35-510 ASD-Aufbau und Funktion
A. Allgemeines
Fahrzeuge mit konventionellem Ausgleichgetriebe haben einen wesentlichen Traktionsnachteil, wenn durch einseitige Glätte, Splitt oder Sand, eines der angetriebenen Räder durchdreht.
Das vom Motor kommende Drehmoment wird in diesem Fall über den ungesperrten Ausgleich zum durchdrehenden Rad geleitet, das andere Rad bleibt stehen. Ein Anfahren ist dadurch nicht mehr möglich. Differentialsperren mit sehr hohem Sperrgrad beseitigen zwar diesen Zustand, führen aber speziell in Kurven sowie beim Bremsen zu erheblichen Fahrstabilitätsverlusten, da Raddrehzahl-Differenzen, durch Fahrtrichtungsänderungen, nicht ausreichend ausgeglichen werden.
Das automatische Sperrdifferential (ASD) beseitigt die systembedingten Nachteile des konventionellen Ausgleichs, ohne dabei die Nachteile einer permanenten Differentialsperre in Kauf zu nehmen.
Das automatisch arbeitende System aktiviert die Sperre nur bei Bedarf auf der Basis objektiver Messungen unabhängig von menschlicher Fehleinschätzung und arbeitet durch die elektronische Regelung praktisch verzögerungsfrei. Das Aktivieren der Sperre bis ca. 38 km/h (bis 04/87), 30 km/h (ab 05/87 bis 02/89) bzw.
26 km/h (ab 03/89) und ein erhöhter Schlupf der Antriebsräder über den gesamten Geschwindigkeitsbereich wird optisch über eine Funktionsanzeige (A1e25) im Tachometer angezeigt.
A1e24 Kontrolleuchte ASD
A1e25 Funktionsanzeige ASD
Dem Fahrer wird dadurch die Annäherung an den fahrdynamischen Grenzbereich signalisiert. Er wird auf diese Weise aufgefordert, seine Fahrweise den Fahrbahnverhältnissen besser anzupassen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der aktiven Sicherheit.
Merkmale:
Grundfunktion wie Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf (Sperrwirkung ca. 35%).
Automatisch schaltende Zusatzsperrung, hydraulisch betätigt.
Es wird eine 100%ige Sperrwirkung erreicht, solange das Sperrmoment höher ist, als das auf die Straße übertragbare Moment.
Schaltbefehl für Sperre wird elektronisch ermittelt.
Aktivieren der Sperre und erhöhter Radschlupf werden optisch angezeigt.
Erhalten der Richtungsstabilität beim Bremsen durch Ausschalten der Zusatzsperre und dadurch die Gewährleistung der vollen ABS-Wirkung.
Das Automatische Sperr-Differential besteht aus folgenden Bauteilen:
Elektronik 3 Drehzahlgeber Steuergerät Bremslichtschalter Funktionsanzeige Kontrolleuchte | Hydraulik Ölbehälter Druckölpumpe Hydraulikeinheit Ringzylinder | Mechanik Hinterachsmittelstück mit Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf |
Gesamt-Funktion Von den Drehzahlgebern an den Vorderrädern und am Hinterachsmittelstück werden Signale an das Steuergerät geleitet und dort zu Informationen über die mittlere Drehzahl der Vorderräder und der Hinterräder verarbeitet. Drehzahldifferenzen zwischen Vorder- und Hinterrädern erkennt das Steuergerät als Schlupf und gibt bei Überschreiten eines festgelegten Grenzwertes ein Schaltsignal an das Magnetventil der Hydraulikeinheit. |
Das unter Druck stehende Hydrauliköl wird nun innerhalb von Sekundenbruchteilen vom Speicher zum Hinterachsmittelstück geleitet. Durch das hydraulische Vorspannen der Lamellenkupplungen wird die Ausgleichsbewegung zwischen den beiden Hinterrädern gehemmt. Das vom rutschenden Rad nicht mehr auf die Straße absetzbare Antriebsmoment wird damit auf das greifende Rad übertragen. |
