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0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion) a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik Typ 126

Typ ra · Thema 35.41 · Version 9010 · 1990-03-04

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 35 Hinterachse › 35.41 Automatisches Sperr-Differential (ASD) — Baureihe 126 (Baumuster 020, 024, 025, 034, 035, 036, 037, 038, 039, 045, 046, 134, 135)

35-510 ASD-Aufbau und Funktion

A. Allgemeines

Fahrzeuge mit konventionellem Ausgleichgetriebe haben einen wesentlichen Traktionsnachteil, wenn durch einseitige Glätte, Splitt oder Sand, eines der angetriebenen Räder durchdreht.

Das vom Motor kommende Drehmoment wird in diesem Fall über den ungesperrten Ausgleich zum durchdrehenden Rad geleitet, das andere Rad bleibt stehen. Ein Anfahren ist dadurch nicht mehr möglich. Differentialsperren mit sehr hohem Sperrgrad beseitigen zwar diesen Zustand, führen aber speziell in Kurven sowie beim Bremsen zu erheblichen Fahrstabilitätsverlusten, da Raddrehzahl-Differenzen, durch Fahrtrichtungsänderungen, nicht ausreichend ausgeglichen werden.

Das automatische Sperrdifferential (ASD) beseitigt die systembedingten Nachteile des konventionellen Ausgleichs, ohne dabei die Nachteile einer permanenten Differentialsperre in Kauf zu nehmen.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Das automatisch arbeitende System aktiviert die Sperre nur bei Bedarf auf der Basis objektiver Messungen unabhängig von menschlicher Fehleinschätzung und arbeitet durch die elektronische Regelung praktisch verzögerungsfrei. Das Aktivieren der Sperre bis ca. 38 km/h (bis 04/87), 30 km/h (ab 05/87 bis 02/89) bzw.
26 km/h (ab 03/89) und ein erhöhter Schlupf der Antriebsräder über den gesamten Geschwindigkeitsbereich wird optisch über eine Funktionsanzeige (A1e25) im Tachometer angezeigt.

A1e24 Kontrolleuchte ASD

A1e25 Funktionsanzeige ASD

Dem Fahrer wird dadurch die Annäherung an den fahrdynamischen Grenzbereich signalisiert. Er wird auf diese Weise aufgefordert, seine Fahrweise den Fahrbahnverhältnissen besser anzupassen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der aktiven Sicherheit.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Merkmale:

Grundfunktion wie Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf (Sperrwirkung ca. 35%).

Automatisch schaltende Zusatzsperrung, hydraulisch betätigt.
Es wird eine 100%ige Sperrwirkung erreicht, solange das Sperrmoment höher ist, als das auf die Straße übertragbare Moment.

Schaltbefehl für Sperre wird elektronisch ermittelt.

Aktivieren der Sperre und erhöhter Radschlupf werden optisch angezeigt.

Erhalten der Richtungsstabilität beim Bremsen durch Ausschalten der Zusatzsperre und dadurch die Gewährleistung der vollen ABS-Wirkung.

Das Automatische Sperr-Differential besteht aus folgenden Bauteilen:

Elektronik

3 Drehzahlgeber

Steuergerät

Bremslichtschalter

Funktionsanzeige

Kontrolleuchte

Hydraulik

Ölbehälter

Druckölpumpe

Hydraulikeinheit

Ringzylinder

Mechanik

Hinterachsmittelstück mit

Ausgleichgetriebe mit

begrenztem Schlupf

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126
0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Gesamt-Funktion

Von den Drehzahlgebern an den Vorderrädern und am Hinterachsmittelstück werden Signale an das Steuergerät geleitet und dort zu Informationen über die mittlere Drehzahl der Vorderräder und der Hinterräder verarbeitet. Drehzahldifferenzen zwischen Vorder- und Hinterrädern erkennt das Steuergerät als Schlupf und gibt bei Überschreiten eines festgelegten Grenzwertes ein Schaltsignal an das Magnetventil der Hydraulikeinheit.

Das unter Druck stehende Hydrauliköl wird nun innerhalb von Sekundenbruchteilen vom Speicher zum Hinterachsmittelstück geleitet. Durch das hydraulische Vorspannen der Lamellenkupplungen wird die Ausgleichsbewegung zwischen den beiden Hinterrädern gehemmt. Das vom rutschenden Rad nicht mehr auf die Straße absetzbare Antriebsmoment wird damit auf das greifende Rad übertragen.

