P32.50-A035-79
Elektrohydraulische Federung Vorderachse Typ 223 |
1 | Luftbalg | 5 | Hydraulikleitungen | |
4 | Stoßdämpfer Hinterachse | 7 | Elektrohydraulische Steuereinheit |
Elektrohydraulische Federung Vorderachse Typ 167 |
1 | Luftbalg |
2 | Luftbalg Vorderachse |
5 | Hydraulikleitungen |
6 | Steuergerät Luftfederung, Kompressor und Ventile |
7 | Elektrohydraulische Steuereinheit |
P32.50-A028-75
P32.50-A034-79
Elektrohydraulische Federung Hinterachse Typ 223 |
1 | Luftbalg | 6 | Steuergerät Luftfederung, Kompressor und Ventile | |
2 | Luftbalg Vorderachse | 7 | Elektrohydraulische Steuereinheit | |
5 | Hydraulikleitungen |
Elektrohydraulische Federung Hinterachse Typ 167 |
1 | Luftbalg |
4 | Stoßdämpfer Hinterachse |
7 | Elektrohydraulische Steuereinheit |
P32.50-A027-75
Beispielhafte Darstellung Federbein mit Luftfeder und aktivem Dämpfer |
1 | Luftbalg |
2 | Hydropneumatik |
3 | Kolbenraum |
4 | Stoßdämpfer Hinterachse |
P32.50-2426-75
Übersicht
Dieses Dokument enthält Informationen zu:
Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Funktion
Fahrprogramme
Allgemeines
Die elektrohydraulische Federung ist ein vollständig aktives Fahrwerk und bietet eine weiche Grundfederung mit niedriger Eigenfrequenz. Die elektrohydraulische Federung kombiniert das Luftfedersystem mit elektrohydraulischen Dämpfern. Die elektrohydraulische Federung passt sowohl die Federung als auch die Dämpfung radselektiv an die Umgebungsbedingungen an.
Die proportional verstellbaren Gasdruckstoßdämpfer und die Luftbälge sind an Vorder- und Hinterachse in den Federbeinen integriert. Zusätzlich verfügt das System an Vorder- und Hinterachse jeweils über einen Drehstab-Stabilisator.
Die elektrohydraulische Federung bietet folgende Vorteile:
Das Fahrzeugniveau bleibt unabhängig der Zuladung konstant. Dadurch ist ein optimaler Abstand zwischen Rad und Radausschnittkontur des Kotflügels gewährleistet.
Bei Bedarf kann das Fahrzeugniveau zur Vergrößerung der Bodenfreiheit vom Fahrer über das MEDIA-Display angehoben werden.
Zur Reduzierung des Luftwiderstands und des Kraftstoffverbrauchs senkt sich das Fahrzeugniveau bei höheren Fahrgeschwindigkeiten automatisch ab.
Bei beladenem Fahrzeug steht der vollständige Federweg permanent zur Verfügung.
Funktionsvoraussetzungen
Zündung EIN (Klemme 15)
Funktion
Die elektrohydraulische Federung besteht im Wesentlichen aus:
Luftfederung mit Niveauregelung und ADS
Elektrohydraulischer Steuereinheit
Automatischer Absenkung über zwei Stufen bei höheren Geschwindigkeiten
Absenkfunktion und Anpassung der Dämpfungscharakteristik bei Fahrprogramm Sport/Sport+
Möglichkeit zur Einstellung eines erhöhten Fahrniveaus bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h (beladungsunabhängige Bodenfreiheit)
Die elektrohydraulische Federung ergänzt den Luftbalg (1) um eine teiltragende Hydropneumatik (2). Die Luftfederbälger tragen die Grundlast des Fahrzeugaufbaus und regeln das Fahrzeugniveau. Die Hydropneumatik (2) erzeugt dynamische Kräfte, die den Kräften der Luftfederbälger überlagert sind und den Fahrzeugaufbau aktiv abstützen und dämpfen. Beispielsweise ist das bei Längs- und Querbeschleunigung oder bei der Fahrt auf unebenen Straßen der Fall.
