gf4231s0001c

Brake Assist (BAS) Funktion

Typ gf · Thema 42.31 · Version 0102 · 2014-05-19

Gültig für: TYP 415

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.31 Brake Assist (BAS) — Baureihe 415

GF42.31-S-0001C

Brake Assist (BAS) Funktion

19.5.14

TYP

415

Brake Assist (BAS) Funktion

Das Diagramm zeigt die Funktion "Bremsung mit Brems-Assistent-System (BAS)" in Form einer grafischen Darstellung.

a

Unzureichende Bremsung

b

Zögerliche Bremsung

c

Bremsung Brems-Assistent-System (BAS)

P42.31-0210-11

Bremsverhalten

Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Fahrer in Notbremssituationen vor allem in der Anfangsphase der Bremsung das Bremspedal zwar schnell aber nicht stark genug betätigen. Man unterscheidet:

Die zögerliche Bremsung, z. B. der Fahrer bringt in der Anfangsphase zu wenig Pedalkraft auf und steigert sie zu langsam.

Die unzureichende Bremsung, z. B. der Fahrer bringt während der gesamten Bremsung zu wenig Pedalkraft auf.

Um diese Situationen zu verbessern, wurde das BAS entwickelt.

Die Bremsverzögerung erreicht bei aktivem BAS wesentlich schneller ihren Maximalwert und behält diesen auch bei, solange die Regelung von BAS aktiv ist.

Aufgabe

Das BAS ist Teil des aktiven Sicherheitssystems. Es wird aktiv, wenn der Fahrer in einer Notsituation sehr schnell bremst. Anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal betätigt wird, erkennt das BAS, ob eine Notbremssituation vorliegt. Ist dies der Fall, so wird die Hochdruckladepumpe in der Hydraulikeinheit Traktionssystem aktiviert und dadurch die volle Bremskraft erreicht. Löst der Fahrer das Bremspedal, so wird dies erkannt und das BAS wieder deaktiviert.

Vorteile:

Das BAS mindert durch optimale Bremsverzögerung das Unfallrisiko in Gefahrensituationen und unterstützt dadurch den Fahrer erheblich.

Der Bremsweg wird bei zögerlicher oder unzureichender Bremsung durch das BAS wesentlich verkürzt.

Funktionsübersicht

Das BAS ist vollständig in das System Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®) mit dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) integriert. Nach dem Motorstart findet eine Selbstdiagnose des ESP® statt. Das Steuergerät ESP® liest u. a. die Signale der folgenden Systemkomponenten ein und wertet diese aus:

Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1).

Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2).

Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3).

Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4).

Im Steuergerät ESP® integrierte Sensoren für Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung.

Im Steuergerät ESP® integrierter Bremsdrucksensor.

Vom Radio (A2) die Fahrzeuggeschwindigkeit.

Steuergerät CDI (N3/9) bzw. Steuergerät ME (N3/10).

Von der elektrischen Servolenkung (EPS) (N68) den Lenkwinkel und die Lenkgeschwindigkeit.

Schalter Bremslicht (S9/1), zur Ermittlung des Betätigungszustands des Bremspedals.

Taste ESP® OFF (S76/6).

Die folgenden Funktionen werden im Steuergerät ESP® gesteuert:

Funktionen des ESP®

Funktionen des Antiblockiersystems (ABS)

Funktionen der Motorschleppmoment-Regelung (MSR)

Funktionen des Brems-Assistent-Systems (BAS)

Funktionen des Systems Antriebsschlupfregelung (ASR)

Funktionen des Systems Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)

Aktivierung des BAS

Mithilfe der eingelesenen Informationen überprüft das Steuergerät ESP®, ob alle folgenden Bedingungen zur Aktivierung des BAS erfüllt sind und aktiviert das BAS:

Nach dem Motorstart und nach erfolgter Selbstdiagnose ist kein Fehler vorhanden, das BAS ist frei gegeben.

Mindestfahrgeschwindigkeit 6 bis 10 km/h ist erreicht.

Schalter Bremslicht ist aktiviert.

Bei Betätigung des Bremspedals ist die Pedalgeschwindigkeit größer als der vorgegebene Grenzwert für die zugehörige Fahrzeuggeschwindigkeit.

Bremsung mit BAS

Die Bremsung mit dem BAS erfolgt wie ein normaler Bremsvorgang, nur dass entsprechend der Pedalgeschwindigkeit der Druckaufbau schneller durchgeführt wird. Aus der Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals und der Fahrzeuggeschwindigkeit erkennt das Steuergerät ESP®, dass die Voraussetzungen für eine Zuschaltung des BAS vorliegen.

Deaktivierung des BAS

Mithilfe der eingelesenen Informationen überprüft das Steuergerät ESP®, ob mindestens eine der folgenden Bedingungen zur Deaktivierung des BAS vorliegt und deaktiviert das BAS:

Fahrgeschwindigkeit = 0 km/h.

Motor ist ausgeschaltet.

Höchsteinschaltdauer des BAS ist überschritten.

Kein Signal vom Schalter Bremslicht.

Funktionsstörung des BAS.

Bremspedaldruck wird vom Fahrer so weit abgesenkt, dass keine Notfallbremsung mehr erforderlich ist.

Rückwärtsfahrt.

Steuergerät ESP/BAS Anordnung/Aufgabe

GF42.45-S-4501C

Hydraulikeinheit Traktionssystem Anordnung/Aufgabe

GF42.50-S-4010C

Referenzierte Dokumente