gf2760p2002anm

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0100 · 2015-11-23

Gültig für: Getriebe 725.0 im Typ 231

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 231

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 0**

GF27.60-P-2002ANM

Getriebesteuerung Funktion

23.11.15

Getriebe

725.0 im Typ 231

Funktionsvoraussetzung Getriebesteuerung allgemein

Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht in der Auswertung verschiedener (für die Getriebefunktion relevanter) Eingangssignale. Davon abhängig werden die elektromechanischen Hydraulikventile (Elektromagnete) angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Automatikgetriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen.

Die Elektromagnete sind auf der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) positioniert. Diese sorgt für die hydraulische Funktionalität.

Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) (Senderschlüssel (A8/1) gesteckt) über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät ME (N3/10) und Antriebs-CAN (CAN C) zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert folgende Stellglieder elektronisch an:

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Elektromagnet Schmierdruck (Y3/8y12)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K81 (Y3/8y13)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K38 (Y3/8y14)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K27 (Y3/8y15)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B08 (Y3/8y16)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B05 (Y3/8y17)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B06 (Y3/8y18)

Elektromagnet Arbeitsdruck (Y3/8y19)

Elektromagnet Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y20)

Folgende direkte Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Drucksensor (Y3/8b5)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor interne Getriebedrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur-Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Warmen Betriebszustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste DYNAMIC SELECT (N72s43) beeinflusst werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole im Steuergerät Unteres-Bedien-Feld (N72) befindet. Der Tastenstatus wird über den Instrumententafel-LIN (LIN 1) an das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) gesendet, welches den Tastenstatus über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät ME und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.

Das Fahrprogramm "M" (Manuell) kann über die Taste Fahrprogramm "M" (S16/15) gewählt werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole am DIRECT SELECT INTERFACE (N150) befindet. Der Tastenstatus wird über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Pedalbewegung

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gewählter Fahrstufe am DIRECT SELECT INTERFACE

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Gewähltem Gang, bei Kurzzeit-M-Programm

Signalen auf dem Antriebs-CAN

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) errechnet über die Drehzahlsensoren die Fahrzeuggeschwindigkeit und sendet diese über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät ME, Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Über denselben Weg sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm den Status der Betriebsbremse.

Die Signale zur gewählten Fahrstufe und zur Fahrprogrammwahl werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME gesendet. Zusätzlich werden die Signale an das Kombiinstrument (A1) über Steuergerät ME und Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn und Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) gesendet.

Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument
Informationen zum gewählten Gang, zur Fahrstufe oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung auf dem Antriebs-CAN gesendet. Das Steuergerät ME empfängt und leitet diese über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn und Fahrwerk-CAN 2 zum Kombiinstrument. Dieses steuert daraufhin die entsprechende Anzeige über die folgenden Signale an:

Ganganzeige (A1p12)

Ganganzeige, Ansteuerung

Multifunktions-Display (A1p13)

Multifunktions-Display, Ansteuerung

Fahrprogrammanzeige (A1p16)

Fahrprogrammanzeige, Ansteuerung

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.

Schnelle Gaswegnahme:

Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Automatikgetriebes über hydraulische Elemente in der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente (hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) erfolgt über eine mit der Antriebswelle verbundene Ölpumpe (Primärpumpe) und/oder über den Elektromotor Ölpumpe mit integriertem Elektromotor Ölpumpe (M42). Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich. Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs verändert werden. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl.

Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeugausführungen.

Der Elektromotor Ölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe im unteren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors. Das Steuergerät ME sendet die Anforderung "Elektrische Zusatzölpumpe EIN" an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ansteuerung der elektrischen Zusatzölpumpe erfolgt direkt über das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet den Status des Elektromotors Ölpumpe an das Steuergerät ME zurück.

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.

Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert.

Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät ME übermittelt, welches den Status des Motormanagements über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Elektromagnete so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird durchgeführt bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle eines Defekts an einem der Elektromagnete wird der entsprechende Gang gesperrt. Dieser Gang wird nicht mehr geschaltet.

Über das DIRECT SELECT INTERFACE kann der Fahrer die gewünschte Fahrstufe "P", "R", "N" oder "D1" bis "D9" einlegen. Der Status des DIRECT SELECT INTERFACE wird über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung übermittelt.

Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Automatikgetriebe unterbrechen oder über die Taste Parksperre (S76/14) die Parksperre einlegen. Der Status der Taste Parksperre wird über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung übermittelt.

Im Fehlerspeicher werden die Fehler abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Diagnosestatus Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs-CAN, Steuergerät ME, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn und Diagnose-CAN (CAN D).

Kurzzeit-M-Programm
Das Kurzzeit-M-Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit-M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit-M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge hätten, werden nicht ausgeführt.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

PE27.19-P-2061-97RKC

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992ANM

Referenzierte Dokumente