P30.30-2589-79
A1 | Kombiinstrument | S40/4 | TEMPOMAT Hebel | |
A1e59 | Warnleuchte DISTRONIC | S40/4r1 | DISTRONIC Regler | |
A1p13 | Multifunktionsdisplay | S40/4s1 | Schalter Wiederaufnahme aus Speicher | |
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | S40/4s2 | Schalter Verzögern und Fixieren | |
A89 | Elektrische Steuereinheit DISTRONIC | S40/4s3 | Schalter Beschleunigen und Fixieren | |
H4/61 | Lautsprecher Kombiinstrument | S40/4s4 | Schalter Ausschalten | |
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | S40/4s6 | Schalter SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung)) | |
N3/9 | Steuergerät CDI (Dieselmotor) | S40/4v1 | Leuchtdiode SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung)) | |
N3/10 | Steuergerät ME (Benzinmotor) | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung | |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | CAN C | Motor-CAN | |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | CAN C1 | Antriebs-CAN | |
N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | CAN H | Fahrdynamik-CAN | |
N127 | Steuergerät Antriebsstrang | CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN | |
S4 | Kombischalter | Flex E | Fahrwerk-FlexRay |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Keine Unter- oder Überspannung
DISTRONIC PLUS im Steuergerät elektronisches Zündschloss programmiert
Elektrische Steuereinheit DISTRONIC korrekt kalibriert und codiert
DISTRONIC PLUS über den TEMPOMAT Hebel eingeschaltet
Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit.
Feststellbremse nicht betätigt
Fahrstufe "D" eingelegt
Fahrzeug nicht in Rückwärtsbewegung
Verschmutzungs- und Funktionsprüfung der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC erfolgreich abgeschlossen
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC führt zur Sicherstellung ihrer einwandfreien Funktion nach jedem Motorstart eine Verschmutzungs- und Funktionsprüfung durch. Diese setzt ein Objekt im Erfassungsbereich voraus, das als Referenz verwendet wird. Wenn eine Fehlfunktion festgestellt wird oder kein Objekt im Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC vorhanden ist, kann die DISTRONIC PLUS nicht aktiviert werden.
Kein aktiver Eingriff durch das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®) erkannt
Stillstandskontrolle, Freigabe erteilt (Fahrertür/Fahrergurtschloss und Beifahrertür geschlossen)
DISTRONIC PLUS allgemein
Die DISTRONIC PLUS regelt nach Vorgabe des Fahrers automatisch die Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in einem Geschwindigkeitsbereich von v = 0 bis 200 km/h und v = 200 bis 0 km/h. Die Steuerung erfolgt durch die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Die DISTRONIC PLUS ist um die Funktion COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS erweitert. Diese beinhaltet die Funktionen Abstandswarnung, adaptiver Brems-Assistent und autonome Teilbremsung (Fahrzeuggeschwindigkeit bis v = 200 km/h). Wenn der Fahrer in einer unfallkritischen Situation nicht auf die Warntöne reagiert, leitet die elektrische Steuereinheit DISTRONIC eine autonome Teilbremsung ein.
Bei ausgeschalteter DISTRONIC PLUS wird die Situation vor dem Fahrzeug weiterhin erfasst und ausgewertet. In Gefahrensituationen wird dann wie zuvor beschrieben gewarnt bzw. autonom gebremst.
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC greift zur Umsetzung der DISTRONIC PLUS aktiv in das Motormanagement, die Getriebesteuerung und in die Steuerung der Bremsanlage ein.
Folgende Teilfunktionen der DISTRONIC PLUS sind in einem separaten Dokument beschrieben:
Automatische Geschwindigkeitsregelung
Variable SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung))
Permanenter Begrenzer
Folgende Grafik stellt die Funktionsweise der DISTRONIC PLUS dar:
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Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC, dargestellt Typ 205.0 |
1 | Fahrzeug, ausgerüstet mit DISTRONIC PLUS | A | Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC | |
2 | Vorausfahrendes Fahrzeug erfasst von der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC |
Die Bedienung der DISTRONIC PLUS erfolgt über den TEMPOMAT Hebel.