Die ASD-Schaltlogik ist nach folgenden Grundsätzen aufgebaut:

Ein hydraulisches Zuschalten der Sperre erfolgt im Zugbetrieb bei Geschwindigkeiten unter 23 km/h (geänderte Zuschaltgeschwindigkeiten siehe "Funktionsschema"). Im Schubbetrieb wird die Sperre aus Fahrstabilitätsgründen nicht zugeschaltet.

Bei höheren Geschwindigkeiten ist keine nennenswerte Traktionsverbesserung zu erwarten. Zugunsten einer höheren Fahrstabilität wird deswegen oberhalb von 26 km/h die Sperre gelöst (geänderte Abschaltgeschwindigkeiten siehe "Funktionsschema").

Durch die selbstsperrende Grundfunktion des Ausgleichsgetriebes (limited slip) wird jedoch auch bei höheren Geschwindigkeiten eine verbesserte Traktion erzielt.

Bei Geschwindigkeiten unter 23 km/h wird die hydraulische Sperre dann abgeschaltet, wenn die Zuschaltkriterien (Geschwindigkeitsunterschied von 2 km/h zwischen Vorder-/Hinterrädern) wieder unterschritten werden.




Beim Übergang in den Schubbetrieb und beim Bremsen wird sofort abgeschaltet. Dadurch werden ein Maximum an Fahrstabilität und vollwirksame ABS-Bremsung ermöglicht.

Für den Anfahrvorgang ist im Steuergerät ein "Wiederholeffekt" programmiert. Das heißt, der Rechner erkennt einen erfolglosen Anfahrversuch und hält die Sperre für das erneute Anfahren geschlossen.

Ein im Steuergerät integriertes Diagnoseprogramm überwacht die Drehzahlgeber, das Magnetventil und den Bremslichtschalter sowie den Rechner. Wird ein Fehler festgestellt, leuchtet die Kontrolleuchte im Kombi-Instrument. Die hydraulische Sperre wird jetzt aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugeschaltet.

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	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

7

Steuergerät ABS

8

Ölbehälter

9

Druckölpumpe am Motor

10

Hydraulikeinheit

11

Niveauregler

12

Hinterachsmittelstück

1

Bremslichtschalter

2

Drehzahlgeber Vorder- und Hinterachse

3

Kontrolleuchte ASD

4

Funktionsanzeige ASD

5

Kontrolle ABS

6

Steuergerät ASD

Gesamt-Funktion Elektronik - Hydraulik - Mechanik

Drehzahlgeber

Vorderachse Hinterachse

links rechts

Bremslichtschalter

Bremslicht ASD

Steuergerät ASD

Zündstart-Schalter

Überspannungsschutz

zeigt an

Funktion

Funktionsanzeige

Kontroll-

leuchte

Prüfkupplung

Störung

Hydraulikeinheit

Druckversorgung

Rücklauf

Niveauregulierung oder Rücklauf

Druck-

Aufbau/Abbau

Ringzylinder

Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf

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	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Fahren mit ASD, Kontrolleuchte und Funktionsanzeige

Im Kombi-Instrument befinden sich zwei Anzeigen mit verschiedenen Symbolen.

Bei Schlüsselstellung 2 im Zündstartschalter leuchten die Funktionsanzeige (A1e25) und die gelbe Kontrolleuchte (A1e24) im Kombi-Instrument auf und erlöschen bei laufendem Motor.

Leuchtet die Kontrolleuchte (A1e24) bei laufendem Motor auf, liegt eine Störung im Stromkreis vor. Für eine spätere Abfrage wird diese Störung im Steuergerät ASD gespeichert. Sie kann über die Kontrolleuchte (A1e24) mit Hilfe der im Aggregateraum angeordneten Prüfkupplung abgerufen werden. Die Anzahl der Blinkimpulse weisen auf die Fehlerquelle hin (siehe Prüfprogramm).

Die Funktionsanzeige (A1e25) wird über eine
4-fach (bis ca. Mitte 1989) bzw. 3-fach-Steckverbindung an der Rückseite des Kombi-Instrumentes angesteuert. Die Helligkeit der Funktionsanzeige (A1e25) wird beim Einschalten des Lichtes verringert, damit sie bei Nachtfahrten nicht stört.