An jedem Rad ist ein hydraulischer Dämpfer verbaut, der an beiden Arbeitskammern über ein verstellbares Drosselventil sowie einen hydraulischen Speicher verfügt. Der hydraulische Dämpfer ist über Hydraulikleitungen mit der elektrohydraulischen Steuereinheit verbunden.
Das Steuergerät Luftfederung steuert die elektrohydraulischen Steuereinheiten an den Rädern an. Die Ansteuerung der Ventile und des Kompressors für die Luftfeder erfolgt ebenfalls über das Steuergerät Luftfederung.
Wird eine elektrohydraulische Steuereinheit angesteuert, verschiebt die integrierte Hydraulikpumpe die Hydraulikflüssigkeit zwischen Ringraum und Kolbenraum (3) im angeschlossenen hydraulischen Dämpfer. Dadurch lässt sich eine Druckdifferenz innerhalb des hydraulischen Dämpfers einstellen. Aus dieser Druckdifferenz resultiert am Kolben des hydraulischen Dämpfers eine Kraft, die so eingestellt wird, dass die angeforderte Dämpfungswirkung auf den Fahrzeugaufbau erreicht wird.
Das System verwendet im Wesentlichen folgende Sensorinformationen:
Drucksensoren
Aufbaubeschleunigungssensoren
Querbeschleunigungssensor
Niveausensoren an jedem Rad
Mit diesen Sensorinformationen steuert das Steuergerät Luftfederung im Wesentlichen folgende Stellglieder an:
Dämpfventileinheiten an jedem Rad
Elektrohydraulische Steuereinheiten an jedem Rad
Einflussgrößen
Die elektrohydraulische Federung erkennt den Fahrzustand und die Fahrzeugbeladung und passt die Regelung entsprechend an.
Die Anpassung der Regelung ist von folgenden Faktoren abhängig:
Fahrweise, z. B. dynamisch
Straßenbeschaffenheit, z. B. Bodenwellen
Fahrzeugbeladung
Fahrprogramm, z. B. Comfort
Aktive Kurvenneigung
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen für die aktive Kurvenneigung:
Fahrzeuggeschwindigkeit zwischen 30 km/h und 160 km/h
Wenn das Fahrprogramm Curve aktiviert ist, neigt sich das Fahrzeug aktiv in die Kurve. Dadurch erhöht sich der Fahrkomfort in Kurven. Außerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs entspricht das Fahrprogramm Curve dem Fahrprogramm Comfort.
Wenn eine Kurve angefahren wird, steuert das Steuergerät Luftfederung im Wesentlichen folgende Bauteile an:
Elektrohydraulische Steuereinheit vorn links
Elektrohydraulische Steuereinheit vorn rechts
Elektrohydraulische Steuereinheit hinten links
Elektrohydraulische Steuereinheit hinten rechts
Einzelradansteuerung
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen für die Einzelradansteuerung:
Fahrzeuggeschwindigkeit unter 15 km/h
Die Einzelradansteuerung ist eine Funktion der elektrohydraulischen Federung, mit der das Fahrzeugniveau an jedem Rad einzeln eingestellt werden kann. Dies kann dabei helfen, die Ausrichtung der Karosserie im Gelände zu verbessern.
In folgendem Fall wird die Einzelradansteuerung automatisch deaktiviert:
Es wird ein hartes Aufschlagen auf den Unterboden des Fahrzeugs erkannt.
Fahrzeuggeschwindigkeit über 15 km/h.
Eine Fahrzeugtür wird geöffnet.
Fahrprogramme
DYNAMIC SELECT
DYNAMIC SELECT ermöglicht es, dem Fahrer die Eigenschaften folgender Systeme zu ändern:
Antrieb
ESP®
Lenkung
Fahrwerk
Jedem System sind verschiedene Eigenschaften zugeordnet. Der Fahrer hat die Möglichkeit, vorgegebene Fahrprogramme auszuwählen oder einzelne Unterprogramme individuell zusammenzustellen.
Die Wahl des Fahrprogramms erfolgt über ein Bedienelement am MEDIA-Display.