Die ASD-Schaltlogik ist nach folgenden Grundsätzen aufgebaut: Ein hydraulisches Zuschalten der Sperre erfolgt im Zugbetrieb bei Geschwindigkeiten unter 23 km/h (geänderte Zuschaltgeschwindigkeiten siehe "Funktionsschema"). Im Schubbetrieb wird die Sperre aus Fahrstabilitätsgründen nicht zugeschaltet. Bei höheren Geschwindigkeiten ist keine nennenswerte Traktionsverbesserung zu erwarten. Zugunsten einer höheren Fahrstabilität wird deswegen oberhalb von 26 km/h die Sperre gelöst (geänderte Abschaltgeschwindigkeiten siehe "Funktionsschema"). Durch die selbstsperrende Grundfunktion des Ausgleichsgetriebes (limited slip) wird jedoch auch bei höheren Geschwindigkeiten eine verbesserte Traktion erzielt. Bei Geschwindigkeiten unter 23 km/h wird die hydraulische Sperre dann abgeschaltet, wenn die Zuschaltkriterien (Geschwindigkeitsunterschied von 2 km/h zwischen Vorder-/Hinterrädern) wieder unterschritten werden. |
Für den Anfahrvorgang ist im Steuergerät ein "Wiederholeffekt" programmiert. Das heißt, der Rechner erkennt einen erfolglosen Anfahrversuch und hält die Sperre für das erneute Anfahren geschlossen. Ein im Steuergerät integriertes Diagnoseprogramm überwacht die Drehzahlgeber, das Magnetventil und den Bremslichtschalter sowie den Rechner. Wird ein Fehler festgestellt, leuchtet die Kontrolleuchte im Kombi-Instrument. Die hydraulische Sperre wird jetzt aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugeschaltet. |
7 | Steuergerät ABS |
8 | Ölbehälter |
9 | Druckölpumpe am Motor |
10 | Hydraulikeinheit |
11 | Niveauregler |
12 | Hinterachsmittelstück |
1 | Bremslichtschalter |
2 | Drehzahlgeber Vorder- und Hinterachse |
3 | Kontrolleuchte ASD |
4 | Funktionsanzeige ASD |
5 | Kontrolle ABS |
6 | Steuergerät ASD |
Gesamt-Funktion Elektronik - Hydraulik - Mechanik
Drehzahlgeber
Vorderachse Hinterachse
links rechts
Bremslichtschalter
Bremslicht ASD
Steuergerät ASD
Zündstart-Schalter
Überspannungsschutz
zeigt an
Funktion
Funktionsanzeige
Kontroll-
leuchte
Prüfkupplung
Störung
Hydraulikeinheit
Druckversorgung
Rücklauf
Niveauregulierung oder Rücklauf
Druck-
Aufbau/Abbau
Ringzylinder
Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf
Fahren mit ASD, Kontrolleuchte und Funktionsanzeige
Im Kombi-Instrument befinden sich zwei Anzeigen mit verschiedenen Symbolen.
Bei Schlüsselstellung 2 im Zündstartschalter leuchten die Funktionsanzeige (A1e25) und die gelbe Kontrolleuchte (A1e24) im Kombi-Instrument auf und erlöschen bei laufendem Motor.
Leuchtet die Kontrolleuchte (A1e24) bei laufendem Motor auf, liegt eine Störung im Stromkreis vor. Für eine spätere Abfrage wird diese Störung im Steuergerät ASD gespeichert. Sie kann über die Kontrolleuchte (A1e24) mit Hilfe der im Aggregateraum angeordneten Prüfkupplung abgerufen werden. Die Anzahl der Blinkimpulse weisen auf die Fehlerquelle hin (siehe Prüfprogramm).
Die Funktionsanzeige (A1e25) wird über eine
4-fach (bis ca. Mitte 1989) bzw. 3-fach-Steckverbindung an der Rückseite des Kombi-Instrumentes angesteuert. Die Helligkeit der Funktionsanzeige (A1e25) wird beim Einschalten des Lichtes verringert, damit sie bei Nachtfahrten nicht stört.
Fahrzeuge mit Winterreifen
Bei Fahrzeugen mit Winterreifen kann bei Außentemperaturen über 20 °C und scharfer Beschleunigung sowie beim Zurückschalten die Funktionsanzeige (A1e25) kurzzeitig aufleuchten. Ursache ist der größere Schlupf der Winterreifen gegenüber den Sommerreifen bedingt durch das Reifenprofil und der Laufflächenmischung. Diese Erscheinung ist normal. Eine Änderung am Steuergerät ASD ist nicht möglich.