Aufbau TEMPOMAT Hebel |
S40/4 | TEMPOMAT Hebel |
S40/4r1 | DISTRONIC Regler |
S40/4s1 | Schalter Wiederaufnahme aus Speicher |
S40/4s2 | Schalter Verzögern und Fixieren |
S40/4s3 | Schalter Beschleunigen und Fixieren |
S40/4s4 | Schalter Ausschalten |
S40/4s6 | Schalter SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung)) |
S40/4v1 | Leuchtdiode SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung)) |
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Die Leuchtdiode SPEEDTRONIC (außer Code 494 (USA-Ausführung)) leuchtet, wenn die DISTRONIC PLUS deaktiviert und die Funktion variable SPEEDTRONIC vorgewählt ist. Das Steuergerät Mantelrohrmodul steuert die Leuchtdiode SPEEDTRONIC direkt an.
Bei jeder Betätigung des TEMPOMAT Hebels wird der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug für t = 5 s im Multifunktionsdisplay dargestellt. Bei Anwahl der Bedienebene "DISTRONIC PLUS" im Menü "Assistenz" wird die Abstandsgrafik permanent angezeigt. Die Anzeige der Abstandsgrafik kann unabhängig von der Aktivität der automatischen Abstandsregelung ein- oder ausgeschaltet werden. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug kann über den DISTRONIC Regler in sieben Stufen zwischen ca. t = 1,0 und 2,0 s eingestellt werden.
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC wertet folgende Eingangsgrößen aus:
DISTRONIC PLUS über den TEMPOMAT Hebel eingeschaltet (Funktionsvoraussetzung)
Betriebszustand Motor/Antriebsstrang (Funktionsvoraussetzung)
Status Feststellbremse (Funktionsvoraussetzung)
Eingelegte Fahrstufe (Funktionsvoraussetzung)
Fahreranforderung über TEMPOMAT Hebel
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung
Objekterkennung
Motorantriebsmoment
Bremsmoment
Beschleunigung/Gierrate
Radwinkel
Fahreranforderung Überholen (Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers am Kombischalter)
Bremspedalstellung
Fahrpedalstellung
DISTRONIC PLUS über den TEMPOMAT Hebel eingeschaltet:
Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Schalterstellung des TEMPOMAT Hebels direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Betriebszustand Motor/Antriebsstrang:
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Status Feststellbremse:
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet den Status der Feststellbremse (angelegt oder gelöst) über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Eingelegte Fahrstufe:
Informationen zur eingelegten Fahrstufe sendet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Fahreranforderung über TEMPOMAT Hebel:
Die Fahreranforderungen über den TEMPOMAT Hebel liest das Steuergerät Mantelrohrmodul direkt ein. Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Bediensignale des TEMPOMAT Hebels über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung:
Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus der Raddrehzahl errechnet. Die Beschleunigung wird über den Drehzahlanstieg definiert. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Raddrehzahlsignale über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Objekterkennung:
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC überwacht den Verkehrsraum vor dem Fahrzeug bis zu einer Entfernung von s = 200 m in einem Korridor von = 12°.
Motorantriebsmoment:
Informationen zum aktuell verfügbaren Motordrehmoment sendet das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, das dieses entsprechend auswertet und über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet.
Bremsmoment:
Informationen zum aktuell anliegenden Bremsmoment sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Beschleunigung/Gierrate:
Die Beschleunigung/Gierrate wird von dem in das Steuergerät Supplemental Restraint System integrierten Beschleunigungssensor erfasst. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet entsprechende Werte über Fahrdynamik-CAN, Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Aus Sicherheits- und Komfortgründen ist die maximale (positive) Beschleunigung der automatischen Abstandsregelung auf ca. a = 2,5 m/s2 begrenzt. Sie verhält sich antiproportional zur Fahrzeuggeschwindigkeit, das heißt, die positiven und negativen Beschleunigungen nehmen mit zunehmender Geschwindigkeit ab.
