91-6000 Funktionsbeschreibung Airbag mit Gurtstraffer
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A. Allgemeines
Die Fahrer-Airbag-Einheit im Lenkrad, in Verbindung mit den Gurtstraffern der Sicherheitsgurte und der energieaufnehmenden Abdeckung auf der Fahrerseite dienen zur Erhöhung der Schutzwirkung der serienmäßig eingebauten und angelegten Dreipunktgurte.
Beide Systeme werden durch ein Steuergerät bei mittelschweren sowie schweren Frontalunfällen elektrisch aktiviert. Nach heutigem Wissensstand ist die gesamte (unversehrte) Fahrer- Airbag-Einheit mindestens zehn Jahre voll funktionsfähig. Im Gegensatz zum Dreipunkt-Sicherheitsgurt, bei dem die Schutzfähigkeit nur bei angelegtem Gurt vorhanden ist, kann der Fahrzeuginsasse beim Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystem keinen Einfluß auf die Schutzwirkung nehmen. Voraussetzung für die erhöhte Schutzwirkung ist der angelegte Dreipunkt-Sicherheitsgurt und das Rückhaltesystem Fahrer-Airbag und Gurtstraffer. Das Rückhaltesystem Fahrer-Airbag und Gurtstraffer bietet nur erhöhten Schutz bei einer Frontalkollision. Beim Seiten- und Heckaufprall sowie beim Überschlag bleibt der Insasse ohne angelegten Dreipunkt-Sicherheitsgurt ungeschützt.
Fahrer-Airbag
(bis 09/87)
1 Airbag-Einheit
2 Gurtstraffer
3 Steuergerät (Sensor)
4 Energiespeicher
5 Kontrolleuchte
6 Spannungswandler
Fahrer-Airbag
(bis 09/87)
1 Airbag-Einheit
2 Gurtstraffer
3 Steuergerät (Sensor)
4 Energiespeicher
5 Spannungswandler
6 Energieaufnehmende Abdeckung unter Instrumententafel (Fahrerseite)
7 Kontrolleuchte
Fahrer-Airbag
(ab 09/87)
1 Fahrer-Airbag-Einheit
3 Gurtstraffer (links und rechts)
4 Steuergerät
7 Kontrolleuchte RS/SRS
Fahrer-Airbag
(ab 09/87)
1 Fahrer-Airbag-Einheit
3 Gurtstraffer (links und rechts)
4 Steuergerät
5 Energieaufnehmende Abdeckung unter Instrumen-
tentafel (Fahrerseite)
7 Kontrolleuchte SRS
Anordnung der Bauteile im Fahrzeug bis 09/87
Hinweis
Bei Fahrzeugen in -Ausführung befinden sich die aufgeführten Bauteile an der gleichen Stelle. Zusätzlich ist unter der Instrumententafel eine energieaufnehmende Abdeckung eingebaut.
1. Fahrer-Airbag-Einheit
im Lenkrad alle Typen
2. Gurtstraffer
in Mittelsäule rechts, bzw. links und rechts seit 09/84.
3. Steuergerät
auf dem Tunnel vor dem Schalthebel.
4. Energiespeicher
1. Ausführung unter Beifahrerfußstütze.
C1 Energiespeicher
2. Ausführung auf der Platte unter der Beifahrerfußstütze.
C1 Energiespeicher
5. Kontrolleuchte "RS"
im Kombi-Instrument rechte Hälfte alle Typen.
A1e15 Kontrolleuchte "RS"
6. Spannungswandler
Unter seitlicher Verkleidung im Beifahrerfußraum.
Anordnung der Bauteile Fahrer-Airbag ab 09/87
S68/3 | Schalter Gurtschloß/Airbag, Gurtstraffer, Fahrer |
S68/4 | Schalter Gurtschloß/Airbag, Gurtstraffer, Beifahrer |
X29/9 | Prüfkupplung/Steckverbindung Airbag 10polig |
X92 | Prüfkupplung für Diagnose 8polig (Blinkcode) D Typ 201 |
A1e15 | Kontrolle (RS/SRS) Airbag |
N2/2 | Steuergerät Gurtstraffer mit Airbag |
R12/1 | Zündpille Gurtstraffer, Fahrerseite |
R12/2 | Zündpille Gurtstraffer, Beifahrerseite |
R12/3 | Zündpille Fahrer-Airbag |
Klebeschilder für Verfalldatum der Airbag-Einheiten
Klebeschild für Verfalldatum der Fahrer-Airbag-Einheit bis 09/87
Ein Klebeschild mit dem Verfalldatum der Airbag-Einheit ist links auf der Innenseite des Handschuhkastendeckels angebracht.