Fahrzeuge mit Winterreifen

Bei Fahrzeugen mit Winterreifen kann bei Außentemperaturen über 20 °C und scharfer Beschleunigung sowie beim Zurückschalten die Funktionsanzeige (A1e25) kurzzeitig aufleuchten. Ursache ist der größere Schlupf der Winterreifen gegenüber den Sommerreifen bedingt durch das Reifenprofil und der Laufflächenmischung. Diese Erscheinung ist normal. Eine Änderung am Steuergerät ASD ist nicht möglich.

B. Elektrik/Elektronik

Funktionsschema Elektrik mit ABS

1) Geänderte Abschaltgeschwindigkeit: >38 km/h bis 04/87, >30 km/h ab 05/87 bis 02/89 und >26 km/h ab 03/89.

2) Geänderte Zuschaltgeschwindigkeit: <35 km/h bis 04/87, <25 km/h ab 05/87 bis 02/89 und <23 km/h ab 03/89.

Drehzahlgeber

Vorderachse Hinterachse

links rechts

Bremslichtschalter

Bremslicht ASD

Steuergerät ABS

Zündstart-Schalter

Überspannungsschutz

schaltet

Kontrolleuchte

an aus

Speicher

Störung

ja nein

Differenz Vorderrad/Hinterrad

0-2 km/h >2 km/h bzw. 2%

Fahrgeschwindigkeit

>26 km/h 1) <23 km/h2)

Zug-/Schubvergleich

Schub Zug

Bremse

ja nein

Funktionsanzeige

aus an

Hydraulikeinheit

Magnetventil

aus ein

Steuergerät ASD

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Elektronisches Steuergerät ASD

Das elektronische Steuergerät ASD enthält bis 02/89 zwei Platinen, die beidseitig mit Leiterbahnen versehen und einseitig mit Bauteilen wie Widerständen, Dioden, Transistoren und mit einem Microprozessor bestückt sind. Die beiden Platinen liegen innerhalb des Steuergerätes übereinander und sind von einem Kunststoffgehäuse umschlossen.

Ab 03/89 wurde auf die 2. Generation der Steuergeräte umgestellt und alle elektronischen Bauteile auf eine Leiterplatte integriert.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Ab 05/87 wurde seitlich am Gehäuse eine Membrane angebracht, die für eine ausreichende Belüftung des Steuergerätes sorgt (Pfeil).

Das Steuergerät verarbeitet die Signale der Drehzahlgeber und steuert das Magnetventil in der Hydraulikeinheit an.

Das elektronische Steuergerät ist funktionell aufgeteilt in:

Signalaufbereitungsteil

Logikteil

Sicherheitsschaltung

Signalaufbereitungsteil

Im Signalaufbereitungsteil werden die von den Drehzahlgebern oder vom Steuergerät ABS gelieferten Signale in eine für den Logikteil verwendbare Form umgewandelt.

Um Störungen bei der Radgeschwindigkeitsmessung zu verhindern, die durch Herstellungstoleranzen und Bewegungen im Achsschenkel auftreten können, werden die Eingangssignale vor ihrer Verarbeitung gefiltert. Aus den Radgeschwindigkeitssignalen werden Verzögerungs- und Beschleunigungssignale, die im Logikteil verarbeitet werden.

Logikteil

Dem Logikteil des elektronischen Steuergerätes stehen folgende Signale zur Verfügung:

Raddrehzahlen

Differenzgeschwindigkeit Vorderräder/Hinterräder (Schlupf)

Differenzgeschwindigkeit
vorne rechts/vorne links

ASD wird nur zugeschaltet:

bei einer Geschwindigkeitsdifferenz >2 km/h zwischen Vorder- und Hinterrädern (Schlupf) im Zug bis 26 km/h, bzw. wenn die Geschwindigkeit unter 23 km/h absinkt (siehe Funktionsschema).

ASD ist nicht in Funktion bzw. wird abgeschaltet wenn:

die Zuschaltschwelle (Schlupf) unter 2 km/h liegt

die Geschwindigkeit mehr als 26 km/h beträgt (siehe Funktionsschema)

im Schub

beim Bremsen

Wird beim Anfahren die Zuschaltschwelle für mindestens 0,5 Sekunden überschritten und eine Geschwindigkeit von 5 km/h nicht erreicht, so bleibt die Sperre auch ohne Schlupf zugeschaltet. Gelöscht wird dieses Anfahrprogramm, wenn die Geschwindigkeit größer als 10 km/h ist oder nach 7,6 Sekunden.