B. Elektrik/Elektronik
Funktionsschema Elektrik mit ABS
1) Geänderte Abschaltgeschwindigkeit: >38 km/h bis 04/87, >30 km/h ab 05/87 bis 02/89 und >26 km/h ab 03/89.
2) Geänderte Zuschaltgeschwindigkeit: <35 km/h bis 04/87, <25 km/h ab 05/87 bis 02/89 und <23 km/h ab 03/89.
Drehzahlgeber
Vorderachse Hinterachse
links rechts
Bremslichtschalter
Bremslicht ASD
Steuergerät ABS
Zündstart-Schalter
Überspannungsschutz
schaltet
Kontrolleuchte
an aus
Speicher
Störung
ja nein
Differenz Vorderrad/Hinterrad
0-2 km/h >2 km/h bzw. 2%
Fahrgeschwindigkeit
>26 km/h 1) <23 km/h2)
Zug-/Schubvergleich
Schub Zug
Bremse
ja nein
Funktionsanzeige
aus an
Hydraulikeinheit
Magnetventil
aus ein
Steuergerät ASD
Elektronisches Steuergerät ASD
Das elektronische Steuergerät ASD enthält bis 02/89 zwei Platinen, die beidseitig mit Leiterbahnen versehen und einseitig mit Bauteilen wie Widerständen, Dioden, Transistoren und mit einem Microprozessor bestückt sind. Die beiden Platinen liegen innerhalb des Steuergerätes übereinander und sind von einem Kunststoffgehäuse umschlossen.
Ab 03/89 wurde auf die 2. Generation der Steuergeräte umgestellt und alle elektronischen Bauteile auf eine Leiterplatte integriert.
Ab 05/87 wurde seitlich am Gehäuse eine Membrane angebracht, die für eine ausreichende Belüftung des Steuergerätes sorgt (Pfeil).
Das Steuergerät verarbeitet die Signale der Drehzahlgeber und steuert das Magnetventil in der Hydraulikeinheit an.
Das elektronische Steuergerät ist funktionell aufgeteilt in:
Signalaufbereitungsteil
Logikteil
Sicherheitsschaltung
Signalaufbereitungsteil
Im Signalaufbereitungsteil werden die von den Drehzahlgebern oder vom Steuergerät ABS gelieferten Signale in eine für den Logikteil verwendbare Form umgewandelt.
Um Störungen bei der Radgeschwindigkeitsmessung zu verhindern, die durch Herstellungstoleranzen und Bewegungen im Achsschenkel auftreten können, werden die Eingangssignale vor ihrer Verarbeitung gefiltert. Aus den Radgeschwindigkeitssignalen werden Verzögerungs- und Beschleunigungssignale, die im Logikteil verarbeitet werden.
Logikteil Dem Logikteil des elektronischen Steuergerätes stehen folgende Signale zur Verfügung: Raddrehzahlen Differenzgeschwindigkeit Vorderräder/Hinterräder (Schlupf) Differenzgeschwindigkeit ASD wird nur zugeschaltet: bei einer Geschwindigkeitsdifferenz >2 km/h zwischen Vorder- und Hinterrädern (Schlupf) im Zug bis 26 km/h, bzw. wenn die Geschwindigkeit unter 23 km/h absinkt (siehe Funktionsschema). ASD ist nicht in Funktion bzw. wird abgeschaltet wenn: die Zuschaltschwelle (Schlupf) unter 2 km/h liegt die Geschwindigkeit mehr als 26 km/h beträgt (siehe Funktionsschema) im Schub beim Bremsen Wird beim Anfahren die Zuschaltschwelle für mindestens 0,5 Sekunden überschritten und eine Geschwindigkeit von 5 km/h nicht erreicht, so bleibt die Sperre auch ohne Schlupf zugeschaltet. Gelöscht wird dieses Anfahrprogramm, wenn die Geschwindigkeit größer als 10 km/h ist oder nach 7,6 Sekunden. | Vom Steuergerät ASD werden Abweichungen erkannt und korrigiert: bei schlupfloser Kurvenfahrt infolge unterschiedlicher Kreisradien der Vorder- und Hinterräder. unterschiedliche Reifenrollradien infolge Toleranzen und Reifen-Luftdruckänderungen. Die Funktionsanzeige ist eingeschaltet, wenn das Schaltkriterium für mindestens 0,4 Sekunden dauernd ansteht. Die Funktionsanzeige ist im Gegensatz zum Magnetventil über den gesamten Geschwindigkeitsbereich und auch im Schub in Funktion, wenn die Zuschaltschwelle überschritten ist. Schaltkriterium für die Funktionsanzeige ist bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h, wenn eine Differenz von Sicherheitsschaltung Aufgabe der Sicherheitsschaltung ist es, fehlerhafte Signale im elektronischen Steuergerät ASD und Fehler außerhalb des elektronischen Steuergerätes ASD im Stromkreis zu erkennen. Wird ein Fehler erkannt, dann wird die Anlage abgeschaltet. Dies wird durch die Kontrolleuchte dem Fahrer angezeigt. |
Folgende Fehler werden vom Steuergerät erkannt:
Steuergerät defekt.
