gf5410p0010rfh

Stationäres Laden Funktion

Typ gf · Thema 54.10 · Version 0102 · 2017-04-18

Gültig für: Typ 205.047/147/247, 253.954 mit Motor 274.920 Typ 253.354 mit Motor 274.920

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 54 Elektrische Anlage, Ausrüstung und Instrumente › 54.10 Batterie, Spannungsversorgung, Spannungswandler — Baureihe 205 (Baumuster 047, 147, 247) · Baureihe 253 (Baumuster 354, 954)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 274 920

GF54.10-P-0010RFH

Stationäres Laden Funktion

18.04.2017

Typ

205.047/147/247, 253.954 mit Motor 274.920

Typ

253.354 mit Motor 274.920

Funktionsvoraussetzung Stationäres Laden Funktion

Wählhebelstellung "P" oder "N"

Stationäres Laden allgemein

Durch Anschließen des Ladekabels an die Steckdose Einspeisung Ladegerät (X58/23) und an das private (stationärer Hausanschluss) oder ein öffentliches Stromnetz (Ladestation) wird die Hochvoltbatterie (A100g1) extern aufgeladen. An diesem externen Ladevorgang sind primär folgende Bauteile beteiligt und kommunizieren über den CAN­Verbund miteinander:

Steuergerät Antriebsstrang (N127)

Ladegerät (N83/5)

Steuergerät Batteriemanagementsystem (N82/2)

Hochvoltbatterie (A100g1)

Steuergerät ME (N3/10)

Steckdose Einspeisung Ladegerät

Kombiinstrument (A1)

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm (N30/4)

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4)

Stationäres Laden Funktionsablauf

Die beim Ladevorgang entstehende Wärme wird über den Niedertemperatur­Kreislauf 2 abgeführt. Nähere Informationen sind im Dokument Kühlung Hochvoltsystem Funktion beschrieben.

Der Fahrer hat die Möglichkeit, die Abfahrtszeit und den maximalen Ladestrom über das Kombiinstrument selbst zu bestimmen. Ihm stehen hierzu folgende zwei Lademöglichkeiten zur Verfügung:

Sofortladen

Laden mit Abfahrtszeit

Sofortladen

Wurde Sofortladen im Kombiinstrument angewählt, wird die Hochvoltbatterie sofort mit der zur Verfügung stehenden Energie aus dem Stromnetz geladen.

Laden mit Abfahrtszeit

Wurde Laden mit Abfahrtszeit im Kombiinstrument angewählt, wird die Hochvoltbatterie ebenfalls mit der zur Verfügung stehenden Energie aus dem Stromnetz aufgeladen. Die Einstellung der Abfahrtszeit ist für die Nutzung der Standklimatisierung relevant und stellt bei einem optimierten Ladevorgang das Ende des Ladevorgangs dar.

Ladevorgang

Der gesamte Ladevorgang wird überwacht. Das Ladegerät und die Energiequelle (z. B. Ladestation) kommunizieren dabei über eine Datenleitung im Ladekabel (Control Pilot(CP)). Beim Laden an einer Netzsteckdose muss der Ladestrom ggf. begrenzt werden, um das lokale Stromnetz nicht zu überlasten. Der maximal zulässige Ladestrom kann deshalb über die Kontrollbox im Ladekabel oder alternativ über das Kombiinstrument im Fahrzeug eingestellt werden. Im Kombiinstrument wird der zuletzt gewählte Wert bis zur erneuten Änderung beibehalten.

Gegebenenfalls wird ein Teil der zur Verfügung stehenden Energie für das Nachladen der Bordnetzbatterie und/oder für die Klimatisierung des Fahrzeugs (Vorklimatisierung) verwendet.

Das stationäre Laden gliedert sich in folgende Unterfunktionen:

Verriegeln der Steckdose Einspeisung Ladegerät

Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung

Losfahrschutz

Aufladen

Verriegeln der Steckdose Einspeisung Ladegerät

Nach dem korrekten Einstecken des Ladekabels in die Steckdose Einspeisung Ladegerät, signalisiert durch die weiß leuchtende Ver­ bzw. Entriegelungs­LED (Symbol „geöffnetes Schloss“) an der Steckdose Einspeisung Ladegerät, wird diese über den Stellmotor der elektrischen Verriegelung verriegelt (Ver­ bzw. Entriegelungs­LED erlischt und die Ladekontroll­LED leuchtet), um ein unbeabsichtigtes Abziehen des Ladekabels am Fahrzeug zu verhindern.

