GETRIEBE | 722.9 im TYP 207 |
Funktionsvoraussetzungen
Klemme 87 EIN
Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt
Allgemein
Die Getriebesteuerung steuert folgende Aktoren elektronisch an:
– Regelmagnetventil Arbeitsdruck (Y3/8y1)
– Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K1 (Y3/8y2)
– Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K2 (Y3/8y3)
– Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K3 (Y3/8y4)
– Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B1 (Y3/8y5)
– Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B2 (Y3/8y6)
– Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B3 (Y3/8y7)
– Regelmagnetventil Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y8)
Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität.
Die Funktion der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden 8 elektromechanische Hydraulikventile angesteuert, die ihrerseits das Übersetzungsverhältnis des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Wandlerüberbrückung bestimmen.
Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Funktionsablauf Kick-down
Funktionsablauf Notlauf
Funktionsablauf Grundschaltprogramm
Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:
– Leeres Fahrzeug
– Betriebswarmer Zustand
– Ebene Fahrbahn
– Meereshöhe
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm Automatikgetriebe (S16/12) beeinflusst werden.
Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:
– Beladungszustand des Fahrzeugs
– Änderung des Fahrwiderstands
– Fahrpedalbewegung
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:
– Fahrzeuggeschwindigkeit
– Wählhebelstellung
– Fahrpedalstellung
– Fahrprogrammwahl
– Gewählter Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M" bei Code 950 (Sportpaket) außer Code 494 (USA-Ausführung)
– Signalen auf dem Antriebs-CAN (CAN C)
Langsame Gaswegnahme:
– Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert
Schnelle Gaswegnahme:
– Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen
Das Fahrprogramm „M“ ist nur bei Code 950 (Sportpaket) vorhanden. Bei Fahrzeugen ohne Sportpaket entfällt das Fahrprogramm „M“. Bei diesen Fahrzeugen wird das Fahrprogramm „M“ ersetzt durch das „Kurzzeit-M Programm“.
Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung
Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente, wie hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltelemente und hydraulische Getriebesteuerung, erfolgt über eine mit dem Drehmomentwandler verbundene Ölpumpe oder über die elektrische Getriebeölpumpe (M42) bei Code B03 (ECO Start-Stopp-Funktion).
Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt.
Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich.
Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.
Die elektrische Getriebeölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung des Hydrauliksystems. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei niedrigen Drehzahlen des Verbrennungsmotors. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzpumpe Getriebeöl (N89).
Funktionsablauf Kick-down
Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.
Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert.
Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotoren) oder Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotoren) über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung geleitet.
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.
Funktionsablauf Notlauf
Im Falle unplausibler Signale ist die Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld.
Die Störung wird mit dem zugeordneten Fehlercode im Fehlerspeicher abgelegt und die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) angesteuert.
Mit dem Wählhebel kann der Fahrer die gewünschten Fahrstufen "P", "R", "N" und "D" einlegen.
Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Getriebe unterbrechen.
Referenzierte Dokumente
- gf2710p9992ahc Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)