TYP | 212 (außer 212.095/098/298) |
bis Modell-J. 2014 |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 61 EIN
Adaptive Brake (ABR) funktionsfähig
ABR allgemein
ABR unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.
Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:
– Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung (B24/15)
– Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1)
– Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2)
– Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3)
– Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4)
– Lenkwinkelsensor (N49)
– Schalter Bremslicht (S9/1)
ABR kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ABR Basis-System (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS))
ABR Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ABR.
Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Elektronisches Stabilitäts-Programm (Electronic Stability Program) (ESP)
Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)
Funktionsablauf Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)
Funktionsablauf Brake Assist (BAS)
Funktionsablauf BAS Plus, mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)
Funktionsablauf ESP®-Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Funktionsablauf Trockenbremsen
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Funktionsablauf ASR und ESP passiv schalten, außer Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)), bis 31.5.10
Funktionsablauf ASR und ESP passiv schalten, außer Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)), ab 1.6.10
Funktionsablauf ASR- und ESP-ON, -Sport oder -OFF, nur bei Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge))
Funktionsablauf Failboost (mit CODE B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)), Typ 212.0 mit CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.9.09, Typ 212.0 außer CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.12.09, Typ 212.2
Funktionsablauf Overboost (mit CODE B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)), Typ 212.090 mit CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.9.09, Typ 212.090 außer CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.12.09, Typ 212.272
Funktionsablauf PRE-SAFE
Funktionsablauf Tempomat (TPM)
Funktionsablauf Stillstandskoordinator (SSK)
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei CODE 494 (USA-Ausführung))
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Funktionsablauf ESP
ESP verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht. Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt. Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:
– Giergeschwindigkeit
– Lenkwinkel
– Bremsdruck
– Motormoment
– Getriebeschaltstufe
– Querbeschleunigung
Es wird dabei zwischen folgenden Fahrzeugverhalten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlich stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand. Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:
– Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
– Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
– Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) sendet über Fahrwerk-CAN (CAN E) ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (N3/9) (mit Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (mit Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) ein Signal über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät CDI (mit Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (mit Benzinmotor), welches die Information über Antriebs-CAN (CAN C) an das Steuergerät Elektronische Getriebesteuerung (N15/3) (mit Getriebe 722.6) oder an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) (mit Getriebe 722.9) sendet. Das Steuergerät Elektronische Getriebesteuerung (mit Getriebe 722.6) oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (mit Getriebe 722.9) unterdrückt den Schaltvorgang.
Funktionsablauf EBV
EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung. EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird.
Mit Hilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) ermittelt. Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motormoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.
Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Das ABR kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument (A1) das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1e41) und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (A1e17) im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über das Diagnose-Assistenz-System (DAS) aktiviert werden.
Funktionsablauf ABS
ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung aufrecht. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Bremszylinder so lange reduziert, bis sich das Rad wieder dreht.
Funktionsablauf ASR, ETS
ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich.
Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) über Fahrwerk-CAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (mit Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (mit Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert.
Es wird ständig überprüft, ob z. B. in Folge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor (B37) vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad (ohne Traktion) wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Rad (mit Traktion) übertragen.
Funktionsablauf BAS
BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximal mögliche Verzögerung zu erzielen.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.
Funktionsablauf BAS Plus, mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)
BAS Plus erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung des vorausfahrenden Fahrzeugs den Bremsdruck.
Funktionsablauf ESP®-Anhängerstabilisierung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung)
Die ESP®-Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) legt die Information auf den Fahrwerk-CAN.
Diese wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) empfangen.
Eine auftretende Gespanninstabilität wird durch den Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung erkannt.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) empfängt diese Informationen über den Fahrdynamik-CAN (CAN H).
Am Anhänger oder an der Anhängervorrichtung wird keine Zusatzsensorik verwendet.
Die ESP®-Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Momentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern.
Prinzipiell wird nur die Vorderachse stabilisiert. Wird eine stark negative Dämpfung erkannt, erfolgt zur Stabilisierung auch ein Verzögerungseingriff. Erfolgen mehrere ESP-Eingriffe kurz hintereinander, wird der reine Stabilisierungseingriff unabhängig von der ermittelten Dämpfung unterdrückt. Somit wird verhindert, dass das Gespann ständig mit kritischer Geschwindigkeit fährt und kurz hintereinander folgende Eingriffe die Bremsanlage zu sehr belasten. Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Berganfahrhilfe
Getriebe nicht in Stellung "N" (mit Getriebe 722)
Fahrzeug nicht mit der Feststellbremse gesichert
Steigung bei Fahrzeugstillstand erkannt
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal. Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand über den Sensor Drehgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung eine Steigung erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Dies wird über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) gesendet.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) liest zudem den Schalter Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.