Stationäres Laden Funktion

Der Proximity­Pilot (PP)­Kontakt dient der Erkennung, ob der Fahrzeug­ bzw. Ladesäulen­Steckanschluss gesteckt ist. Zusätzlich wird über den Proximity­Pilot (PP)­Kontakt die Codierung der maximalen Stromtragefähigkeit des Ladekabels über einen im Ladekabelstecker verbauten Widerstand ausgelesen.

Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung

1

Drehscheibe der mechanischen Notentriegelung

2

Stellmotor der elektrischen Verriegelung

3

Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung

4

Öse der mechanischen Notentriegelung (unterhalb der Abdeckung zwischen rechter Rückfahrleuchte und Kofferraumdichtung)

X58/23

Steckdose Einspeisung Ladegerät

P54.10-4144-76

Notentriegelung des Ladekabels

Der Stecker des Ladekabels wird beim Ladevorgang vor unbefugtem Abziehen geschützt, indem er in der Steckdose Einspeisung Ladegerät über den Stellmotor der elektrischen Verriegelung verriegelt wird.

Wenn das Ladekabel nach einem Ladevorgang an der Fahrzeugsteckdose nicht ausgesteckt werden kann (im Fehlerfall), besteht die Möglichkeit, den Stellmotor der elektrischen Verriegelung mit einem Notentriegelungszug zu entriegeln. Der Notentriegelungszug befindet sich an der rechten Kofferraumkante. Um an den Notentriegelungszug zu gelangen, muss vorher die Abdeckung entfernt werden. Durch das Ziehen am Notentriegelungszug der mechanischen Notentriegelung wird die Drehscheibe der mechanischen Notentriegelung verdreht und der Ladekabelstecker entriegelt.

Stationäres Laden Funktion

P54.10-4342-08

Dargestellt bei Typ 253.954

1

Abdeckung

2

Notentriegelungszug

Losfahrschutz

Um ein Wegfahren während eines Ladevorgangs bzw. bei gestecktem Ladekabel zu verhindern, wird beim Erkennen eines gesteckten Ladekabelsteckers über den Proximity­Pilot (PP)­Kontakt in der Steckdose Einspeisung Ladegerät der Losfahrschutz im Getriebe aktiviert und eine entsprechende Warnmeldung über das Kombiinstrument (A1) ausgegeben.

Der Losfahrschutz wird dabei abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit in zwei Varianten umgesetzt:

Gesteckter Ladekabelstecker während der Fahrt (v >  5 km/h) erkannt

Gesteckter Ladekabelstecker im Stillstand (v < 5 km/h) erkannt

Gesteckter Ladekabelstecker während der Fahrt (v > 5 km/h) erkannt

Wird während der Fahrt (v > 5 km/h) ein vermeintlich gesteckter Ladekabelstecker (Proximity = ON) oder im Falle eines defekten Ladegerätes der Ersatzwert (Proximity = SNA) erkannt, so wird der Losfahrschutz erst beim Einlegen der Fahrstufe „P“ aktiviert.

Gesteckter Ladekabelstecker im Stillstand (v < 5 km/h) erkannt

Wird ein gesteckter Ladekabelstecker (Proximity = ON) in der Fahrstufe „P“ oder bei v < 5 km/h erkannt, so wird sofort der Losfahrschutz aktiviert. Im Falle eines defekten Ladegerätes wird der Ersatzwert (Proximity = SNA) gebildet. In diesem Fall wird der Losfahrschutz erst bei Einlegen der Fahrstufe „P“ aktiviert.

Aufladen

Hat das Steuergerät Antriebsstrang die Wählhebelstellung "P" und den Status "Ladekabel gesteckt" erhalten, erteilt es die Ladefreigabe. Der Ladevorgang wird gestartet. Je nach Verfügbarkeit findet die Aufladung am 230­V­Wechselstromnetz mit einer Phase oder am 400­V­Drehstromnetz mit zwei Phasen statt. Der eingeleitete Ladevorgang wird durch das grüne Blinken der Ladekontroll­LED an der Steckdose Einspeisung Ladegerät angezeigt. Ist der Ladevorgang beendet, leuchtet die Ladekontroll­LED dauerhaft grün.

Treten vor, während oder nach dem Laden Fehler auf, blinkt die Ladekontroll­LED der Steckdose Einspeisung Ladegerät rot.