Klebeschild für Verfalldatum der Fahrer-Airbag-Einheit ab 09/87
Ein Klebeschild mit dem Verfalldatum der Airbag-Einheit ist an der linken Mittelsäule unterhalb der Schließöse angebracht.
Fahren mit dem Rückhaltesystem Airbag und Gurtstraffer
Ab Zündschlüssel-Stellung "1" leuchtet im Kombi-Instrument die rote Kontrolleuchte mit dem Symbol "RS" bzw. "SRS".
Die Kontrolleuchte zeigt die Bereitschaft des Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystems an. Sie muß ab Schlüsselstellung "1" aufleuchten und bei Fahrzeugen bis 09/87 nach ca. 10 s und bei Fahrzeugen ab 09/87 nach ca. 4 s wieder erlöschen. Wenn sie nicht aufleuchtet oder nach der angegebenen Zeit nicht erlischt, bzw. während der Fahrt aufleuchtet, liegt ein Fehler im System vor. Die Fehlerzeit wird vom Steuergerät registriert und kann nachträglich ausgelesen werden.
Bei der erwähnten Störanzeige muß die gesamte Anlage möglichst umgehend vom Fachpersonal mit dem Airbag-Prüfgerät (bei Fahrzeugen bis 09/87) bzw. über Impulsausgabe (bei Fahrzeugen ab 09/87) untersucht werden.
Die Funktion der serienmäßig eingebauten Fahrer- und Beifahrersicherheitsgurte ist dadurch nicht beeinträchtigt.
Das gesamte Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystem besteht aus folgenden Teilen:
B. Fahrer-Airbag-Einheit
C. Gurtstraffer-Einheit
D. Steuergerät
E. Energiespeicher (bis 09/87)
F. Kontrolleuchte
G. Spannungswandler (bis 09/87)
H. Energieaufnehmende Abdeckung unter Instrumententafel (nur )
B. Fahrer-Airbag-Einheit
Aufbau
Die Fahrer-Airbag-Einheit besteht aus:
Signalträger
Polster mit integriertem Luftsack
Halteblech
Gasgenerator
Das eigentliche Schutzelement ist der Luftsack, der innerhalb von 25 ms aufgeblasen wird und dadurch den Raum zwischen Fahrer und Lenkrad noch rechtzeitig ausfüllt.
Die komplette Fahrer-Airbag-Einheit wird auf das im Fahrzeug fest installierte Lenkrad nach Anschließen der speziellen Steckverbindung (55) festgeschraubt.
9 Lenkrad
51 Fahrer-Airbag-Einheit
52 Gasgenerator
55 Steckverbindung
Vor der Montage der Fahrer-Airbag-Einheit im Fahrzeug ist diese automatisch mit einer Kurzschlußbrücke elektrisch kurzgeschlossen. Die Kurzschlußbrücke wird beim Einstecken der Steckverbindung (55) automatisch geöffnet.
51 Fahrer-Airbag-Einheit
52 Gasgenerator
53 Gasgenerator-Steckverbindung
55 Steckverbindung
56 Generatorträger mit Spezialmuttern
Wirkungsweise
Wird ein entsprechender elektrischer Impuls (Zündimpuls) vom Steuergerät an die im Gasgenerator befindliche Zündpille abgegeben, dann erfolgt die Zündung des Festtreibstoffes im Gasgenerator. Der Treibstoff brennt dann innerhalb sehr kurzer Zeit ab und entwickelt dabei eine bestimmte Gasmenge unter einem bestimmten Druck. Das Gas wird dabei über Filter in den Luftsack geleitet.
Der auf dem Gasgenerator zusammengefaltete Luftsack aus Nylongewebe reißt das Polster an einer vorbestimmten Sollbruchstelle auf. Der Luftsack wird vom Gas prall aufgeblasen und verhindert dadurch den Kopfaufprall des Fahrers auf das Lenkrad. Nach ca. 60 ms ist das Gas durch 4 Entlüftungsöffnungen bzw. ein Filtergewebe im Luftsack entwichen und der Luftsack fällt in sich zusammen.
