Funktionsvoraussetzung Stationäres Laden Funktion
Wählhebelstellung "P" oder "N"
Stationäres Laden allgemein
Durch Anschließen des Ladekabels an die Steckdose Einspeisung Ladegerät (X58/23) und an das private (stationärer Hausanschluss) oder ein öffentliches Stromnetz (Ladestation) wird die Hochvoltbatterie (A100g1) extern aufgeladen. An diesem externen Ladevorgang sind primär folgende Bauteile beteiligt und kommunizieren über den CANVerbund miteinander:
Steuergerät Antriebsstrang (N127)
Ladegerät (N83/5)
Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2)
Hochvoltbatterie (A100g1)
Steuergerät ME (N3/10)
Steckdose Einspeisung Ladegerät
Kombiinstrument (A1)
Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm (N30/4)
Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4)
Stationäres Laden Funktionsablauf
Die beim Ladevorgang entstehende Wärme wird über den NiedertemperaturKreislauf 2 abgeführt. Nähere Informationen sind im Dokument Kühlung Hochvoltsystem Funktion beschrieben.
Der Fahrer hat die Möglichkeit, die Abfahrtszeit und den maximalen Ladestrom über das Kombiinstrument selbst zu bestimmen. Ihm stehen hierzu folgende zwei Lademöglichkeiten zur Verfügung:
Sofortladen
Laden mit Abfahrtszeit
Sofortladen
Wurde Sofortladen im Kombiinstrument angewählt, wird die Hochvoltbatterie sofort mit der zur Verfügung stehenden Energie aus dem Stromnetz geladen.
Laden mit Abfahrtszeit
Wurde Laden mit Abfahrtszeit im Kombiinstrument angewählt, wird die Hochvoltbatterie ebenfalls mit der zur Verfügung stehenden Energie aus dem Stromnetz aufgeladen. Die Einstellung der Abfahrtszeit ist für die Nutzung der Standklimatisierung relevant und stellt bei einem optimierten Ladevorgang das Ende des Ladevorgangs dar.
Ladevorgang
Der gesamte Ladevorgang wird überwacht. Das Ladegerät und die Energiequelle (z. B. Ladestation) kommunizieren dabei über eine Datenleitung im Ladekabel (Control Pilot(CP)). Beim Laden an einer Netzsteckdose muss der Ladestrom ggf. begrenzt werden, um das lokale Stromnetz nicht zu überlasten. Der maximal zulässige Ladestrom kann deshalb über die Kontrollbox im Ladekabel oder alternativ über das Kombiinstrument im Fahrzeug eingestellt werden. Im Kombiinstrument wird der zuletzt gewählte Wert bis zur erneuten Änderung beibehalten.
Gegebenenfalls wird ein Teil der zur Verfügung stehenden Energie für das Nachladen der Bordnetzbatterie und/oder für die Klimatisierung des Fahrzeugs (Vorklimatisierung) verwendet.
Das stationäre Laden gliedert sich in folgende Unterfunktionen:
Verriegeln der Steckdose Einspeisung Ladegerät
Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung
Losfahrschutz
Aufladen
Verriegeln der Steckdose Einspeisung Ladegerät
Nach dem korrekten Einstecken des Ladekabels in die Steckdose Einspeisung Ladegerät, signalisiert durch die weiß leuchtende Ver bzw. EntriegelungsLED (Symbol „geöffnetes Schloss“) an der Steckdose Einspeisung Ladegerät, wird diese über den Stellmotor der elektrischen Verriegelung verriegelt (Ver bzw. EntriegelungsLED erlischt und die LadekontrollLED leuchtet), um ein unbeabsichtigtes Abziehen des Ladekabels am Fahrzeug zu verhindern.
Der ProximityPilot (PP)Kontakt dient der Erkennung, ob der Fahrzeug bzw. LadesäulenSteckanschluss gesteckt ist. Zusätzlich wird über den ProximityPilot (PP)Kontakt die Codierung der maximalen Stromtragefähigkeit des Ladekabels über einen im Ladekabelstecker verbauten Widerstand ausgelesen.
Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung |
1 | Drehscheibe der mechanischen Notentriegelung |
2 | Stellmotor der elektrischen Verriegelung |
3 | Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung |
4 | Öse der mechanischen Notentriegelung (unterhalb der Abdeckung zwischen rechter Rückfahrleuchte und Kofferraumdichtung) |
X58/23 | Steckdose Einspeisung Ladegerät |
P54.10-4144-76
Notentriegelung des Ladekabels
Der Stecker des Ladekabels wird beim Ladevorgang vor unbefugtem Abziehen geschützt, indem er in der Steckdose Einspeisung Ladegerät über den Stellmotor der elektrischen Verriegelung verriegelt wird.
Wenn das Ladekabel nach einem Ladevorgang an der Fahrzeugsteckdose nicht ausgesteckt werden kann (im Fehlerfall), besteht die Möglichkeit, den Stellmotor der elektrischen Verriegelung mit einem Notentriegelungszug zu entriegeln. Der Notentriegelungszug befindet sich an der rechten Kofferraumkante. Um an den Notentriegelungszug zu gelangen, muss vorher die Abdeckung entfernt werden. Durch das Ziehen am Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung wird die Drehscheibe der mechanischen Notentriegelung verdreht und der Ladekabelstecker entriegelt.
