgemein

Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:

– Stickoxide (NOx)

– Kohlenwasserstoff (HC)

– Kohlenmonoxid (CO)

Dazu müssen u. a. die Stirnwandkatalysatoren schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, um beim Kaltstart die Abgasemissionen zu reduzieren.

Abgasreinigung Funktionsablauf

Folgende Teilsysteme sind an der Abgasreinigung beteiligt:

Funktionsablauf Stirnwandkatalysatoren

Funktionsablauf Lufteinblasung

Funktionsablauf Getriebeschaltpunktanhebung

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Funktionsablauf Stirnwandkatalysatoren

Die vom Motor ausgestoßenen Schadstoffe in den Abgasen werden von den motornahen Stirnwandkatalysatoren (Dreiwegekatalysatoren) bei λ=1 chemisch umgewandelt (konvertiert).

Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff in Wasser (H2O)+ Kohlendioxid umgewandelt.

Durch Reduktion werden die Stickoxide in Stickstoff (N2)+ Kohlendioxid umgewandelt.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Lufteinblasung

Kühlmitteltemperatur >–10 °C und <35 °C

Kühlmitteltemperatur >7 °C und <35 °C

(bei Code (494) USA-Ausführung)

Motordrehzahl <2500/min

Motor im Leerlauf oder Teillastbetrieb

Funktionsablauf Lufteinblasung

Die Lufteinblasung bringt die Stirnwandkatalysatoren nach dem Start schneller auf Betriebstemperatur und verbessert dadurch die Abgaswerte im Warmlauf.

Das Steuergerät ME (N3/10) steuert die Lufteinblasung auf Basis folgender Sensoren:

– Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5), Motorlast

– Kühlmittel-Temperatursensor (B11/4)

– Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Die Einblaseluft wird von der Elektrischen Luftpumpe (M33) bereitgestellt, die über das Relais Sekundärlufteinblasung (N10/1kP) vom Steuergerät ME angesteuert wird.

Wird das Umschaltventil Luftpumpe (Y32) vom Steuergerät ME masseseitig angesteuert, schaltet es den Unterdruck aus dem Schaltsaugrohr zu den Luftabschaltventilen durch. Diese öffnen und die Einblaseluft von der Elektrischen Luftpumpe wird in die Auslasskanäle der Zylinderköpfe geblasen.

Die eingeblasene Luft reagiert mit den heißen Abgasen in den Auslasskanälen und Stirnwandkatalysatoren. Eine Oxidation von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff findet statt (Nachverbrennung).
Diese Nachverbrennung führt zu einer Erhöhung der Abgastemperatur (exotherme Reaktion), die die Stirnwandkatalysatoren zusätzlich aufheizt.

Zur Lufteinblasung werden vom Steuergerät ME für max. 40 s nach dem Motorstart gleichzeitig das Umschaltventil Luftpumpe und die Elektrische Luftpumpe angesteuert.

Nach der Ansteuerung bleibt die Lufteinblasung gesperrt. Eine erneute Freigabe der Lufteinblasung erfolgt erst, wenn die Stirnwandkatalysatoren aufgrund einer ausreichend langen Stillstandszeit des Motors wieder abgekühlt sind. Die Elektrische Luftpumpe hat so genügend Zeit, um ebenfalls abzukühlen.

Diagnose
Die Lufteinblasung darf zur Diagnose mit dem Diagnose-Assistenz-System (DAS) für max. 120 s (bei warmem Motor kürzer) freigegeben werden.
Vor der nächsten Ansteuerung ist eine Abkühlzeit von 30 min unbedingt einzuhalten, da sonst die Elektrische Luftpumpe beschädigt (überhitzt) wird.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Getriebeschaltpunktanhebung

Kühlmitteltemperatur beim Start <35 °C

Fahrzeuggeschwindigkeit <40 km/h

Funktionsablauf Getriebeschaltpunktanhebung

Die Getriebeschaltpunktanhebung bringt die Stirnwandkatalysatoren nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur. Das Steuergerät ME steuert die Getriebeschaltpunktanhebung in Abhängigkeit von folgendem Sensor und Signal:

– Kühlmittel-Temperatursensor

– Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (bei DISTRONIC PLUS), Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN (CAN E)

Die Getriebeschaltpunktanhebung ist für maximal 60 s aktiv und erfolgt ausschließlich elektronisch.

Das Steuergerät ME fordert über den Antriebs-CAN (CAN C) die Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) auf, die Schaltlinien zu verschieben.

Die Teillastschaltungen (1-2-1, 2-3-2) erfolgen dann bei höherer Motordrehzahl bzw. höherer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Überwachung der Katalysatorwirkung

Betriebswarme Stirnwandkatalysatoren

Lambda-Regelung freigegeben

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Nach den gesetzlichen Anforderungen darf die Kohlenwasserstoff-Emission (HC-Emission) eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten.

Die Aufgabe der Überwachung der Katalysatorwirkung ist es, aus der Sauerstoffspeicherfähigkeit der Stirnwandkatalysatoren eine Aussage über deren Alterung und somit über die HC-Konvertierung (Umwandlung) zu treffen.

Das Steuergerät ME liest zur Überwachung der Katalysatorwirkung folgende Sensoren ein:

– Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

– Lambdasonden links und rechts vor Katalysator (G3/3, G3/4)

– Lambdasonden links und rechts nach Katalysator (G3/5, G3/6)

Der in einer mageren Betriebsphase gespeicherte Sauerstoff wird in einer fetten Betriebsphase ganz oder teilweise abgebaut. Durch Alterung verringern sich Sauerstoffspeicherfähigkeit und HC-Konvertierung der Stirnwandkatalysatoren.

Durch die hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit der Stirnwandkatalysatoren wird die Änderung des Sauerstoffgehalts nach den Stirnwandkatalysatoren fast vollständig gedämpft.

Dies hat zur Folge, dass die Lambdasondensignale nach den Stirnwandkatalysatoren eine kleine Amplitude besitzen und nahezu konstant sind.

Bei betriebswarmen Stirnwandkatalysatoren und freigegebener Lambda-Regelung werden die Amplitudengrößen der Lambdasondensignale nach und vor den Stirnwandkatalysatoren verglichen.

Sind die Stirnwandkatalysatoren nicht mehr funktionsbereit, dann sind die Lambdasondensignale der Lambdasonden vor Katalysator und die Lambdasondensignale der Lambdasonden nach Katalysator gleich groß.

Im vorgegebenen Motordrehzahlbereich erfolgen im unteren Teillastbereich mehrere Messungen. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen.

Bei Fehlererkennung wird vom Steuergerät ME die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über den Fahrwerk-CAN angesteuert.

Im Fehlerspeicher vom Steuergerät ME werden erkannte Fehler abgelegt. Diese können mit dem DAS ausgelesen und gelöscht werden.

Funktionsschema Elektrik Abgasreinigung

Typ 204

PE14.00-P-2051-97FAB

Typ 207

PE14.00-P-2051-97EAB

Typ 212

PE14.00-P-2051-97DAB

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem Motor-Elektronik (ME)

GF07.61-P-9997MI

Referenzierte Dokumente