gf2819p3000vgf

Steuerung Verteilergetriebe Funktion

Typ gf · Thema 28.19 · Version 0100 · 2015-02-06

Gültig für: TYP 166 mit GETRIEBE 725.0 ab Modell-J. 2016 mit CODE 430 (On & Offroad Paket)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 28 Verteilergetriebe › 28.19 Elektrik Getriebe — Baureihe 166

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 0**

GF28.19-P-3000VGF

Steuerung Verteilergetriebe Funktion

6.2.15

TYP

166 mit GETRIEBE 725.0

ab Modell-J. 2016

mit CODE 430 (On & Offroad Paket)

Funktionsvoraussetzungen Steuerung Verteilergetriebe allgemein

Senderschlüssel (A8/1) in Position "Zündung EIN"

Fahrstufe "N" eingelegt

Steuerung Verteilergetriebe allgemein

Das elektronisch gesteuerte Verteilergetriebe kombiniert die "High/Low-Schaltung" und die Zentralausgleichsgetriebesperre (Längssperre). Die Ansteuerung und Überwachung des Verteilergetriebes übernimmt das Steuergerät Verteilergetriebe (N15/7).

Steuerung Verteilergetriebe Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Punkte gegliedert:

Funktionsablauf "High/Low-Schaltung" (Straßen- und Geländeübersetzung)

Signalverlauf "High/Low-Schaltung" (Straßen- und Geländeübersetzung)

Funktionsablauf Längssperre

Signalverlauf Längssperre

Funktionsablauf "High/Low-Schaltung" (Straßen- und Geländeübersetzung)

Das Verteilergetriebe ist mit einem Planetenradsatz ausgestattet, welcher dem Fahrer das Schalten zwischen der Straßenübersetzung "High" und der Untersetzung "Low" durch Betätigung der Taste Low Range (N72s31) unter bestimmten Schaltbedingungen (High/Low < 40 km/h, Low/High < 70 km/h) während der Fahrt ermöglicht. Der Planetenradsatz befindet sich im Zentralausgleichsgetriebemodul. Die Straßenübersetzung "High" beträgt 1:1, die Untersetzung "Low" beträgt 2,93:1. Die Untersetzung ermöglicht dem Fahrer extreme Langsamfahrt bei Geländefahrten oder beim Ziehen eines Anhängers, welcher durch das Steuergerät Anhängererkennung (N28/1) erfasst wird (bei CODE 550 (Anhängevorrichtung)).

Das Steuergerät Verteilergetriebe überwacht und schaltet das Verteilergetriebe in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Stellung des Stellmotors Verteilergetriebe (M46/2)

Weiteren CAN-Signalen

Werden alle Schaltbedingungen erfüllt, steuert das Steuergerät Verteilergetriebe den Stellmotor Verteilergetriebe an und es erfolgt ein Übersetzungswechsel im Verteilergetriebe.

Signalverlauf "High/Low-Schaltung" (Straßen- und Geländeübersetzung)

Die Auswahl der gewünschten Übersetzung erfolgt über die Taste Low Range, welche in der Mittelkonsole auf dem Steuergerät Unteres-Bedien-Feld (N72) angeordnet ist. Das Steuergerät Unteres-Bedien-Feld legt das Signal auf den Mittelkonsolenschalter-LIN (LIN B12) zum Steuergerät SAM (N10). Der Datenfluss vom Steuergerät SAM verläuft über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) und Antriebs-CAN (CAN C) zum Steuergerät Verteilergetriebe. Das Steuergerät Verteilergetriebe verändert entsprechend der Anforderung die Stellung des Stellmotors Verteilergetriebe.

Die "High/Low-Schaltung" erfolgt unabhängig von der Fahrprogrammwahl. Es kann jedoch nicht in die Verteilergetriebestellung "Low" bei aktiviertem Fahrprogramm "Sport" geschaltet werden.

Der Absolut-Sensor Verteilergetriebe (B57) erfasst die Stellung der Schaltgabel "High/Low" im Verteilergetriebe und gibt die Information an das Steuergerät Verteilergetriebe weiter.