C. Gurtstraffer-Einheit
1. Ausführung
Turbinenstraffer - Aufbau
Die Turbinenstraffer-Einheit besteht aus:
Treibkapsel
fliegendem Kolben
flüssigkeitsgefülltem Rohr
Turbinenrad
Automatik-Gurtbandaufroller
1 Überwurfmutter
2 Treibkapsel
3 Treibkapsel-Lager
4 Fliegender Kolben
5 Flüssigkeitsgefülltes Rohr
6 Automatik-Gurtbandaufroller
7 Turbinenrad
Wirkungsweise
Wird ein elektrischer Impuls vom Steuergerät an die Treibkapsel abgegeben, entsteht durch das Abbrandgas ein hoher Druck, der den fliegenden Kolben durch das flüssigkeitsgefüllte Rohr preßt. Dadurch wird die Flüssigkeit durch eine bis zu diesem Zeitpunkt verschlossene Düse auf die Schaufeln des Turbinenrades gelenkt und verursacht dessen Rotationsbewegung.
Die Aufrollerachse wird zurückgedreht und dadurch die Gurtlose und der Filmspuleneffekt eliminiert. Der Gurt sitzt dann straff an der zu schützenden Person und ermöglicht eine erhöhte Schutzwirkung.
Die Kräfte des Gurtstraffers sind so bemessen, daß er nicht in der Lage ist, den Insassen mittels Sicherheitsgurt in den Beifahrersitz zurückzuziehen.
Die komplette Einheit wird anstelle des normalen Gurtbandaufrollers in die rechte Mittelsäule eingebaut und über einen Zweifachstecker elektrisch angeschlossen.
Vor Montage der Gurtstraffer-Einheit im Fahrzeug ist diese automatisch mit einer Kurzschlußbrücke elektrisch kurzgeschlossen. Die Kurzschlußbrücke wird beim Einstecken der Steckverbindung automatisch geöffnet.
2. Ausführung
Seilstraffer - Aufbau
Der Seilstraffer ist eine Weiterentwicklung des Turbinenstraffers und wird ab 09/84 eingebaut.
1 Gasgenerator
2 Seilscheibe
3 Kupplung
4 Kolben mit Seil
5 Rohr
Seilstraffer - Aufbau (2. Ausführung ab 09/84)
Wirkungsweise
Die komplette Einheit wird in die linke und rechte Mittelsäule eingebaut und über einen Zweifachstecker elektrisch angeschlossen. Vor Montage der Gurtstraffer-Einheit ist diese automatisch mit einer Kurzschlußbrücke elektrisch kurzgeschlossen. Die Kurzschlußbrücke wird beim Einstecken der Steckverbindung automatisch geöffnet.
Wird ein elektrischer Impuls vom Steuergerät an die Treibkapsel abgegeben, entsteht Abbrandgas mit hohem Druck. Dieses Treibgas wird über ein T-Stück dem Kolben zugeführt, der dadurch nach oben beschleunigt wird. Über das sich auf der Seilscheibe festziehende Drahtseil wird diese und damit der Aufroller in Aufrollrichtung gedreht und dadurch der Gurt gestrafft. Bewirkt wird dadurch eine Reduzierung der Gurtlose und des sog. Filmspuleneffekts der aufgewickelten Gurtbandrolle.
Die Kräfte des Gurtstraffers sind so bemessen, daß er nicht in der Lage ist, den Insassen mittels Sicherheitsgurt in den Beifahrersitz zurückzuziehen.
Prüfung auf Auslösung: Zur Prüfung, ob der Gurtstraffer ausgelöst wurde, ist am Drahtseil eine Farbmarkierung (grün bzw. gelb) angebracht.
Ist keine Farbmarkierung sichtbar, wurde der Gurtstraffer ausgelöst und ist zu erneuern. Bei Serienanlauf sind einige Fahrzeuge ohne Farbmarkierung am Drahtseil des Gurtstraffers gebaut worden.
Diese sind wie folgt zu prüfen:
Gummischutzkappe am Rohrende abnehmen und das Maß "X" feststellen.
Maß X: 1705 mm
Ist das Maß "X" kleiner als der angegebene Wert, wurde der Gurtstraffer ausgelöst und ist zu erneuern.
Seit 01/86 ist am Gehäuse der Gurtstraffer ein Sichtfenster angebracht, durch welches das Drahtseil sichtbar ist.
Gurtstraffer an denen kein Drahtseil sichtbar ist, haben ausgelöst und sind zu erneuern.
Seit 08/87 werden die Gurtstraffer von zwei Herstellern geliefert.