Folgendende Fahrprogramme stehen dem Fahrer zur Verfügung:
Individual
Sport
Comfort
Curve
ECO
Der Fahrer erhält bei der Auswahl eines Fahrprogramms eine akustische und optische Bedienrückmeldung. Das gewählte Fahrprogramm wird als Status angezeigt und auf dem MEDIA-Display abgebildet. Grundeingestellt ist das Fahrprogramm Comfort. Fahrzeugtypen mit Plug-in HYBRID haben zusätzlich die Fahrprogramme Battery Level und Electric.
Weitere Fahrprogramme im Typ 167
Zusätzliche Fahrprogramme stehen dem Fahrer im Typ 167 zur Verfügung:
Offroad/Offroad+
Freifahrmodus
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen für die Fahrprogramme Offroad/Offroad+ und Freifahrmodus:
Offroadprogramm aktiviert
Fahrzeuggeschwindigkeit unter 15 km/h
Offroad/Offroad+
Die Fahrprogramme Offroad/Offroad+ bieten die Fahrwerksabstimmung für Fahrten abseits befestigter Straßen wie z. B. Feldwege, Schotter und Sand. Die Fahrprogramme Offroad/Offroad+ sind über den DYNAMIC SELECT Schalter, in der Mittelkonsole anzuwählen.
Freifahrmodus
Der Freifahrmodus ist eine Funktion der elektrohydraulischen Federung, die den Fahrer unterstützt, ein auf losem Untergrund (z. B. Sand, Schnee) festgefahrenes Fahrzeug wieder herauszumanövrieren.
Durch die Aktivierung des Freifahrmodus wird die Karosserie in langsame vertikale Schwingungen versetzt. Dadurch werden zeitweise die Räder stärker belastet, sodass diese mehr Haftung haben und das Fahrzeug freikommt.
In folgenden Fällen wird der Freifahrmodus automatisch deaktiviert:
Wenn ein hartes Aufschlagen auf den Unterboden des Fahrzeugs erkannt wird.
Nach einer Laufzeit von 30 Sekunden.
Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit größer als 15 km/h ist.
Wenn eine Fahrzeugtür geöffnet wird.
Fahrprogramm-Matrizen
Fahrprogramm-Matrix Typ 223 |
Fahrprogramme | Lenkung | Antrieb | ESP® | Fahrwerk |
ECO | Comfort | ECO | Comfort | Comfort/ECO |
Curve | Comfort | Comfort | Comfort | Curve |
Comfort | Comfort | Comfort | Comfort | Comfort |
Sport | Sport | Sport | Sport | Sport |
Sport+ | Sport | Sport | Sport | Sport+ |
Individual | Comfort | Comfort | Comfort/Sport | ECO/Comfort/Sport |
Battery Level | Comfort | Battery Level | Comfort | Comfort |
Electric | Comfort | Electric | Comfort | Comfort |
Maybach | Comfort | Maybach | Comfort | Maybach |
Fahrprogramm-Matrix Typ 167 |
Fahrprogramme | Lenkung | Antrieb | ESP® | Fahrwerk |
ECO | Comfort | ECO | Comfort | Comfort |
Curve | Comfort | Comfort | Comfort | Curve |
Comfort | Comfort | Comfort | Comfort | Comfort |
Sport | Sport | Sport | Sport | Sport |
Sport+ | Sport | Sport+ | Sport+ | Sport+ |
Individual | Comfort/Sport | ECO/Comfort/Sport | Comfort/Sport | Comfort/Sport |
Battery Level | Comfort | Battery Level | Comfort | Comfort |
Electric | Comfort | Electric | Comfort | Comfort |
Maybach | Comfort | Maybach | Comfort | Maybach |
Offroad | Comfort | Offroad | Offroad/Offroad+ | Offroad |
Offroad+ | Comfort | Offroad+ | Offroad | Offroad+ |
Optische Straßenerfassung
Darstellung optische Straßenerfassung |
8 | Optische Straßenerfassung |
P32.50-2422-74
Optische Straßenerfassung
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen für die optische Straßenerfassung:
Motor in Betrieb
Fahrzeuggeschwindigkeit zwischen 7 km/h und 130 km/h
Wenn die Multifunktionskamera verbaut ist, steht der elektrohydraulischen Federung zusätzlich die optische Straßenerfassung zur Verfügung. Dabei wird die Fahrbahn vor dem Fahrzeug durch die Kamera erfasst. Die Federbeine werden mit diesen Fahrbahninformationen bereits vor der Bodenwelle so angesteuert, dass Karosseriebewegungen beim Überfahren von Bodenwellen deutlich reduziert werden.
