P42.47-2057-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N72/3 | Steuergerät Offroad-Bedienfeld (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | ||
A1e17 | Kontrollleuchte Anti-Blockier-System | L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N72/3s1 | Fahrprogrammregler Offroad-Paket (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | ||
A1e41 | Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm | N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | ||
A1e51 | Warnleuchte Bremsanlage | N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | ||
A1e75 | Warnleuchte Bremskraftverteilung | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | N128 | Steuergerät elektrische Feststellbremse | ||
A1p13 | Multifunktions-Display | N10 | Steuergerät SAM | S9/1 | Schalter Bremslicht | ||
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N15/7 | Steuergerät Verteilergetriebe (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | ||
A80 | Intelligentes Servomodul für DIRECT SELECT | N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | S68/3 | Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer | ||
A85s1 | Schalter Drehfalle Vordertür links | N49 | Lenkradwinkelsensor | S76/15 | Schalter elektrische Feststellbremse | ||
A85/1s1 | Schalter Drehfalle Vordertür rechts | N51/3 | Steuergerät AIRMATIC (mit CODE 489 (Airmatic (Luftfederung mit Niveaueinstellung und Adaptivem Dämpfungs-System ADS))) | X11/4 | Diagnosekupplung | ||
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung | ||
B24/15 | Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung | N69/1 | Steuergerät Vordertür links | CAN B | Innenraum-CAN | ||
B37 | Fahrpedalsensor | N69/2 | Steuergerät Vordertür rechts | CAN C | Antriebs-CAN | ||
B64/1 | Bremsunterdrucksensor | N72 | Steuergerät Unteres-Bedien-Feld | CAN D | Diagnose-CAN | ||
E3 | Leuchteinheit hinten links | N72s30 | Taste Downhill Speed Regulation | CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 | ||
E4 | Leuchteinheit hinten rechts | N72s31 | Taste Low Range (mit CODE 430 (On & Offroad Paket)) | CAN E2 | Fahrwerk-CAN 2 | ||
E21 | Bremsleuchte Mitte | N72s38 | Taste Offroad-Programm (ohne CODE 430 (On & Offroad Paket)) | CAN H | Fahrdynamik-CAN | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N72/1 | Steuergerät Oberes Bedienfeld | LIN B12 | Mittelkonsolenschalter-LIN | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N72/1s1 | Taste ESP OFF | LIN B15 | Batteriesensor-LIN |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 61 EIN
ADAPTIVE BRAKE funktionsfähig
ADAPTIVE BRAKE allgemein
ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.
Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:
Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung
Drehzahlsensor Vorderachse links
Drehzahlsensor Vorderachse rechts
Drehzahlsensor Hinterachse links
Drehzahlsensor Hinterachse rechts
Lenkradwinkelsensor
Schalter Bremslicht
ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ADAPTIVE BRAKE Basis-System (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 237 (Aktiver Totwinkel-Assistent), außer CODE 238 (Aktiver Spurhalte-Assistent))
ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS), mit CODE 237 (Aktiver Totwinkel-Assistent), mit CODE 238 (Aktiver Spurhalte-Assistent))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ADAPTIVE BRAKE.
Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)
Funktionsablauf elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)
Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System (BAS)
Funktionsablauf Brems-Assistent-System PLUS (BAS PLUS), mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS), mit CODE 237 (Aktiver Totwinkel-Assistent), mit CODE 238 (Aktiver Spurhalte-Assistent)
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
Funktionsablauf Offroad-Programm
Funktionsablauf Trockenbremsen
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Funktionsablauf ASR und ESP® passiv schalten
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Funktionsablauf Failboost
Funktionsablauf Overboost
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Seitenwind-Assistent, Typ 166.8
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Funktionsablauf ESP®
ESP® verhindert ein Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht. Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt. Desweiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:
Giergeschwindigkeit
Lenkradwinkel
Bremsdruck
Motordrehmoment
Getriebeschaltstufe
Querbeschleunigung
Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.
Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:
Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet über Fahrwerk-CAN 1 ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert.
Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Information über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung unterdrückt den Schaltvorgang.
Funktionsablauf EBV
Die Funktion EBV unterstützt die Fahrstabilität des Fahrzeugs. EBV wird bei mittleren und stärkeren Fahrzeugverzögerungen während der Bremsbetätigung aktiv. EBV wirkt, bevor ABS aktiv wird, und verhindert ein Überbremsen der Hinterachse. Dies wird erreicht durch eine Bremsdruck-Limitierung an der Hinterachse, sobald über die Drehzahlsensoren eine drohende Überbremsung der Hinterachse erkannt wird.
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP®, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über XENTRY Diagnostics aktiviert werden.
Funktionsablauf ABS
ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung.
Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis sich das Rad wieder dreht.
Funktionsablauf ASR, ETS
ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 ein Signal zur Reduzierung des Antriebsmoments an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert.
Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe an einem durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende noch laufende Antriebsrad übertragen.
Funktionsablauf BAS
BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstiegs im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.
Funktionsablauf BAS PLUS, mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS), mit CODE 237 (Aktiver Totwinkel-Assistent), mit CODE 238 (Aktiver Spurhalte-Assistent)
BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug den Bremsdruck.
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))
Die ESP® Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug.
Eine auftretende Gespanninstabilität wird im ADAPTIVE BRAKE anhand der Sensorsignale Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung erkannt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm empfängt diese Informationen über den Fahrdynamik-CAN.
Die ESP® Anhängerstabilisierung greift sensibler ein, wenn eine Anhängevorrichtung ab Werk verbaut ist. Bei nachgerüsteten Anhängevorrichtungen ist die Stabilisierung durch den Standard-Eingriff sichergestellt.
Die ESP® Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Motormomentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern.
Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Berganfahrhilfe
Getriebe nicht in Stellung "N"
Fahrzeug nicht mit der Feststellbremse gesichert
Steigung bei Fahrzeugstillstand erkannt
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal.
Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand über den Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung eine Steigung erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Dies wird über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest zudem die Signale des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals. Das Steuergerät elektrische Feststellbremse sendet den Status der elektrischen Feststellbremse über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck im Bremssystem belassen. Nach Lösen des Bremspedals und Betätigen des Fahrpedals wird der Bremsdruck in Abhängigkeit von Hangabtriebsmoment, Bremsmoment und Antriebsmoment moduliert. Herrscht ein genügend großes Anfahrmoment, wird die Funktion beendet und das Fahrzeug fährt an. Betätigt der Fahrer jedoch das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck im Bremssystem abgebaut.
Die Berganfahrhilfe wird sofort abgebrochen, wenn:
der Motor abgestellt wird, außer der Motor wird durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
der Fahrer den Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals abbricht (Fahrpedal ist für ca. 1 s nicht mehr betätigt)
ein Gangwechsel Vorwärts-/Rückwärtsgang erfolgt
ein Gangwechsel nach Neutral erfolgt
die elektrische Feststellbremse geschlossen ist
das Fahrzeug rutscht
Die Berganfahrhilfe funktioniert nicht, wenn:
auf ebener Strecke oder bergab angefahren wird
sich das Getriebe in Stellung "N" befindet
die elektrische Feststellbremse geschlossen ist
das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gestört ist
das Fahrzeug rutscht
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
v < 30 km/h
Funktionsablauf Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt
Die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt sorgt für zusätzliche Sicherheit in steilem Gelände. Über das entsprechende Menü im Kombiinstrument kann die für die Funktion Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt relevante Setzgeschwindigkeit in einem Bereich von v = 4 km/h bis v = 18 km/h in Schritten von 2 km/h eingestellt werden.
Das System wird über die Taste Downhill Speed Regulation im Steuergerät Unteres-Bedien-Feld aktiviert. Die Aktivierung wird durch eine Leuchtdiode in der Taste Downhill Speed Regulation angezeigt.
Es wird nun die entsprechend der Setzgeschwindigkeit (diese wird im Multifunktions-Display des Kombiinstruments dargestellt) festgelegte Fahrgeschwindigkeit eingehalten.
