P42.47-2052-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | N150 | DIRECT SELECT INTERFACE (mit Code 421 (9G-TRONIC)) | ||
A1e17 | Kontrollleuchte Anti-Blockier-System | N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | S9/1 | Schalter Bremslicht | ||
A1e41 | Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | ||
A1e51 | Warnleuchte Bremsanlage | N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn | S68/3 | Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer | ||
A1p13 | Multifunktions-Display | N10/2 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond | S76/15 | Schalter elektrische Feststellbremse | ||
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N15/5 | Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (mit Code 427 (7G-TRONIC)) | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (bei Automatikgetriebe) | ||
B24/15 | Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS)) | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | CAN B | Innenraum-CAN | ||
B37 | Fahrpedalsensor | N49 | Lenkradwinkelsensor | CAN C | Antriebs-CAN | ||
B64/1 | Bremsunterdrucksensor (mit Code B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)) | N72/1 | Steuergerät Oberes Bedienfeld | CAN E | Fahrwerk-CAN | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N72/1s1 | Taste ESP OFF | CAN H | Fahrdynamik-CAN | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | LIN 1 | Instrumententafel-LIN | ||
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | ||||
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N128 | Steuergerät elektrische Feststellbremse |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 61 EIN
ADAPTIVE BRAKE funktionsfähig
ADAPTIVE BRAKE allgemein
ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.
Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:
Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS))
Drehzahlsensor Vorderachse links
Drehzahlsensor Vorderachse rechts
Drehzahlsensor Hinterachse links
Drehzahlsensor Hinterachse rechts
Lenkradwinkelsensor
Schalter Bremslicht
Bremsunterdrucksensor (mit Code B03 (ECO Start-Stopp-Funktion))
ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ADAPTIVE BRAKE Basis-System (außer Code 233 (DISTRONIC PLUS))
ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ADAPTIVE BRAKE.
Beim ADAPTIVE BRAKE Premium-System werden die Daten des Sensors Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrdynamik-CAN eingelesen.
Beim ADAPTIVE BRAKE Basis-System ist der Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung in dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert, wodurch eine CAN-Anbindung an einen externen Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung entfällt. Die Daten zur Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung werden somit direkt vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst und ausgewertet.
Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Elektronisches StabilitätsProgramm (ESP®)
Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)
Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System (BAS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System PLUS (BAS PLUS) (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS))
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Funktionsablauf Trockenbremsen
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Funktionsablauf PRE-SAFE® System
Funktionsablauf ASR und ESP® passiv schalten
Funktionsablauf Stillstandskontrolle
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Funktionsablauf ESP®
ESP® verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht.
Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt.
Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:
Giergeschwindigkeit
Lenkradwinkel
Bremsdruck
Motordrehmoment
Getriebeschaltstufe
Querbeschleunigung
Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand. Wenn der Fahrer zu diesem Zeitpunkt das Fahrpedal betätigt, wird zunächst das Antriebsmoment reduziert.
Ist dies nicht ausreichend oder wird das Fahrpedal nicht betätigt, wird die beginnende Instabilität durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern verhindert:
Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet über Fahrwerk-CAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Information über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (bei Automatikgetriebe) sendet. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (bei Automatikgetriebe) unterdrückt den Schaltvorgang.
Funktionsablauf EBV
EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung.
EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird.
Mit Hilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) ermittelt. Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motordrehmoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.
Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP®, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über XENTRY Diagnostics aktiviert werden.
Funktionsablauf ABS
ADAPTIVE BRAKE verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung aufrecht. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis sich das Rad wieder dreht.
Funktionsablauf ASR, ETS
ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.
Funktionsablauf BAS
BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um die maximal mögliche Verzögerung zu erzielen.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.
Funktionsablauf BAS PLUS (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS))
BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung des vorausfahrenden Fahrzeugs den Bremsdruck.
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal.
Die Funktion Berganfahrhilfe wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand über den internen (außer Code 233 (DISTRONIC PLUS)) oder den externen Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung (mit Code 233 (DISTRONIC PLUS)) eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe verursachen würde.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest zudem den Status des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.
Der Status des Schalters elektrische Feststellbremse wird vom Steuergerät elektrische Feststellbremse erfasst und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck in der Bremsanlage belassen.
Nach dem Lösen des Bremspedals wird der Bremsdruck in Abhängigkeit von Hangabtriebsmoment, Bremsmoment und Antriebsmoment moduliert. Bei ausreichend großem Anfahrmoment wird die Funktion beendet und das Fahrzeug fährt an.
Betätigt der Fahrer jedoch das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in der Bremsanlage abgebaut.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
Kein Bremseingriff durch ein Managementsystem
Geschwindigkeit v > 30 km/h
Anzahl der Wischerläufe > 600
Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Funktionsablauf Trockenbremsen
Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für t = 0,5 s mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von den Bremsscheiben abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es kann eine Verkürzung des Bremsweges erreicht werden.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals, welcher aus der Fahrpedalstellung gebildet wird. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals erkannt, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.
Um die berechnete Auslöseschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. ESP® Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer beim Anfahren am Berg oder bei Wartezeiten im Verkehr. Durch zügiges Nachtreten auf das Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.
Der eingestellte Bremsdruck wird gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt.
Warnstrategie
Ist die HOLD-Funktion aktiviert und will der Fahrer das Fahrzeug verlassen, wird das Herausziehen des Schlüssels aus dem Steuergerät elektronisches Zündschloss verhindert.
Über das Kombiinstrument werden eine akustische und eine optische Warnung ausgegeben.
Funktionsablauf PRE-SAFE® System
Das PRE-SAFE® System wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Insassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.
Das PRE-SAFE® System ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine der folgenden Situationen, wird das PRE-SAFE® System aktiviert:
Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)
Starkes Übersteuern (ausbrechender Heckbereich in Verbindung mit starken ESP® Regeleingriffen)
Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)
Schnelle Lenkbewegungen, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können.
Funktionsablauf ASR und ESP® passiv schalten
Die Funktionen ASR und ESP® können über die Taste ESP OFF im Steuergerät Oberes Bedienfeld passiv geschaltet werden. Die Signale des Steuergeräts Oberes Bedienfeld werden über Instrumententafel-LIN vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Ist das System passiv geschaltet, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem System angehoben.
Funktionsablauf Stillstandskontrolle
Die Stillstandskontrolle fordert bei aktivierten Fahrerassistenzsystemen, wie z. B. der HOLD-Funktion und einem unklaren Fahrerstatus die Überführung des Fahrzeuges in einen gesicherten Zustand an.
Der Fahrerstatus gilt als unklar, wenn die Fahrertür geöffnet und der Sicherheitsgurt des Fahrers nicht im Gurtschloss gesteckt ist. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer direkt ein und sendet diesen über den Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Die Bedienbarkeit der Fahrerassistenzsysteme wird gesperrt.
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
Kontrollleuchte Anti-Blockier-System
Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm
Warnleuchte Bremsanlage
Meldungen im Multifunktions-Display
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über den Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Referenzierte Dokumente
- gf4247p9997rd Übersicht Systembauteile Adaptive Brake (ABR)
- gf4247p9997rda Übersicht Systembauteile Adaptive Brake (ABR)