A1 | Kombiinstrument |
A1h1 | Warnsummer |
A1p13 | Multifunktions-Display |
A44/3 | Warnanzeige Einparksystem hinten |
A44/4 | Warnanzeige Einparksystem Instrumententafel |
B8/1 | Abstandssensor Einparksystem vorn links außen |
B8/2 | Abstandssensor Einparksystem vorn links Mitte |
B8/3 | Abstandssensor Einparksystem vorn links innen |
B8/4 | Abstandssensor Einparksystem vorn rechts innen |
B8/5 | Abstandssensor Einparksystem vorn rechts Mitte |
B8/6 | Abstandssensor Einparksystem vorn rechts außen |
B8/7 | Abstandssensor Einparksystem hinten rechts außen |
B8/8 | Abstandssensor Einparksystem hinten rechts innen |
B8/9 | Abstandssensor Einparksystem hinten links innen |
B8/10 | Abstandssensor Einparksystem hinten links außen |
B38/2 | Regen-/Lichtsensor |
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links |
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts |
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links |
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts |
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) |
N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) |
N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn |
N15/5 | Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (bei Getriebe 722) |
N28/1 | Steuergerät Anhängererkennung (bei Code (550) Anhängevorrichtung) |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ohne Code (233) DISTRONIC PLUS) |
N30/7 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (bei Code (233) DISTRONIC PLUS) |
N49 | Lenkwinkelsensor |
N62 | Steuergerät Einparksystem |
N72/1 | Steuergerät Oberes Bedienfeld |
N72/1s8 | Taste Einparksystem |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul |
N135 | Lenkradelektronik |
S4 | Kombischalter |
S12 | Kontrollschalter Feststellbremse |
S16/2 | Schalter Rückfahrleuchte (bei Getriebe 711, 716) |
S110 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad links |
S110s6 | Taste O. K. |
CAN B | Innenraum-CAN |
CAN C | Antriebs-CAN |
CAN E | Fahrwerk-CAN |
LIN 1 | Instrumententafel-LIN |
LIN 2 | Wischer/Innenspiegel-LIN |
P54.65-3379-76
Funktionsvoraussetzung allgemein
Klemme 15 Ein
Den Klemmenstatus Klemme 15 sendet das Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Einparksystem allgemein
Das Einparksystem nutzt ein Ultraschall-Messsystem zur Erfassung des Abstands vom Fahrzeug zu einem Hindernis. Zusätzlich werden bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe Parklücken zu beiden Seiten des Fahrzeugs vermessen und gespeichert. Das System Exklusive Einparkhilfe verfügt im Vergleich zur reinen Abstandsmessung über erweiterte Erfassungsbereiche. Das Einparksystem unterstützt den Fahrer beim Einparken und in Manövriersituationen bei Geschwindigkeiten von v < 16 km/h. Der Abstand zwischen Fahrzeug und Hindernis wird dem Fahrer optisch und akustisch angezeigt.
In bestimmten Situationen werden Warnungen vom Einparksystem unterdrückt, z. B. beim rückwärtigen Durchfahren enger Passagen (Garageneinfahrt). Es befindet sich zwar ein Hindernis im Erfassungsbereich, aufgrund der aktuellen Lenkradstellung wird eine Kollision aber nicht stattfinden.
Das Einparksystem umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Messverfahren
Funktionsablauf Selbsttest
Funktionsablauf Aktivieren und Deaktivieren
Funktionsablauf Rückwärtsfahrt
Funktionsablauf Vorwärtsfahrt
Funktionsablauf Parklückenerkennung (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Funktionsablauf Anzeige von möglichen Parklücken (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Funktionsablauf Lenk- und Fahrhinweise ausgeben (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Prinzipdarstellung Messverfahren |
1 | Stoßfänger |
2 | Kennzeichenträger |
3 | Ultraschall-Sensoren |
4 | Hindernis |
a | Direktecho |
b | Kreuzecho |
P54.65-3726-05
Funktionsablauf Messverfahren
Die Abstandsmessung basiert auf dem Ultraschall-Messverfahren. Dabei steuert das Steuergerät Einparksystem die Abstandssensoren Einparksystem direkt an.