Während der Bergabfahrt kann die Setzgeschwindigkeit über den TEMPOMAT Hebel (S40) (bei CODE 494 (USA-Ausführung)) oder den TEMPOMAT Hebel (S40/4) (ohne CODE 494 (USA-Ausführung)) variiert werden.
Die Anforderung zur Aktivierung der Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt wird vom Steuergerät Unteres-Bedien-Feld eingelesen und über Mittelkonsolenschalter-LIN zum Steuergerät SAM gesendet.
Das Steuergerät SAM legt das Signal auf den Innenraum-CAN ab. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss empfängt das Signal und sendet diese Information auf den Fahrwerk-CAN 1.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm empfängt das Signal und regelt die geforderte Geschwindigkeit durch Bremseingriffe und entsprechende Anforderungen an das Motormanagement und die Getriebesteuerung. Wird das Fahrzeug bei aktiver Funktion vom Fahrer über das Fahrpedal beschleunigt, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt passiv.
Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit bei nicht betätigtem Fahrpedal v < 35 km/h, wird sie wieder aktiv auf die eingestellte Setzgeschwindigkeit geregelt. Beschleunigt der Fahrer über das Fahrpedal das Fahrzeug bei aktiver Funktion über eine Geschwindigkeit von v > 35 km/h, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt automatisch ab und die Leuchtdiode in der Taste Downhill Speed Regulation erlischt. Zusätzlich erscheint eine Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments und es ertönt ein Warnton. Wird die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt über die Taste Downhill Speed Regulation manuell abgeschaltet, erscheint ebenfalls eine Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments. Ein Warnton ertönt hierbei nicht.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Offroad-Programm
Klemme 61 EIN
Fahrstufe "N" aktiv
v < 30 km/h
Funktionsablauf Offroad-Programm
Der Funktionsablauf Offroad-Programm setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Aktivierung Offroad-Programm
Funktionsablauf Anpassung der Schwellenwerte
Funktionsablauf Motormomentunterstützung (bei CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Sperrenbeeinflussung (bei CODE 430 (On & Offroad Paket))
Funktionsablauf Aktivierung Offroad-Programm
Typ 166 ohne CODE 430 (On & Offroad Paket):
Das Offroad-Programm wird über die Taste Offroad-Programm im Steuergerät Unteres-Bedien-Feld aktiviert.
Die Aktivierung wird durch eine leuchtende Leuchtdiode in der Taste Offroad-Programm angezeigt. Zudem erscheint das Offroad-Symbol im Multifunktions-Display des Kombiinstruments.
Durch erneute Betätigung der Taste Offroad-Programm wird das Offroad-Programm deaktiviert. Die Leuchtdiode in der Taste Offroad-Programm und die Anzeige im Multifunktions-Display erlöschen.
Typ 166 mit CODE 430 (On & Offroad Paket):
Das Offroad-Programm wird über den Fahrprogrammregler Offroad-Paket im Steuergerät Offroad-Bedienfeld aktiviert.
Der abgeschlossene Schaltvorgang wird durch die leuchtende Leuchtdiode angezeigt.
Funktionsvoraussetzungen zur Deaktivierung des Offroad-Programms:
Klemme 61 EIN
Fahrstufe "N" aktiv
v < 70 km/h
Funktionsablauf Anpassung der Schwellenwerte
Durch die Aktivierung des Offroad-Programms:
werden die Schwellen für einen potenziellen ESP® Eingriff ausgeweitet, d. h. ein ESP® Eingriff erfolgt erst bei stärkerer Fahrzeugdynamik.
erhält ABS längere Blockierphasen. Es wird somit z. B. bei schlechter Wegstrecke ein Blockieren der Räder zugelassen, um den Bremsweg zu reduzieren (loser Untergrund unterstützt die Bremswirkung durch entsprechenden Materialaufbau vor den Vorderrädern).
wird während einer Antriebsschlupfregelung ein Untergrund mit niedrigem Reibwert erkannt. Die ASR-Aktivierungsschwellen werden in Abhängigkeit von der Reifencharakteristik variiert, um die Traktionseigenschaften zu verbessern.
