gf4015p0001rd

Reifendruckkontrolle Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0102 · 2015-11-23

Gültig für: Typ 172.4 mit Code 475 (Reifendruckkontrolle)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 172 (Baumuster 4**)

GF40.15-P-0001RD

Reifendruckkontrolle Funktion

23.11.15

Typ

172.4

mit Code 475 (Reifendruckkontrolle)

Reifendruckkontrolle Funktion

Blockschaltbild (bis Modell-J. 2017)

A1

Kombiinstrument

A1e66

Warnleuchte Reifendruckkontrolle

A1p13

Multifunktions-Display

A69/1

Reifendrucksensor vorn links

A69/2

Reifendrucksensor vorn rechts

A69/3

Reifendrucksensor hinten links

A69/4

Reifendrucksensor hinten rechts

B14

Außentemperatursensor

N10/1

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N88

Steuergerät Reifendruckkontrolle

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

X11/4

Diagnosekupplung

CAN B

Innenraum-CAN

CAN D

Diagnose-CAN

CAN E

Fahrwerk-CAN

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2561-75

Reifendruckkontrolle Funktion

Blockschaltbild (ab Modell-J. 2017)

A1

Kombiinstrument

A1e66

Warnleuchte Reifendruckkontrolle

A1p13

Multifunktions-Display

A69/1

Reifendrucksensor vorn links

A69/2

Reifendrucksensor vorn rechts

A69/3

Reifendrucksensor hinten links

A69/4

Reifendrucksensor hinten rechts

B14

Außentemperatursensor

N10/1

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N88

Steuergerät Reifendruckkontrolle

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

X11/4

Diagnosekupplung

CAN B

Innenraum-CAN

CAN D

Diagnose-CAN

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2599-75

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Klemme 15 EIN

System Reifendruckkontrolle (RDK) funktionsfähig

Der Status Klemme 15 wird dem Steuergerät Reifendruckkontrolle vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN (bis Modell-J. 2017) oder über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (ab Modell-J. 2017) bereitgestellt.

RDK allgemein

Die RDK unterstützt den Fahrer bei der Überprüfung des Reifendrucks und dient somit der aktiven Sicherheit. Die RDK überwacht den Druck in den einzelnen Reifen. Als Vergleichswert wird ein zuvor gespeicherter Solldruck für die Vorder- und Hinterräder herangezogen. Bei einem relevanten Druckverlust erfolgt eine Warnmeldung ggf. mit Positionsangabe an den Fahrer. Der Messbereich des Reifendrucks erstreckt sich zwischen p = 0 bis 6,375 bar.

Das System RDK setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Funktionsablauf Warnmeldungen

Funktionsablauf manueller Neustart

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung (außer Code 494 (USA-Ausführung bis Modell-J. 2014))

Funktionsablauf automatischer Einlernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle

Funktionsablauf Nachlauf

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Die RDK überwacht während der Fahrt kontinuierlich den Reifendruck aller rotierenden Räder. Die Reifendrucksensoren senden während der Fahrt alle t = 60 s Datentelegramme an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.

In diesen Datentelegrammen sind der Druck, die Reifenlufttemperatur, der Rad-Identifier (Rad-ID) und Statusinformationen (Drehrichtung, Betriebsmodus usw.) enthalten. Die Daten werden über Funk dem Steuergerät Reifendruckkontrolle übermittelt.

Weitere Eingangsgrößen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle berücksichtigt bei der Warnlogik außerdem die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit. Die Außentemperatur wird vom Außentemperatursensor erfasst, vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn direkt eingelesen und über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet. Das Kombiinstrument sendet die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN (bis Modell-J. 2017) oder über Fahrwerk-CAN 2 (ab Modell-J. 2017) an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.

Auftretende Warn- oder Hinweismeldungen werden im Kombiinstrument angezeigt.

Funktionsablauf Warnmeldungen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle wertet die Datentelegramme der Reifendrucksensoren kontinuierlich aus.

Wird an einem Reifen ein relevanter Druckverlust erkannt, sendet das Steuergerät Reifendruckkontrolle die Anforderung zur Ausgabe einer Warnmeldung über Fahrwerk-CAN (bis Modell-J. 2017) oder über Fahrwerk-CAN 2 (ab Modell-J. 2017) an das Kombiinstrument.

