gf4231p2000kj

Bremsung BAS Funktion

Typ gf · Thema 42.31 · Version 0100 · 2017-04-13

Gültig für: Typ 453.0/3/4 mit Code 258 (Aktiver Brems-Assistent)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.31 Brake Assist (BAS) — Baureihe 453 (Baumuster 0**, 3**, 4**)

GF42.31-P-2000KJ

Bremsung BAS Funktion

13.04.2017

Typ

453.0/3/4

mit Code 258 (Aktiver Brems-Assistent)

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Brems-Assistent-System (BAS)

Aktiver Brems-Assistent nicht über Menü im Kombiinstrument deaktiviert

Keine Unter- oder Überspannung

Motor läuft (außer Typ 453.091/391/491)

Antriebsstrang betriebsbereit (nur Typ 453.091/391/491)

Verschmutzungs- und Funktionsprüfung des Radarsensors erfolgreich abgeschlossen

Fahrzeug nicht in Rückwärtsbewegung

Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (außer Typ 453.091/391/491) sendet das Steuergerät ME (N3/10) das Signal der Motordrehzahl über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM Mitte (N10/10) und von dort über Frontbereich-CAN (CAN G) an die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff (A90). Daraus erkennt die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff, dass der Motor läuft. Bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb (nur Typ 453.091/391/491) sendet das Steuergerät Elektroantrieb (N127) die Botschaft "Antriebsstrang betriebsbereit" über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM Mitte und von dort über Frontbereich-CAN an die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff.

Bremsung BAS Funktion (Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff) allgemein

Detaillierte Informationen zum Funktionsablauf Kollisionswarnung sind der Beschreibung "Aktiver Brems-Assistent Funktion" zu entnehmen.

Der Aktive Brems-Assistent (Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff) bei Code 258 (Aktiver Brems-Assistent) leitet bei ausbleibender Reaktion des Fahrers auf die Warnungen, eine autonome Teilbremsung ein bzw. unterstützt den Fahrer bei einer Vollbremsung. Dadurch kann eine mögliche Kollision verhindert oder deren Folgen zumindest gemildert werden. Das Steuergerät SAM Mitte ist die zentrale Datenschnittstelle im System Abstandswarnfunktion und routet die Daten zwischen der Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff, dem Steuergerät ME (außer Typ 453.091/391/491) oder dem Steuergerät Elektroantrieb (nur Typ 453.091/391/491) und dem Kombiinstrument (A1) zur Signalausgabe an den Fahrer. Ebenfalls empfängt es Daten vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) zur Informationsbeschaffung und sendet entsprechende Daten zur Einleitung einer autonomen Bremsung. Eine autonome Bremsung wird nur bei einer möglichen Kollision mit dynamischen (beweglichen) Objekten eingeleitet. Ein Objekt muss mindestens einmal zuvor als vorausfahrend erkannt werden. Bei rein statischen Objekten erfolgt keine autonome Bremsung. Umwelteinflüsse oder Fehlerquellen außerhalb des Systems können den Aktiven Brems-Assistenten vorübergehend stören. Die Bremsung BAS Funktion wird in zwei Teilfunktionen beschrieben:

Funktionsablauf Bremsunterstützung

Funktionsablauf autonome Bremsung

Funktionsablauf Bremsunterstützung

Reagiert der Fahrer auf die kollisionskritische Abstandswarnung mit einer Vollbremsung, wird er dabei vom Brems-Assistenten unterstützt, um den Bremsweg bis zum Hindernis optimal zu nutzen. Die Bremsunterstützung steht in einem Geschwindigkeitsbereich von v  30 km/h bis v ca. 140 km/h zur Verfügung.

Die Vollbremsung definiert sich über die Betätigungsgeschwindigkeit und die Betätigungsstärke, mit der das Bremspedal getreten wird.

BAS erkennt eine Notbremssituation anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Aktivierungsschwelle eine Notbremsung ein. Bei Fahrzeugen mit Code 258 (Aktiver Brems-Assistent) wird zusätzlich im Gegensatz zu Fahrzeugen mit reiner Abstandswarnfunktion (Code 252 (Abstandswarnfunktion)), die Aktivierungsschwelle des BAS heruntergesetzt, wenn die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff zusätzlich eine kollisionskritische Situation erkennt. Daher wird bei einer kollisionskritische Situation der Fahrer zusätzlich vom System unterstützt, wenn er nicht stark bzw. schnell genug bremst.

Die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff wertet die Daten des internen Radarsensors aus und sendet den Systemstatus, stehendes oder vorausfahrendes Objekt, relative Geschwindigkeit in m/s sowie die Distanz zu vorausfahrenden bzw. stehenden Objekten in diversen CAN-Botschaften über Frontbereich-CAN an das Steuergerät SAM Mitte. Das Steuergerät SAM Mitte sendet daraufhin diese CAN-Botschaften über Innenraum-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm zur Einleitung der Bremsunterstützung. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm berechnet permanent die notwendige Bremskraft. Die Einleitung der Bremsunterstützung ist abhängig von der relativen Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug bzw. zum Hindernis. Z. B. erfolgt die Einleitung der Bremsunterstützung bei einer relativen Geschwindigkeit von 30 km/h ca. t  0,7 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 40 km/h erfolgt die Einleitung ca. t  0,75 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 50 km/h erfolgt die Einleitung ca. t  0,8 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 10 km/h erfolgt diese ca. t  0,5 s vor einer möglichen Kollision.