Die genannten Änderungen bzgl. ESP®, ABS und ASR sind abhängig von der Geschwindigkeit.
So gleichen sich die Schwellenwerte ab einer Geschwindigkeit von ca. v = 50 km/h bei aktivem Offroad-Programm denen des Onroad-Modus an. Bei erneuter Verzögerung unter eine Geschwindigkeit von ca. v = 50 km/h erreichen die Schwellen wieder die Offroad-Werte.
Funktionsablauf Motormomentunterstützung (bei CODE 430 (On & Offroad Paket))
Ist bei aktiver Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt, aktiviertem Offroad-Programm und geöffneten Sperren an mindestens einem Rad ein Bremsmoment nicht mehr absetzbar (Rad steht aufgrund von Entlastung), wird über das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm an den Rädern mit vorhandener Traktion aktiv Bremsdruck aufgebaut.
Die Motormomentenunterstützung ist bei einer Geschwindigkeit von v = 1 km/h bis v =18 km/h aktiv.
Funktionsablauf Sperrenbeeinflussung (bei CODE 430 (On & Offroad Paket))
In folgenden Fahrsituationen werden aktivierte Sperren sofort geöffnet:
ESP® Eingriff
ABS-Regelung bei einer Geschwindigkeit von v < 15 km/h
Bremsvorgang durch den Fahrer bei einer Geschwindigkeit von v > 15 km/h
Die Anforderung zur Öffnung der Sperren erfolgt durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, welches ein entsprechendes Signal über Fahrwerk-CAN 1 und Antriebs-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) an das Steuergerät Verteilergetriebe sendet. Das Steuergerät Verteilergetriebe öffnet die aktivierte Sperre zwischen Vorder- und Hinterachse.
Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
keine Bremsung durch den Fahrer oder durch ein Managementsystem
Geschwindigkeit v > 60 km/h
Anzahl der Wischerläufe (zeitabhängig > ca. 600)
Funktionsablauf Trockenbremsen
Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca 0,5 s) mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Um die berechnete Auslöseschwelle des Fahrpedalgradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.
Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät SAM über den Innenraum-CAN an das Steuergerät elektronisches Zündschloss und weiter über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt.
Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es kann eine Verkürzung des Bremsweges erreicht werden.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals, welcher aus der Fahrpedalstellung gebildet wird. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, das der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr und beim Anfahren am Berg. Durch ein kurzes und zügiges Nachtreten auf das Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.
Die erfolgreiche Aktivierung der HOLD-Funktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.
Die HOLD-Funktion kann eingeschaltet werden, wenn:
das Fahrzeug steht
bei angelegtem Sicherheitsgurt oder wenn die Fahrertür geschlossen ist
sich der Wählhebel nicht in Stellung "P" befindet
der Motor läuft oder durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt ist
DISTRONIC PLUS nicht aktiv ist (bei ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)))
die elektrische Feststellbremse nicht festgestellt ist oder sich im Feststellvorgang befindet
keine Abschaltung in der Stillstandskontrolle vorliegt
das Fahrzeug nicht rutscht
Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Druckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig von der Stillstandskontrolle ausgeführt.
Die HOLD-Funktion wird automatisch ausgeschaltet, wenn:
das Fahrpedal betätigt wird (außer in Stellung "N")
der Wählhebel in Stellung "P" ist
das Bremspedal erneut mit einem bestimmten Druck betätigt wird, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist
Funktionsablauf ASR und ESP® passiv schalten
Die Funktionen ASR und ESP® können über die Taste ESP OFF passiv geschaltet werden. Der Status der Taste ESP OFF wird über eine direkte Leitung vom Steuergerät Oberes Bedienfeld eingelesen und werden weiter über den Mittelkonsolenschalter-LIN zum Steuergerät SAM, den Innenraum-CAN an das Steuergerät elektronisches Zündschloss und über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet. Ist das System passiv geschaltet, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem System angehoben.
ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP® immer aktiv.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Fahrzeuggeschwindigkeit > 50 km/h
Verzögerung 7,5 m/s2
BAS ausgelöst
ABS regelt an beiden Vorderrädern
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Im Falle einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein entsprechendes Signal über den Fahrwerk-CAN 1 und Innenraum-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Steuergerät SAM.
Vom Steuergerät SAM werden für die Dauer des Signals (mind. 1 s) die Leuchteinheit hinten links, die Leuchteinheit hinten rechts und die Bremsleuchte Mitte mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz angesteuert. Kommt das Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit >70 km/h (kein Stadtverkehr) zum Stillstand, werden die Bremslichter und die Zusatzbremsleuchte wieder dauerhaft angesteuert. Zusätzlich wird die automatische Warnblinkfunktion aktiviert. Überschreitet das Fahrzeug anschließend wieder eine Geschwindigkeit von 10 km/h, wird die Warnblinkanlage automatisch wieder ausgeschaltet.
Funktionsablauf Failboost
Die Funktion Failboost stellt die Bremskraftverstärkung sicher. Sie wird dann aktiv, wenn der pneumatische Bremskraftverstärker aufgrund eines Systemfehlers in der Vakuumversorgung eine Fahrerbremsung nicht mehr ausreichend unterstützen kann.
Der Systemfehler in der Vakuumversorgung wird im Kombiinstrument durch die Warnleuchte Bremskraftverteilung angezeigt. Der Ausfall des pneumatischen Bremskraftverstärkers wird erkannt über den Bremsunterdrucksensor, der im pneumatischen Bremskraftverstärker integriert ist.
Die Funktion Failboost setzt die hydraulische Bremskraftverstärkung mittels eines geeigneten Verstärkungsfaktors um und steuert dafür entsprechend die Magnetventile und die Hydraulikeinheit Traktionssystem im ESP® System an. Bei Vorliegen dieses Fehlerbilds ist über Diagnose im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm der entsprechende Fehlereintrag zu kontrollieren und gemäß der Reparaturanleitung vorzugehen.
Funktionsablauf Overboost
Wie die Funktion Failboost stellt die Funktion Overboost die Bremskraftverstärkung sicher. Die Funktion Overboost wird dann aktiv, wenn der pneumatische Bremskraftverstärker aufgrund eines kurzzeitig nicht optimalen Vakuumniveaus eine Fahrerbremsung nicht mehr ausreichend unterstützen kann. Im Gegensatz zu Failboost stellt Overboost einen normalen Betriebszustand dar. Es liegt kein Systemfehler in der Vakuumversorgung vor.
Dieser Betriebszustand des kurzzeitig reduzierten Vakuumniveaus kann beispielsweise in folgenden Fällen auftreten:
direkt nach Motorstart
Fahren in großer Höhe bei niedrigem Luftdruck
hochfrequente Bremsbetätigung
Die Funktion Overboost setzt die hydraulische Bremskraftverstärkung mittels eines geeigneten Verstärkungsfaktors um und steuert dafür entsprechend die Magnetventile und die Hydraulikeinheit Traktionssystem im ESP® System an.
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Die Stillstandskontrolle überwacht die bremsenden Fahrerassistenzsysteme DISTRONIC PLUS (bei ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) und HOLD-Funktion unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeuges. Die SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.
Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK von den Fahrerassistenzsystemen angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Bei Fahrzeugen mit ADAPTIVE BRAKE Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung der SSK ab, wird durch einen aktiven Druckaufbau der Solldruck der SSK wieder eingestellt.