Vom Steuergerät ASD werden Abweichungen erkannt und korrigiert:

bei schlupfloser Kurvenfahrt infolge unterschiedlicher Kreisradien der Vorder- und Hinterräder.

unterschiedliche Reifenrollradien infolge Toleranzen und Reifen-Luftdruckänderungen.

Die Funktionsanzeige ist eingeschaltet, wenn das Schaltkriterium für mindestens 0,4 Sekunden dauernd ansteht. Die Funktionsanzeige ist im Gegensatz zum Magnetventil über den gesamten Geschwindigkeitsbereich und auch im Schub in Funktion, wenn die Zuschaltschwelle überschritten ist. Schaltkriterium für die Funktionsanzeige ist bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h, wenn eine Differenz von
2 km/h und darüber eine Differenz von 2 % besteht. Gelöscht wird die Funktionsanzeige erst, wenn die Haltezeit (wie beim Magnetventil) abgelaufen ist, jedoch frühestens nach
1,5 Sekunden Einschaltdauer. Beim Anfahren mit Sperre ist die Funktionsanzeige ebenfalls eingeschaltet.

Sicherheitsschaltung

Aufgabe der Sicherheitsschaltung ist es, fehlerhafte Signale im elektronischen Steuergerät ASD und Fehler außerhalb des elektronischen Steuergerätes ASD im Stromkreis zu erkennen. Wird ein Fehler erkannt, dann wird die Anlage abgeschaltet. Dies wird durch die Kontrolleuchte dem Fahrer angezeigt.

Folgende Fehler werden vom Steuergerät erkannt:

Steuergerät defekt.

Bremslichtschalter; Schaltfunktion ASD defekt.

Drehzahlimpuls vorn links oder vorn rechts fehlt; Kontakt-Unterbrechung.

Drehzahlimpuls hinten fehlt; Kontakt-Unterbrechung.

Alle drei Drehzahlimpulse fehlen.

Magnetventil oder Bremslichtschalter; Schaltfunktion Bremslicht defekt.

Die Sicherheitsschaltung überwacht ferner ständig die Batteriespannung. Wird die vorgeschriebene Spannung unterschritten, wird die Anlage abgeschaltet, bis die Spannung wieder im vorgeschriebenen Bereich liegt.

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	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Drehzahlgeber

Die vom ABS her bekannten Drehzahlgeber bestehen aus einem Magnetkern und einer Spule Sie tasten die Raddrehzahl an verzahnten Rotoren (69a an der Vorderachse bzw. 49 an der Hinterachse) ab. Drehzahlgeber und Rotor müssen einen bestimmten Abstand zueinander haben. Dreht sich der Rotor, so ändert sich das magnetische Feld, wodurch in der Spule eine Wechselspannung induziert wird. Ihre Frequenz hängt von der Rotor-Drehzahl ab.

Die Drehzahlgeber der Vorderachse (L6/1 links bzw. L6/2 rechts) sind in den Achsschenkeln angeordnet, die Rotorverzahnung ist in die Vorderradnaben (69) eingearbeitet.

L6/1 Drehzahlgeber Vorderachse links

29 O-Ring

30 Innensechskantschraube

62 Bremsscheibe

69 Vorderradnabe

69a Verzahnung Rotor

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Der Drehzahlgeber Hinterachse (L6) ist im Hinterachsgehäuse (54) angeordnet, der Rotor (49) ist auf das Antriebskegelrad (47) gepreßt.

Für jede Hinterachsübersetzung ist ein entsprechender Rotor mit angepaßter Zähnezahl erforderlich. Über das Antriebskegelrad wird die mittlere Geschwindigkeit beider Hinterräder gemessen.

L6 Drehzahlgeber Hinterachse

L6a Innensechskantschraube

L6b O-Ring

47 Antriebskegelrad

49 Zahnrad (Rotor)

54 Hinterachsgehäuse

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Bremslichtschalter

Der Bremslichtschalter (S9/1) hat einen zusätzlichen Kontakt für das ASD.