Diese senden daraufhin ein Ultraschallsignal aus. Das von einem Hindernis reflektierte Signal wird empfangen und ausgewertet. Der jeweilige Abstand des Fahrzeugs zu einem Hindernis wird dem Fahrer über die Warnanzeige Einparksystem Instrumententafel und die Warnanzeige Einparksystem hinten angezeigt. Es wird zwischen zwei Messungen unterschieden: zum einen die Direktmessung, resultierend aus einem Direktecho, zum anderen die indirekte Entfernungsmessung, die über ein Kreuzecho zustande kommt. Durch den großen Öffnungswinkel der Abstandssensoren können reflektierte Echos in der Regel auch von benachbarten Abstandssensoren empfangen werden, die sogenannten Kreuzechos. Diese treten durch die gestreute Reflexion am Hindernis auf. Mit Hilfe des Triangulationsverfahrens lässt sich aus zwei Echosignalen der Abstand des Fahrzeugs zu einem Hindernis berechnen. Für dieses Verfahren werden die Laufzeiten der Signale aus der Direktmessung und aus der Kreuzmessung benötigt.
Das Einparksystem kann aufgrund des Funktionsprinzips (Senden und Empfangen von Ultraschallwellen) in bestimmten Fällen nicht korrekt arbeiten. So kann es z. B. vorkommen, dass bei der Annäherung an ein stark schallabsorbierendes Hindernis (z. B. ein von Schnee bedecktes Fahrzeug) falsche Werte angezeigt werden.
Überwachungsbereiche der Abstandssensoren bei Code (220) PARKTRONIC, dargestellt Typ 207.3 |
P54.65-3760-05
Überwachungsbereiche der Abstandssensoren bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe, dargestellt Typ 207.3 |
P54.65-3388-06
Die Abstandssensoren werden entsprechend der Fahrtrichtung aktiviert.
Bei Vorwärtsfahrt werden die zur Überwachung des Bereichs vorn (A) und des Bereichs Eckabsicherung (B) zuständigen Abstandssensoren aktiviert. Bei Rückwärtsfahrt werden die zur Überwachung des Bereichs vorn, des Bereichs Eckabsicherung und des Bereichs hinten (C) zuständigen Abstandssensoren aktiviert. Der überwachte Bereich vorn beträgt maximal s = 100 cm (c) und der überwachte Bereich hinten beträgt maximal s = 120 cm (e). Wenn der Abstand des Fahrzeugs zu einem Hindernis weniger als s = 20 cm (a1, c1) beträgt, erhält das Einparksystem technisch bedingt keine definierten Werte mehr.
Bei Fahrzeugen mit Code (230) Exklusive Einparkhilfe wird unterhalb einer Geschwindigkeit von v = 36 km/h der Bereich Parklückenerkennung (D) rechts und links vom Fahrzeug bis zu einer Entfernung von s = 400 bis 450 cm (d) vermessen und für s = 15 m im Steuergerät Einparksystem gespeichert.
Funktionsablauf Selbsttest
Beim Selbsttest werden folgende Komponenten auf ihre Funktion geprüft:
Steuergerät Einparksystem
Abstandssensoren
Warnanzeigen Einparksystem
Elektrische Leitungen des Einparksystems
Selbsttest Steuergerät Einparksystem:
Das Steuergerät Einparksystem führt nach dem Einschalten der Zündung (Klemme 15 Ein) einen Selbsttest durch. Dabei wird die Hardware des Steuergeräts Einparksystem auf Fehler getestet.
Der Status der Feststellbremse, die Stellung des Schalthebels (bei Getriebe 711, 716) oder die Wählhebelstellung (bei Getriebe 722) (Rückwärtsgang eingelegt oder nicht) haben keinen Einfluss auf den Selbsttest des Steuergeräts Einparksystem.
Selbsttest Abstandssensoren:
Ein Selbsttest der Abstandssensoren (z. B. für Kontaktierung) wird immer dann durchgeführt, wenn ein Abstandssensor "gepulst" wird (d. h. Ultraschall sendet).
