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6010 - Turbolader prüfen Motor OM 364, 366, 366A, 366LA, EURO 0, Bm. 356, 364, 366

Typ ra · Thema 09.40 · Version 9581 · 1995-08-04

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 09 Luftansaugung, Aufladung › 09.40 Turbolader — Baureihe 364 (Baumuster 900, 901, 907, 954)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 356 940, 356 984, 366 900, 366 901, 366 905, 366 906, 366 907, 366 909, 366 910, 366 913, 366 914, 366 918, 366 919, 366 930, 366 931, 366 932, 366 933, 366 935, 366 936, 366 937, 366 938, 366 940, 366 944, 366 945, 366 946, 366 951, 366 952, 366 953, 366 960, 366 962, 366 966, 366 967, 366 968, 366 969, 366 970, 366 971, 366 973, 366 974, 366 975, 366 976, 366 978, 366 979, 366 980, 366 983, 366 988, 366 990, 366 992, 366 993, 366 994, 366 995, 366 997

09-6010 Turbolader prüfen

Vorausgegangene Arbeit:

Batterie abgeklemmt.

6010 - Turbolader prüfen                                                        
	Motor OM 364, 366, 366A, 366LA, EURO 0, Bm. 356, 364, 366

1

Luftansaugung

2

Sechskantmutter

30 Nm, erneuern.

3

Sechskantmutter

45 Nm, erneuern.

4

Sechskantschraube

45 Nm, erneuern.

5

Wärmeschutz

6

Abgaskrümmer

Hinweis

Teile in Reihenfolge der Ortszahlen ausbauen und in umgekehrter Reihenfolge einbauen.

Axial- und Radialspielprüfung

Läufer an der Wellenmutter bzw. an dem Turbinenrad drehen, dabei den Läufer auf leichtgängigen und gleichmäßigen Lauf prüfen. Dazu den Läufer mehrmals hin- und herdrehen, bis er frei von Ölkohleablagerungen ist. Der Läufer ist kreiselstabilisiert, er wird in der Lagerung mit relativ großem Spiel geführt.

Axialspiel-Prüfung: Läufer in Längsrichtung bewegen und prüfen, ob ein Anlaufen des Turbinen- oder Verdichterrades spürbar ist. Wird kein

Anlaufen beidseitig spürbar, ist das Axialspiel in Ordnung.

Radialspiel-Prüfung: Läufer in Radialrichtung auslenken und drehen. Wird kein Berühren oder Anlaufen festgestellt, ist das Radialspiel in Ordnung.

Beim Anlaufen oder Berühren des Turbinen- oder Verdichterrades den Turbolader ausbauen (09-6020), instand setzen oder erneuern.

Ölundichtheiten am Turbolader prüfen

Im Turbolader wird das ölführende Lagergehäuse mit Kolbenringen gegen das luft- bzw. abgasführende Gehäuse abgedichtet. Die Funktion dieser Abdichtung beruht auf dem im Verdichtergehäuse herrschenden Überdruck. Bei erhöhter Leerlaufdrehzahl und im Schubbetrieb kann jedoch Unterdruck auftreten, der Ölaustritt begünstigt und die Ladeluftwege geringfügig mit Öl benetzt.

Normale Öldunstentwicklung im Luftansaugsystem schadet dem Motor nicht. Eine gewisse Ölmenge ist zum Schmieren der Einlaßventile erforderlich. Weisen die reinluftseitigen Ladeluftwege geringe Spuren von Öl auf, besteht kein Grund, den Turbolader auszubauen.

Vollständig trockene Luftansaugkanäle gibt es nicht, da als Folge von Öldämpfen der Kurbelgehäuseentlüftung (Ölabscheider) in den Ladeluftwegen ein leichter Ölniederschlag vorhanden ist. Eine weitere Ursache für Ölundichtheiten kann eine beschädigte (deformierte) oder verunreinigte Ölrücklaufleitung sein. Der dadurch verminderte Leitungsquerschnitt kann zur Erhöhung des Strömungswiderstandes in der Ölrücklaufleitung führen, dabei steigt der Ölstand im Turbolader an und das Öl kann über die Abdichtung an der Turbinen- und Verdichterseite austreten. In diesem Fall Ölrücklaufleitung reinigen bzw. erneuern.

Hinweis für den Fahrbetrieb

Um Schäden am Turbolader durch falsches Starten und Abstellen des Motors zu vermeiden, ist folgendes zu beachten:

Nach dem Start den Motor nicht sofort hochdrehen, sondern im Leerlauf laufenlassen, bis ein konstanter Öldruck angezeigt wird.

Danach kann die Drehzahl und die Belastung erhöht werden.

Motor nicht aus hoher Drehzahl abstellen, sondern kurze Zeit mit Leerlaufdrehzahl laufenlassen, um die Abgastemperatur abzusenken. Damit wird ein Aufheizen nach dem Abstellen vermieden.

Referenzierte Dokumente