S9/1 Bremslichtschalter

A Typ 124/201/129

B Typ 126

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Von der Steckverbindung (X20) mit 4 mm Pin- (Bremslicht) führt eine Leitung zur Sicherung 5, Klemme 15 (c), die andere zum Bremslicht (b) und parallel (d) zum Steuergerät ASD (Arbeitskreis).

Die Steckverbindung mit 2,5 mm Pin- (ASD) führt die Spannungsversorgung vom Relais Überspannungsschutz (e) zum Magnetventil
(f, Ruhekreis).

Leitungssatz und Relais Überspannungsschutz

Für das ASD mit ABS ist ein separater Zusatzleitungssatz vorhanden.

Zur Sicherstellung der Funktion des ASD unter allen Betriebsbedingungen ist die Spannungsversorgung über das Relais Überspannungsschutz (K1/1 bzw. K1/2) vorgeschaltet, das von der Klemme 15 (Zündstartschalter) und Klemme 30 angesteuert wird. Der integrierte Überspannungsschutz ist mit 10 A abgesichert, der das elektronische Steuergerät ASD vor Überspannung schützt.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Mit dem elektronischen Steuergerät ASD (N47 bzw. N30/2) wird der Leitungssatz über die 14polige Steckverbindung verbunden.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Der Leitungssatz mit der 2poligen Steckverbindung (X62/5) führt vom Steuergerät zum Magnetventil der Hydraulikeinheit.

Die erste Steckverbindung (X62/5) befindet sich auf der rechten Seite in der A-Säule.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Die zweite Steckverbindung (Y38/x1) befindet sich auf der rechten Seite in der Reserveradmulde.

Die Drehzahlgeber der Vorderachse sind über den Koaxialstecker (L6/2x) mit dem Leitungssatz verbunden. Die Leitung (27) des Drehzahlgebers vom Achsschenkel führt zum Koaxialstecker (L6/2x) im Motorraum und wird über den Halter (29 und 32) am Achsschenkel und Halter im Radlauf geleitet.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126
0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Der Leitungsverbinder (L6x1) des Drehzahlgebers (gleich wie ABS) der Hinterachse befindet sich hinter der Fondsitzlehne und ist mit dem Leitungssatz verbunden.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Eine weitere Steckverbindung (X47) befindet sich auf der rechten Seite in der A-Säule.

Elektrische Schaltpläne
Siehe Band 2, Typ 126, Gruppe 35

C. Hydraulik

Funktionsschema Hydraulik

Bremslichtschalter Bremslicht/ASD

Steuergerät

Druckspeicher

Magnet

ventil

Speicherladeventil

Druck

ablaßschraube

Druckbegrenzungsventil

Druckaufbau und Druckabbau

Ringzylinder

Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf

Rücklauf

Ölbehälter

Hydraulikeinheit

Niveauregulierung

oder Rücklauf

Druckölpumpe am Motor

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Hydraulikeinheit

Die Hydraulikeinheit besteht aus folgenden Teilen:

Druckspeicher (4)

Speicherladeventil (3) mit Druckbegrenzungsventil und Druckablaßschraube)

Magnetventil (Y38)

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Druckspeicher (4)

Der kugelförmige Druckspeicher (4) mit dem Schriftzug ASD ist an das Speicherladeventil (3) geschraubt.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Der innere Aufbau des Druckspeichers entspricht im Prinzip dem eines Federspeichers der Niveauregulierung. Ölraum (a) und Gasraum (b) sind durch die Membrane getrennt. Der Gasfülldruck (Stickstoff) beträgt ca. 21 bar.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Speicherladeventil (3) mit Druckbegrenzungsventil und Druckablaßschraube

Das Speicherladeventil (3) der Hydraulikeinheit regelt den Druck im Druckspeicher (4) zwischen 27 und 33 bar. Nach Erreichen des Maximaldruckes von 33 bar schaltet der Steuerschieber (3a) des Speicherladeventils um und das Öl fließt über den Anschluß (N) und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück. Bei Fahrzeugen mit Niveauregulierung wird das Öl über den Anschluß (N) und die Druckleitung zum Niveauregler geleitet.