Die weiteren Zustände der Kontroll­LED und Ver­ bzw. Entriegelungs­LED und deren Ursachen befinden sich in der nachfolgenden Tabelle.

Im Bedarfsfall wird die Bordnetzbatterie (G1) über den integrierten DC/DC­Wandler (Typ 205.047/147/247) oder über das Steuergerät DC/DC­Wandler (N83/1) (Typ 253.954/354) geladen.

Typ 205.047/147/247
DC/DC­Wandler
Im Steuergerät Leistungselektronik ist ein DC/DC­Wandler integriert, der Hochvolt­Gleichspannung (Primärspannung) in 12­V­Gleichspannung (Sekundärspannung) umwandelt und diese zwischen dem Hochvolt­Bordnetz und dem 12­V­Bordnetz transferiert.

Typ 253.354/954
Steuergerät DC/DC­Wandler
Das Steuergerät DC/DC­Wandler ist als eigenständiges Bauteil im Fahrzeug verbaut. Das Steuergerät DC/DC­Wandler wandelt Hochvolt­Gleichspannung (Primärspannung) in 12­V­Gleichspannung (Sekundärspannung) um und transferiert diese zwischen dem Hochvolt­Bordnetz und dem 12­V­Bordnetz.

Anzeigekonzept der LEDs an der Steckdose Einspeisung Ladegerät

Anzeige Ver­ bzw. Entriegelungs­LED

Zustand

Ursachen

Weiß (ständig leuchtend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“

entriegelt

Anzeige entsprechend der Entriegelung des Ladekabelsteckers;
Fahrzeug entriegelt (bereit zum Stecken des Ladekabelsteckers);
Wenn Ladekabelstecker gesteckt, Fahrzeug entriegelt (bereit zum Ziehen);
Wenn innerhalb von 10 s der Ladekabelstecker nicht gezogen wird, wird automatisch verriegelt.

Weiß (ständig leuchtend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“ in Verbindung mit Kontroll­LED (grün, orange, rot)

entriegelt

Bei gestecktem Ladekabelstecker zusätzlich Anzeige des aktuellen Ladezustand nach Entriegelung;
Mögliche Zustände siehe Zeilen zur Kontroll­LED

Keine Anzeige

verriegelt

Ladekabelstecker ist verriegelt;
10 s seit dem Anstecken des Ladekabelsteckers sind vergangen.

Weiß (90 s hochfrequent blinkend) mit Symbol „geöffnetes Schloss“
anschließend geht die Anzeige aus.

Störung

Verriegelung nicht richtig verschlossen;
Ladekabelstecker nicht richtig gesteckt

Grün, orange oder rot leuchtende Kontroll­LED

Aus

Keine Aktivität

­

Orange (blinkend)

Verbindungsaufbau

­

Orange (ständig leuchtend)

Verbindung hergestellt

­

Grün (blinkend)

Hochvoltbatterie wird aufgeladen.

­

Grün (ständig leuchtend)

Hochvoltbatterie vollständig aufgeladen

­

Rot (hochfrequent blinkend)

Störung

­

Übersicht der Ladezeiten Typ 205.047/147/247

Lademöglichkeiten

Ladekabel Mode 2
1,8 kW

Ladekabel Mode 2
3 kW

Ladekabel Mode 2
3,7 kW (in Verbindung mit CEE­Stecker)

Ladekabel Mode 3
3,7 kW

Private Lademöglichkeit
1 Phase

210 min

120 min

105 min

­

Private Lademöglichkeit
3 Phasen

­

­

­

105 min

Öffentliche Lademöglichkeit
3 Phasen

­

­

­

105 min

Übersicht der Ladezeiten Typ 253.954/354

Lademöglichkeiten

Ladekabel Mode 2
1,8 kW

Ladekabel Mode 2
3 kW

Ladekabel Mode 2
3,6 kW (in Verbindung mit CEE­Stecker)

Ladekabel Mode 3
3,6 kW

Private Lademöglichkeit
1 Phase

285 min

165 min

135 min

­

Private Lademöglichkeit
3 Phasen

­

­

­

135 min

Öffentliche Lademöglichkeit
3 Phasen

­

­

­

135 min

Funktionsschema Elektrik Stationäres Laden

PE54.10-P-2073-97FBH

Kühlung Hochvoltsystem Funktion

GF20.00-P-2220RFH

Übersicht Systembauteile Hybridantriebssystem

GF08.30-P-9999RFH

Referenzierte Dokumente