Radwinkel:
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm berechnet aus der Stellung der beiden Vorderräder den Radwinkel und sendet entsprechende Informationen über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Fahreranforderung Überholen (Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers am Kombischalter):
Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Bremspedalstellung:
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet den Status des Bremspedals über Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Fahrpedalstellung:
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zur Fahrpedalstellung über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an die elektrische Steuereinheit DISTRONIC.
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC gibt folgende Ausgangsgrößen (Anforderungen) aus:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen (Zurück- oder Hochschalten)
Objektinformationen
Bremsmoment anheben/reduzieren
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben
Motordrehmoment anheben/reduzieren:
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet die Anforderung "Motordrehmoment anheben" oder "Motordrehmoment reduzieren" über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet diese Anforderung sowie weitere fahrdynamische Anforderungen aus und sendet sie, ihrer Relevanz entsprechend, über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Motor-CAN an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME. Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME setzt diese Anforderung entsprechend um.
Sollgang einlegen (Zurück- oder Hochschalten):
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet die Anforderung "Sollgang einlegen" über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet diese Anforderung sowie weitere fahrdynamische Anforderungen aus und sendet sie, ihrer Relevanz entsprechend, über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Diese Anforderung ist als Schalt-Empfehlung zu verstehen. Das Zurück- oder Hochschalten des Automatikgetriebes erfolgt autark durch das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung selbst, abhängig vom aktuellen Betriebszustand.
Objektinformationen:
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet Objektinformationen (z. B. den Abstand und die Differenzgeschwindigkeit zum Zielfahrzeug und den Bewegungszustand des Zielfahrzeugs) über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Motor-CAN an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME.
Bremsmoment anheben/reduzieren:
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet die Anforderung "Bremsmoment anheben" oder "Bremsmoment reduzieren" über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm steuert daraufhin die Hydraulikeinheit Traktionssystem direkt an, die entsprechend der Ansteuerung das Bremsmoment erhöht oder reduziert.
Typ 205.012/047/147/212/247
bis Modell-J. 2019
mit Code 239 (Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC)
Typ 253.354/954
bis Modell-J. 2020
mit Code 239 (Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC)
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm entscheidet abhängig von weiteren Einflussgrößen wie beispielsweise dem aktuellen Ladezustand des Hochvolt-Bordnetzes, ob und in welchem Verhältnis die Verzögerung durch Rekuperation bzw. durch die Betriebsbremse erfolgt.
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben:
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet die Anforderungen zur Ausgabe von Warntönen, System- bzw. Warnmeldungen über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die entsprechende System- bzw. Warnmeldung wird über das Multifunktionsdisplay ausgegeben und der Lautsprecher Kombiinstrument direkt angesteuert.
Funktionsablauf DISTRONIC PLUS
Die Beschreibung der DISTRONIC PLUS erfolgt beispielhaft in folgender chronologischer Reihenfolge:
DISTRONIC PLUS aktivieren und automatisiert anfahren
Automatische Abstandsregelung
Fahrspurwechsel (Überholen)
Automatische Geschwindigkeitsregelung
Einscheren/Vordermannregelung
Abstandswarnung
Adaptiver Brems-Assistent
Autonome Teilbremsung
Automatisiertes Anhalten
Entsprechend den Fahreranforderungen und der aktuellen Verkehrssituation kann die Reihenfolge variieren.
DISTRONIC PLUS aktivieren und automatisiert anfahren
Es bestehen folgende Möglichkeiten zur Aktivierung der DISTRONIC PLUS:
Über den Schalter Wiederaufnahme aus Speicher am TEMPOMAT Hebel die zuletzt angewählte Setzgeschwindigkeit (Setzgeschwindigkeit v 30 km/h) abrufen.
Fahrpedal kurz betätigen.
Das Fahrzeug fährt an und passt seine Geschwindigkeit dem vorausfahrenden Fahrzeug maximal bis zur angewählten Setzgeschwindigkeit an. Wenn kein Fahrzeug vorausfährt, funktioniert die DISTRONIC PLUS wie der TEMPOMAT.