Das Kombiinstrument gibt eine Warnmeldung über das Multifunktions-Display aus und steuert die Warnleuchte Reifendruckkontrolle an.

Die Warnmeldungen setzen sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf weiche Warnung, bis Modell-J. 2014

Funktionsablauf weiche Warnung, ab Modell-J. 2014

Funktionsablauf harte Warnung

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Funktionsablauf weiche Warnung, bis Modell-J. 2014

Die weiche Warnung erfolgt erst unmittelbar nach Fahrtende (Klemme 15 AUS). Durch Diffusion verlieren die Reifen im Laufe der Zeit Luft. Als Komfortfunktion erhält der Fahrer deshalb rechtzeitig einen Hinweis auf die fällige Korrektur der Reifendrücke.

Die Warnschwelle ist wie folgt definiert:

Druckverlust von p > 0,25 bar

Liegt während der Fahrt der Reifendruck mindestens eines Rades für einen Zeitraum von 12 min ununterbrochen unter der Warnschwelle, wird ein Warnton gesetzt, im Speicher vom Steuergerät Reifendruckkontrolle abgelegt und nach Fahrtende (Klemme 15 AUS) im Kombiinstrument angezeigt.

Eine Zurücknahme der Warnmeldungen erfolgt, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

Befüllung auf Solldruck

Erfolgreiche automatische Befüllerkennung (außer Code 494 (USA-Ausführung))

Manueller Neustart

Funktionsablauf weiche Warnung, ab Modell-J. 2014

Die weiche Warnung erfolgt bereits während der Fahrt.

Durch Diffusion verlieren die Reifen im Laufe der Zeit Luft. Als Komfortfunktion erhält der Fahrer deshalb rechtzeitig einen Hinweis auf die fällige Korrektur der Reifendrücke.

Die Warnschwelle ist wie folgt definiert:

Druckverlust > 12 % für t = 8 min (außer Code 494 (USA-Ausführung))

Druckverlust > 12 % für t = 18 min (bei Code 494 (USA-Ausführung))

Liegt während der Fahrt der Reifendruck mindestens eines Rades ununterbrochen unter der Warnschwelle, wird ein Warnton gesetzt und im Speicher des Steuergeräts Reifendruckkontrolle abgelegt. Es erfolgt eine Warnung im Multifunktions-Display und zusätzlich wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert.

Funktionsablauf harte Warnung

Die harte Warnung weist den Fahrer während der Fahrt auf einen deutlichen und sicherheitsrelevanten Druckverlust hin.

Warnschwelle:

Druckverlust > 20 %

Sinkt der Reifendruck unter den durch die Warnschwelle festgelegten Wert, wird nach maximal t = 5 min eine Warnmeldung im Multifunktions-Display angezeigt und die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert.

In den nachfolgenden Fahrzyklen wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle weiterhin angesteuert, solange das Problem nicht behoben ist. Wird der momentane Reifendruck auf den Solldruck erhöht oder ein manueller Neustart der RDK durchgeführt, so erlischt automatisch die Warnleuchte Reifendruckkontrolle und die Warnmeldung wird ebenfalls gelöscht.

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Wird während der Fahrt ein fortschreitender Druckverlust in einem bestimmten Zeitabschnitt (Gradient) festgestellt, muss von einem Reifendefekt ausgegangen werden. In diesem Fall wird eine Warnung ausgelöst, noch bevor das Auslösekriterium für die harte Warnung erreicht ist. Die Warnung erfolgt in der Regel spätestens t = 120 s nach Beginn eines Druckverlustes von p = 0,2 bar/min und wird im Multifunktions-Display vom Kombiinstrument als Warnmeldung "Achtung Reifendefekt" angezeigt.

Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt bei einem der folgenden Ereignisse:

Befüllung auf Solldruck

Erfolgreiche automatische Befüllerkennung (außer Code 494 (USA-Ausführung bis Modell-J. 2014))

Manueller Neustart

Bei Neueinschalten der Zündung nach einer Leckwarnung wird zunächst die Warnleuchte Reifendruckkontrolle im Kombiinstrument angesteuert. Wenn nach Fahrtbeginn die Drücke wieder dem Sollwert entsprechen, erlischt die Warnleuchte Reifendruckkontrolle.