Am Gehäuse der Gurtstraffer der Firma Autoflug ist ebenfalls ein Sichtfenster angebracht, durch welches 2 Drahtseile sichtbar sind.
Gurtstraffer der Firma Autoflug, an denen nur
1 Seil bzw. kein Seil sichtbar ist, haben ausgelöst und sind zu erneuern.
Die Gurtstraffer der Firma Autoflug sind von Anfang an mit einem um ca. 80 mm kürzeren Rohr gegenüber den Gurtstraffern der Fa. Repa ausgerüstet.
Die Gurtstraffer der Firma Repa enthalten diese kürzere Rohrausfürung seit 01/88 ebenfalls.
D. Steuergerät
Das Steuergerät, auch als Auslösegerät oder Crash Sensor bezeichnet, hat die Aufgabe, bei einem Unfall die Unfallschwere zu ermitteln und wenn nötig, das Rückhaltesystem rechtzeitig auszulösen.
Allgemeines
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(Fahrzeuge bis 09/87)
Zwei integrierte Schaltkreise sind mit einem Beschleunigungsaufnehmer in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht.
Das Gehäuse und die elektrischen Anschlüsse sind so gestaltet, daß Funktionsstörungen infolge von elektrischen Störgrößen im Bordnetz, hervorgerufen durch Zuschalten von elektrischen Verbrauchern und elektromagnetischen Störstrahlungen auf öffentlichen Verkehrswegen, mit großer Sicherheit auszuschließen sind.
Funktion
Das elektronische Steuergerät verarbeitet die Fahrzeugverzögerung während des Frontalaufpralls und muß daher starr mit dem Fahrzeug verbunden sein.
Durch einen eingebauten Quecksilberschalter, der während des normalen Fahrbetriebs die Zündkreise des Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystems unterbricht und einer vorgegebenen Verzögerungsschwelle as werden Fehlauslösungen ausgeschaltet.
Der Beschleunigungsaufnehmer (1) im Steuergerät erfaßt die auf das Fahrzeug in Längsrichtung wirkende Verzögerung oder Beschleunigung und erzeugt ein Signal. Dieses Signal gelangt über den Hochpaß (2) zu dem Verstärker (3), der die Signalhöhe an die nachfolgenden Verarbeitungsstufen anpaßt. Das Beschleunigungssignal wird im Begrenzer (4) begrenzt und in einer Subtrahierschaltung (5) um eine konstante Beschleunigungsschwelle as verringert.
Der Integrator (6) integriert das so gewonnene Signal und gibt es an den Schwellwertschalter (7) zur Auswertung weiter. Bei Überschreitung von der fest eingestellten Auslösegeschwindigkeit V werden die Endstufen (20) aktiviert. Dieses bewirkt die Auslösung des Fahrer-Airbags und der Gurtstraffer über die Zündpillen (19), wenn der Prüfzyklus abgelaufen ist. Als zusätzliche Vorkehrung gegen Fehlauslösung ist das Steuergerät mit einem Quecksilberschalter (18) ausgerüstet. Das Steuergerät enthält noch einen weiteren Schaltkreis zur Überwachung der Zündkreise und zur eigenen Funktionskontrolle. Funktionsstörungen werden über die Kontrollleuchte (21) angezeigt.
1 Beschleunigungsaufnehmer
2 Hochpaß
3 Verstärker
4 Begrenzer
5 Subtrahierschaltung
6 Integrator
7 Schwellwertschalter
8 Spannungsüberwachung
9 Einschaltverzögerung
10 Logik
11 Zündkreisüberwachung
12 Fehlerspeicher
13 Spannungswandler
14 Energiespeicher
15 Überwachung Energiespeicher
16 Ablaufsteuerung
17 Endstufenüberwachung
18 Quecksilberschalter
19 Zündpillen des Airbag- und Gurtstraffer-Generators
20 Endstufen
21 Kontrolleuchte
22 Prüfschalter
Airbag-Steuergerät (1. Generation bis 09/87 für den ET-Bedarf geändert)
Auf Grund technischer Weiterentwicklung (abgeleitet von Airbag 3. Generation mit integriertem Energiespeicher und Spannungswandler), sowie verbesserter Umweltverträglichkeit (quecksilberfrei) wurde das Airbag-Steuergerät (1/3) aufgelegt und dem derzeitigen technischen Stand angepaßt.
RS bzw. SRS Kontrolleuchte (A1e15) muß nach ca. 4 s erlöschen. Prüfung mit Airbag-Prüfgerät Teil-Nr. 126 589 10 21 00 Prüfschritte 2, 6, 7 entfallen.