Bei stehenden Fahrzeugen gibt es eine definierte Entfernungsgrenze, ab der ein stehendes Fahrzeug nicht mehr angezeigt wird.
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Fahrpedalstellung
Fahreranforderung über TEMPOMAT Hebel
Objekterkennung
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung
Beschleunigung/Gierrate
Bremspedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Objektinformationen
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben
Automatische Abstandsregelung
Während der Fahrt (v < 20 km/h) kann die automatische Abstandsregelung erst aktiviert werden, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug erfasst wurde. Wenn das vorausfahrende Fahrzeug bremst oder beschleunigt, kann die DISTRONIC PLUS folgende Maßnahmen zur Verzögerung bzw. zur Beschleunigung des Fahrzeugs einleiten:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Bremsmoment anheben/reduzieren
Der Bremsvorgang erfolgt entsprechend des momentanen Fahrzustands durch hydraulische Druckeinsteuerung in die Radbremszylinder durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm bewertet hierzu diverse Einflussgrößen wie beispielsweise das geforderte Bremsmoment.
Typ 205.012/047/147/212/247
bis Modell-J. 2019
mit Code 239 (Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC)
Typ 253.354/954
bis Modell-J. 2020
mit Code 239 (Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC)
Die Bewegungsenergie wird innerhalb definierter Grenzen generatorisch in elektrische Energie umgewandelt (Rekuperation). Übersteigt das angeforderte Bremsmoment die Verzögerungsleistung durch das Rekuperieren (beispielsweise im Fall einer Vollbremsung), steuert das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm zusätzlich die Hydraulikeinheit Traktionssystem und somit die Betriebsbremse an.
Um ggf. eine Kollision zu vermeiden, muss der Fahrer das Bremspedal durchtreten, wenn für ihn ersichtlich ist, dass die eingeleiteten Maßnahmen nicht ausreichen.
Wenn das vorausfahrende Fahrzeug wieder beschleunigt, wird das Motordrehmoment angehoben und das Fahrzeug beschleunigt ebenfalls. Das Anheben des Motordrehmoments ist u. a. abhängig von der Steigung oder dem Gefälle.
Der Fahrer hat weiterhin durch das Betätigen des Fahrpedals die Möglichkeit, das Fahrzeug zu beschleunigen (z. B. bei einem Überholvorgang). Im Multifunktionsdisplay erscheint die Meldung "DISTRONIC passiv". Sollte die automatische Abstandsregelung eine höhere Beschleunigung erfordern, als der Fahrer vorgibt, wird die Fahreranforderung von der Anforderung der automatischen Abstandsregelung überlagert und die Meldung "DISTRONIC passiv" erlischt.
Die automatische Abstandsregelung ist auch dann aktiv, wenn der Beschleunigungswunsch des Fahrers unterhalb der der automatischen Abstandsregelung liegt.
Verlässt das vorausfahrende Fahrzeug den Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC, wird die automatische Abstandsregelung bei v < 20 km/h deaktiviert.
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Objekterkennung
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung
Beschleunigung/Gierrate
Motorantriebsmoment
Fahrpedalstellung
Fahreranforderung über TEMPOMAT Hebel
Bremspedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Bremsmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Objektinformationen
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben
Fahrspurwechsel (Überholen)
Bei einem Überholvorgang oberhalb einer Geschwindigkeit von v = 60 km/h wird das Fahrzeug ebenfalls automatisch beschleunigt. Der Fahrer muss hierzu den Überholvorgang durch das Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers einleiten. Sofern die automatische Abstandsregelung aktiviert ist, erkennt die elektrische Steuereinheit DISTRONIC, dass der Fahrer zu überholen beabsichtigt, und beschleunigt das Fahrzeug unter Berücksichtigung des Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Bei Annäherung an ein langsam fahrendes Fahrzeug und daher aktivem automatischen Bremseingriff wird dieser ausgesetzt, sofern der Fahrer den Überholvorgang durch das Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers einleitet. Falls erforderlich, wird das Fahrzeug zusätzlich beschleunigt.