Hierfür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
Feststellbremse gelöst
Geschwindigkeit v < 16 km/h
Selbsttest der Abstandssensoren vorn:
Wählhebel in Stellung "D" (bei Getriebe 722) oder
Rückwärtsgang nicht eingelegt (bei Getriebe 711, 716)
Selbsttest der Abstandssensoren vorn und hinten:
Wählhebel in Stellung "R" oder "N" (bei Getriebe 722) oder
Rückwärtsgang eingelegt (bei Getriebe 711, 716)
Das Betätigen der Feststellbremse wird vom Kontrollschalter Feststellbremse erfasst. Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Kontrollschalters Feststellbremse direkt ein und sendet diesen über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Die Geschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen errechnet.
Die Raddrehzahlen werden von folgenden Bauteilen erfasst:
Drehzahlsensor Vorderachse links
Drehzahlsensor Vorderachse rechts
Drehzahlsensor Hinterachse links
Drehzahlsensor Hinterachse rechts
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ohne Code (233) DISTRONIC PLUS) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (bei Code (233) DISTRONIC PLUS) liest die Signale der Drehzahlsensoren ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument und an das Steuergerät Einparksystem. Das Kombiinstrument errechnet die anzuzeigende Geschwindigkeit und sendet diese zusätzlich über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Das Einlegen des Rückwärtsgangs wird bei Fahrzeugen mit Getriebe 711 oder 716 über den Status des Schalters Rückfahrleuchte erfasst, der vom Steuergerät SAM vorn direkt eingelesen wird. Das Steuergerät SAM vorn sendet daraufhin den Status "Rückwärtsgang eingelegt" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Bei Fahrzeugen mit Getriebe 722 sendet das Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul Informationen zur aktuellen Wählhebelstellung über Antriebs-CAN, Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (bei Benzinmotor) und Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Abstandssensorentest für Nachschwingungen:
Ein Abstandssensorentest für Nachschwingungen (akustisch-physikalische Funktion der Abstandssensoren) wird nur beim Über- oder Unterschreiten von v = 60 km/h durchgeführt.
Selbsttest Warnanzeigen Einparksystem:
Nach dem Selbsttest des Steuergeräts Einparksystem werden alle Leuchtdioden der Warnanzeigen Einparksystem für ca. t = 1 s voll angesteuert. Wenn keine Funktionsstörungen oder Fehler vorliegen, leuchten die zwei gelben horizontalen "Stand-by"-Balken der beiden Warnanzeigen Einparksystem mit reduzierter Helligkeit. Die Hintergrundbeleuchtung der Warnanzeigen Einparksystem wird automatisch an die Umgebungshelligkeit angepasst.
In regelmäßigen Abständen führt das Steuergerät Einparksystem weitere Selbsttests durch.
Folgende Zustände können dabei erfasst werden:
Funktionsstörung
Systemfehler
Bei einer Funktionsstörung oder einem Systemfehler wird das Einparksystem deaktiviert und das Anzeigeelement in der Taste Einparksystem im Steuergerät Oberes Bedienfeld leuchtet auf.
Funktionsstörung:
Eine Funktionsstörung kann durch eine kurzzeitige Störung von außen (z. B. Presslufthammer an einer Baustelle, Dampfstrahler oder Waschanlagendurchfahrt) hervorgerufen werden. Tritt im Betrieb eine Funktionsstörung auf, wird dies durch Aufleuchten der roten Leuchtdioden der jeweils angesteuerten Warnanzeige Einparksystem angezeigt.
Liegt eine Funktionsstörung länger vor, erfolgt im Fahrbetrieb eine Identifikation der Ursache durch einen Selbsttest. Ist die Funktionsstörung weiterhin vorhanden, wird diese als Systemfehler interpretiert.
Ein Warnton wird nicht ausgegeben.
Systemfehler:
Ein Systemfehler kann folgende Ursachen haben:
Defekt einer Komponente
Fehler in der Kommunikation
Über- oder Unterspannung
Wenn ein Systemfehler erkannt wird, leuchten die roten Leuchtdioden der jeweils angesteuerten Warnanzeige Einparksystem auf. Zusätzlich wird ein Warnton für t = 2 s ausgegeben. Nach weiteren t = 20 s schaltet sich das Einparksystem ab und im Fehlerspeicher des Steuergeräts Einparksystem wird ein Fehler eingetragen.