Bremslichtschalter; Schaltfunktion ASD defekt.
Drehzahlimpuls vorn links oder vorn rechts fehlt; Kontakt-Unterbrechung.
Drehzahlimpuls hinten fehlt; Kontakt-Unterbrechung.
Alle drei Drehzahlimpulse fehlen.
Magnetventil oder Bremslichtschalter; Schaltfunktion Bremslicht defekt.
Die Sicherheitsschaltung überwacht ferner ständig die Batteriespannung. Wird die vorgeschriebene Spannung unterschritten, wird die Anlage abgeschaltet, bis die Spannung wieder im vorgeschriebenen Bereich liegt.
Drehzahlgeber
Die vom ABS her bekannten Drehzahlgeber bestehen aus einem Magnetkern und einer Spule Sie tasten die Raddrehzahl an verzahnten Rotoren (69a an der Vorderachse bzw. 49 an der Hinterachse) ab. Drehzahlgeber und Rotor müssen einen bestimmten Abstand zueinander haben. Dreht sich der Rotor, so ändert sich das magnetische Feld, wodurch in der Spule eine Wechselspannung induziert wird. Ihre Frequenz hängt von der Rotor-Drehzahl ab.
Die Drehzahlgeber der Vorderachse (L6/1 links bzw. L6/2 rechts) sind in den Achsschenkeln angeordnet, die Rotorverzahnung ist in die Vorderradnaben (69) eingearbeitet.
L6/1 Drehzahlgeber Vorderachse links
29 O-Ring
30 Innensechskantschraube
62 Bremsscheibe
69 Vorderradnabe
69a Verzahnung Rotor
Der Drehzahlgeber Hinterachse (L6) ist im Hinterachsgehäuse (54) angeordnet, der Rotor (49) ist auf das Antriebskegelrad (47) gepreßt.
Für jede Hinterachsübersetzung ist ein entsprechender Rotor mit angepaßter Zähnezahl erforderlich. Über das Antriebskegelrad wird die mittlere Geschwindigkeit beider Hinterräder gemessen.
L6 Drehzahlgeber Hinterachse
L6a Innensechskantschraube
L6b O-Ring
47 Antriebskegelrad
49 Zahnrad (Rotor)
54 Hinterachsgehäuse
Bremslichtschalter
Der Bremslichtschalter (S9/1) hat einen zusätzlichen Kontakt für das ASD.
S9/1 Bremslichtschalter
A Typ 124/201/129
B Typ 126
Von der Steckverbindung (X20) mit 4 mm Pin- (Bremslicht) führt eine Leitung zur Sicherung 5, Klemme 15 (c), die andere zum Bremslicht (b) und parallel (d) zum Steuergerät ASD (Arbeitskreis).
Die Steckverbindung mit 2,5 mm Pin- (ASD) führt die Spannungsversorgung vom Relais Überspannungsschutz (e) zum Magnetventil
(f, Ruhekreis).
Leitungssatz und Relais Überspannungsschutz
Für das ASD mit ABS ist ein separater Zusatzleitungssatz vorhanden.
