gf2760p2000lfh

Schaltung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0104 · 2017-05-19

Gültig für: Getriebe 724.2 im Typ 222 bis Modell-J. 2018

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 222

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 724 2**

GF27.60-P-2000LFH

Schaltung Funktion

19.05.2017

Getriebe

724.2 im Typ 222

bis Modell-J. 2018

Funktionsvoraussetzungen Schaltung allgemein

Klemme 15 EIN

Verbrennungsmotor läuft und/oder Elektrische Maschine (A79/1) EIN

Getriebe nicht im Notlauf

Antriebs­CAN (CAN C1)­Signale

Antriebsstrang betriebsbereit

Schaltung allgemein

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) und das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) lesen zur Prüfung der Funktionsvoraussetzungen folgende Signale ein:

Status "Klemme 15 EIN" von Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Fahrwerk­FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs­CAN (CAN C1)

Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Peripherie­CAN (CAN PER), Steuergerät Antriebsstrang, Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und zum Steuergerät CDI oder zum Steuergerät ME.

Durch den Einsatz der neuen vollintegrierten Getriebesteuerung (VGS4­500) kann auf eine zusätzliche mechanische bzw. elektronische Fahrstufenverstelleinrichtung verzichtet werden. Die vollintegrierte Getriebesteuerung initiiert mittels elektrohydraulischer Ansteuerung alle Schaltvorgänge und Fahrstufenänderungen. Über den rechts am Mantelrohrmodul angeordneten DIRECT SELECT­Wählhebel (S16/13) werden die Fahrstufen "P", "R", "N", "D" angewählt. Die Wählhebelstellungen "P", "R", "N", "D" vom DIRECT SELECT­Wählhebel werden über das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80), Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung übertragen.

Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument (A1)
Informationen zum gewählten Gang, zur Fahrstufe oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs­CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Peripherie­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Benutzerschnittstelle­CAN (CAN HMI) zum Kombiinstrument übertragen. Dieses stellt daraufhin das entsprechende Symbol im Display dar. Ebenso werden die Informationen über den Antriebs­CAN an das Steuergerät CDI oder Steuergerät ME gesendet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet die Information zur Stellung der Bereichswahl an das Steuergerät CDI oder Steuergerät ME. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt über Antriebs­CAN den Status des Motormanagements, das Signal des betriebsbereiten Antriebsstrangs und das Signal des Motorlaufs.

Über den Motor­CAN (CAN C) werden zwischen dem Steuergerät CDI oder Steuergerät ME und dem Steuergerät Leistungselektronik (N129/1) mit der Schnittstelle Steuergerät Antriebsstrang folgende Daten ausgetauscht:

Anforderung Reduzierung Drehmoment Elektrische Maschine an Steuergerät Leistungselektronik

Status Elektrische Maschine an Steuergerät CDI oder Steuergerät ME

Getriebe 724.2 im Typ 222
bis Modell-J. 2018
mit Code 889 (KEYLESS-GO)
Der Status der Start­Stopp Taste KEYLESS­GO (S2/3) wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss eingelesen.

Folgende Bauteile werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung angesteuert:

Regelmagnetventil Arbeitsdruck (Y3/8y1)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K1 (Y3/8y2)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K2 (Y3/8y3)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K3 (Y3/8y4)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B1 (Y3/8y5)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B2 (Y3/8y6)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B3 (Y3/8y7)

Regelmagnetventil Nasskupplung (Y3/8y9)

Umschaltventil D/R (Y3/8y10)

Umschaltventil Parksperre (Y3/8y11)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Öldrucksensor Nasskupplung (Y3/8b1)

Öldruckschalter D/R 1 (Y3/8b3)

Öldruckschalter D/R 2 (Y3/8b4)

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor interne Getriebedrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur­Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Folgende Daten werden über den Antriebs­CAN zwischen dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und dem Steuergerät CDI oder Steuergerät ME ausgetauscht:

Status Motormanagement, Signal Antriebsstrang betriebsbereit, Signal Motor läuft

Anforderung Schaltpunktanhebung, Anforderung Reduzierung Motordrehmoment, Status Getriebesteuerung an Steuergerät CDI oder Steuergerät ME

Schaltung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Punkte gegliedert:

Funktionsablauf Datenübertragung bei Schaltvorgängen

Funktionsablauf Schalten 1 nach 2

In den Fahrprogrammen Sport "S" und Economy "E" kann der Fahrer durch Betätigung der Lenkradschalttaste zurückschalten (S110/1) und der Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) folgende Funktionen anwählen:

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste zurückschalten

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste zurückschalten aktiviert die Funktion Gangbegrenzung (wenn es die Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine zulässt, wird in den Gang zurückgeschaltet, der um einen Gang unter dem aktuell genutzten liegt).

Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste zurückschalten

Durch Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste zurückschalten wird die Funktion "Schalten in optimalen Gang" angewählt (gewählt wird der Gang, der die beste Beschleunigung des Fahrzeugs ermöglicht).

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste hochschalten

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste hochschalten bei gewählter Gangbegrenzung bewirkt ein Erhöhen der Schaltbegrenzung um einen Gang (z. B. von 3 nach 4).

Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste hochschalten

Durch Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste hochschalten wird die Gangbegrenzung vollständig aufgehoben (Schalten nach "D"). Beim Fahrprogramm Economy "E" steht im Vergleich zum Fahrprogramm Sport "S" ein kürzerer Schaltbereich (Schalten bei geringer Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine) und damit ein geringeres Antriebsmoment bei Vorwärts­ und Rückwärtsanfahrt zur Verfügung. Dies ermöglicht ein sanfteres Anfahren, da die Gänge nicht vollständig ausgedreht werden. Der Rückwärtsgang, die Parkstellung und die Neutralstellung können nur über den DIRECT SELECT­Wählhebel geschaltet werden.

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm (A40/9s8) beeinflusst werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal wird über die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) eingelesen und über Telematik­CAN (CAN A), Steuereinheit COMAND (A40/3), Benutzerschnittstelle­CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Peripherie­CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Über die Fahrprogrammwahl "E" bzw. "S" können die Schwellen zur Zu­ bzw. Abschaltung des Verbrennungsmotors beim Hybridbetrieb beeinflusst werden. Im Fahrprogramm "S" wird schon bei einer geringeren Fahrpedalschwelle der Verbrennungsmotor zugeschaltet, um eine schnellere Beschleunigung zu bewirken.

Getriebe 724.204 im Typ 222.163
bis Modell-J. 2018
Bei Typ 222.163 mit Getriebe 724.204 kommt ein zusätzliches Fahrprogramm "E+" zum Einsatz. Das Fahrprogramm "E+" hat keinen Einfluss auf das Getriebe und dessen Schaltbereiche. Es hat ausschließlich Einfluss auf die Funktion "Verlängerter Schubbetrieb".

Funktionsablauf Datenübertragung bei Schaltvorgängen

Die Signale der Lenkradschalttaste hochschalten bzw. der Lenkradschalttaste zurückschalten werden von der Lenkradelektronik (N135) eingelesen und über den Lenkungs­LIN (LIN E1) an das Steuergerät Mantelrohrmodul übertragen. Das Steuergerät Mantelrohrmodul sendet die Informationen über den Fahrwerk­FlexRay zum Steuergerät Antriebsstrang und weiter über den Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses setzt die Anforderung in hydraulische Signale um, welche von den jeweiligen Regelventilen ausgeführt werden.

Funktionsablauf Schalten 1 nach 2

Im 1. Gang sind die Lamellenbremse B2, die Lamellenbremse B3 und die Lamellenkupplung K3 geschaltet. Beim Schalten vom 1. in den 2. Gang wird die Lamellenbremse B3 abgeschaltet und die Lamellenbremse B1 zugeschaltet. Der Schaltvorgang wird durch das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gestartet. Dabei wird die Lamellenbremse B1 gefüllt und stetig der Druck in der Lamellenbremse B1 erhöht. Gleichzeitig wird der Druck in der Lamellenbremse B3 reduziert. Es handelt sich dabei um einen fließenden Übergang. Wird das Drehmoment des 2. Gangs erreicht, muss die Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine an das Niveau des 2. Gangs angeglichen werden (Überhöhungsphase). Diese Drehzahlangleichung wird dadurch erreicht, dass der Druck in der Lamellenbremse B1 erhöht wird und gegebenenfalls über das Steuergerät CDI oder Steuergerät ME eine Momentreduzierung des Verbrennungsmotors durchgeführt wird. Beim Hybridantrieb bzw. reinen Elektrobetrieb wird zusätzlich eine Anforderung zur Momentreduzierung der elektrischen Maschine an das Steuergerät Leistungselektronik gesendet.

Bei Unterdrehzahl erfolgt eine Zwangsrückschaltung und bei Überdrehzahl eine Zwangshochschaltung. Bei Stillstand des Fahrzeugs wird automatisch in den 1. Gang geschaltet. Ein Anfahren ist sowohl im 1. als auch im 2. Gang möglich.

Getriebe 724.2 im Typ 222
ab Modell-J. 2014 bis Modell-J. 2018
Einführung Kurzzeit­M­Programm
Die Gangbegrenzung wird ersetzt durch die Funktion "Kurzzeit­M­Programm". Das Kurzzeit­M­Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (­) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug im Schubbetrieb befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit­M­Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit­M­Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Funktionsschema Elektrik Schaltung

PE27.19-P-2057-97SEH

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe Hybrid-Antrieb

GF27.10-P-9993LFH

Referenzierte Dokumente