Funktionsablauf manueller Neustart

Mit dem Neustart des Systems RDK werden die vom Fahrer eingestellten Reifendrücke vom Steuergerät Reifendruckkontrolle als neue Sollwerte übernommen.

Über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts kann im Kombiinstrument das Menü "Service/Reifendruck" aufgerufen, darin geblättert und das System neu gestartet werden.

Die Signale werden vom Steuergerät Mantelrohrmodul über Lenkungs-LIN eingelesen und über Fahrwerk-CAN (bis Modell-J. 2017) oder über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (ab Modell-J. 2017) an das Kombiinstrument gesendet. Anhand der Druckwerte zum Zeitpunkt des Neustarts werden die Druckschwellen für Warnungen festgelegt. Es erfolgt die sofortige Bedienrückmeldung über das Kombiinstrument.

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle filtert die neuen Druckwerte für t = 5 min ab Fahrtbeginn und prüft sie auf Plausibilität. Danach wird der jeweils mittlere Druckwert jeder Achse als neuer Sollwert für die Drucküberwachung abgespeichert.

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung (außer Code 494 (USA-Ausführung))

Eine automatische Befüllerkennung erfolgt, wenn bei Fahrtbeginn an mindestens 2 Rädern eine Druckänderung von mehr als p = 0,2 bar erkannt wurde. Zum Vergleich werden temperaturkompensierte und gefilterte Druckwerte herangezogen und mit den Werten der letzten Fahrt verglichen.

Nach ca. t = 5 min Fahrt und erfolgreicher Plausibilitätsprüfung werden die neuen Reifendrücke automatisch als Sollwerte übernommen. Eine Druckdifferenz zwischen dem rechten und linken Rad von > 0,5 bar (bis Modell-J. 2017) oder 17 % (ab Modell-J. 2014) gilt als unplausibel.

Funktionsablauf automatischer Einlernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle

Nach einer längeren Parkzeit von t > 19 min wird nach Fahrtbeginn die automatische Erkennung und Lokalisierung der Reifendrucksensoren gestartet. Ein neuer Reifendrucksensor ist nach maximal t = 10 min Fahrt automatisch eingelernt. Die Seitenlokalisierung erfolgt durch Auswerten der Drehrichtung, basierend auf Rechts-links-Informationen der Reifendrucksensoren.

Bei der Achszuordnung werden die näher am Empfänger liegenden Hinterräder stärker empfangen als die weiter entfernten Vorderräder. Der Empfangspegel der Reifendrucksensoren der Hinterachse ist stärker als die der Vorderachse.

Wurde das Steuergerät Reifendruckkontrolle erneuert, ist es erforderlich, mit Hilfe von XENTRY Diagnostics die geführte Routine "Inbetriebnahme" durchzuführen.

Ist es notwendig Reifendrucksensoren einzulernen, kann der Einlernvorgang mit XENTRY Diagnostics im Menü "Steuergeräteanpassung", Untermenü "Radelektronik Identifikationsnummer schreiben" erfolgen.

Durch die geführte manuelle Reifendruckabsenkung werden die Reifendrucksensoren nacheinander durch Luftablassen dazu veranlasst, ein Datenprotokoll zu senden, aus dem die entsprechende Rad-ID ausgelesen werden kann.

Wird das Triggertool verwendet, müssen nacheinander die einzelnen Reifendrucksensoren angetriggert werden, damit das entsprechende Datenprotokoll gesendet wird, aus dem die notwendige Rad-ID ausgelesen werden kann.

Funktionsvoraussetzungen Nachlauf

Klemme 15 AUS

Funktionsablauf Nachlauf

Nach dem Ausschalten der Zündung ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle noch für t = 19 min aktiv und kann Signale von den Reifendrucksensoren über Funk empfangen. Der Fahrwerk-CAN (bis Modell-J. 2017) oder der Fahrwerk-CAN 2 (ab Modell-J. 2017) geht im Nachlauf in den "Sleep"-Modus.

Funktionsschema Elektrik Reifendruckkontrolle (RDK)

PE40.15-P-2050-97TAA

Reifendruckkontrolle (RDK) Meldungen

GF40.15-P-0001-08RD

Referenzierte Dokumente