Zur Sicherstellung der Funktion des ASD unter allen Betriebsbedingungen ist die Spannungsversorgung über das Relais Überspannungsschutz (K1/1 bzw. K1/2) vorgeschaltet, das von der Klemme 15 (Zündstartschalter) und Klemme 30 angesteuert wird. Der integrierte Überspannungsschutz ist mit 10 A abgesichert, der das elektronische Steuergerät ASD vor Überspannung schützt.
Mit dem elektronischen Steuergerät ASD (N47 bzw. N30/2) wird der Leitungssatz über die 14polige Steckverbindung verbunden.
Der Leitungssatz mit der 2poligen Steckverbindung (X62/5) führt vom Steuergerät zum Magnetventil der Hydraulikeinheit.
Die erste Steckverbindung (X62/5) befindet sich auf der rechten Seite in der A-Säule.
Die zweite Steckverbindung (Y38/x1) befindet sich auf der rechten Seite in der Reserveradmulde.
Die Drehzahlgeber der Vorderachse sind über den Koaxialstecker (L6/2x) mit dem Leitungssatz verbunden. Die Leitung (27) des Drehzahlgebers vom Achsschenkel führt zum Koaxialstecker (L6/2x) im Motorraum und wird über den Halter (29 und 32) am Achsschenkel und Halter im Radlauf geleitet.
Der Leitungsverbinder (L6x1) des Drehzahlgebers (gleich wie ABS) der Hinterachse befindet sich hinter der Fondsitzlehne und ist mit dem Leitungssatz verbunden.
Eine weitere Steckverbindung (X47) befindet sich auf der rechten Seite in der A-Säule.
Elektrische Schaltpläne
Siehe Band 2, Typ 126, Gruppe 35
C. Hydraulik
Funktionsschema Hydraulik
Bremslichtschalter Bremslicht/ASD
Steuergerät
Druckspeicher
Magnet
ventil
Speicherladeventil
Druck
ablaßschraube
Druckbegrenzungsventil
Druckaufbau und Druckabbau
Ringzylinder
Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf
Rücklauf
Ölbehälter
Hydraulikeinheit
Niveauregulierung
oder Rücklauf
Druckölpumpe am Motor
Hydraulikeinheit
Die Hydraulikeinheit besteht aus folgenden Teilen:
Druckspeicher (4)
Speicherladeventil (3) mit Druckbegrenzungsventil und Druckablaßschraube)
Magnetventil (Y38)
Druckspeicher (4)
Der kugelförmige Druckspeicher (4) mit dem Schriftzug ASD ist an das Speicherladeventil (3) geschraubt.
Der innere Aufbau des Druckspeichers entspricht im Prinzip dem eines Federspeichers der Niveauregulierung. Ölraum (a) und Gasraum (b) sind durch die Membrane getrennt. Der Gasfülldruck (Stickstoff) beträgt ca. 21 bar.
Speicherladeventil (3) mit Druckbegrenzungsventil und Druckablaßschraube
Das Speicherladeventil (3) der Hydraulikeinheit regelt den Druck im Druckspeicher (4) zwischen 27 und 33 bar. Nach Erreichen des Maximaldruckes von 33 bar schaltet der Steuerschieber (3a) des Speicherladeventils um und das Öl fließt über den Anschluß (N) und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück. Bei Fahrzeugen mit Niveauregulierung wird das Öl über den Anschluß (N) und die Druckleitung zum Niveauregler geleitet.
3 Speicherladeventil
3a Steuerschieber
3b Druckbegrenzungsventil (in Druckablaßschraube integriert)
3c Druckablaßschraube
3e Druckspeicheranschluß
P/N/T/HS Leitungsanschlüsse
M Meßanschluß
Druckbegrenzungsventil (3b) in Druckablaßschraube integriert
Zum Schutz vor Überlastung der Anlage ist die Hydraulikeinheit mit einem Druckbegrenzungsventil (3b) abgesichert. Bei einem eventuellen Versagen des Steuerschiebers (3a) verhindert das Druckbegrenzungsventil bei ca. 38 bar einen weiteren Druckaufbau und das Öl fließt über den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück.
