GF07.61-P-4021MIS | Nockenwellenverstellung Funktion | 25.6.09 |
MOTOR 272.9 (ausser 272.974) im TYP 221.0 /1 (ausser 221.095 /195) ab Modell-J. 2009
/AEJ 08
MOTOR 273.9 im TYP 216.3, 221.0 /1 ab Modell-J. 2009
/AEJ 08
Funktionsvoraussetzungen Nockenwellenverstellung allgemein
Kl. 87M EIN (Motorsteuerung EIN)
Motor läuft
Nockenwellenverstellung allgemein
Mit der Nockenwellenverstellung können alle vier Nockenwellen stufenlos bis zu 40° KW (Kurbelwellen-Winkel) verstellt werden. Damit kann die Ventilüberschneidung beim Ladungswechsel in weiten Grenzen variiert werden.
Dadurch wird der Verlauf des Motordrehmoments optimiert und das Abgasverhalten verbessert.
Ventilüberschneidung
Einlassventile öffnen, bevor die Auslassventile geschlossen sind.
-----------------------------------------------------------------------------------------
Das Steuergerät ME (N3/10) liest zur Nockenwellenverstellung folgende Sensoren ein:
– Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/5), Motorlast
– Hall-Geber Einlass Nockenwelle, links und rechts (B6/4, B6/5), Einlass-Nockenwellenstellungen
– Hall-Geber Auslass Nockenwelle, links und rechts (B6/6, B6/7), Auslass-Nockenwellenstellungen
– Temperaturfühler Kühlmittel (B11/4)
– Hall-Geber Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
-----------------------------------------------------------------------------------------
Nockenwellenverstellung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Freigabe Nockenwellenverstellung
Funktionsablauf Verstellung
Funktionsablauf Verstellbereich
Funktionsablauf Startstellung
Funktionsablauf Ventilüberschneidung
Funktionsablauf Überwachung der Nockenwellenpositionen
Funktionsablauf Diagnose
Funktionsablauf Freigabe Nockenwellenverstellung
Die Freigabe der Nockenwellenverstellung durch das Steuergerät ME erfolgt abhängig von der Motordrehzahl und der Motoröltemperatur.
Die Motoröltemperatur wird vom Steuergerät ME aus verschiedenen Betriebsdaten (z. B. Kühlmitteltemperatur, Zeit, Motorlast) und einem gespeicherten Temperaturmodell bestimmt.
-----------------------------------------------------------------------------------------
Die Motoröltemperatur ist wichtig, um auch bei heißem Motoröl genügend Öldruck (>1,5 bar) für die Verstellung der Nockenwellen bereitzustellen.
Ist der Öldruck unzureichend, wird zuerst die Verstellung der Auslassnockenwellen unsicher, denn diese müssen bei fallender Motordrehzahl (geringerer Öldruck) gegen die Motordrehrichtung verstellt werden.
Zur Unterstützung ist in jedem auslassseitigen Flügelzellenversteller eine Rückstellfeder angeordnet.
Wenn alle vier Nockenwellen verstellt werden, erfolgt die Verstellung der Auslassnockenwellen verzögert (später). Damit werden Ölversorgungsprobleme verhindert und eine sichere Funktion des Verriegelungsmechanismus gewährleistet.
Die Freigabe der Nockenwellenverstellung erfolgt lastabhängig:
– Bei 80 °C Motoröltemperatur ab ca. 600/min
– Bei 120 °C Motoröltemperatur (Einlassseite) ab ca. 800/min
– Bei 120 °C Motoröltemperatur (Auslassseite) ab ca. 1050/min
-----------------------------------------------------------------------------------------
Funktionsablauf Verstellung
Die Stellmagnete Einlass Nockenwelle, links und rechts (Y49/4, Y49/5) und die Stellmagnete Auslass Nockenwelle, links und rechts (Y49/6, Y49/7) werden vom Steuergerät ME mit einem pulsweitenmodulierten Signal (PWM-Signal) angesteuert.
Über das kennfeldabhängige Tastverhältnis werden die Steuerkolben verstellt. Entsprechend ihrer Stellung werden die Ölmengen (Drucköl) für die Flügelzellenversteller gesteuert. In den Flügelzellenverstellern werden so die Flügelkolben, die mit den Nockenwellen fest verbunden sind, durch das Drucköl verdreht.