Der Status der Feststellbremse wird über den Kontrollschalter Feststellbremse (S12) erfasst. Dieser wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn direkt eingelesen und dessen Status über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) gesendet.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem (A7/3) wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck in den Bremszylindern belassen. Nach Lösen des Bremspedals wird der Bremsdruck in Abhängigkeit vom Hangabtriebsmoment, Bremsmoment und Antriebsmoment moduliert. Herrscht ein genügend großes Anfahrmoment, wird die Funktion beendet und das Fahrzeug fährt an. Betätigt der Fahrer jedoch das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in den Bremszylindern abgebaut.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
Kein Bremseingriff durch ein Regelsystem
Geschwindigkeit v > 30 km/h
Anzahl der Wischerläufe > 600
Der Status der Wischeranlage wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) gesendet.
Funktionsablauf Trockenbremsen
Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für t = 0,5 s mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Um die berechnete Auslöseschwelle des Fahrpedalgradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es kann eine Verkürzung des Bremsweges erreicht werden.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals, welcher aus der Fahrpedalstellung gebildet wird. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem eventuellen ESP-Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.
Funktionsablauf HOLD-Funktion
Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr und beim Anfahren am Berg. Durch ein kurzes und zügiges Nachtreten auf das Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.
Die erfolgreiche Aktivierungder HOLD-Funktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.
Die HOLD-Funktion kann eingeschaltet werden, wenn:
– das Fahrzeug steht
– bei angelegtem Sicherheitsgurt oder wenn die Fahrertür geschlossen ist
– sich der Wählhebel nicht in Stellung "P" befindet
– der Motor läuft oder durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt ist
– DISTRONIC Plus nicht aktiv ist (bei ABR Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)))
– keine Abschaltung im Stillstandskoordinator vorliegt
– das Fahrzeug nicht rutscht
Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Druckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig vom Stillstandskoordinator ausgeführt.
Die HOLD-Funktion wird automatisch ausgeschaltet, wenn:
– das Fahrpedal betätigt wird (außer in Stellung "N")
– der Wählhebel in Stellung "P" ist
– das Bremspedal erneut mit einem bestimmten Druck betätigt wird, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt
Warnstrategie (bei Fahrzeugen mit Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (N15/5)), bei Getriebe 722.6
Ist die HOLD-Funktion aktiviert und will der Fahrer das Fahrzeug verlassen, wird das Abziehen des Schlüssels aus dem Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) verhindert. Über das Kombiinstrument wird eine akustische und optische Warnung ausgegeben.
Sicherheitsstrategie (bei Fahrzeugen mit Intelligentem Servomodul für DIRECT SELECT (A80)), bei Getriebe 722.9
Ist die HOLD-Funktion aktiviert und will der Fahrer das Fahrzeug verlassen, wird bei stehendem Fahrzeug und abgezogenem Senderschlüssel vom Intelligenten Servomodul für DIRECT SELECT automatisch die Stellung "P" eingelegt. Über das Kombiinstrument wird keine Warnung ausgegeben.
Funktionsablauf ASR und ESP passiv schalten, außer Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)), bis 31.5.10
Die ASR- und ESP-Funktionen können über die Taste ESP (S6/1s5) in der Schaltergruppe Instrumententafel (S6/1) passiv geschaltet werden. Die Schaltergruppe Instrumententafel wird über Instrumententafel-LIN (LIN 1) vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) gesendet. Ist das System passiv geschaltet, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1e41) im Kombiinstrument. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem System angehoben.
ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP immer aktiv.
Funktionsablauf ASR und ESP passiv schalten, außer Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)), ab 1.6.10
Die Funktionen ASR und ESP können im Fahrbetrieb mit der Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und der Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) über das Menü "Assistenz" und das Untermenü "ESP" des Kombiinstruments passiv geschaltet werden.
Die Bediensignale des Multifunktionslenkrads (MFL) erhält das Kombiinstrument über folgenden Weg:
– Lenkradelektronik (N135)
– Lenkungs-LIN (LIN E1)
– Steuergerät Mantelrohrmodul (N80)
– Fahrwerk-CAN
Das Kombiinstrument sendet dann die Anforderung "ESP_OFF" über den Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)). Wenn die Funktionen passiv geschaltet sind, leuchtet die Warnleuchte ESP im Kombiinstrument auf. Die Regelschwellen sind bei passiv geschalteten Funktionen ASR und ESP angehoben. Das ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP immer aktiv.
Funktionsablauf ASR- und ESP-ON, -Sport oder -OFF, nur bei Typ 212 (mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge))
Das ESP kann in 3 verschiedenen Betriebszuständen betrieben werden. Das Umschalten zwischen den Betriebszuständen erfolgt durch Betätigen der Taste ESP Sport Off AMG (S193/1). Um zwischen ESP-ON und ESP-Sport umzuschalten, darf der Schalter ESP OFF nur kurz betätigt werden. Das Abschalten des ESP erfordert ein langes Betätigen der Taste ESP Sport Off AMG für t > 2,5 s. Der Status der Taste ESP Sport Off AMG wird vom Steuergerät Fahrprogramm (N145) eingelesen und über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) gesendet.