Druckablaßschraube (3c)
Vor allen Arbeiten an der Hydraulik-Anlage muß der Druck abgelassen werden. Dazu Druckablaßschraube (3c) ca. 1/2 Umdrehung herausdrehen. Das Öl fließt über den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rückleitung in den Ölbehälter zurück.
Anziehdrehmoment 20 Nm.
3c Druckablaßschraube
3d Verschlußschraube vom Meßanschluß (M)
Y38 Magnetventil
Magnetventil (Y38)
Durch das Steuergerät ASD wird über das schnellschaltende Magnetventil (Y38) in wenigen Millisekunden das automatische Sperrdifferential (ASD) hydraulisch zu- oder abgeschaltet.
Beim Öffnen des Magnetventils (Y38) werden beide Ringzylinder am Hinterachsgehäuse mit Druck beaufschlagt und damit ist das automatische Sperrdifferential (ASD) zugeschaltet. Beim Schließen des Magnetventils fließt das Öl über das Magnetventil, den Anschluß (T) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung in den Ölbehälter zurück. Beide Ringzylinder werden drucklos und das automatische Sperrdifferential (ASD) ist abgeschaltet.
Beim Betätigen der Betriebsbremse schließt grundsätzlich das Magnetventil und der Druck in den Ringzylindern wird abgebaut. Das automatische Sperrdifferential (ASD) ist abgeschaltet und dadurch die Fahrstabilität gewährleistet.
Bei jedem Starten des Motors wird das Magnetventil kurzzeitig betätigt und es erfolgt ein momentaner Druck-Auf- und Abbau in den Ringzylindern. Dieser Vorgang ist durch leises Klopfen hörbar.
Druckölpumpe am Motor
Die vom Motor angetriebene Radialkolbenpumpe versorgt die Hydraulik-Anlage und soweit eingebaut, auch die Niveauregulierung mit dem erforderlichen Druck. Die Druckölversorgung ist so ausgelegt, daß grundsätzlich bevorrechtigt die ASD-Hydraulikeinheit befüllt wird. Wenn nach dem Befüllen des ASD-Druckspeichers und der Niveauregulierung (wenn vorhanden) kein weiterer Druck benötigt wird, fließt das Öl über den Anschluß (N) des Speicherladeventils und die Rücklaufleitung zum Ölbehälter zurück.
Bei laufendem Motor saugt die Druckölpumpe aus dem Ölbehälter über die Saugleitung (A) Hydrauliköl an und füllt über den Hochdruck-Dehnschlauch, die Druckleitung (B1) und den Anschluß (P) des Speicherladeventils den Druckspeicher der Hydraulikeinheit. Bei Fahrzeugen mit Niveauregulierung wird der Niveauregler über das Speicherladeventil Anschluß (N) und die Druckleitung mit Druck versorgt.
1 Tandempumpe VTP162 (Lenkhelf- und Radialkolbenpumpe)
Ölbehälter (2)
Der im Motorraum angeordnete Ölbehälter (2) ist aus Kunststoff und am Halter federnd befestigt. Er ist über die Saugleitung (A) mit der Druckölpumpe sowie über die Rücklaufleitungen (E1 und E2) mit der ASD-Hydraulikeinheit und (wenn vorhanden) bei Niveauregulierung mit dem Niveauregler verbunden.
Am Anschlußstutzen für die Rücklaufleitungen (E1 und E2) wird über den aufgeklipsten Filtereinsatz (2h) das zurückströmende Hydrauliköl gefiltert.