P54.10-4342-08
Dargestellt bei Typ 253.954 |
1 | Abdeckung | 2 | Notentriegelungszug |
Losfahrschutz
Um ein Wegfahren während eines Ladevorgangs bzw. bei gestecktem Ladekabel zu verhindern, wird beim Erkennen eines gesteckten Ladekabelsteckers über den ProximityPilot (PP)Kontakt in der Steckdose Einspeisung Ladegerät der Losfahrschutz im Getriebe aktiviert und eine entsprechende Warnmeldung über das Kombiinstrument (A1) ausgegeben.
Der Losfahrschutz wird dabei abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit in zwei Varianten umgesetzt:
Gesteckter Ladekabelstecker während der Fahrt (v > 5 km/h) erkannt
Gesteckter Ladekabelstecker im Stillstand (v < 5 km/h) erkannt
Gesteckter Ladekabelstecker während der Fahrt (v > 5 km/h) erkannt
Wird während der Fahrt (v > 5 km/h) ein vermeintlich gesteckter Ladekabelstecker (Proximity = ON) oder im Falle eines defekten Ladegerätes der Ersatzwert (Proximity = SNA) erkannt, so wird der Losfahrschutz erst beim Einlegen der Fahrstufe „P“ aktiviert.
Gesteckter Ladekabelstecker im Stillstand (v < 5 km/h) erkannt
Wird ein gesteckter Ladekabelstecker (Proximity = ON) in der Fahrstufe „P“ oder bei v < 5 km/h erkannt, so wird sofort der Losfahrschutz aktiviert. Im Falle eines defekten Ladegerätes wird der Ersatzwert (Proximity = SNA) gebildet. In diesem Fall wird der Losfahrschutz erst bei Einlegen der Fahrstufe „P“ aktiviert.
Aufladen
Hat das Steuergerät Antriebsstrang die Wählhebelstellung "P" und den Status "Ladekabel gesteckt" erhalten, erteilt es die Ladefreigabe. Der Ladevorgang wird gestartet. Je nach Verfügbarkeit findet die Aufladung am 230VWechselstromnetz mit einer Phase oder am 400VDrehstromnetz mit zwei Phasen statt. Der eingeleitete Ladevorgang wird durch das grüne Blinken der LadekontrollLED an der Steckdose Einspeisung Ladegerät angezeigt. Ist der Ladevorgang beendet, leuchtet die LadekontrollLED dauerhaft grün.
Treten vor, während oder nach dem Laden Fehler auf, blinkt die LadekontrollLED der Steckdose Einspeisung Ladegerät rot.
Die weiteren Zustände der KontrollLED und Ver bzw. EntriegelungsLED und deren Ursachen befinden sich in der nachfolgenden Tabelle.
Im Bedarfsfall wird die Bordnetzbatterie (G1) über den integrierten DC/DCWandler (Typ 205.047/147/247) oder über das Steuergerät DC/DCWandler (N83/1) (Typ 253.954/354) geladen.
Typ 205.047/147/247
DC/DCWandler
Im Steuergerät Leistungselektronik ist ein DC/DCWandler integriert, der HochvoltGleichspannung (Primärspannung) in 12VGleichspannung (Sekundärspannung) umwandelt und diese zwischen dem HochvoltBordnetz und dem 12VBordnetz transferiert.
Typ 253.354/954
Steuergerät DC/DCWandler
Das Steuergerät DC/DCWandler ist als eigenständiges Bauteil im Fahrzeug verbaut. Das Steuergerät DC/DCWandler wandelt HochvoltGleichspannung (Primärspannung) in 12VGleichspannung (Sekundärspannung) um und transferiert diese zwischen dem HochvoltBordnetz und dem 12VBordnetz.
Anzeigekonzept der LEDs an der Steckdose Einspeisung Ladegerät |
Anzeige Ver bzw. EntriegelungsLED | Zustand | Ursachen |
Weiß (ständig leuchtend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“ | entriegelt | Anzeige entsprechend der Entriegelung des Ladekabelsteckers; |
Weiß (ständig leuchtend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“ in Verbindung mit KontrollLED (grün, orange, rot) | entriegelt | Bei gestecktem Ladekabelstecker zusätzlich Anzeige des aktuellen Ladezustand nach Entriegelung; |
Keine Anzeige | verriegelt | Ladekabelstecker ist verriegelt; |
Weiß (90 s hochfrequent blinkend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“ | Störung | Verriegelung nicht richtig verschlossen; |
Grün, orange oder rot leuchtende KontrollLED | ||
Aus | Keine Aktivität | |
Orange (blinkend) | Verbindungsaufbau | |
Orange (ständig leuchtend) | Verbindung hergestellt | |
Grün (blinkend) | Hochvoltbatterie wird aufgeladen. | |
Grün (ständig leuchtend) | Hochvoltbatterie vollständig aufgeladen | |
Rot (hochfrequent blinkend) | Störung | |
Übersicht der Ladezeiten Typ 205.047/147/247 |
Lademöglichkeiten | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 3 |
Private Lademöglichkeit | 210 min | 120 min | 105 min | |
Private Lademöglichkeit | | | | 105 min |
Öffentliche Lademöglichkeit | | | | 105 min |
Übersicht der Ladezeiten Typ 253.954/354 |
Lademöglichkeiten | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 2 | Ladekabel Mode 3 |
Private Lademöglichkeit | 285 min | 165 min | 135 min | |
Private Lademöglichkeit | | | | 135 min |
Öffentliche Lademöglichkeit | | | | 135 min |
Referenzierte Dokumente
- gf0830p9999rfh Übersicht Systembauteile Hybridantriebssystem
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