3 Speicherladeventil

3a Steuerschieber

3b Druckbegrenzungsventil (in Druckablaßschraube integriert)

3c Druckablaßschraube

3e Druckspeicheranschluß

P/N/T/HS Leitungsanschlüsse

M Meßanschluß

Druckbegrenzungsventil (3b) in Druckablaßschraube integriert

Zum Schutz vor Überlastung der Anlage ist die Hydraulikeinheit mit einem Druckbegrenzungsventil (3b) abgesichert. Bei einem eventuellen Versagen des Steuerschiebers (3a) verhindert das Druckbegrenzungsventil bei ca. 38 bar einen weiteren Druckaufbau und das Öl fließt über den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Druckablaßschraube (3c)

Vor allen Arbeiten an der Hydraulik-Anlage muß der Druck abgelassen werden. Dazu Druckablaßschraube (3c) ca. 1/2 Umdrehung herausdrehen. Das Öl fließt über den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rückleitung in den Ölbehälter zurück.

Anziehdrehmoment 20 Nm.

3c Druckablaßschraube

3d Verschlußschraube vom Meßanschluß (M)

Y38 Magnetventil

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	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Magnetventil (Y38)

Durch das Steuergerät ASD wird über das schnellschaltende Magnetventil (Y38) in wenigen Millisekunden das automatische Sperrdifferential (ASD) hydraulisch zu- oder abgeschaltet.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Beim Öffnen des Magnetventils (Y38) werden beide Ringzylinder am Hinterachsgehäuse mit Druck beaufschlagt und damit ist das automatische Sperrdifferential (ASD) zugeschaltet. Beim Schließen des Magnetventils fließt das Öl über das Magnetventil, den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung in den Ölbehälter zurück. Beide Ringzylinder werden drucklos und das automatische Sperrdifferential (ASD) ist abgeschaltet.

Beim Betätigen der Betriebsbremse schließt grundsätzlich das Magnetventil und der Druck in den Ringzylindern wird abgebaut. Das automatische Sperrdifferential (ASD) ist abgeschaltet und dadurch die Fahrstabilität gewährleistet.

Bei jedem Starten des Motors wird das Magnetventil kurzzeitig betätigt und es erfolgt ein momentaner Druck-Auf- und Abbau in den Ringzylindern. Dieser Vorgang ist durch leises Klopfen hörbar.

Druckölpumpe am Motor

Die vom Motor angetriebene Radialkolbenpumpe versorgt die Hydraulik-Anlage und soweit eingebaut, auch die Niveauregulierung mit dem erforderlichen Druck. Die Druckölversorgung ist so ausgelegt, daß grundsätzlich bevorrechtigt die ASD-Hydraulikeinheit befüllt wird. Wenn nach dem Befüllen des ASD-Druckspeichers und der Niveauregulierung (wenn vorhanden) kein weiterer Druck benötigt wird, fließt das Öl über den Anschluß (N) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück.

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	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Bei laufendem Motor saugt die Druckölpumpe aus dem Ölbehälter über die Saugleitung (A) Hydrauliköl an und füllt über den Hochdruck-Dehnschlauch, die Druckleitung (B1) und den Anschluß (P) des Speicherladeventils den Druckspeicher der Hydraulikeinheit. Bei Fahrzeugen mit Niveauregulierung wird der Niveauregler über das Speicherladeventil Anschluß (N) und die Druckleitung mit Druck versorgt.

1 Tandempumpe VTP162 (Lenkhelf- und Radialkolbenpumpe)

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Ölbehälter (2)

Der im Motorraum angeordnete Ölbehälter (2) ist aus Kunststoff und am Halter federnd befestigt. Er ist über die Saugleitung (A) mit der Druckölpumpe sowie über die Rücklaufleitungen (E1 und E2) mit der ASD-Hydraulikeinheit und (wenn vorhanden) bei Niveauregulierung mit dem Niveauregler verbunden.

Am Anschlußstutzen für die Rücklaufleitungen (E1 und E2) wird über den aufgeklipsten Filtereinsatz (2h) das zurückströmende Hydrauliköl gefiltert.