Die Größe des am Stoßfänger angebrachten Nummernschildträgers variiert je nach Länderausführung. Aufgrund der unterschiedlichen Abmessungen und Geometrien ist es notwendig, das Einparksystem an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Mittels Diagnosetester kann die Länderausführung codiert werden, um Fehlfunktionen zu vermeiden.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Aktivieren und Deaktivieren
Selbsttest erfolgreich abgeschlossen
Feststellbremse gelöst (beim Aktivieren)
Funktionsablauf Aktivieren und Deaktivieren
Das Betätigen der Feststellbremse wird vom Kontrollschalter Feststellbremse erfasst. Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Kontrollschalters Feststellbremse direkt ein und sendet diesen über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem. Das Einparksystem kann durch Betätigen der Taste Einparksystem im Steuergerät Oberes Bedienfeld manuell deaktiviert oder aktiviert werden. Der Status der Taste Einparksystem wird vom Steuergerät Oberes Bedienfeld über Instrumententafel-LIN an das Steuergerät SAM vorn gesendet. Dieses sendet den Status über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Das Einparksystem wird nach jedem Einschalten der Klemme 15 aktiviert, selbst wenn es beim letzten Zündungslauf über die Taste Einparksystem manuell ausgeschaltet wurde.
Die Warnanzeigen Einparksystem werden bei aktiviertem Einparksystem entsprechend der Umgebungshelligkeit mit einer bestimmten Helligkeit angesteuert. Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen-/Lichtsensor erfasst. Die Daten des Regen-/Lichtsensors werden vom Steuergerät SAM vorn über Wischer/Innenspiegel-LIN eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem weitergeleitet. Wenn der Regen-/Lichtsensor "Nacht" erkennt, werden die Warnanzeigen Einparksystem mit 60 % Helligkeit angesteuert. Wenn der Regen-/Lichtsensor "Tag" erkennt, werden die Warnanzeigen Einparksystem mit 100 % Helligkeit angesteuert. Bei deaktiviertem Einparksystem leuchtet nur die Leuchtdiode in der Taste Einparksystem.
Im Fahrbetrieb schaltet das Einparksystem zwischen v = 60 und 16 km/h in den Stand-by-Modus, d. h. das Steuergerät Einparksystem, die Warnanzeigen Einparksystem und die Abstandssensoren werden zwar mit Spannung versorgt, die Warnanzeigen Einparksystem werden jedoch nicht angesteuert.
Mögliche Systemzustände sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt.
Zustand | 1 | 2 | 3 1 | 4 | 5 | 6 | 7 |
Taste Einparksystem | AUS | EIN | EIN | EIN | EIN | EIN | EIN |
Leuchtdiode in der Taste Einparksystem | EIN | AUS | AUS | AUS | AUS | AUS | AUS |
Wählhebel-Position (Getriebe 722) | x | D, R oder N | P | x | D, R oder N | D | R oder N |
Schalthebel-Position (Getriebe 711, 716) | x | x | – | x | x | alle außer R-Gang | R-Gang |
v in km/ h | x | 60 | x | 0 | V0 V 60 | V U | V U |
Feststellbremse angezogen | x | x | x | ja | nein | nein | nein |
Abstandssensoren vorn 2 | inaktiv | inaktiv | inaktiv | inaktiv | aktiv für Selbsttest, dann inaktiv | aktiv | aktiv |
Abstandssensoren hinten 2 | inaktiv | inaktiv | inaktiv | inaktiv | aktiv für Selbsttest, dann inaktiv | inaktiv | aktiv |
Warnanzeige Einparksystem Instrumententafel 2 | dunkel 3 | AUS | dunkel | dunkel | aktiv für Selbsttest, dann dunkel | EIN | EIN |
Warnanzeige Einparksystem hinten 2 | dunkel | AUS | dunkel | dunkel | aktiv für Selbstest, dann dunkel | dunkel | EIN |
D "Drive"
R Rückwärts
N Neutral
P Parkstellung
V Momentangeschwindigkeit
Vu Untere Grenzgeschwindigkeit (v = 16 km/h)