Funktionsablauf Längssperre

Das Motordrehmoment wird über das Zentralausgleichsgetriebe, bei geöffnetem Lamellenpaket der Längssperre, zu gleichen Teilen zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Um eine optimale Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse in allen Fahrsituationen zu gewährleisten, ist das Verteilergetriebe mit einer elektronisch gesteuerten Längssperre ausgestattet. Das Steuergerät Verteilergetriebe erkennt Radschlupf und sperrt das Zentralausgleichsgetriebe durch die Längssperre (Lamellenkupplung) entsprechend der Fahrsituation. Das Steuergerät Verteilergetriebe errechnet abhängig von der Fahrsituation und vom eingestellten Fahrprogramm ein optimales Sperrmoment (Vorsteuerung). Zur Vermeidung von Lastüber- und Lastuntersteuern wird zusätzlich zum optimalen Sperrmoment ein geeigneter Schlupfbereich der Lamellenkupplung errechnet. Die Aktivierung der Längssperre erfolgt durch das Steuergerät Verteilergetriebe über den Umschaltmagnet Verteilergetriebe (Y108) und den Stellmotor Verteilergetriebe.

Dazu benötigt das Steuergerät Verteilergetriebe folgende Informationen:

Raddrehzahlen (erfasst durch die Signale Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1), Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2), Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3) und Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4))

Motordrehmoment

Kurvenerkennung (über Signal Lenkradwinkelsensor (N49))

Reifentoleranzen

Signale Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111), welche über die Lenkradelektronik (N135) eingelesen werden

Das Steuergerät Verteilergetriebe berücksichtigt darüber hinaus Anforderungen der Systeme Antiblockiersystem (ABS) und Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®), um negative Einflüsse auf die Bremsstabilität zu vermeiden. Um die Funktionalität zu gewährleisten, wird bei einer Anforderung der Systeme ABS und ESP® die Längssperre geöffnet.

Hierzu stehen dem Steuergerät Verteilergetriebe folgende Parameter auf dem CAN-Bus zur Verfügung:

Signal Schalter Bremslicht (S9/1)

Verzögerung an der Hinterachse

Raddrehzahlen

ABS-Anforderung

ESP® Anforderung

Ein Sperren-Überlastungsschutz schützt die Längssperre vor Beschädigung und gewährleistet die größtmögliche Verfügbarkeit der Sperrenfunktion.

Über die Warnleuchte ESP®/ASR OFF (A1e32) wird der Status der Systeme ESP® und ASR angezeigt.

Die Diagnosekommunikation erfolgt über die Diagnosekupplung (X11/4), Diagnose-CAN (CAN D), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät CDI oder Steuergerät ME, und Antriebs-CAN.

Signalverlauf Längssperre

Die Auswahl des gewünschten Fahrprogramms erfolgt über den Fahrprogrammregler Offroad-Paket (N72/3s1), welcher auf dem Steuergerät Offroad-Bedienfeld (N72/3) angeordnet ist. Das Steuergerät Offroad-Bedienfeld legt ein Signal auf den Mittelkonsolenschalter-LIN zum Steuergerät SAM. Der Datenfluss vom Steuergerät SAM verläuft über den Innenraum-CAN zum Steuergerät elektronisches Zündschloss weiter über den Fahrwerk-CAN 1 zum Steuergerät CDI oder ME und über den Antriebs-CAN zum Steuergerät Verteilergetriebe. Die Aktivierung der Längssperre erfolgt durch Ansteuerung des Umschaltmagneten Verteilergetriebe und des Stellmotors Verteilergetriebe vom Steuergerät Verteilergetriebe.

Stellung
Fahrprogrammregler Offroad-Paket:

Individual

Sport

Comfort

Glätte

Offroad

Offroad +

Betriebszustand der Teilsysteme:

Fahrprogramm "M"

–

–

–

–

–

–

Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)

–

EIN

EIN

EIN

EIN

EIN

Adaptives Dämpfungs-System (ADS)

–

Sport

Komfort

Komfort

Komfort

Komfort

Niveauregelung

–

Sport

Normal

Normal

Stufe 1

Stufe 2

Downhill Speed Regulation

–

–

–

–

–

EIN

"High/Low"-Stellung

–

High

Frei wählbar

Frei wählbar

Frei wählbar

Frei wählbar

Funktionsschema Elektrik Steuerung Verteilergetriebe

PE28.19-P-2054-97ZNA

Übersicht Systembauteile Verteilergetriebe (VG)

GF28.10-P-9998VGF

Referenzierte Dokumente