N2/2 Airbag-Steuergerät Teil-Nummer 004 820 11 10
1 Steg
Bei Einbau eines geänderten Airbag-Steuergerätes sind Spannungswandler (N24) und Energiespeicher (C1) auszubauen, die Leitungsenden mit schwarzem Isolierband zu isolieren und am bestehenden Leitungssatz zu befestigen.Das Airbag-Steuergerät (1/3) erhält die Teil-Nummer 004 820 11 10 und ersetzt in Verbindung mit der Leitung (A) Teil-Nummer 124 540 57 35 das bisherige Steuergerät Teil-Nummer 124 820 51 10, sowie in Verbindung mit der Leitung (B) Teil-Nummer 124 540 58 35 das Steuergerät Teil-Nummer 002 820 97 10. Am Oberteil der Prüfkupplung Steckverbindung Airbag 10polig (X29/9) ist ein Hinweis auf Airbag 1/3 und die geänderte Prüfung eingeprägt.
A Leitung Teil-Nummer 124 540 57 35
B Leitung Teil-Nummer 124 540 58 35
Hinweis
Die Steuergeräte Teil-Nummer 124 820 51 10 und Teil-Nummer 002 820 97 10 werden als Ersatzteil nicht mehr geführt, Spannungswandler und Energiespeicher sind weiterhin verfügbar.
Allgemeines
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(Fahrzeug ab 09/87)
Das Airbag-Rückhaltesystem erhält ab 09/87 ein neues Steuergerät mit integriertem Energiespeicher und Spannungswandler. Dadurch entfallen die bisher in separaten Gehäusen untergebrachten Energiespeicher und Spannungswandler.
Steuergerät Fahrer-Airbag 12polig
Funktion
Das Steuergerät verarbeitet die Fahrzeugverzögerung während des Frontalaufpralls und ist auf einer Konsole mit dem Getriebetunnel des Fahrzeuges starr verbunden (wie bisher). Durch einen eingebauten Sicherheitsschalter, der während des normalen Fahrbetriebs die Zündkreise des Fahrer-Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystems unterbricht, können Airbag und Gurtstraffer nur durch eine tatsächlich vorhandene Beschleunigung gezündet werden. Fehlfunktionen werden somit verhindert.
Ein im Steuergerät eingebauter Beschleunigungsaufnehmer erfaßt die auf das Fahrzeug in Längsrichtung wirkende Verzögerung und gibt ein Signal, das entsprechend aufgearbeitet wird, an die Schwellwertschalter zur Auswertung. Bei Überschreiten der fest eingestellten Auslöseschwellen der beiden Schwellwertschalter werden die Endstufen entsprechend der über die Gurtschloßschalter abgefragten Zustände (Schloßzunge im Gurtschloß bzw. nicht im Gurtschloß) durchgeschaltet. Dies bewirkt eine Auslösung (siehe Tabelle). Wird während eines Unfalls die Spannungsversorgung unterbrochen, kann der Fahrer-Airbag noch innerhalb 100 ms gezündet werden, nicht aber die beiden Gurtstraffer. Bei einer Bordspannung, die länger als 10 s <9,5 V beträgt, leuchtet die Kontrolleuchte und erlischt bei einer Spannung >10 V.
Das Gehäuse und die elektrischen Anschlüsse sind so gestaltet, daß Funktionsstörungen infolge von elektrischen Störgrößen im Bordnetz, hervorgerufen durch Zuschalten von elektrischen Verbrauchern und elektromagnetischen Störstrahlungen auf öffentlichen Verkehrswegen, mit großer Sicherheit auszuschließen sind.
Zur Erkennung, ob die Schloßzungen in den Gurtschlössern gesteckt oder nicht gesteckt sind, wurden neue Gurtschlösser mit separaten Schaltern und Widerständen notwendig. Dies ergibt die nachfolgend aufgeführte Auslöselogik.
Gurtschloß
Erläuterung
Bei einer geringen Unfallschwere, bei der die Schutzwirkung des Sicherheitsgurtes ausreicht, wird bei Überschreiten der 1. Auslöseschwelle, sofern die Schloßzunge im Gurtschloß gesteckt ist, nur der Gurtstraffer ausgelöst.
Ist die Schloßzunge im Fahrer-Gurtschloß nicht gesteckt oder wird die Auslöseschwelle überschritten, wird anstelle des Fahrer-Gurtstraffers oder zusätzlich der Fahrer-Airbag ausgelöst.