Funktionsablauf Verstellbereich
Einlassnockenwellen: 4° KW vor OT (Oberer Totpunkt) bis
36° KW nach OT
Auslassnockenwellen: 20° KW vor OT bis 20° KW nach OT
Funktionsablauf Startstellung
Einlassnockenwellen: 36° KW nach OT
Auslassnockenwellen: 20° KW vor OT
Für den Start werden die Nockenwellen durch Verriegelungsbolzen in einer festen Position fixiert (verriegelt). Diese Startstellung wird beim ersten Ansteuern der Stellmagnete Einlassnockenwelle und Auslassnockenwelle hydraulisch entriegelt.
P07.61-3165-75
Dargestellt Ölströme im Flügelzellenversteller Einlassnockenwelle
2/3 Steuerkolben
A Ölräume für Spätverstellung
B Ölräume für Frühverstellung
c Drucköl aus Einlassnockenwelle
d Ölrücklauf
e Drehrichtung
Die obere Bildhälfte zeigt:
Füllen der Ölräume (A), Ölräume (B) offen.
Die untere Bildhälfte zeigt:
Füllen der Ölräume (B), Ölräume (A) offen.
Funktionsablauf Ventilüberschneidung
Bei geringer Motordrehzahl und -last wird vom Steuergerät ME eine große Ventilüberschneidung eingestellt, um eine innere Abgasrückführung zu erreichen. Dabei wird weniger Frischgas angesaugt, weil noch sauerstoffarme Abgase in den Zylindern vorhanden sind. Dadurch sinkt die Verbrennungstemperatur und die Bildung von Stickoxiden (NOX) wird reduziert.
Die angesaugte Luftmasse reduziert sich um die Menge der noch vorhandenen Abgase. Entsprechend wird vom Steuergerät ME die Einspritzzeit verkürzt.
Die kleinste Ventilüberschneidung beim Ladungswechsel ergibt sich, wenn die Auslassnockenwellen maximal vor OT (früh) und die Einlassnockenwellen maximal nach OT (spät) verstellt werden.
Dabei werden durch den erhöhten Frischgasanteil mehr Motordrehmoment und Motorleistung erreicht.
Funktionsablauf Überwachung der Nockenwellenpositionen
Die Positionen der Nockenwellen werden von den Hall-Gebern Einlassnockenwelle und den Hall-Gebern Auslassnockenwelle erfasst und dem Steuergerät ME mitgeteilt. Die Erfassung der Positionen erfolgt durch die Erkennung von den Stellungen der Impulsräder, die sich vorn auf den Nockenwellen befinden.
Funktionsablauf Diagnose
Bei der Diagnose der Nockenwellenverstellung wird vom Steuergerät ME geprüft, ob sich die Nockenwellen beim Motorstart in Startstellung befinden und ob nach einer kurzen Motorlaufzeit die angeforderte Verstellung erreicht wird. Außerdem werden Endstufenfehler (im Steuergerät ME) der Stellmagnete Nockenwelle und defekte Hall-Geber Nockenwelle erkannt.
P07.61-3164-76
Dargestellt Einlass-Nockenwellenverstellung
1 Impulsrad
2 Steuerventil
2/1 Sicherungsring
2/2 Druckstück
2/3 Steuerkolben
2/4 Rückstellfeder
2/5 Ventilkörper mit Rechtsgewinde (Pfeil) (auslassseitig Linksgewinde)
3 Flügelzellenversteller
4 Einlassnockenwelle
Y49/4 Stellmagnet Einlass Nockenwelle, links
Y49/5 Stellmagnet Einlass Nockenwelle, rechts
P07.61-3166-75
Dargestellt Flügelzellenversteller Einlassnockenwelle
3/1 Antriebsrad
3/2 Gehäuse
3/3 Verriegelungsbolzen
3/4 Druckfeder
3/5 Passstift
3/6 Flügelkolben
3/7 Dichtleisten mit Blattfedern
3/8 Deckel
3/9 O-Ring
Referenzierte Dokumente
- gf0761p6000mis Steuergerät ME Bauteilbeschreibung
- gf0761p6000mls Steuergerät ME Bauteilbeschreibung
- pe0761p277397cab Funktionsschema Elektrik Nockenwellenverstellung ME
- pe0761p277397sab Funktionsschema Elektrik Nockenwellenverstellung ME