Nach dem Überholvorgang beschleunigt das Fahrzeug auf die eingestellte Geschwindigkeit (automatische Geschwindigkeitsregelung), sofern kein vorausfahrendes Fahrzeug als Zielobjekt erfasst wurde. Wenn anschließend ein vorausfahrendes Fahrzeug als Zielobjekt erfasst wird, geht die automatische Geschwindigkeitsregelung wieder in die automatische Abstandsregelung über.
Der Überholvorgang wird in folgenden Situationen abgebrochen:
Kollisionsgefahr mit dem aktuellen Zielobjekt
Kollisionsgefahr mit einem im direkten seitlichen Vorausbereich fahrenden Fahrzeug
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Objekterkennung
Fahreranforderung über Kombischalter
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung
Beschleunigung/Gierrate
Motorantriebsmoment
Fahrpedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Bremsmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Objektinformationen
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben
Automatische Geschwindigkeitsregelung
Befindet sich das Fahrzeug in einer aktiven Abstandsregelung und das vorausfahrende Fahrzeug beschleunigt auf über v = 200 km/h oder entfernt sich aus dem Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC, geht die automatische Abstandsregelung in die automatische Geschwindigkeitsregelung über.
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Objekterkennung
Fahreranforderung über TEMPOMAT Hebel
Fahrzeuggeschwindigkeit/Beschleunigung
Beschleunigung/Gierrate
Motorantriebsmoment
Fahrpedalstellung
Bremspedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Bremsmoment anheben/reduzieren
Objektinformationen
Einscheren/Vordermannregelung
Schert während der Fahrt das vorausfahrende Fahrzeug aus und befindet sich davor ein weiteres Fahrzeug, wird nur dann auf das neue Zielfahrzeug geregelt, wenn es sich bewegt. Auf stehende Objekte wird nicht geregelt, es sei denn, einem vorausfahrenden Fahrzeug wird bis zum Stillstand gefolgt. Wenn während der Fahrt ein Fahrzeug in den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einschert, wird der Abstand zu diesem neuen Fahrzeug eingeregelt. Befindet sich das Fahrzeug in der automatischen Geschwindigkeitsregelung und schert ein Fahrzeug auf die befahrene Fahrspur ein, wird dieses als vorausfahrendes Fahrzeug registriert. Wenn der Abstand zum einscherenden Fahrzeug unterhalb des vorgewählten Werts liegt, bremst die DISTRONIC PLUS das Fahrzeug ab. Wenn die angeforderte Bremsleistung nicht ausreicht, werden eine optische Warnung und Warntöne ausgegeben und der Fahrer muss das Bremspedal treten.
Die DISTRONIC PLUS wird dabei deaktiviert. Dem Fahrer wird dieser Vorgang durch die Ausgabe einer Meldung "DISTRONIC PLUS AUS" im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments signalisiert. Der Fahrer kann die DISTRONIC PLUS anschließend erneut aktivieren.
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Objekterkennung
Fahrzeuggeschwindigkeit
Bremspedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Bremsmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Objektinformationen
Warntöne, System- bzw. Warnmeldungen ausgeben
Abstandswarnung
Die DISTRONIC PLUS warnt den Fahrer optisch und akustisch im Geschwindigkeitsbereich von v = 7 bis 250 km/h bzw. der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit vor fahrenden Hindernissen auf seiner Fahrspur. Die DISTRONIC PLUS unterscheidet hierbei zwischen einer statischen (außer Code 494 (USA-Ausführung)) und einer kollisionskritischen Abstandswarnung.
Statische Abstandswarnung (außer Code 494 (USA-Ausführung)):
Die Ausgabe der statischen Abstandswarnung erfolgt rein optisch.