Eine Sicherung des Fahrzeuges durch die SSK wird beim Eintritt folgender Ereignisse notwendig:
Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)
Motor aus, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
Unter- und Überspannung
aufgrund einer Anforderung zur Sicherung des Fahrzeugs (z. B. DISTRONIC PLUS)
ESP® und CAN-Fehler, die zu einer temporären Abschaltung führen
SSK-Überwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen
nach der definierten Haltedauer von 10 min
Türkontakt-Plausibilitätsprüfung
Die Plausibilitätsprüfung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Mikroschalter Vorraste Vordertür links oder Mikroschalter Vorraste Vordertür rechts (abhängig von der globalen Ländercodierung Rechts- oder Linkslenker), eingelesen vom Steuergerät Vordertür links oder Steuergerät Vordertür rechts und über Innenraum-CAN und Fahrwerk-CAN 1, mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilitätsprüfung in der SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gespeichert.
SSK-Abschaltung
Eine Abschaltung der SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und extern über Fahrwerk-CAN 1 mitgeteilt. Eine Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer SSK-Abschaltung und einem aktiven Fahrerassistenzsystem sofort die Sicherung des Fahrzeugs angefordert.
Rutschen
Die SSK überwacht bei Fahrzeugstillstand, ob das Fahrzeug rutscht. Dabei darf keine Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme erfolgen. Bei Bremspedalbetätigung und rutschendem Fahrzeug müssen sich die aktiven Fahrerassistenzsysteme deaktivieren.
Sicherung des Fahrzeugs
Eine Sicherung des Fahrzeugs erfolgt über das Komfortsicherungssystem der elektrischen Feststellbremse, die von der SSK zum Schließen aufgefordert wird. Dazu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät elektrische Feststellbremse. Nach Umsetzung der Schließanforderung und Rückmeldung des Steuergeräts elektrische Feststellbremse an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, dass die Feststellbremse geschlossen ist, ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Wird die Schließanforderung durch die elektrische Feststellbremse nicht innerhalb einer definierten Zeit umgesetzt oder signalisiert die elektrische Feststellbremse der SSK eine Systemstörung, wird die elektrische Feststellbremse als defekt erkannt und die Sicherungsstrategie wird aktiv.
Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder Not-P-Pfad
Die Sicherungsstrategie erfolgt über das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-CAN 1 und Antriebs-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (bei Benzinmotor) an das Steuergerät Intelligentes Servomodul für DIRECT SELECT. Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" vom Intelligenten Servomodul für DIRECT SELECT und einer Rückmeldung an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Signalisiert das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die Not-P-Funktion des Steuergeräts elektronisches Zündschloss die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt.
Dazu empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 und sendet selbst eine Anforderung an das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT. Empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung vom Intelligenten Servomodul für DIRECT SELECT, wird der Not-P-Pfad nach Freischaltung durch das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT vom Steuergerät elektronisches Zündschloss bestromt und die Fahrstufe "P" im Intelligenten Servomodul für DIRECT SELECT zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Lenkassistenzanforderung" über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät SAM an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Seitenwind-Assistent, Typ 166.8
Fahrzeuggeschwindigkeit > 80 bis 220 km/h
Geradeausfahrt oder leichte Kurvenfahrt
Funktionsablauf Seitenwind-Assistent, Typ 166.8
Die Funktion Seitenwind-Assistent unterstützt den Fahrer bei starken Seitenwindböen und minimiert dabei die Gierreaktion und den Spurversatz des Fahrzeugs. Der Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung erfasst bei stark wechselnden Windböen die Bewegungen des Fahrzeugs und sendet die Signale über den Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet außerdem über Fahrwerk-CAN 1 den Lenkradwinkel vom Lenkradwinkelsensor, eingelesen vom Steuergerät Mantelrohrmodul, die Zahnstangenposition vom Steuergerät elektrische Servolenkung, die Raddrehzahlen und die Bremsdrücke.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm regelt nach Verarbeitung der Signale den einseitigen Bremseingriff an der Vorder- und Hinterachse und erzeugt damit eine Gierbewegung, die dem Seitenwind entgegenwirkt.
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
Kontrollleuchte Anti-Blockier-System
Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm
Warnleuchte Bremsanlage
Warnleuchte Bremskraftverteilung
Meldungen im Multifunktions-Display
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM eingelesen und über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Referenzierte Dokumente
- gf4247p9997gr Übersicht Systembauteile Adaptive Brake (ABR)