Die Betriebszustände sind:
ESP-ON
ESP-Sport
ESP-OFF
ESP-ON
Das ABS, ASR und das ESP arbeiten wie beim Serienfahrzeug mit angepassten Regelschwellen.
Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF (A1e32) im Kombiinstrument sind erloschen, während einer ESP-Regelung blinkt die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm.
ESP-Sport
Das ABS arbeitet wie bei Serienfahrzeugen mit angepassten Regelschwellen.
Das ASR arbeitet bei aktiver Motormomentregelung mit deutlich reduzierter Eingriffstärke sowie einem daran angepassten einseitigen Bremseingriff zur Traktionsunterstützung.
Das ESP arbeitet mit reduzierter Eingriffsstärke und angepassten Regelschwellen.
Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument ist permanent eingeschaltet, während einer ESP-Regelung blinkt sie. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP SPORT".
ESP-OFF
Das ABS ist auf maximale Verzögerung ausgelegt. Der Fahrkomfort ist hier zweitrangig.
Das ASR arbeitet ohne Motormomentregelung. Nur der einseitige Bremseingriff zur Traktionsunterstützung ist aktiv.
Das ESP ist komplett deaktiviert, es erfolgen keinerlei Motormoment- und Bremseingriffe.
Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF im Kombiinstrument sind permanent eingeschaltet. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP OFF".
Während ESP-OFF werden alle Presafe-Funktionen deaktiviert.
Funktionsablauf Failboost (mit CODE B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)), Typ 212.0 mit CODE 494 (USA-Ausführung ab 1.9.09, Typ 212.0 außer CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.12.09, Typ 212.2
Die Funktion Failboost dient der Sicherstellung eines ausreichend hohen Bremsdruckniveaus im System bei mangelnder Bremskraftverstärkung durch den Bremskraftverstärker BAS.
Wird bei einer Bremsung durch den Fahrer mittels des Bremsunterdrucksensors (B64/1) (mit CODE B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)) erkannt, dass der Bremskraftverstärker BAS keine Fahrerunterstützung bietet, so stellt Failboost durch Ansteuerung der Hydraulikeinheit Traktionssystem die Fahrerunterstützung sicher. Es erfolgt eine hydraulische Verstärkung mit einem geeigneten Verstärkungsfaktor.
Funktionsablauf Overboost (mit CODE B03 (ECO Start-Stopp-Funktion)), Typ 212.090 mit CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.9.09, Typ 212.090 außer CODE 494 (USA-Ausführung) ab 1.12.09, Typ 212.272
Hat der Bremskraftverstärker die Grenze seiner pneumatischen Verstärkung erreicht, wird durch die Ansteuerung der Hochdruck- und Rückförderpumpe der Bremsdruck erhöht und so die gewohnte Bremskratfverstärkung ermöglicht.
Der Funktionsablauf Failboost und der Funktionsablauf Overboost unterscheiden sich in den Auslöseschwellen und in der hydraulischen Verstärkung.
Funktionsablauf PRE-SAFE
Die PRE-SAFE-Funktion ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge) integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge) eine der folgenden Situationen, wird die PRE-SAFE-Funktion aktiviert:
– Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)
– Starkes Übersteuern (ausbrechendes Fahrzeugheck in Verbindung mit heftigen ESP-Regeleingriffen)
– Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)
– Schnelle Lenkbewegungen bei hohen Geschwindigkeiten, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können
Funktionsablauf TEMPOMAT (TPM)
Der TEMPOMAT hält die vom Fahrer eingestellte Sollgeschwindigkeit, unabhängig vom Lastzustand des Motors und ohne Betätigung des Fahrpedals, konstant ein.
Der TEMPOMAT beinhaltet zusätzlich die Funktionen:
Permanenter Geschwindigkeitsbegrenzer
Variabler Geschwindigkeitsbegrenzer
(außer CODE 494 (USA-Ausführung))
Weitere Informationen zum Tempomat (TPM) sind in folgendem Dokument beschrieben:
Tempomat (TPM) Funktion
Funktionsablauf SSK
Der Stillstandskoordinator überwacht die bremsenden Assistenzsysteme DISTRONIC PLUS (bei ABR Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) und HOLD-Funktion unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeuges. Der SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.
Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung des SSK von den Assistenzsystemen angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Bei Fahrzeugen mit ABR Premium-System (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS)) ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung des SSK ab, wird durch einen aktiven Druckaufbau der Solldruck des SSK wieder eingestellt.
