Funktionsvoraussetzungen Aufladung allgemein
Klemme 87M (Motormanagement EIN)
Motor läuft
Aufladung allgemein
Durch die Aufladung wird der Zylinderfüllungsgrad verbessert. Damit erhöhen sich das Drehmoment und die Leistung des Motors. Bei der Aufladung wird die Strömungsenergie der Abgase zum Antrieb der beiden Abgasturbolader genutzt. Die Aufladung erfolgt durch zwei in Reihe geschaltete Abgasturbolader unterschiedlicher Größe, die je nach Betriebsbereich in unterschiedlicher Weise zusammenarbeiten.
Der Abgasturbolader saugt Frischluft über den Luftfilter am Verdichtereintritt an und führt diese über den Verdichteraustritt in das Ladeluftrohr vor dem Ladeluftkühler.
Durch die hohe Drehzahl des Verdichterrads und den daraus resultierenden hohen Volumenstrom wird die Luft im Ladeluftrohr verdichtet. Die verdichtete und dadurch erwärmte Ladeluft strömt über das Ladeluftrohr zum Ladeluftkühler. Dieser kühlt die Ladeluft ab und leitet sie über das Ladeluftrohr zum Ladeluftverteiler weiter.
Die Steuerung der Aufladung erfolgt über die Ladedruckregelung. Der Ladedruck wird vom Steuergerät CDI (N3/9) in Abhängigkeit von den folgenden Werten und den dazugehörigen Bauteilen geregelt:
Temperatursensor Ladeluft (B17/8)
Temperatursensor vor Ladeluftkühler (B17/11) (mit CODE 494 (USA-Ausführung)) (ab 01.09.2013)
Temperatursensor vor Abgasturbolader (B19/11)
Einspritzmenge wird über die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) und den Kraftstoffdruck in der Rail bestimmt. Der Kraftstoffdruck in der Rail wird über den Kraftstoffdruck-Sensor Hochdruck (B4/6) erfasst
Druckwandler Ladedruckregelklappe (Y93)
Druckwandler Ladedruckregelung (Y31/5)
Kühlmitteltemperatur, über den Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)
Umgebungsluftdruck, über den Atmosphärendrucksensor im Steuergerät CDI
Ansaugluftdruck, über den Drucksensor nach Luftfilter (B28/5)
Motordrehzahl, über den Hallsensor Kurbelwelle (B70)
Ladedruck, über den Ladedrucksensor (B5/1)
Ladedruck, über den Ladedrucksensor Niederdruck-Abgasturbolader (B5/4)
Abgasdruck, über den Abgasdrucksensor (B60)
Angesaugte Luftmasse, über den Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5)
Ansauglufttemperatur, über den Ansaugluft-Temperatursensor (B2/5b1)
Differenzdrucksensor DPF (B28/8) (mit CODE 474 (Partikelfilter)), Rußgehalt des Dieselpartikelfilters (DPF)
Funktionsablauf Aufladung
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Ladedruck Volllastbetrieb bis ca. 1200/min
Funktionsablauf Ladedruck Volllastbetrieb ab ca. 1200/min bis 2800/min
Funktionsablauf Ladedruck Volllastbetrieb ab ca. 2800/min
Funktionsablauf Ladedruckregelung Volllastbetrieb bis ca. 1200/min
Bis zu einer Motordrehzahl von ca. 1200/min im Volllastbetrieb sind die beiden Abgasklappen (Ladedruckregelklappe und Wastegate) geschlossen und der gesamte Abgasstrom strömt über das Turbinenrad des Hochdruck-Abgasturboladers zum Turbinenrad des Niederdruck-Abgasturboladers und danach zur Abgasanlage.
Der größte Teil der Abgasenergie wirkt auf das Turbinenrad des Hochdruck-Abgasturboladers, der somit den Hauptteil des notwendigen Ladedrucks erzeugt.
Die restliche Abgasenergie wirkt auf das Turbinenrad des Niederdruck- Abgasturboladers, das über die Laderwelle das Verdichterrad antreibt. Der Niederdruck-Abgasturbolader wirkt somit nicht als hydrodynamische Strömungsbremse. Das vom Druckwandler Ladedruckregelung angesteuerte Wastegate und das Rückschlagventil sind geschlossen.
