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0010 - Funktionsbeschreibung: Gesamtfunktion ASR Elektronisches Fahrpedal (ASR) KE-Einspritzung

Typ ra · Thema 30.00 · Version 9210 · 1992-03-04

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 30 Regulierung, Geschwindigkeitsregelanlagen › 30.00 Allgemeines — Baureihe 117

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 102 ***, 103 ***, 104 980, 104 981, 116 965, 119 960

30-0010 Aufbau und Funktion Elektronisches Fahrpedal (ASR)

D. Gesamtfunktion ASR

Im Steuergerät ABS/ASR werden die Drehzahlen aller Räder erfaßt und verarbeitet.

Erkennt das Steuergerät ABS/ASR aus den Drehzahlsignalen, daß eines oder beide Antriebsräder zum Durchdrehen neigen, beginnt der ASR-Regelbetrieb mit dem Bremsmomentregelkreis und dem Antriebsmomentregelkreis.

Dabei laufen folgende Vorgänge ab:

Bremsmomentregelkreis
Das durchdrehende Antriebsrad wird über die zugehörige Radbremse abgebremst, bis es den günstigsten Antriebsschlupfbereich erreicht hat. Dadurch kann das andere Rad optimal antreiben (Sperrdifferentialwirkung).
Zum Abbremsen des durchdrehenden Rades wird aus dem Druckspeicher ein Teil der dort unter Hochdruck stehenden Bremsflüssigkeit über die Hydraulikeinheiten ABS und ASR in den Bremssattel geleitet (Druckaufbau).
Ein Magnetventil moduliert den Druckverlauf im Bremssattel während der Bremsmomentregelung, in Druckaufbau, Druckhalten und Druckabbau.
Bei Druckabbau wird das Bremsflüssigkeitsvolumen aus dem Bremssattel über die Rückförderpumpe in den Druckspeicher zurückgefördert.
Dieser Regelablauf erfolgt für jede Radbremse der Antriebsräder individuell. Funktion und Prüfung siehe Reparatur-Anleitung "Bremsen II, ABS/ASR Gruppe 42".











Antriebsmomentregelkreis
Um ein für eine optimale Traktion zu großes Antriebsmoment abzubauen, erfolgt über die Verbindung zwischen Steuergerät ABS/ASR und Steuergerät Elektronisches Fahrpedal ein Signalaustausch.
Die Drosselklappenstellung wird vom Stellglied Elektronisches Fahrpedal gegenüber der vom Fahrer vorgegebenen Fahrpedalstellung reduziert.
Im Steuergerät ABS/ASR wird ständig geprüft, ob z. B. infolge plötzlich verbesserter Fahrbahngriffigkeit die Regelfunktionen aufgehoben werden können, um so früh wie möglich das vom Fahrer über das Fahrpedal vorgegebene Antriebsmoment wieder zuzulassen.

Beim ASR-Regelbetrieb sind drei Regelbereiche zu unterscheiden:

Regelbetrieb bei einem durchdrehenden Antriebsrad und bei Fahrgeschwindigkeiten <40 km/h, bei dem nach dem noch greifenden Antriebsrad geregelt wird.
Hier ist die Schlupfschwelle der Antriebsmomentregelung realtiv hoch. Dadurch wird der Schwerpunkt auf höchste Traktion gelegt.

Regelbetrieb wenn beide Antriebsräder durchdrehen oder bei Fahrgeschwindigkeit <40 km/h, bei dem nach dem durchdrehenden Antriebsrad geregelt wird.
Die Schlupfschwelle der Bremsmomentregelung liegt in diesem Fall noch über der für die Antriebsmomentregelung. Dadurch wird der Schwerpunkt auf höchste Fahrstabilität gelegt.












Regelbetrieb bei Kurvenfahrt, bei Fahrgeschwindigkeiten zwischen ca. 20 km/h und 120 km/h (nur bei ASR II).
Dabei tritt die Antriebsmomentregelung, abhängig von der Querbeschleunigung, noch früher als bei den vorgenannten beiden Regelbereichen in Kraft. Dadurch erhöht sich die Fahrstabilität bei Kurvenfahrt.

Eine Funktionsanzeige informiert über den ASR-Regelbetrieb und signalisiert dem Fahrer, daß er sich mit seinem Fahrzeug den fahrphysikalischen Grenzen genähert hat.

Die Funktion von ABS wird durch ASR nicht beeinträchtigt, da ein ASR-Regelbetrieb beim Bremsen unterbrochen wird.





Referenzierte Dokumente