Vo Obere Grenzgeschwindigkeit (v = 18 km/h)
AUS Versorgungsspannung abgeschaltet
aktiv Versorgungsspannung liegt an und in Operation
dunkel mit Spannung versorgt, aber dunkel geschaltete Warnanzeige Einparksystem
inaktiv Abstandssensoren werden mit Spannung versorgt, senden jedoch keinen Ultraschall aus
x Beliebiger Zustand/Wert
1 Gilt nur für Automatikgetriebe (Getriebe 722), es gibt kein entsprechendes Äquivalent für ein Schaltgetriebe (Getriebe 711, 716)
2 Die angegebenen Betriebszustände gelten nur unter der Voraussetzung:
Kein schlafender Bus
Kein Fehlverhalten einer Systemkomponente
3 Stand-by: Die Abstandssensoren bzw. die Warnanzeige Einparksystem werden mit Spannung versorgt. Die Abstandssensoren senden jedoch kein Ultraschall-Signal und die Warnanzeige Einparksystem ist dunkel.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Rückwärtsfahrt
Geschwindigkeit v < 16 km/h
Rückwärtsgang eingelegt
Funktionsablauf Rückwärtsfahrt
Bei Rückwärtsfahrt werden die Bereiche vor und hinter dem Fahrzeug überwacht. Beim Unterschreiten der unteren Grenzgeschwindigkeit von v = 16 km/h geht das Einparksystem in den Messbetrieb über. Beim Erkennen von Hindernissen vor oder hinter dem Fahrzeug wird der Fahrer zunächst optisch durch Aufleuchten der entsprechenden Leuchtdioden in den Warnanzeigen Einparksystem gewarnt. Beim Unterschreiten eines Abstandes von s = 30 cm wird die Warnung dann durch einen Intervallton und anschließend durch einen Dauerton verstärkt (siehe nachfolgende Tabellen). Beim Überschreiten der oberen Grenzgeschwindigkeit von v = 18 km/h geht das Einparksystem wieder in den Stand-by-Modus über.
Die Geschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen errechnet, die von den Drehzahlsensoren erfasst werden. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Signale der Drehzahlsensoren über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument und an das Steuergerät Einparksystem. Das Kombiinstrument errechnet die anzuzeigende Geschwindigkeit und sendet diese zusätzlich über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Der Status "Rückwärtsgang eingelegt" wird wie folgt definiert:
Fahrzeuge mit Getriebe 711 oder 716:
Das Einlegen des Rückwärtsgangs wird über den Status des Schalters Rückfahrleuchte erfasst, der vom Steuergerät SAM vorn direkt eingelesen wird. Das Steuergerät SAM vorn sendet daraufhin den Status "Rückwärtsgang eingelegt" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Fahrzeuge mit Getriebe 722:
Die Anforderung Fahrstufe "R" einlegen wird durch die entsprechende Wählhebelstellung definiert und vom Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul über Antriebs-CAN, Steuergerät CDI oder Steuergerät ME und Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem gesendet.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME liest den Status der Wählhebelstellung ein und leitet diesen über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem weiter.
Bei Fahrzeugen mit Code (550) Anhängevorrichtung wird der Bereich hinter dem Fahrzeug bei Anhängerbetrieb nicht überwacht. Das Steuergerät Anhängererkennung sendet den Status "Anhänger erkannt" über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn, das diesen über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem weiterleitet.
Damit beim rückwärtigen Rangieren ohne Anhänger ein montierter Kugelhals bei der Messung nicht als Hindernis erkannt wird, muss das Steuergerät Einparksystem entsprechend codiert werden.