Eine Fahrzeugsicherung durch den SSK wird beim Eintritt folgender Ereignisse notwendig:
– Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)
– Motor aus, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
– Unter- und Überspannung
– aufgrund einer Anforderung zur Fahrzeugsicherung (z. B. DISTRONIC PLUS)
– ESP- und CAN-Fehler, die zu einer temporären Abschaltung führen
– SSK-Überwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen
– nach der definierten Haltedauer von 10 min
Die Fahrzeugsicherung erfolgt mittels der Warnstrategie. Die Warnstrategie bezieht den Fahrer aktiv in den Sicherungsvorgang mit ein, so dass eine Fahrzeugsicherung durch eine Fahrerhandlung erfolgen muss. Die Warnstrategie gliedert sich in 3 Stufen.
Stufe 1 der Warnstrategie
Der Fahrer wird mittels einer Meldung im Kombiinstrument gewarnt. Dabei unterscheiden sich die Meldung je nach Getriebetyp. Bei Schaltgetrieben erscheint die Meldung "Sofort Bremsen!" im Kombiinstrument. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe wird der Fahrer durch die Meldung "Wählhebel nach P" gewarnt.
Stufe 2 der Warnstrategie
Bei Stufe 2 der Warnstrategie wird der Fahrer zusätzlich durch ein dezentes Hupen, welches durch das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn angesteuert wird, gewarnt.
Das Hupen ertönt bei Eintritt folgender Ereignisse:
– Motorhaube geöffnet
– Motor aus (außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt), Fahrertür ist geöffnet und Fahrergurt ist nicht gesteckt
– Zündung Aus, Fahrertür ist geöffnet und Fahrergurt ist nicht gesteckt
Stufe 3 der Warnstrategie
Die Stufe 3 der Warnstrategie intensiviert das Hinweishupen bei folgenden Ereignissen:
– Verriegelungsversuch des Fahrzeugs mit dem Schlüssel
– das Hinweishupen der Stufe 1 und Stufe 2 liegt für eine längere Zeit an
Das Hupen wird sofort abgebrochen, sobald der Fahrer das aktive Assistenzsystem deaktiviert hat. Dies kann durch Einlegen der Fahrstufe "P" oder durch Betätigen des Bremspedals erfolgen.
Türkontakt-Plausibilisierung
Die Plausibilisierung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Schalter Drehfalle Vordertür links (A85s1) oder Schalter Drehfalle Vordertür rechts (A85/1s1) (abhängig von der globalen Ländercodierung Rechts- oder Linkslenker), eingelesen vom Steuergerät Vordertür links (N69/1) oder Steuergerät Vordertür rechts (N69/2) und über Innenraum-CAN und Fahrwerk-CAN, mit der Schnittstelle Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn zum Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)). Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilisierung im SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) gespeichert.
SSK-Abschaltung
Eine Abschaltung des SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) und extern über Fahrwerk-CAN mitgeteilt. Eine Aktivierung der Assistenzsysteme ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer SSK-Abschaltung und einem aktiven Assistenzsystem sofort die Fahrzeugsicherung angefordert.
Rutschen und Schleudern
Der SSK überwacht bei Fahrzeugstillstand, ob das Fahrzeug rutscht oder schleudert. Dabei darf keine Aktivierung der Assistenzsysteme erfolgen. Bei Bremspedalbetätigung und rutschendem Fahrzeug müssen sich die aktiven Assistenzsysteme deaktivieren.
Funktionsablauf Lenkassistenz (bei Fahrzeugen mit elektrischer Servolenkung)
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
– Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
– Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) erfasst.
Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Lenkassistenzanforderung" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung (A91m1) entsprechend ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei CODE 494 (USA-Ausführung))
Fahrzeuggeschwindigkeit > 50 km/h
Verzögerung 7,5 m/s²
BAS ausgelöst
ABS regelt an beiden Vorderrädern
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei CODE 494 (USA-Ausführung))
Im Falle einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) ein entsprechendes Signal über den Fahrwerk-CAN zum Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond (N10/2) weiter. Vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond werden für die Dauer des Signales (mind. 1 s) das Bremslicht mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz angesteuert.
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
– Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (A1e17)
– Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm
– Meldungen im Multifunktions-Display (A1p13)
– Warnleuchte Bremsflüssigkeit und Feststellbremse (A1e7)
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer CODE 233 (DISTRONIC PLUS), außer CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) oder des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (mit CODE 233 (DISTRONIC PLUS) oder mit CODE 990 (AMG-Fahrzeuge)) steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand (S11) und des Kontrollschalters Feststellbremse wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über Innenraum-CAN (CAN B) an das Kombiinstrument gesendet.
Referenzierte Dokumente
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