2 Ölbehälter

2a Verschluß mit Ölmeßstab

2c Anschlußstutzen

2d Gummidichtung

2h Filtereinsatz

2i Verschlußmutter

a Maximum-Markierung

b Minimum-Markierung

A Saugleitung Ölbehälter - Druckölpumpe

E1 Rücklaufleitung Speicherladeventil (Anschluß T) - Ölbehälter

E2 Ohne Niveauregulierung: Rücklaufleitung Speicherladeventil (Anschluß N) - Ölbehälter
Mit Niveauregulierung: Rücklaufleitung Niveauregler - Ölbehälter

D. Mechanik

Motor-Drehmoment

Hinterachsantrieb

Gelenkflansch

Antriebskegelrad

Tellerrad

Hydraulikeinheit

Ringzylinder komplett links/rechts

Ringkolben im Ringzylinder Rillenkugellager

Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf

Gehäuse, Ausgleichbolzen, Ausgleichrad, Lamellenkupplung, Hinterachswellenrad, Sicherungsring

Verbindungsflansche

Hinterachswellen

Funktionsschema Mechanik

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Hinterachsmittelstück

Zur automatischen Sperrung des Differentials sind im Hinterachsmittelstück zusätzlich folgende oder geänderte Bauteile angeordnet:

Hinterachsgehäuse mit zusätzlichen seitlichen Gewindebohrungen

Verbindungsflansche

Rillenkugellager

Ringzylinder mit Ringkolben und Abdichtungen

Kleinere Radialdichtringe für Verbindungsflansche

Ölleitblech

Hydraulik-Verbindungsleitung

Kürzere Hinterachswellen

20 Ausgleichgetriebegehäuse

22a Reibscheibe mit einseitigem Belag

22b Reibscheibe ohne Belag

22c Reibscheibe mit beidseitigem Belag

23 Hinterachswellenrad

24 Kugelscheibe

25 Ausgleichkegelrad

26 Ausgleichbolzen

27 Spannhülse

30 Sicherungsring

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

30 Sicherungsring

33b Verbindungsflansch

37h Abschlußdeckel für
H-Welle

60 Ringzylinder

61 Ringkolben

62 Rillenkugellager

63 Manschette

64 Ölleitblech

65 Hydraulikleitung

65a Spannhülse

66 O-Ring (802)

67 Entlüfter

68 O-Ring (723)

69 Radialdichtring

70 O-Ring (632,5)

Die Abdichtung zwischen Hinterachsgehäuse und Ringzylinder erfolgt über O-Ringe (66). Die Verbindungsflansche sind in den Ringzylindern über die Radialdichtring (69) abgedichtet. Die Rillenkugellager (62) in den Ringkolben (61) sind seitlich abgedichtet und mit Langzeitschmiermittel befüllt.

Um eine sichere Ölversorgung der Kegelrollenlager des Ausgleichgetriebes sowie der Verbindungsflansche im Ausgleichgetriebegehäuse zu gewährleisten, ist auf jeder Seite ein Ölleitblech (64) eingebaut.

Ringzylinder
Die Ringzylinder sind seitlich am Hinterachsgehäuse mit zwei M8-Innensechskantschrauben befestigt. Der Ringkolben ist zum Ringzylindergehäuse durch zwei O-Ringe (68 und 70) abgedichtet. Zum Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit wird der Ringkolben zum Ringzylindergehäuse mit einer aufgepreßten Manschette (63) geschützt.

Wirkungsweise der Ringzylinder

Durch Beaufschlagen der Ringkolben in den Ringzylindern mit einem hydraulischen Druck von ca. 27-33 bar bewegen sich beide Ringkolben gleichzeitig nach außen. Die dabei entstehende Kraft wird über die Rillenkugellager, Verbindungsflansche und die Sicherungsringe auf die Hinterachswellenräder übertragen und drückt die Lamellen-Kupplungspakete zusammen.

Das hierbei entstehende Reibmoment verhindert bis zum Erreichen des Rutschmomentes einen Drehzahlausgleich zwischen rechter und linker Hinterachswelle.

0510 - Funktionsbeschreibung: ASD (Aufbau, Funktion)                            
	a) Allgemeines, b) Elektrik/Elektronik, c) Hydraulik, d) Mechanik               
	Typ 126

Verbindungsflansch

Bedingt durch die Unterbringung des Rillenkugellagers (62) im Ringzylinder mußte der Verbindungsflansch (33b) verlängert werden. Das Rillenkugellager ist auf den Verbindungsflansch aufgepreßt.

Hinterachswelle

Die Hinterachswelle ist wegen der Anordnung des Ringzylinders samt Verbindungsflansch
ca. 20 mm kürzer als bei Fahrzeugen ohne ASD.

Referenzierte Dokumente