Warnmeldungen im Überwachungsbereich vorn | ||||
Anzeigeelement | Warnton | Abstand (cm) | ||
Abstandssensor (B8/1, B8/6) | Abstandssensor (B8/2, B8/3, B8/4, B8/5) | |||
optisch | 1. (gelb) | – | – | < 100 |
2. (gelb) | – | – | < 80 | |
3. (gelb) | – | < 60 | < 65 | |
4. (gelb) | – | < 50 | < 50 | |
5. (gelb) | – | < 40 | < 40 | |
optisch und akustisch | 6. (rot) | Intervallton mit f = 6 Hz | < 30 | < 30 |
7. (rot) | Dauerton | < 15 | < 20 | |
Warnmeldungen im Überwachungsbereich hinten | ||||
Anzeigeelement | Warnton | Abstand (cm) | ||
Abstandssensor (B8/7, B8/10) | Abstandssensor (B8/8, B8/9) | |||
optisch | 1. (gelb) | – | – | < 120 |
2. (gelb) | – | – | < 95 | |
3. (gelb) | – | < 80 | < 75 | |
4. (gelb) | – | < 55 | < 55 | |
5. (gelb) | – | < 40 | < 40 | |
optisch und akustisch | 6. (rot) | Intervallton mit f = 6 Hz | < 30 | < 30 |
7. (rot) | Dauerton | < 20 | < 20 | |
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Vorwärtsfahrt
Geschwindigkeit v < 16 km/h
Funktionsablauf Vorwärtsfahrt
Bei Vorwärtsfahrt wird der Bereich vor dem Fahrzeug überwacht. Beim Unterschreiten der unteren Grenzgeschwindigkeit von v = 16 km/h geht das Einparksystem in den Messbetrieb über. Beim Erkennen von Hindernissen vor dem Fahrzeug wird der Fahrer zunächst optisch durch Aufleuchten der entsprechenden Leuchtdioden in der Warnanzeige Einparksystem gewarnt. Beim Unterschreiten eines Abstandes von s = 30 cm wird die Warnung dann durch einen Intervallton und anschließend durch einen Dauerton verstärkt (siehe vorausgegangene Tabellen).
Beim Überschreiten der oberen Grenzgeschwindigkeit von v = 18 km/h geht das Einparksystem wieder in den Standby-Modus über. Die Geschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen errechnet, die von den Drehzahlsensoren erfasst werden. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Signale der Drehzahlsensoren über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument und an das Steuergerät Einparksystem. Das Kombiinstrument errechnet die anzuzeigende Geschwindigkeit und sendet diese zusätzlich über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Parklückenerkennung (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Kein Anhängerbetrieb (bei Code (550) Anhängevorrichtung)
Seit t = 5 s kein Regeleingriff folgender Systeme:
Antiblockiersystem (ABS)
Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP®)
Funktionsablauf Parklückenerkennung (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Die Parklückenerkennung dient dem einfachen Auffinden von geeigneten Längsparklücken. Die Parklückenerkennung wird über die Abstandssensoren vorn außen realisiert. Diese erfassen den Bereich links und rechts des Fahrzeugs und weisen hierfür eine größere Reichweite als die übrigen Abstandssensoren auf. Die Reichweite der Abstandssensoren vorn außen beträgt abhängig von Umwelteinflüssen (z. B. Regen, Schneefall, Luftfeuchtigkeit, extreme Temperatur (z. B. T = –40 oder +85 °C), Luftdruck, Motorwarmluft) maximal zwischen s = 400 bis 450 cm. Die Daten der Abstandssensoren vorn außen werden vom Steuergerät Einparksystem eingelesen und ausgewertet. Aus den gespeicherten Fahrzeugabmessungen und den Abmaßen der erfassten Parklücke wird berechnet, ob die Parklücke für das Fahrzeug geeignet ist.
Damit eine Parklücke vom Einparksystem erfasst wird, muss diese:
Parallel zur Fahrtrichtung liegen
Mindestens b = 150 cm breit sein
Mindestens 130 cm länger als das Fahrzeug sein
Sofern eine Parklücke erkannt wurde, fordert das Einparksystem die Bestätigung des Aktivierungshinweises an, wenn mit dem Einparken fortgefahren werden soll. Dies erfolgt durch Betätigen der Taste O. K..
Die Parklückenerkennung erkennt lediglich einen freien Platz, der zum Parken geometrisch geeignet ist. Sie erkennt nicht, ob dieser freie Platz auch tatsächlich einen Parkplatz darstellt.
Prinzipdarstellung Parklückenerkennung |
f | Vorbeifahrt |
g | Erfassungsbereich Abstandssensor seitlich |
h | Erfassungsbereich Abstandssensor vorn |
i | Trajektorie in die Parklücke |
5 | Daten der Messung |
P54.65-3727-06
Die Trajektorie gibt die abzufahrende Bahn in die Parklücke vor. Die Trajektorie besteht aus zwei Kreissegmenten.