Die Betätigungsgeschwindigkeit und die Betätigungsstärke werden vom Bremsunterdrucksensor (B64/1) erfasst. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale des Bremsunterdrucksensors direkt ein, errechnet das vom Fahrer angeforderte Bremsmoment.

Im Falle einer notwendigen Vollbremsung wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, das aktuell angeforderte Bremsmoment aus und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein.

Wenn eine Kollision unausweichlich ist, werden zusätzlich zum Bremseingriff Maßnahmen für den Insassenschutz ergriffen. Detaillierte Informationen sind hierzu der separaten Funktionsbeschreibung "Supplemental Restraint System Funktion" zu entnehmen.

Entfällt die Betätigung bzw. nimmt die Intensität der Betätigung des Bremspedals durch den Fahrer deutlich ab, wird die Bremskraftverstärkung auf die Fahrerbremsung reduziert und der Brems-Assistent deaktiviert. Betätigt der Fahrer das Fahrpedal, wird der Brems-Assistent ebenfalls deaktiviert.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen autonome Bremsung

Fahrzeuggeschwindigkeit: ca. v = 30  km/h bis 140 km/h (auf vorausfahrende Hindernisse)

Funktionsablauf autonome Bremsung

Schon vor einer autonomen Bremsung, bei einer kollisionskritischen Warnung, wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Hydraulikanlage des Bremssystems unter leichten Druck gestellt (Vorfüllen), sodass die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt werden und bei Nässe ein vorhandener Wasserfilm abgestreift werden kann, ohne dass das Fahrzeug hierbei verzögert wird. Bei einer darauf folgenden autonomen Bremsung kann hierdurch entsprechend früher das Fahrzeug abgebremst werden.

Wenn der Fahrer nicht auf die kollisionskritische Warnung reagiert, leitet der Aktive Brems-Assistent eine autonome Bremsung (leichte bis mittlere Verzögerung) und die Reduzierung des Motordrehmoments ein. Der Aktive Brems-Assistent berechnet das notwendige Bremsmoment unter Berücksichtigung folgender Einflussgrößen:

Relative Geschwindigkeit (Differenzgeschwindigkeit) zum Fahrzeug oder Hindernis

Abstand zum Fahrzeug

Die Steuereinheit Abstandswarnfunktion mit aktivem Bremseingriff sendet den Status der FCW (Systemstatus), stehendes oder vorausfahrendes Objekt, relative Geschwindigkeit in m/s sowie die Distanz zu vorausfahrenden bzw. stehenden Objekten und die Anforderung zur Einleitung eines Bremsmoments in diversen CAN-Botschaften über Frontbereich-CAN an das Steuergerät SAM Mitte. Das Steuergerät SAM Mitte sendet daraufhin diese CAN-Botschaft zur Einleitung des Bremsmoments über Innenraum-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet die eingehenden Anforderungen aus, steuert die Hydraulikeinheit Traktionssystem direkt an und es sendet die Anforderung zur Motordrehmomentreduzierung über Innenraum-CAN an das Steuergerät Elektroantrieb (Typ 453.091/391/491) oder an das Steuergerät ME (außer Typ 453.091/391/491).

Der Brems-Assistent des Typs 453 kann bis ca. 140 km/h Fahrzeuggeschwindigkeit auf bewegliche bzw. vorausfahrende Hindernisse reagieren. Auf statische Hindernisse reagiert der Brems-Assistent nicht.

Der Zeitpunkt der Einleitung der autonomen Bremsung ist abhängig von der relativen Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. Z. B. erfolgt die Einleitung der autonomen Bremsung bei einer relativen Geschwindigkeit von 30 km/h ca. t  0,8 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 40 km/h erfolgt die Einleitung ca. t  0,95 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 50 km/h erfolgt die Einleitung ca. t  1,1 s vor einer möglichen Kollision. Bei einer relativen Geschwindigkeit von 10 km/h erfolgt diese ca. t  0,5 s vor einer möglichen Kollision.

Wenn eine Kollision unausweichlich ist, werden zusätzlich zum Bremseingriff Maßnahmen für den Insassenschutz ergriffen. Detaillierte Informationen sind hierzu der separaten Funktionsbeschreibung "Supplemental Restraint System Funktion" zu entnehmen. Detaillierte Informationen zu Warnmeldungen sind der separaten Funktionsbeschreibung "Aktiver Brems-Assistent Funktion" zu entnehmen.

Funktionsschema Elektrik Aktiver Brems-Assistent

Typ 453.0 (außer 453.091), 453.3 (außer 453.391), 453.4 (außer 453.491) mit Code 258 (Aktiver Brems-Assistent)

PE30.30-P-2070-97BBA

Typ 453.091/391/491 mit Code 258 (Aktiver Brems-Assistent)

PE30.30-P-2070-97BEA

Übersicht Systembauteile Fahrassistenzsysteme

GF54.00-P-9998KJ

Referenzierte Dokumente