Wenn im fließenden Verkehr der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug t = 0,8 s unterschreitet und für t > 3 s in diesem kritischen Abstand verblieben wird (z. B. bei einer Geschwindigkeit von v = 100 km/h, Abstand ca. s = 22,2 m), sendet die elektrische Steuereinheit DISTRONIC die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument steuert daraufhin die Warnleuchte DISTRONIC an.
Kollisionskritische Abstandswarnung:
Die Ausgabe der kollisionskritischen Abstandswarnung erfolgt optisch und akustisch.
Wenn ein Hindernis im Erfassungsbereich der elektrischen Steuereinheit DISTRONIC als unfallkritisch eingestuft wird (Kollision innerhalb von t < 2,6 s), sendet die elektrische Steuereinheit DISTRONIC die Anforderung zur Ausgabe der Warnung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument, das daraufhin die Warnleuchte DISTRONIC aktiviert und den Lautsprecher Kombiinstrument (Intervallwarnton) direkt ansteuert.
Die Rücknahme der Warnung erfolgt erst, wenn sich die Situation entschärft hat.
Vor stehenden Hindernissen wird nur im Geschwindigkeitsbereich von v 7 bis ca. 70 km/h gewarnt.
Optische Warnmeldung im Kombiinstrument |
A1e59 | Warnleuchte DISTRONIC |
J | Bereitschaftsanzeige Abstandswarnung |
P30.30-2597-71
Im Multifunktionsdisplay erfolgt die Darstellung invers, d. h. die Bereitschaftsanzeige Abstandswarnung ist bei aktiver Abstandswarnfunktion ausgeblendet. Wenn die Abstandswarnfunktion deaktiviert ist, wird die Bereitschaftsanzeige Abstandswarnung und zusätzlich der Schriftzug "OFF" angezeigt.
Bei aktiver DISTRONIC PLUS ist die Abstandswarnung grundsätzlich aktiv. Bei deaktivierter DISTRONIC PLUS kann der COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS, der auch eine Abstandswarnung beinhaltet, separat im Menü "COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS" des Kombiinstruments aktiviert werden.
Adaptiver Brems-Assistent
Reagiert der Fahrer in einer kritischen Situation mit einer Vollbremsung, wird er vom adaptiven Brems-Assistenten unterstützt. Um ggf. eine Kollision abzuwenden oder zumindest deren Folgen zu mildern, berechnet die elektrische Steuereinheit DISTRONIC die notwendige Bremskraftverstärkung. Der adaptive Brems-Assistent unterstützt den Fahrer in einem Geschwindigkeitsbereich von v = 7 bis 250 km/h bei einer Vollbremsung auf vorausfahrende Fahrzeuge und in einem Geschwindigkeitsbereich von v = 7 bis ca. 70 km/h auf stehende Hindernisse.
Die Vollbremsung definiert sich über die Betätigungsgeschwindigkeit und die Betätigungsstärke, mit der das Bremspedal getreten wird.
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC berechnet unter Berücksichtigung des aktuellen Abstands und der Annäherungsgeschwindigkeit zum Hindernis permanent die notwendige Bremskraft. Entfällt die Betätigung bzw. nimmt die Intensität der Betätigung des Bremspedals durch den Fahrer deutlich ab, wird die Bremskraftverstärkung auf die Fahrerbremsung reduziert und der adaptive Brems-Assistent deaktiviert. Betätigt der Fahrer das Fahrpedal, wird der adaptive Brems-Assistent ebenfalls deaktiviert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen autonome Teilbremsung
Fahrzeuggeschwindigkeit: v = 7 bis 200 km/h (auf vorausfahrende und stehende Hindernisse)
Autonome Teilbremsung
Wenn der Fahrer nicht auf die kollisionskritische Warnung reagiert, leitet die elektrische Steuereinheit DISTRONIC eine autonome Teilbremsung und die Reduzierung des Motordrehmoments ein. Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC berechnet das notwendige Bremsmoment (maximale Verzögerung ca. a = 6 m/s2) unter Berücksichtigung folgender Einflussgrößen:
Differenzgeschwindigkeit zum Fahrzeug oder Hindernis
Abstand zum Fahrzeug oder Hindernis
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC sendet die entsprechende Anforderung zur Erhöhung des Bremsmoments und zur Drehmomentreduzierung über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet die eingehenden Anforderungen aus, steuert daraufhin die Hydraulikeinheit Traktionssystem direkt an und sendet die Anforderung zur Drehmomentreduzierung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät CDI oder an das Steuergerät ME.