Funktionsablauf Anzeige von möglichen Parklücken (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Wenn eine entsprechende Parklücke vom Einparksystem erkannt wird, erfolgt eine Anzeige im Kombiinstrument in Form eines P-Symbols (6). Zusätzlich zu diesem Symbol erscheint noch ein Richtungspfeil links (7) oder ein Richtungspfeil rechts (8), der anzeigt, auf welcher Fahrzeugseite sich die Parklücke befindet. Grundsätzlich werden Parklücken zu beiden Seiten des Fahrzeugs gesucht. Standardmäßig werden jedoch nur Parklücken auf der Beifahrerseite angezeigt. Um Parklücken auch auf der Fahrerseite anzeigen zu lassen, muss in die entsprechende Richtung geblinkt werden.
Das Signal zum Aktivieren der Anzeige im Kombiinstrument wird vom Steuergerät Einparksystem über Fahrwerk-CAN an das Kombiinstrument gesendet. Die Schalterstellung des Kombischalters wird vom Steuergerät Mantelrohrmodul eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem gesendet.
Veränderungen der Parksituation nach der Parklückenerkennung werden vom Einparksystem nicht berücksichtigt.
P54.65-3541-71
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Lenk- und Fahrhinweise ausgeben (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Parklücke erkannt
Rückwärtsgang eingelegt
Aktivierungshinweis bestätigt
Funktionsablauf Lenk- und Fahrhinweise ausgeben (bei Code (230) Exklusive Einparkhilfe)
Wenn vom Einparksystem eine Parklücke erkannt wurde und mit dem Einparkvorgang fortgefahren werden soll, werden entsprechende Lenk- und Fahrhinweise über das Multifunktions-Display des Kombiinstruments ausgegeben.
Der Status "Rückwärtsgang eingelegt" wird wie folgt definiert:
Fahrzeuge mit Getriebe 711 oder 716:
Das Einlegen des Rückwärtsgangs wird über den Status des Schalters Rückfahrleuchte erfasst, der vom Steuergerät SAM vorn direkt eingelesen wird. Das Steuergerät SAM vorn sendet daraufhin den Status "Rückwärtsgang eingelegt" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem.
Fahrzeuge mit Getriebe 722:
Die Anforderung Fahrstufe "R" einlegen wird durch die entsprechende Wählhebelstellung definiert und vom Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul über Antriebs-CAN, Steuergerät CDI oder Steuergerät ME und Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem gesendet.
Der Lenkeinschlag wird vom Lenkwinkelsensor erfasst. Die Daten des Lenkwinkelsensors werden vom Steuergerät Mantelrohrmodul eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem gesendet. Dieses berechnet aus den eingelesenen Werten und der berechneten Trajektorie den erforderlichen Lenkeinschlag.
Die zurückgelegte Wegstrecke wird aus den Signalen der Drehzahlsensoren berechnet. Die Signale der Drehzahlsensoren werden vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Einparksystem gesendet.
Das angezeigte Pfeilsymbol füllt oder leert sich entsprechend dem Lenkeinschlag oder der zurückgelegten Wegstrecke.
Während des Einparkvorgangs ist das Einparksystem aktiv.
Wenn während des Einparkvorgangs ein Hindernis in der Trajektorie erkannt wird, gibt das Kombiistrument eine Warnmeldung über das Multifunktions-Display aus und steuert den integrierten Warnsummer an. Wird das Hindernis entfernt oder die Position des Hindernisses überfahren, wird der Warnmodus verlassen.
Folgende Anzeigen mit Lenk- und Fahrhinweisen sind möglich:
P54.65-3724-01
P54.65-3725-01
P54.65-3723-01
Bitte rechts lenken |
Bitte rückwärts fahren |
Bitte links lenken |
Der Fahrhinweis "Bitte vorwärts fahren" ist ebenfalls möglich.
Nach dem Erreichen der Zielposition in der Parklücke wird die Meldung "Parkführung beendet" angezeigt.
Für den Fall dass "überlenkt" wurde, wird die Meldung "Bitte links/rechts korrigieren" im Multifunktions-Display angezeigt. Die Darstellung des Lenkrads bleibt gleich, nur der Pfeil ändert seine Richtung.
Referenzierte Dokumente
- gf5465p9992ca Übersicht Systembauteile Einparksystem