Blockschaltbild Gesamtfunktion Fahrer-Airbag/Gurtstraffer
Auswerte-
Elektronik
N2/2 Steuergerät Fahrer-Air-
bag/Gurtstraffer
1.
Schwelle
2.
Schwelle
Sicher-
heits-
schalter
Auslöse-
Elektronik
Selbstüberwachung
Fehlererkennung
Fehlerspeicherung
S68/3
Schalter
Gurtschloß
Airbag/Gurt-
straffer
Fahrer
S68/4
Schalter
Gurtschloß
Airbag/Gurt-
straffer
Beifahrer
X28/2
Steckverbin-
dung
Einspeisung
Airbag
Gurtstraffer
S2/1 Zünd-
startschalter
Klemme
15R
X29/9 Prüf-
kupplung
Steck-
verbindung
Airbag
10polig
X28/4
Steckverbin-
dung
Zündpille
Fahrer-
Airbag
X28/5
Schleifring
Zündpille
Airbag
A1e15
Kontroll-
leuchte
"SRS"
X92 Prüf-
kupplung für
Diagnose
(Impulsaus-
gabe)
R12/3
Zündpille
Fahrer-
Airbag
R12/1
Zündpille
Gurtstraffer
vorn links
R12/2
Zündpille
Gurtstraffer
vorn rechts
E. Energiespeicher (bis 09/87)
Aufbau
In einem separaten Gehäuse, das durch einen Kabelstrang mit dem Steuergerät verbunden ist, befindet sich der Energiespeicher.
Wirkungsweise
Sollte die Fahrzeugbatterie während eines Unfalls gleich zu Beginn versagen, werden das Steuergerät und die Zündkreise von einem Energiespeicher gespeist.
Ausfälle des Energiespeichers werden durch die Kontrolleuchte im Kombi-Instrument angezeigt.
F. Kontrolleuchte
Die Kontrolleuchte befindet sich im Kombi-Instrument und trägt die Beschriftung "RS", gleichbedeutend Rückhaltesystem, (bzw. "SRS", gleichbedeutend Supplemental-Restraint-System).
Die Kontolleuchte zeigt die Bereitschaft des Airbag- und Gurtstraffer-Rückhaltesystems an. Sie muß ab Schlüsselstellung "1" aufleuchten und bei Fahrzeugen bis 09/87
nach ca. 10 s, bzw. bei Fahrzeugen ab 09/87 nach ca. 4 s wieder erlöschen.
Wenn sie nicht aufleuchtet oder nach den angegebenen Zeiten nicht erlischt, liegt ein Fehler im System vor. Die Fehlerzeit wird vom Steuergerät registriert und kann nachträglich ausgelesen werden.
Bei der erwähnten Störanzeige muß die gesamte Anlage möglichst umgehend vom Fachpersonal mit einem Prüfgerät bzw. über Impulsausgabe bei Fahrzeugen ab 09/87 untersucht werden. Die Funktion der serienmäßig eingebauten Fahrer- und Beifahrersicherheitsgurte ist dadurch nicht beeinträchtigt.
G. Spannungswandler (bis 09/87)
Aufbau
Der Spannungswandler befindet sich in einem separaten Gehäuse und ist mit dem Airbag-Leitungssatz durch eine Steckverbindung angeschlossen.
N24 Spannungswandler
Wirkungsweise
Der Spannungswandler hat die Aufgabe Steuergerät und Energiespeicher auch bei niedriger Batteriespannung (4,0 Volt) immer konstant mit 121 Volt Spannung zu versorgen.
H. Energieaufnehmende Abdeckung unter Instrumententafel (nur )
Die energieaufnehmende Abdeckung befindet sich auf der Fahrerseite unter der Instrumententafel und besteht aus einem energieaufnehmenden Schaum mit integriertem Stahlwellrohr als zusätzlichem Deformationselement.
Zusammen mit dem Fahrer-Airbag und den Gurtstraffern dient die Abdeckung der weiteren Erhöhung der Sicherheit bei mittleren und schweren Unfällen.
Referenzierte Dokumente
- ra91002016100x 6100 - Sicherheitsvorschriften für Airbag und Gurtstraffer Versand, Lagerung, Montage, Demontage, Verschrotten, Entsorgung v. Steuergeräten Typ 201
- ra9100201ta00x Technische Änderungen: Airbag und Gurtstraffer Typ 201