GF32.31-M-0001A | Hydraulische Absenkeinrichtung Funktion | 25.6.07 |
TYP 905.613
Minibus Sprinter Niederflur 6 t,
mit hydraulischer Absenkeinrichtung an der Vorderachse
M32.31-0031-06
Funktionsschema
1 Mikroschalter (Tür)
2 Relaisblock (auf Zusatzschalttafel für hydraulische Absenkeinrichtung)
3 Taste für manuelle Absenkung
4 Wählschalter für automatische oder manuelle Absenkung
5 Relaisblock (der Hydraulikeinheit)
6 Druckspeicher
7 Magnetventil
8 Niveausensor
9 Luftfederbalg
10 Vorratsbehälter
11 Hydraulikpumpe
12 Magnetventil "Heben"
13 Rückschlagventil
14 Verstellbares Dämpferbein
A Pneumatikleitung
B Hydraulikleitung
C Elektrische Leitung (Leitungssatz)
1 Allgemeines
Durch die hydraulische Absenkeinrichtung der Vorderachse ist ein einseitiges Absenken des Fahrzeugs an der Vorderachse möglich.
Durch die Anbindung der hydraulischen Absenkeinrichtung der Vorderachse an die elektronische Niveauregulierung (ENR) der Hinterachse kann das Fahrzeug komplett auf einer Seite abgesenkt werden (Kneeling).
Bei einem Linkslenkerfahrzeug wird das Fahrzeug auf der rechten Seite abgesenkt und bei einem Rechtslenkerfahrzeug auf der linken Seite.
2 Vorteil
Die Absenkung des Fahrzeugs auf einer Seite gestaltet das Ein- und Aussteigen für Personen komfortabler.
3 Aufbau
Die hydraulische Absenkeinrichtung der Vorderachse besteht aus einem geschlossenen hydraulischen System und dessen elektrischer Steuerung.
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3.1 Aufbau: Hydraulisches System
Die beiden Hauptkomponenten sind das verstellbare Dämpferbein (14) und die elektrisch betriebene Hydraulikpumpe (11).
Die Versorgung mit Hydrauliköl erfolgt über den Vorratsbehälter (10).
Eine Zusatzbatterie versorgt die Hydraulikpumpe (11) mit der Betriebsspannung.
3.2 Aufbau: Elektrische Steuerung Vorderachse
Die elektrische Steuerung erfolgt mit Hilfe von Relaisschaltungen.
Die Zusammenschaltung der verschiedenen Relais ergibt die Steuerungslogik.
‒ Elektrische Steuerung des Gesamtsystems über den Relaisblock (2) auf der Zusatzschalttafel.
‒ Elektrische Ankopplung der Hydraulikpumpe (11) über den Relaisblock (5) der Hydraulikeinheit.
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3.3 Aufbau: Elektronische Steuerung Hinterachse
‒ Am Rahmenquerträger im Bereich der Hinterachse ist ein pneumatisch ansteuerbarer Niveausensor (8) angebaut.
Der Niveausensor (8) ist über ein Gestänge mit dem Hinterachskörper verbunden.
‒ Ein elektrisch ansteuerbares Magnetventil (7) dient der pneumatischen Ansteuerung des Niveausensors (8).
4 Funktion
Die gesamte Funktion setzt sich zusammen aus zwei Teilfunktionen:
‒ Fahrzeug absenken.
‒ Fahrzeug anheben.
Das Absenken und Anheben des Fahrzeugs erfolgt entweder automatisch oder manuell gesteuert.
4.1 Voraussetzungen
Der Fahrzeugschlüssel befindet sich im Lenkschloss in Fahrstellung.
Die Fahrzeuggeschwindigkeit ist kleiner als 3 km/h.
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Nur bei manueller Steuerung:
Der Wählschalter für automatische oder manuelle Absenkung (4) steht nicht in Schaltstellung "1".
In dieser Schaltstellung kann die hydraulische Absenkeinrichtung auch bei Betätigung der Taste für manuelle Absenkung (3) nicht aktiviert werden.
Nur bei automatischer Steuerung:
Der Wählschalter für automatische oder manuelle Absenkung (4) steht in Schaltstellung "2".
Die hydraulische Absenkeinrichtung kann auch manuell durch Betätigung der Taste für manuelle Absenkung (3) gesteuert werden. Die manuelle Steuerung durch den Fahrer hat immer Priorität.