2 Ölbehälter
2a Verschluß mit Ölmeßstab
2c Anschlußstutzen
2d Gummidichtung
2h Filtereinsatz
2i Verschlußmutter
a Maximum-Markierung
b Minimum-Markierung
A Saugleitung Ölbehälter - Druckölpumpe
E1 Rücklaufleitung Speicherladeventil (Anschluß T) - Ölbehälter
E2 Ohne Niveauregulierung: Rücklaufleitung Speicherladeventil (Anschluß N) - Ölbehälter
Mit Niveauregulierung: Rücklaufleitung Niveauregler - Ölbehälter
D. Mechanik
Motor-Drehmoment
Hinterachsantrieb
Gelenkflansch
Antriebskegelrad
Tellerrad
Hydraulikeinheit
Ringzylinder komplett links/rechts
Ringkolben im Ringzylinder Rillenkugellager
Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf
Gehäuse, Ausgleichbolzen, Ausgleichrad, Lamellenkupplung, Hinterachswellenrad, Sicherungsring
Verbindungsflansche
Hinterachswellen
Funktionsschema Mechanik
Hinterachsmittelstück
Zur automatischen Sperrung des Differentials sind im Hinterachsmittelstück zusätzlich folgende oder geänderte Bauteile angeordnet:
Hinterachsgehäuse mit zusätzlichen seitlichen Gewindebohrungen
Verbindungsflansche
Rillenkugellager
Ringzylinder mit Ringkolben und Abdichtungen
Kleinere Radialdichtringe für Verbindungsflansche
Ölleitblech
Hydraulik-Verbindungsleitung
Kürzere Hinterachswellen
20 Ausgleichgetriebegehäuse
22a Reibscheibe mit einseitigem Belag
22b Reibscheibe ohne Belag
22c Reibscheibe mit beidseitigem Belag
23 Hinterachswellenrad
24 Kugelscheibe
25 Ausgleichkegelrad
26 Ausgleichbolzen
27 Spannhülse
30 Sicherungsring
30 Sicherungsring
33b Verbindungsflansch
37h Abschlußdeckel für
H-Welle
60 Ringzylinder
61 Ringkolben
62 Rillenkugellager
63 Manschette
64 Ölleitblech
65 Hydraulikleitung
65a Spannhülse
66 O-Ring (802)
67 Entlüfter
68 O-Ring (723)
69 Radialdichtring
70 O-Ring (632,5)
Die Abdichtung zwischen Hinterachsgehäuse und Ringzylinder erfolgt über O-Ringe (66). Die Verbindungsflansche sind in den Ringzylindern über die Radialdichtring (69) abgedichtet. Die Rillenkugellager (62) in den Ringkolben (61) sind seitlich abgedichtet und mit Langzeitschmiermittel befüllt.
Um eine sichere Ölversorgung der Kegelrollenlager des Ausgleichgetriebes sowie der Verbindungsflansche im Ausgleichgetriebegehäuse zu gewährleisten, ist auf jeder Seite ein Ölleitblech (64) eingebaut.
Ringzylinder
Die Ringzylinder sind seitlich am Hinterachsgehäuse mit zwei M8-Innensechskantschrauben befestigt. Der Ringkolben ist zum Ringzylindergehäuse durch zwei O-Ringe (68 und 70) abgedichtet. Zum Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit wird der Ringkolben zum Ringzylindergehäuse mit einer aufgepreßten Manschette (63) geschützt.
Wirkungsweise der Ringzylinder
Durch Beaufschlagen der Ringkolben in den Ringzylindern mit einem hydraulischen Druck von ca. 27-33 bar bewegen sich beide Ringkolben gleichzeitig nach außen. Die dabei entstehende Kraft wird über die Rillenkugellager, Verbindungsflansche und die Sicherungsringe auf die Hinterachswellenräder übertragen und drückt die Lamellen-Kupplungspakete zusammen.
Das hierbei entstehende Reibmoment verhindert bis zum Erreichen des Rutschmomentes einen Drehzahlausgleich zwischen rechter und linker Hinterachswelle.
Verbindungsflansch
Bedingt durch die Unterbringung des Rillenkugellagers (62) im Ringzylinder mußte der Verbindungsflansch (33b) verlängert werden. Das Rillenkugellager ist auf den Verbindungsflansch aufgepreßt.
Hinterachswelle
Die Hinterachswelle ist wegen der Anordnung des Ringzylinders samt Verbindungsflansch
ca. 20 mm kürzer als bei Fahrzeugen ohne ASD.
Referenzierte Dokumente
- ra35001070500x 0500 - Unterscheidungsmerkmale, Einbauübersicht für Hinterachsmittelstück Hinterachs-Antrieb Typ 126
- ra35001070511x 0511 - Wichtige Hinweise beim Abschleppen, Bremsentest und Reparaturarbeiten Typ 126
- ra3500107ta02z Technische Änderungen: Hinterachse Antrieb Typ 107, 126 ab 09/85