Schematische Darstellung Ladedruckregelung Volllastbetrieb bis ca. 1200/min |
1 | Hochdruck-Abgasturbolader |
2 | Niederdruck-Abgasturbolader |
3 | Ladedruckregelklappe |
4 | Wastegate |
5 | Rückschlagventil |
6 | Luftfilter |
7 | Ladeluftkühler |
8 | Ladeluftverteiler |
9 | Abgaskrümmer |
10 | Vorkühler Abgasrückführung (AGR) |
11 | Abgasrückführkühler |
12 | Bypassklappe AGR |
M16/6 | Drosselklappenansteller |
Y27/9 | Abgasrückführstellglied |
A | Frischluft |
B | Abgasstrom |
P09.40-2323-76
Funktionsablauf Ladedruckregelung Volllastbetrieb ab ca. 1200/min bis 2800/min
Ab einer Motordrehzahl von ca. 1200/min im Volllastbetrieb wird die Ladedruckregelklappe in Abhängigkeit vom benötigten Ladedruck geöffnet. Weiterhin strömt ein Großteil des Abgasstroms über das Turbinenrad des Hochdruck-Abgasturboladers zum Turbinenrad des Niederdruck-Abgasturboladers und danach zur Abgasanlage. Der größte Teil des erzeugten Ladedrucks wird durch den Hochdruck- Abgasturbolader bereitgestellt.
Die vom Druckwandler Ladedruckregelklappe angesteuerte Ladedruckregelklappe wird nach Vorgabewerten im Kennfeld langsam geöffnet (gesteuert), sodass der Niederdruck-Abgasturbolader kontinuierlich zugeschalten wird. Das vom Druckwandler Ladedruckregelung angesteuerte Wastegate und das Rückschlagventil sind weiterhin geschlossen.
Schematische Darstellung Ladedruckregelung Volllastbetrieb ab ca. 1200/min bis 2800/min |
1 | Hochdruck-Abgasturbolader |
2 | Niederdruck-Abgasturbolader |
3 | Ladedruckregelklappe |
4 | Wastegate |
5 | Rückschlagventil |
6 | Luftfilter |
7 | Ladeluftkühler |
8 | Ladeluftverteiler |
9 | Abgaskrümmer |
10 | Vorkühler Abgasrückführung (AGR) |
11 | Abgasrückführkühler |
12 | Bypassklappe AGR |
M16/6 | Drosselklappenansteller |
Y27/9 | Abgasrückführstellglied |
A | Frischluft |
B | Abgasstrom |
P09.40-2324-76
Funktionsablauf Ladedruckregelung Volllastbetrieb ab ca. 2800/min
Ab einer Motordrehzahl von ca. 2800/min werden das Rückschlagventil (öffnet selbstregelnd) und das Wastegate geöffnet. Die vom Niederdruck-Abgasturbolader erzeugte Ladeluft wird größtenteils über das Luftführungsgehäuse am Verdichter des Hochdruck-Abgasturboladers vorbei (passiert) zum Ladeluftkühler geleitet. Der Niederdruck-Abgasturbolader erzeugt somit den erforderlichen Ladedruck. Da der Hochdruck-Abgasturbolader nicht komplett passiert werden kann, treibt ein Teil des Abgasstroms das Hochdruck-Turbinenrad weiter an. Über das vom Druckwandler Ladedruckregelung angesteuerte Wastegate wird der erzeugte Ladedruck geregelt. Das Steuergerät CDI überwacht über den Ladedrucksensor den tatsächlich erzeugten Ladedruck.
Durch den Ladedrucksensor Niederdruck-Abgasturbolader wird der Ladedruck nach dem Niederdruck-Abgasturbolader erfasst. Durch den Vergleich des tatsächlich erzeugten Ladedrucks mit dem im Kennfeld gespeicherten Ladedruck und dem Ladedruck nach dem Niederdruck- Abgasturbolader ist es möglich, Fehler am Hochdruck- und Niederdruck- Abgasturbolader zu erfassen.
Der Verdichter-Bypass ist druckdifferenzabhängig selbstregelnd, wobei das federbelastete Rückschlagventil die Ladeluft bis hin zu hohen Lasten an dem Hochdruck-Abgasturbolader vorbei leitet.
Schematische Darstellung Ladedruckregelung Volllastbetrieb ab ca. 2800/min |
1 | Hochdruck-Abgasturbolader |
2 | Niederdruck-Abgasturbolader |
3 | Ladedruckregelklappe |
4 | Wastegate |
5 | Rückschlagventil |
6 | Luftfilter |
7 | Ladeluftkühler |
8 | Ladeluftverteiler |
9 | Abgaskrümmer |
10 | Vorkühler Abgasrückführung (AGR) |
11 | Abgasrückführkühler |
12 | Bypassklappe AGR |
M16/6 | Drosselklappenansteller |
Y27/9 | Abgasrückführstellglied |
A | Frischluft |
B | Abgasstrom |
P09.40-2325-76
Dargestellt Abgasturbolader mit geschlossenem Verdichter- Bypass |
1 | Rückschlagventil |
2 | Rückstellfeder |
P09.40-2381-12
Dargestellt Abgasturbolader mit geöffnetem Verdichter-Bypass |
1 | Rückschlagventil |
P09.40-2380-12
Referenzierte Dokumente
- gf0716p9997oll Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)