Die optische Straßenerfassung kann in folgenden Fällen beeinträchtigt oder außer Funktion sein:
Bei unzureichender Beleuchtung der Fahrbahn, z. B. bei Dunkelheit.
Bei Schnee, Regen, Nebel, starker Gischt, Blendung, direkter Sonneneinstrahlung oder wechselnden Lichtverhältnissen
Wenn die Frontscheibe im Bereich der Multifunktionskamera verschmutzt, beschlagen, beschädigt oder verdeckt ist.
Wenn die Fahrbahnoberfläche keine optische Struktur hat oder reflektiert.
Wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering ist.
Bei Streckenabschnitten mit sehr kleinen Kurvenradien
Aktive Wankstabilisierung
Durch die aktive Wankstabilisierung kann in Abhängigkeit der Fahrsituation, z. B. der Fahrzeuggeschwindigkeit, die Wankmomentverteilung zwischen vorderen und hinterem Drehstab dynamisch verstellt werden.
Die passiven Drehstäbe an Vorder- und Hinterachse werden durch zwei Drehstäbe ersetzt, die einen aktiven Eingriff erlauben. Der aktive Eingriff wird durch die Verwendung von hydraulischen Stabilisatoren ermöglicht.
Die relevante Eingangsgröße ist die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Diese wird zum einen über den Querbeschleunigungssensor aktive Wankstabilisierung gemessen und zum anderen rechnerisch vom Steuergerät aktive Wankstabilisierung durch folgende Eingangsgrößen ermittelt:
Lenkradwinkel, über den Lenkradwinkelsensor
Lenkradwinkelgeschwindigkeit, vom Steuergerät Mantelrohrmodul
Fahrzeuggeschwindigkeit, über die Drehzahlsensoren der vier Räder
Das Steuergerät aktive Wankstabilisierung regelt folgende Zustände:
Hydraulikölstrom der Hydraulikpumpe
Öldruck in der Hydraulikanlage der aktiven Wankstabilisierung
Drehrichtung des hydraulischen Stabilisatorstellers Vorder- und Hinterachse
Ziel ist ein stabiles für den Fahrer leicht zu beherrschendes Fahrverhalten des Fahrzeugs.
Funktionsschemata | |||
Funktionsschema ADS | |||
Typ 167, 223 mit Code 490 (Elektrohydraulische Federung) | |||
Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021 mit Code 489 (AIR BODY CONTROL) | |||
Weitere Grundfunktion | |||
Niveauregelung Grundfunktion | Typ alle (PKW) | ||
Steuergeräte | |||
Steuergerät Luftfederung Grundfunktion | Typ alle (PKW) | ||
Bauteile | |||
Beschleunigungssensor Grundfunktion | Typ alle (PKW) | ||
Querbeschleunigungssensor aktive Wankstabilisierung Grundfunktion | Typ alle (PKW) | ||
Elektrohydraulische Steuereinheit Grundfunktion | Typ 167 |
Referenzierte Dokumente
- gf3222p9890a Steuergerät Luftfederung Grundfunktion
- gf3232p2001a Beschleunigungssensor Grundfunktion
- gf3233p1002a Niveauregelung Grundfunktion
- gf3233p1002a
- gf3234p2000a Querbeschleunigungssensor aktive Wankstabilisierung Grundfunktion
- gf3250p2002a
- gf3250p2002a Elektrohydraulische Steuereinheit Grundfunktion