Konstruktionsdetails |
Y35.30-0112-05
Doppelachse
Bei einer Doppelachse folgen zwei Achsen unmittelbar aufeinander bzw. sind unmittelbar nacheinander angeordnet. Lastkraftwagen mit einer Doppelachse am Heck werden auch als Tandem-LKW bezeichnet. Beide Achsen sind Antriebsachsen, die das Fahrzeug vorwärtsbewegen. Doppelachsen können ein viel größeres Gewicht tragen und verleihen dem LKW mehr Stabilität. Darüber hinaus sorgen sie für mehr Laufruhe und bessere Traktion auf rutschigen Oberflächen.
Das Hinterachsaggregat ist eine Banjo-Achse, an deren Vorderseite der Mitteltrieb montiert ist. Die Hauptkomponente des Hinterachsaggregats ist das Achsgehäuse. Es handelt sich dabei um eine Hochleistungs-Starrachse mit doppelter Antriebsradlagerung. Das Ausgleichsgetriebegehäuse, das auch als Antriebskopf bezeichnet wird, ist am Achsgehäuse montiert.
Die Achswellen sind an einem Ende in den Radnaben gelagert und am anderen Ende mit dem Sonnenrad verzahnt. Sie werden am rechten und linken Ende eingebaut. Der Mitteltrieb lässt sich ohne vollständigen Ausbau des Achsgehäuses aus dem Fahrzeug entfernen.
Längssperre
Die Längssperre ist in die Vorderachse integriert und dient zur gleichmäßigen Verteilung der Antriebskraft auf die Vorder- und Hinterachse. Der vollsperrende Durchtrieb bietet maximale Traktion und bessere Fahreigenschaften auf rutschigen und unebenen Oberflächen.
Ausgleichsgetriebegehäuse-Baugruppe
Das aus Grauguss gefertigte Ausgleichsgetriebegehäuse enthält das Ausgleichsgetriebe mit Querwellen. Es weist eine spezielle Bauweise auf, bei der eine Hälfte des Ausgleichsgetriebegehäuses in das Tellerrad integriert ist. Das Ausgleichsgetriebe befindet sich in der einen Gehäusehälfte und wird mit dem Tellerrad abgeschlossen, das sich in der anderen Gehäusehälfte befindet.
Tellerrad
Beim Radsatz handelt es sich um einen Hypoid-Radsatz mit einem versetzten Zahneingriff, der eine breitere Zahnanlage ermöglicht. Die Tellerradzähne werden mit dem Kegelrad zur Anlage gebracht und auf dieses abgestimmt, um das endgültige Untersetzungsverhältnis bereitzustellen. Die Hypoidverzahnung sorgt für eine bessere Schmierung, eine hohe Drehmomentübertragung und größere Zuverlässigkeit.
Ausgleichsgetriebeträger
Der Ausgleichsgetriebeträger ist aus Grauguss gefertigt und enthält den vollständigen Zusammenbau aus Achsantrieb und Mitteltrieb, der in seitlichen Lagern abgestützt ist. Die Ausgleichsgetriebeträger-Baugruppe ist auf dem Hinterachsgehäuse montiert. Die spezielle Bauweise bietet Sicherheit durch die interne Abstützung auf dem Banjo-Gehäuse. Die Oberfläche im Außenbereich des Lagerdeckels ist beidseitig bearbeitet. Die Bearbeitung der Oberfläche sorgt für eine enge Toleranz zum Banjo-Gehäuse, damit das Hinterachsgehäuse durch das vom Antriebsstrang erzeugte Drehmoment selbst unter schweren Einsatzbedingungen nicht kippt.
Achswelle
Die Achswelle ist aus geschmiedetem, legiertem Vergütungsstahl gefertigt. Ein Ende der Achswelle ist verzahnt und das andere Ende mit einem Flansch versehen. Die linke Achswelle ist länger und besitzt zwei verzahnte Oberflächen, die in die Ausgleichsgetriebesperre und das Sonnenrad eingreifen.
Naben
Die Radnabe ist vollschwimmend in der Hinterachse gelagert und weist eine spezielle Bauweise auf. Die Schmierung der Nabenlager erfolgt mit Schmierfett und Ausgleichsgetriebeöl. Die Nabe nimmt die Bremstrommel und die Felge auf und wird von den Achswellen angetrieben. Die Achswelle ist mit Bolzen an den Radnaben befestigt. Anstelle einer Dichtung wird auf die Anschlussflächen Loctite-Dichtmittel aufgetragen. Durch die Schmierung mit Schmierfett und Öl sind die Serviceintervalle für den Ersatz des Schmierfetts länger.