4.2 Funktion: Fahrzeug absenken
Auslösen der Funktion "Fahrzeug absenken":
‒ Manuell: Durch Drücken der Taste für manuelle Absenkung (3) in die Schaltstellung "Fahrzeug absenken".
‒ Automatisch: Durch das Öffnen der Tür, das über den Mikroschalter (1) erfasst wird.
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In beiden Fällen wird die Ansteuerung des Relaisblocks (2) zur weiteren Steuerung des Absenkvorganges eingeleitet.
Funktion "Fahrzeug absenken" an der Vorderachse:
‒ Über den Relaisblock (2) wird der Relaisblock (5) angesteuert.
‒ Die Hydraulikpumpe (11) wird in Betrieb genommen und erzeugt den notwendigen Druck und Volumenstrom zur Förderung des Hydrauliköls in den oberen Arbeitsraum des verstellbaren Dämpferbeins (14).
‒ Wenn der Druck des Hydrauliköls im oberen Arbeitsraum einen bestimmten Wert erreicht hat, beginnt die Kolbenstange einzufahren. Gleichzeitig fließt das Hydrauliköl des unteren Arbeitsraumes in den Vorratsbehälter (10) ab.
‒ Gegen die Kraft der Blattfeder wird das Fahrzeug an der Vorderachse abgesenkt.
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‒ Ein Rückschlagventil (13) zwischen der
Hydraulikpumpe (11) und dem verstellbaren
Dämpferbein (14) ermöglicht nur eine Flussrichtung des Hydrauliköls, und so lange das Magnetventil "Heben" (12) nicht angesteuert wird und in Sperrstellung geschaltet ist, kann kein Hydrauliköl aus dem oberen Arbeitsraum des verstellbaren Dämpferbeins (14) herausfließen, auch nicht bei abgeschalteter Hydraulikpumpe (11).
‒ Der Absenkweg ist durch einen mechanischen Anschlag am verstellbaren Dämpferbein (14) vorgegeben, wodurch eine Einstiegshöhe von ca. 250 mm erreicht wird.
Funktion "Fahrzeug absenken" an der Hinterachse:
‒ Das Magnetventil (7) wird vom Relaisblock (2) elektrisch angesteuert und steuert daraufhin pneumatisch den Niveausensor (8) an der Hinterachse an.
‒ Die Achse im Niveausensor (8) wird verdreht, wodurch der elektronischen Niveauregelung (ENR) ein erhöhtes Fahrzeugniveau vermittelt wird.
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‒ Die elektronische Niveauregulierung (ENR) der Hinterachse lässt mit einer definierten Zeitverzögerung Luft aus den Luftfederbälgen (9) ab, und das Fahrzeug senkt sich an der Hinterachse ab.
Die Zeitverzögerung ist notwendig, da die hydraulische Absenkeinrichtung der Vorderachse langsamer ist als die elektronische
Niveauregulierung (ENR) der Hinterachse.
4.3 Funktion: Fahrzeug anheben
Auslösen der Funktion "Fahrzeug anheben":
‒ Manuell: Durch Drücken der Taste für manuelle Absenkung (3) in die Schaltstellung "Fahrzeug anheben".
‒ Automatisch: Durch das Schließen der Tür, das über den Mikroschalter (1) erfasst wird.
In beiden Fällen wird die Ansteuerung des Relaisblocks (2) zur weiteren Steuerung des Anhebevorganges eingeleitet.
Funktion "Fahrzeug anheben" an der Vorderachse:
‒ Die Hydraulikpumpe (11) ist ausgeschaltet.
‒ Das Magnetventil "Heben" (12) wird angesteuert und schaltet in Durchflussstellung. Das Hydrauliköl kann jetzt aus dem oberen Arbeitsraum des verstellbaren
Dämpferbeins (14) über das Magnetventil "Heben" (12) in den Vorratsbehälter (10) fließen.
‒ Die Spannkraft der Blattfeder hebt das Fahrzeug an, und die Kolbenstange des verstellbaren Dämpferbeins (14) fährt aus. Gleichzeitig fließt Hydrauliköl vom Vorratsbehälter (10) in den sich vergrößernden unteren Arbeitsraum des verstellbaren Dämpferbeins (14).
‒ Wenn sich die Hebekraft der Blattfeder und die Gewichtskraft des Fahrzeugs im Gleichgewicht befinden und das Fahrzeug nicht mehr weiter angehoben wird, schaltet das Magnetventil "Heben" (12) wieder in Sperrstellung.