Um den Bremsweg bis zum Hindernis optimal zu nutzen, wird der Fahrer vom adaptiven Brems-Assistenten unterstützt, wenn er auf die autonome Teilbremsung reagiert und bremst.
Wenn eine Kollision unausweichlich ist, werden zusätzlich zum Bremseingriff Maßnahmen für den Insassenschutz ergriffen.
Automatisiertes Anhalten
Bei aktiver DISTRONIC PLUS folgt das Fahrzeug dem vorausfahrenden Fahrzeug bis zum Stillstand. Die Verzögerung erfolgt hierbei durch Rekuperation (Typ 205.012/047/147/212/247, 253.954) bzw. durch die Betriebsbremse. Die Betriebsbremse sichert zudem das stehende Fahrzeug gegen Wegrollen.
Nach einer definierten Zeitspanne wird zusätzlich die elektrische Feststellbremse aktiviert (Sicherungsstrategie Stillstandskontrolle).
Das Sichern des Fahrzeugs durch die DISTRONIC PLUS (Stillstandskontrolle) ersetzt nicht das Sichern des Fahrzeugs beim Parken.
Technische Umsetzung
Die elektrische Steuereinheit DISTRONIC empfängt bzw. sendet hierzu folgende Informationen bzw. Anforderungen:
Eingangsgrößen:
Objekterkennung
Fahrzeuggeschwindigkeit
Bremspedalstellung
Ausgangsgrößen:
Motordrehmoment anheben/reduzieren
Sollgang einlegen
Bremsmoment anheben/reduzieren
Objektinformationen
Folgende Verkehrssituationen zeigen die Grenzen der DISTRONIC PLUS auf:
Hindernisse und stehende Fahrzeuge |
P54.70-2559-01
Die DISTRONIC PLUS bremst nicht bei Hindernissen oder stehenden Fahrzeugen, wenn diese nicht zuvor als Zielobjekt erfasst wurden. Wenn z. B. das erfasste Fahrzeug abbiegt und sich dahinter ein Hindernis oder ein stehendes Fahrzeug befindet, erfolgt kein automatisierter Bremseingriff.
Kurven, Kurvenein- und -ausfahrten |
P54.70-2557-01
Die DISTRONIC PLUS kann Fahrzeuge im Bereich von Kurven nur eingeschränkt erkennen. Das eigene Fahrzeug kann dann unerwartet oder verspätet bremsen.
Querende Fahrzeuge |
P54.70-2562-01
Die DISTRONIC PLUS kann fälschlicherweise kreuzende Fahrzeuge erfassen.
Bei aktivierter Abstandsregelung kann das Fahrzeug ungewollt losfahren (z. B. an einer Ampel mit Querverkehr).
Versetzte Fahrweise |
P54.70-2608-01
Die DISTRONIC PLUS kann versetzt fahrende Fahrzeuge möglicherweise nicht erkennen. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird zu klein.
Spurwechsel von anderen Fahrzeugen |
P54.70-2609-01
Die DISTRONIC PLUS erkennt das einscherende Fahrzeug noch nicht. Der Abstand zum einscherenden Fahrzeug wird zu klein.
Schmale Fahrzeuge |
P54.70-2610-01
Die DISTRONIC PLUS erkennt das vorausfahrende Fahrzeug am Fahrbahnrand wegen dessen geringer Breite nicht. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird zu klein.
Referenzierte Dokumente
- gf5400p9998rf Übersicht Systembauteile Fahrerassistenzsysteme
- gf5400p9998rfm Übersicht Systembauteile Fahrerassistenzsysteme